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nik1904

Der Bogenflug und das Hechten - ein Buch mit sieben Siegeln?

Bewertung: 4 Stimmen mit einer durchschnittlichen Bewertung von 3,75.
Ich will meinen TW-Trainern in der Jugend keinen zu großen Vorwurf machen. Viele wussten einfach gar nicht, was sie wie trainieren sollen. Sie hatten ihre Erfahrungen als Torwart und gaben sie so gut wie möglich weiter. Vieles war zweifellos sogar gesundheitsschädlich wie die Situps mit Medizinbällen bei fixierten Füßen. Es gab auch weder die entsprechenden Infos oder Materialien, noch das Internet als Info-Plattform, um sich fortzubilden; von modernen sportwissenschaftlichen Erkenntnissen ganz zu schweigen. Mir wurde beidseits Sprungkraft antrainiert, wenn ich auch bereits von der Sprint- und Sprung-Veranlagung her ganz gut damit ausgestattet bin. Was fehlte, waren z.B. die Grundlagen des Bogenflugs und erst recht auf beiden Seiten. Ball erreichen war das Hauptziel der Veranstaltung und nicht das "wie". Links ist es bei mir aufgrund der natürlichen Veranlagung als Rechtsfüßler mehr eine Frage des Talents gewesen, dass ich das sehr gut durchführen konnte. Entsprechend effektiv war ich dort. Rechts sah die Sache anders aus und ich wurschtelte Zeit meiner Karriere (und erst recht nach einer mehrjährigen Pause nach dem ersten Jahr A-Jugend) herum. Absprung, Körperstreckung und den Ball irgendwie wegkratzen - mehr war es nicht. Schmerzhaft – und vor allem auf Asche – geriet der Versuch, bei voller Streckung den Ball zu fangen.

Wie also kann ein Training aussehen, das schon sehr junge, vor allem aber bereits "vorgeprägte" Torhüter auf ein zumindest befriedigendes technisches Level bringt? Eine Geschichte hierzu: Wir waren Ostern beim Familienspaziergang auf einem Spielplatz. Meine vierjährige Tochter sprang mit Wonne und mehrfach von einem etwa 1,30 hohen Gerüst in den Sand und rollte sich instinktiv ab - und zwar als Rechtsfüßler ganz automatisch nach links. Bemerkenswert war zwar auch der Umstand, dass mein Vater vollkommen begeistert war, und mir sagte, ich sei genauso "bekloppt" gewesen in dem Alter und wäre über alles und von allem gesprungen, was so in der Gegend herumstand. Es liegt irgendwie in den Genen.

Doch abseits meiner kindlichen Vorprägung ist mir der Hinweis wichtig, dass Fallen und Abrollen bei einem gewissen sportlichen Talent ganz normale instinktive Abläufe sind. Der Torwarttrainer muss auch dann noch detailverliebt den Ablauf beibringen. Aber je früher ich einem Kind das Gefühl dafür vermittele, dass es auch wie selbstverständlich auf der "unnatürlichen" Seite abrollen kann, desto natürlicher wird es. Die Videos der „Blauen Mauer“ zum Bogenflug und Hechten von Steffen zeigen, wie gut das funktioniert.

Was machen wir bei älteren Torhütern? Je nach technischer Grundausbildung und Zeit, die er oder sie schon Fußball spielt, auch ein 16jähriger Torwart schon alt im Sinne einer eingefahrenen Technik. Eines geht zum Glück nie verloren: Der Instinkt. Es geht gar nicht darum, etwas vollkommen auf den Kopf zu stellen, sondern lediglich die Veranlagung intelligent zu nutzen und die Sperren zu beseitigen, die den Ablauf auf der schlechteren Seite hemmen.

Entscheidend ist dann nicht das Alter. Der Grundsatz "je jünger, desto lernfähiger" ist im Sport nicht wegzudiskutieren, doch "Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmer mehr" ist Unfug. Logischerweise nimmt die Lernfähigkeit mit zunehmendem Alter ab. Bei guter physischer Verfassung geht sie nicht verloren. Es wird schwieriger, aber noch lange nicht unmöglich.

