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		<title>torwart.de-Forum - Blogs - Believer</title>
		<link>https://forum.torwart.de/de/blog.php/28027-Believer</link>
		<description>torwart.de-Forum für Torwart, Torhüter, Torwarthandschuhe, Torwarttrikots, Torwartbekleidung, Torwartspiel</description>
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			<title>Einmal Berliner Hallenmeister bitte und 19 Hot Dogs.</title>
			<link>https://forum.torwart.de/de/entry.php/224-Einmal-Berliner-Hallenmeister-bitte-und-19-Hot-Dogs</link>
			<pubDate>Sun, 30 Jan 2011 22:40:28 GMT</pubDate>
			<description>Heute um kurz nach 16 Uhr war es dann soweit:  
Jubelnd tanzten wir um den Wanderpokal des Berliner Hallenmeisters herum und sangen diese Lieder,...</description>
			<content:encoded><![CDATA[<blockquote class="blogcontent restore">Heute um kurz nach 16 Uhr war es dann soweit: <br />
Jubelnd tanzten wir um den Wanderpokal des Berliner Hallenmeisters herum und sangen diese Lieder, die... - nun ja - man in solchen Momenten eben singt.<br />
<br />
Aber erzählen wir mal die ganze Geschichte einer Woche, in der aus Kolleginnen ein Team geworden ist, von vorne.<br />
<br />
Es begann am Mittwoch mit dem Training in der Halle. Es stand die letzte Woche vor dem "richtigen" Vorbereitungsbeginn an, nachdem jetzt anstrengende 10 Testspiele in 4 Wochen und fast tägliches Training auf uns zukommen. Da es unser wohl letztes "Spaßtraining" als solches war, galt es noch einen Wetteinsatz einzulösen, der nach unserer herben Niederlage auf der Weihnachtsfeier gegen das Trainergespann (noch mit dem damaligen Cheftrainer) noch ausstand. Unser Co-Trainer hatte natürlich kein Blatt vor den Mund genommen und sich sofort eine Trainingseinheit mit dem Thema "Verkehrte Welt" gewünscht. Soll heißen: Was sonst drunter getragen wird, wird drüber getragen. Und umgekehrt.<br />
Mit etwas Überwindung und vielen Lachkrämpfen zogen wir uns also am Mittwoch um und gingen durch den Halleneingang, hinter dem unser Co-Trainer natürlich mit der "schussbereiten" Digicam stand und sich die Finger wund klickte. Er durfte bestimmt unter dem Kleidungssortiment unserer Spielerinnen drei ausgeleierte Männerbadehosen, einen Männerstring (und dabei meine ich wirklich String!), einen mit roten Rüschen besetzten schwarzen Seidenbody, zwei Oma-BHs und ein paar ausgeleierte nicht minder hässliche Strings zählen. Ja, man ist dann doch verblüfft, was manche Spielerinnen so in - nicht unbedingt ihren aber - anderen Schränken gefunden haben.<br />
Nachdem sich die Atmosphäre etwas "abgekühlt" hatte, beendete unser Cheftrainer die Ansprache mit dem Ausblick auf das heutige Hallenmasters mit den Worten: "Und während ich hier jetzt noch die ... ähm... Aussicht genieße, wird euer Co jetzt die Erwärmung einleiten." <br />
<br />
Dieses Training war wirklich herrlich. Bei zwei Spielerinnen rutschten die Badehosen so dermaßen, dass sie fast ständig mit zwei Händen am Hosenbund laufen mussten, um nicht blank zu ziehen - obwohl es in dem Fall natürlich nicht so schlimm gewesen wäre bei der Trainingshose. <br />
Ein Beweisfoto haben wir natürlich auch vom Training:<br />
<br />
<img src="http://sphotos.ak.fbcdn.net/hphotos-ak-ash1/hs799.ash1/168929_174245115953210_100001031677175_426812_3203317_n.jpg" border="0" alt="" /><br />
<br />
Am Samstag ging es dann zum Bogenschießen als - wie sagt man so schön? - "Maßnahme des Teambuildings". Leider konnte ich dort nicht teilnehmen. Die Arbeit hat gerufen...<br />
(Zum Bericht: <a href="http://www.ailienpoese.de/homepage/index.php?option=com_content&amp;view=article&amp;id=877:duelieren-mit-bogen-und-pfeil&amp;catid=61:news-1frauen&amp;Itemid=119" target="_blank">http://www.ailienpoese.de/homepage/index.php?option=com_content&amp;view=article&amp;id=877:duelieren-mit-bogen-und-pfeil&amp;catid=61:news-1frauen&amp;Itemid=119]Bogenschießen</a> - Wen es interessiert. Das soll ne tolle Sache gewesen sein, gerade in der Vorbereitung)<br />
<br />
Anscheinend war es auch die perfekte Vorbereitung auf das Masters, wie sich im Nachhinein herausstellte. <br />
<br />
Heute morgen ging es früh aus dem Bett. 06:50 Uhr ist wirklich viel zu früh für einen Sonntag Morgen, aber was soll man machen, wenn man sich für ein paar Spielerinnen als Taxi zur Verfügung stellt? Um 9 Uhr kamen wir pünktlich im Sportforum Schöneberg an, in dem schon traditionell seit 14 Jahren das Hallenmasters statt findet. Um den inoffiziellen Titel des "Berliner Hallenmeisters" spielten dieses Jahr mehr Teams als sonst und auch der Turniermodus wurde geändert. Die überregionalen Mannschaften waren für das Masters direkt qualifiziert (in Berlin sind es 5 Regionalligisten und zwei Teams aus der 2. Bundesliga), während sich die Mannschaften aus der Berlin-Liga bis Bezirksliga durch Qualifikationsturniere kämpfen mussten. Die Teilnehmer wurden bereits letzte Woche in den Hallenendrunden ausgespielt. Einige Überraschungen erwarteten auch uns, als wir das Programmheft vornahmen. Unsere Gruppe war allerdings die gleiche geblieben. Am Mittwoch hatten wir sie noch stimmungsvoll als "Todesgruppe" betitelt, weil mit einem sehr guten Konkurrenten aus der Regionalliga, gegen den wir eine Niederlage erwarteten, und zwei "Wundertüten-Teams" keine angenehmen Gegner aufgelistet waren. <br />
Zwar begann der Spaß schon um 10 Uhr, allerdings dauerte es knapp 45 Minuten, ehe wir auf der Tribüne - quasi die Mitleidenden Fans, entweder verletzt oder nicht aufgestellt - das erste Spiel unseres Teams sehen konnten. Und gleich im ersten Spiel trafen wir ausgerechnet auf unseren Regionalligakonkurrenten. Das Ganze stand insofern unter schlechten Vorzeichen, als dass wir eine klassische Turniermannschaft sind. Am Anfang pfui und am Ende hui. Da ist es nicht förderlich, wenn man gleich den härtesten Test in den ersten 12 Minuten hat. Doch zu unserem großen Erstaunen auf der Tribüne schafften wir ein umkämpftes Spiel, in dem vor allem der Einsatz stimmte, das aber keine spielerischen Höhepunkte hatte, mit 1:0 für uns zu entscheiden. Und seltsamerweise lief die Vorrunde weiter wie am Schnürchen. Hatten wir auf der Tribüne einen kleinen Einbruch erwartet, so folgte im nächsten Spiel ein schon besser herausgespielter 2:0 Sieg gegen ein Team, das sonst immer das Schreckensgespenst des Masters für die überregionalen Teams spielt und letztes Jahr auch im Finale knapp scheiterte. Erst im letzten Spiel der Vorrunde gaben wir uns ein wenig die Blöße, als wir gegen meine Ex-Mannschaft aus der Bezirksliga nur 1:1 spielten. Aber da die Qualifikation für das Viertelfinale und der 1. Platz schon vorher feststanden, ist das auch zu verschmerzen. <br />
<br />