Problemanalyse: Die falsche Technik beim Hechten auf einer Seite beruht auf drei wichtigen Säulen, die alle umgestoßen werden müssen. Wobei das Prinzip gilt, dass eine korrekte Ausführung immer bedingt, dass die Bewegungsauslösung korrekt ist:

1. Absprung: Da wir im Zweifel darüber sprechen, dass das Absprungbein nicht das natürliche Sprungbein ist, sind Absprungtechnik und Kraft vergleichsweise schlecht ausgeprägt. Hinzu kommt der Abdruck weniger über den Vorderfuß, sondern unsauber, weil Knie und Hüfte nicht über den Fuß kommen und somit obendrein Sprungkraft verschenkt wird. Ziel muss also sein, die Sprungkraft an das Sprungbein anzugleichen und einen nach vorn-oben gerichteten Absprung sauber über den Vorderfuß anzutrainieren. Damit katapultiert sich der Torwart in die Position, um die Hüfte hoch genug zu haben für eine „stabile Fluglage“.


2. Dynamik: Der unsaubere und weniger kraftvolle Absprung führt dazu, dass dem TW die Dynamik im Sprung verloren geht. Wenn man so will: Die Energie baut sich ab und der Torwart ist unfähig, im Sprung aktiv zu bleiben. Folge ist lediglich eine Streckung zum Ball, die der TW erst recht im extremen Bereich nicht mehr beibehalten kann. Die Beine arbeiten im Sprung zudem nicht mit, um aktiv die Flugkurve zu verlängern und zu stützen. So sackt die Hüfte nach unten durch, der Weg zum Ball wird länger und mangels Körperspannung kann der Ball nicht mehr kontrolliert gefangen oder abgewehrt werden.

3. Landung: Aus dieser Streckung heraus, die oft noch nicht einmal ein echter Sprung ist, ist es dem TW unmöglich, von oben mit den Händen zuerst auf den Boden zu kommen. Denn dazu müsste seine Hüfte im Flug eine Kurve nach oben beschreiben anstatt eine (höchstens) gerade Linie – wenn denn überhaupt ein echter Flug vorhanden ist. Je weniger diese Kurve nach oben vorhanden ist, desto weniger kann der Torwart die Energie des Fallens durch Abrollen abbauen. Denn er fällt quasi in umgekehrter Folge mit Knie, Hüfte, Arm und schließlich Schulter auf den Boden. Das geht auch den Besten so, die aber in der Lage sind, viel Dynamik in die Streckung zu legen und so nicht regelrecht herunter zu plumpsen:

http://www.youtube.com/watch?v=OpiAFoaJyvE

Fehlerkorrektur: Das vorrangige Ziel ist zunächst, instinktive und bei fehlender Korrektur auch antrainierte Blockaden zu lösen und als Folge einen wenigstens verbesserten Bewegungsablauf zu erzielen. Eine solche Verbesserung besteht schon darin, dass der TW in der Lage ist, genug Sprungkraft und Dynamik einzusetzen, um die Körperstreckung sehr lange beizubehalten. Da reden wir noch nicht mal von Bogenflug, Übergreifen oder Abrollen. Auch hier der Verweis auf das Neuer-Video.

Die Blockade entsteht daraus, dass man sich beim Sprung nach rechts (in meinem Fall) nicht wohl fühlt, weil er unnatürlich anmutet bzw. weil man schon mal negative, sprich schmerzhafte, Erfahrungen gemacht hat.

Sinnvoll erscheint mir daher ein Blick auf die Didaktik bei der Hechttechnik, so wie das hier erklärt ist:

http://www.youtube.com/watch?v=-g4V8-B9Pog&feature=player_embedded

Der große Vorteil dieses Vorgehens besteht darin, dass man sehr behutsam und Step by Step mit Torhütern jeden (!) Alters die Blockade lösen kann, die uns instinktiv dazu bringt, eine Schutzhaltung einzunehmen, der der gesamte Bewegungsablauf untergeordnet wird. Außerdem ist der gehemmte Bewegungsablauf, wie gesagt, Folge geringerer Sprungkraft und weniger automatisiert bzw. instinktiv. Beides zu beheben kostet Zeit und jeder Teil der Bewegung bzw. des Aufbaus sollte so lange trainiert werden, bis es passt und bevor der nächste Teil angegangen wird. Je weicher der Untergrund desto besser. Die Sandgrube sollte ein ständiger Begleiter dieses Prozesses sein, zumal dadurch die Problematik mangelnder Sprungkraft sozusagen nebenbei angegangen wird.