Im Viertelfinale hatten wir mit einer Regionalligamannschaft eigentlich ein vermeintlich leichtes "Los" gezogen, da es sich hierbei um TeBe II handelte. Dieses Team ist zwar letztes Jahr aufgestiegen in die Regio, ist aber jetzt sehr ersatzgeschwächt, da TeBe I nach ihrem Abstieg aus der Bundesliga ein wenig ausverkauft wurde und das halbe Team der Reserve nun hochgezogen wurde. Sprich: Sie kämpfen sich jetzt irgendwie durch die Regionalliga und versuchen in den Spielen nicht ihre Ehre zu verlieren. Eigentlich ein sehr machbares Spiel. Doch wir taten uns schwer, unterschätzten vielleicht den Gegner auch und fingen uns durch einen Torwartfehler in der letzten Minute noch das Gegentor zum 1:1. Also musste im 9-Meter-Schießen das Glück herhalten. Es war uns an diesem Tag treu, so viel sei gesagt. Ich freute mich vor allem, dass meine Kollegin ihren Fehler zum 1:1 in Form von 2 gehaltenen Bällen im Entscheidungsschießen wieder "egalisieren" konnte und wir trotz allem das Halbfinale erreichten.<br />
Scheinbar hat die Glücksfee gestern Abend mit unserem Mannschaftsfoto unter dem Kopfkissen geschlafen, denn auch hier bekamen wir ein "Traumlos". Zwar hatten wir mit dem Adlershofer BC 08 eine gute Truppe vor der Nase auch mit Regionalligaerfahrung, aber eigentlich sprachen die Vorzeichen auch spielerisch klar für uns. Ein guter Sturm ist nicht alles. Hier konnten wir relativ souverän spielen. Es gab natürlich Situationen, in denen mir auf der Bank Angst und Bange wurde und mein Adrenalinspiegel erreichte wieder einmal einen nicht für möglich gehaltenen Spitzenwert, aber letztendlich zogen wir verdient mit 1:0 oder 2:0 (?) ins Finale ein. <br />
<br />
Der richtige Brocken wartete jetzt auf uns. Der 1. FC Lübars, Kooperationsverein von Hertha (sie spielen quasi in Hertha-Trikots und werden finanziell unterstützt) und Bundesligist aus der 2. Bundesliga (aktuell 5.), wartete auf uns. Warum diese ganzen Beschreibungen? Weil es genau das war, was mir vor dem Finale durch den Kopf ging. Aber in der Halle ist vieles möglich - auch das durfte wahrscheinlich schon jeder Fußballer erfahren. <br />
Ganz zittrig vor Aufregungen erwarteten wir den Anpfiff. Die 12 Minuten danach waren der pure Horror und ein Gemisch aus Aufspringen, Schreien, Fluchen, Hoffen, Augen zu halten, Händchen halten und Einschlagen. Letzteres geschah in der letzten Sekunde des Spiels. Wir hatten uns mit einer sehr guten und vor allem geschlossenen Defensivleistung und manchen Offensivausflügen ein 0:0 erkämpft/erspielt und durften nun noch einmal auf unser Glück hoffen.<br />
Ihr kennt die Sprüche, die in so einer Situation kommen. "Das ist alles nur Zugabe." "Überhaupt bis hierhin! Das hätte doch keiner gedacht!" "Wir haben nichts zu verlieren..."<br />
Aber im Ernst? Jetzt wollten wir das Ding auch! Und das Entscheidungsschießen hielt wirklich alles bereit, was man an Spannung so aufbieten kann. Die ersten zwei Schützen von beiden Seiten trafen. Doch leider verschossen unsere nächsten beiden Unioner, so dass der 1. FC Lübars die Kiste hätte zumachen können mit dem nächsten Treffer. Und es kam, wie es kommen musste heute: Sie verschoss. Unsere nächste Schützing verwandelte, so dass es jetzt  hieß: "Hälst du den, sind wir weiter im Spiel." Und meine Kollegin hat ihn gehalten. <br />