Vor allem rechts hätte es bei mir eines Trainings bedurft, das auf technischer Kompetenz und sinnvollen didaktischen Vorgaben beruht. So kämpfe ich auch heute im hohen Torwart-Alter mit der "schlechten" Seite. Immerhin bin ich so weit, dass ich unten so gut wie überhaupt keine Schokoladenseite mehr habe. Bei hohen Schüssen sieht es leider anders aus. Ich verbessere mich, was nicht zuletzt der intensiven intellektuellen Auseinandersetzung mit der Thematik und einer sehr guten Fitness zu verdanken ist. Doch es ist aufgrund der Vorprägung eine zähe Geschichte, insbesondere im Spiel diese Dinge umzusetzen. Und es ist auch ab und an deprimierend, weil der Rückfall schnell kommt, wenn ich nicht ständig daran arbeite.


Ich möchte hier eine technische Thematik näher beleuchten, die anscheinend vom E-Jugendtorwart bis zum Nationaltorhüter Probleme verursacht. Ausgehend von den Beobachtungen im Profibereich bis hin zu Torhütern in der Kreisliga und im Jugendbereich dürfte das Phänomen der „schlechten Seite“ und der diesbezüglich fehlenden Technik bei 99 % der Torhüter vorhanden sein. Das ist ein bedenkenswertes Ergebnis, obwohl wir uns doch rühmen, die beste Torwartausbildung weltweit zu haben. Vielleicht hilft dieser Beitrag, ein wenig Aufklärung zu betreiben und intelligent an Bogenflug und Landung zu arbeiten.

Wenn Inhalte sportwissenschaftlich falsch sind, so bitte ich um unbarmherzige Richtigstellung.

Aktualisiert: 24.04.2012 um 16:14 von nik1904

Kategorien
Torwarttraining

Kommentare

  1. Avatar von TW-Mentalcoach
    "Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmer mehr" ist Unfug.
    100 prozentiger Volltreffer!!!
    Auch eine von diesen Quatschaussagen die keine Gültigkeit haben. Diesen Satz habe ich auch schon von Leuten gehört die hier als Experten ausgewiesen wurden. Wenn man sie dann mal kennenlernt schüttelt man nur noch mit dem Kopf..........
    Aktualisiert: 26.04.2012 um 12:41 von TW-Mentalcoach
  2. Avatar von Steffen
    Ein interessanter Ansatz und eine tolle Ausführung, die Raum für viel, viel Diskussion läßt. Schade nur, daß diese Diskussion nicht bis in die obersten Gremien vordringt, denn es gibt noch mehr...
    Schaut man sich viele Torleute an, so fallen diese auf die Seite, was vielleicht nicht falsch ist, ABER sehr oft ist der Ellenbogen unter den Rippen, und da die Aufprallenergie den Körper Richtung Boden treibt wird der Brustkorb deformiert, ja einzelne Rippen durch den Ellenbogen stark belastet... dies wäre ein absolutes no-go / Verbot / Kinjiru in vielen Sportarten, wo Fallen zum Alltag gehört.
    Doch wir? Wir lassen zu, daß unsere Kinder auf die Ellenbogen fallen, oder auf die Knie, ja wir fördern sogarunbewußt, indem wir nichts tun genau dieses Verhalten...

    Was ich immer in geistigen Gedanken habe, zeigt dieses Video:

    http://www.youtube.com/watch?v=yx4GLiyPZz0
  3. Avatar von Goodtimes
    Ich finde mich persönlich hier extrem wieder, in den 60er Jahren gab es keine Hightech und leider auch bei mir kein Torwarttraining.Ich habe mit 24 Jahren aufgehört,und bin durch meinen letztgeborenen Sohn wieder zum Fussball gekommen,ich lese hier schon lange mit und bedauere es schon das wir damals nicht solche Möglichkeiten hatten.Ich steh nun die erste Saison im Tor und muss am Hechten arbeiten, und möchte den Bogenflug erlernen. Leider haben wir vor Ort keinen Torwarttrainer, da hilft diese Seite schon ein bisschen.

    Grüße
  4. Avatar von Paulianer
    Warum sind Medizinball-Situps mit fixierten Füßen schlecht? Mein aktueller Torwarttrainer hat so etwas ab und zu auf dem Programm.
  5. Avatar von nik1904
    Ich sage nur: Rücken! Die Lendenwirbelsäule und die Bandscheiben werden dabei extrem belastet. Wenn, dann sollte man die Situps nicht voll durchziehen, sondern beachten, dass Zug auf den Bauchmukeln ist und nicht am unteren Rücken.

    Mein Orthopäde ist überzeugt, dass mein Bandscheibenvorfall schon im Jugendtorwarttraining und solchen Belastungen wesentlich vorbereitet wurde.
  6. Avatar von TW-Mentalcoach
    Zitat Zitat von Paulianer
    Warum sind Medizinball-Situps mit fixierten Füßen schlecht? Mein aktueller Torwarttrainer hat so etwas ab und zu auf dem Programm.
    Das zeigt wieder einmal wie schlecht teilweise die Ausbildung von TW- Trainern ist. Ich empfehle ab und zu ein Gespräch mit einem Physio um auch da Fehler, die zu schwerwiegenden Verletzungen führen können, zu vermeiden. Situps sollen auch ohne Medizinball nie durchgezogen werden, da der Rücken dadurch beschädigt werden kann. Abgesehen davon sollte nie der ganze Fuß Bodenkontakt haben sondern lediglich die Ferse.
    Aktualisiert: 06.05.2012 um 13:38 von TW-Mentalcoach
  7. Avatar von Paulianer
    Na, und ich wundere mich darüber, dass ich teilweise solche Schmerzen hatte, dass ich nicht mehr weiter trainieren konnte. Es ist aber auch schwierig etwas dagegen zu tun. Klar, man kann darauf hinweisen, aber mein (Noch-) Torwarttrainer stempelt einen dann gleich als "Weichei" ab. Dann kann man die Übung auslassen, während der Rest sie durchführt. Macht dann keinen guten Eindruck.
  8. Avatar von Steffen
    Bei meiner Übungsleiterausbildung meinte einer meiner Ausbilder mal:

    Wir lernen hier, daß Sport gesund ist und wie man es richtig macht - doch wir wollen auch nicht verschweigen, daß ab einer bestimmten Leistungsstufe Sport alles andere als gesund ist, und daher gerade hier Sport gefährlich sein kann.
    Hier ist aber meistens medizinische Betreuung gegeben, so daß Ihr dann darüber nicht zwingend nachdenken solltet/müsst - aber das Wissen schadet Euch nicht...

    Übrigens erinnert mich das an die die Fallschule bei vielen Torleuten...

    Hatte heute einen Jugendtorwart... der sah Blaue Mauer hechten und meinte, er will auch... ein Ball, gleich mal Ellenbogen unter den Rippen - Ende der Übung. Nichts passiert, aber die Schmerzen zeigten: Das geht so gar nicht und auch wenn es toll aussieht, lernte er so, daß was leicht aussieht, wirklich Hölle schwer ist.
    Wir haben dann mit einer Basisübung angefangen... und die anderen haben Blaue Mauer beim Schaufliegen bestaunt...
  9. Avatar von xirram
    Na vieleicht hier mal eine interessante These: [B]Der Bogenflug verhindert in vielen Fällen eine Abwehr des Balles vom Torwart.[/B]
    Wenn ich das koordinative weglasse, denn auch das ist schon beim Bogenflug mit Abwehr des Balles ein Kunststück, denke ich, das es zuviel Zeit kostet, um zumindest scharfe Schüsse, mit einem Bogenflug abzuwehren . Der Bogenflug ist ein Showelement, das sicher eine weiche Landung garantiert und auch bei schwächeren Schüssen anzuwenden ist /kann:confused:! Bei der Landung des Torwarts ist bei mir entscheident, das er mit der Schulter zuletzt abrollt , wenn er den Ball nicht fängt deutlicher als beim Fang. Daraus resultiert bei halbhohen oder hohen Bällen die angeblich grössere Gefahr den Ball aus den Fingern gleiten zu lassen , was praktisch aber nicht so häufig vorkommt , wie der Ballverlust bei Landung auf dem Ball!
    Meine These -aber wahr?
  10. Avatar von Steffen
    Xirram,
    wie kommst Du zu dieser Annahme? Der Weg zum Ball bleibt beim Bogenflug identisch zum herkömmlichen Fall.
    Es ändert sich in dem Moment, wo ich den Ball erreicht habe. Denn entweder lenke ich ab, oder ich fange den Ball, aber in diesem Moment schaltet der Torwart auf Landung um, er drückt also den Ball, wir gehen mal vom Fangen aus, Richtung Boden - und bricht dann über eine Schulter in eine Rollbewegung.
    Idealerweise behält der Torwart dabei bis zum Bodenkontakt eine seitliche Haltung, dies gelingt nicht immer - das ist aber das Ideal.
    Die Landung erfolgt daher Hände, Schultergürtel, Hüfte, Oberschenkel und gefolgt Unterschenkel und Füsse, wobei dann zur Spinalachse gerollt wird.
    Dabei ergibt sich meist eine wesentlich einfacher kontrollierbare Landung... Und der Ballverlust bei der Landung tritt kaum auf. Er ist sehr selten, da das Moment auf den Ball extrem niedrig ist und zudem der Ball durch den Körper so abgedeckt wird, daß diese beim Aufkommen gegen den Körper 'geprellt' wird, was kaum Ballverluste nach sich zieht.
    Junge Torleute, die diese Form erlernen, sind zwar anfälliger für Ballverluste, aufgrund der fehlenden Handgröße UND Haltekraft, doch mit der Übung wird es nach und nach sicherer und besser.
    Welche Vorteile habe ich noch?
    Bei einer Landung mit den Beinen zuerst, bleibt der Körper Gesetz Newtons und der allgemeinen Hebelgesetze ein "Hebel", dessen Drehpunkt der Auflagepunkt der Füsse darstellt. Das Körperteil also, welches die größte Beschleunigung beim Kippen erhält, ist hier am Ende des Hebels zu suchen, und stellt den Kopf dar. Dies ist bei der Landung Hände zuerst weniger kritisch, da hier der Kopf nahe dem Boden kommt, daher sehr wenig Beschleunigung erfährt - das Genick wird entlastet.

    Ansonsten gilt: Das Hechten an sich ist eine Technik für die lange Distanz, also ausschließlich in der Abdruckzone zu finden, oder bei Bällen, wo der Torwart ähnlich agiert.
    Für Bälle der mittleren und kurzen Distanz ist das Kippen erfolgreicher und sicherer, nur:
    Diese Technik bringt eben leider nicht die dynamischen Erfolge, weil die Streckbewegung zur Landung aufgelöst werden muss.
    Und ich kann Dir sagen: Die Landung sieht alles andere als koordiniert und sicher aus.
    Schau es Dir anhand einiger Beispiele selbst an... und wenn man den Männern zusieht, es sieht nicht wirklich anders aus.
    Überlege, wo und wie welche Lasten auftreten... und wie diese auf den Körper einwirken und dann überlege, wo man für den Sport eine Fallschule braucht und schau Dir an, wie dort gefallen wird.
    Beispiel gefällig?
    Aikido Ukemi
    Yoshinkan Aikido Ukemi - the basics
    Beachte, wie der Kopf beschleunigt wird und wie man hier Wirbelsäule, zentrale Achse und Gliedmaßen schützt, also möglichst alle Energie des Sturzes 'aufzehrt" und möglichst gerade wichtige Körperteile der geringen Beschleundigung auszusetzen versucht.

    Sicherlich, in der Kippzone und mit leichtem Abdruck ist der Bogenflug Blödsinn und sollte dabei nicht angewandt werden. Hier sind die Kräfte gut kontrollierbar und abfangbar... doch in der langen Distanz bei dynamischem Absprung?
    Schaut man sich unsere Bundesliga Elite an, sieht man bei vielen den Bogenflug bei langen Bällen... Egal Ulreich, Leno, Ter Stegen, Neuer oder Baumann.

    Ich stehe auf Schalke Null Vier und frage den Tw Trainer dazu, der deine Argumente bringt und meint, die Flugform würde keiner der Torleute bei Schalke machen.
    Nun, Beispielhaft finden sich dann plötzlich in meinem Video genau diese Formen aber wieder... wie geht das, wenn es ein No Go ist und das ganze nichts taugt?
    Unnütz? Hm, vielleicht - aber wenn man es braucht, vielleicht sehr nützlich.

    Viele Torleute können es nicht und erachten es daher als unnütz. viele Tw Trainer sehen es auch als unnütz an, und lehnen es aus Unkenntnis ab.

    Somit: Du kannst deine These gern behalten- ich behalte mir die meinige. Anstelle erneut zu minimieren, maximiere ich die Fertigkeiten und Fähigkeiten.
    Je mehr Bewegungsmuster vorhanden sind, desto effektiver werden Lösungen entstehen - keine Situation im tor ist identisch - ausser im Training. Ob daher der minimalistische Weg der richtige ist?
  11. Avatar von xirram
    Wie gesagt nur eine These - die Richtigkeit dieser These stelle ich selber in Frage.
    Ich gebe Dir in allem in soweit Recht, was das Bewegungsmuster angeht,jedoch ist das kein Bogenflug.Ein Bogenflug ist ein gleichmässiger runder Sprung, wie ein Bogen eben!
    Agiere ich zum Ball und bereite für die Landung den "Bogen" vor, so habe ich doch einen "paralellen"-nach vorn gehenden Sprung mit einer abschliessenden Kurve, ergo kein Bogen!Also bin ich schneller am Ball, als bei einem klassischen Bogensprung.Die Technik selber halte ich aber auch für wichtig!