Als nächstes trat unsere jüngste Schützin an und verwandelte eiskalt mit zu Hilfenahme des Innenpfostens. Nun lag es an Lübars gleichzuziehen und eben das gelang nicht. So stand es um kurz nach 16 Uhr fest: Der 1. FC Union I gewinnt den Titel des Berliner Hallenmeisters. Die nächste halbe Stunde verbrachten alle mit tanzen, singen, weinen und natürlich nach der Siegerehrung mit Siegerfotos und der obligatorischen Sektdusche für Trainer und Co-Trainer - die Hallenwärte werden sich nicht gefreut haben über die Sektlachen auf dem Parkett. So viel konnte das Shirt unseres Co-Trainers nun einmal nicht aufsaugen. <br />
<br />
<img src="http://a6.sphotos.ak.fbcdn.net/hphotos-ak-snc6/hs248.snc6/179680_160503047333662_100001219032815_390868_6316971_n.jpg" border="0" alt="" /><br />
<br />
So sehen am Ende die frisch gebackenen Sieger aus. Es war ein enorm wichtiger Schritt für das Team und quasi der Schulterstoß zwischen dem neuen Trainer, der Mannschaft und den Spielerinnen untereinander. Im Finale hatte man dieses tolle Gefühl, wenn man nach unten aufs Parkett sah, dass dort ein Team stand, das nur dieses Ziel im Kopf hat. Bezeichnend dafür ist wohl, dass der Trainer in der hektischen Phase des Spiels der Ersatzspielerin für das Turnier (9. Feldspielerin) das Vertrauen schenkte und sie für einen langen Einsatz aufs Feld schickte. <br />
Also es war wichtig, sehr wichtig. Und der Gedanke an diese neugewonnenen Erfahrungen für das Team tröstet auch ein wenig darüber hinweg, dass man in so einem Herzschlag-Turnier dann eben "nur dabei" war und nicht "mittendrin". <br />
<br />
Am Ende will ich euch natürlich nicht die beste Aktion des Tages vorenthalten. Sie fand - erstaunlicherweise - nicht auf dem Feld statt, sondern ein paar Autominuten entfernt von der Halle. In einer spontanen Aktion hatten gestern vier verletzte Spielerinnen beschlossen, sich um die Versorgung des "mitgereisten Anhangs" (also uns). So fuhren sie kurz nach 13 Uhr mit einem großen Korb und einer Einkaufsliste zu IKEA. <br />
Vor Ort an der Kasse zückte dann eine Spielerin ihre EC-Karte. Sofort kam natürlich von der Kassiererin," Entschuldigung, aber EC-Zahlungen erst ab 5 €."<br />
"Keine Sorge, das kriegen wir hin! Wir hätten gerne 19 Hotdogs." <br />
Ich kann mir wirklich nur ausmalen, welchen Gesichtsausdruck nun die Kassiererin hatte. <br />
Kurz vor dem Halbfinale kamen also zwei Union-Spielerinnen mit einem Korb voller Hot-Dogs, übereinander gestapelt, in die Halle getippelt und dann wurde ausgeteilt. <br />
Die Zuschauer um uns herum müssen uns wahrscheinlich für verrückt erklärt haben.<br />
<br />
<img src="http://a5.sphotos.ak.fbcdn.net/hphotos-ak-snc6/hs257.snc6/180506_197985040214936_100000103248933_804440_2691460_n.jpg" border="0" alt="" /></blockquote>

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			<dc:creator>Believer</dc:creator>
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			<title>Bewerbungsteufel bei den Gesetzeshütern (3)</title>
			<link>https://forum.torwart.de/de/entry.php/214-Bewerbungsteufel-bei-den-Gesetzeshütern-(3)</link>
			<pubDate>Thu, 09 Dec 2010 19:07:42 GMT</pubDate>
			<description>... 
 
*No. 7 - Rauchst du eigentlich? Nein? Minuspunkt.* 
 
Ich hatte schon von diversen Bewerbern, die zu erst dieses Gespräch und dann die...</description>
			<content:encoded><![CDATA[<blockquote class="blogcontent restore">...<br />
<br />
<b>No. 7 - Rauchst du eigentlich? Nein? Minuspunkt.</b><br />
<br />
Ich hatte schon von diversen Bewerbern, die zu erst dieses Gespräch und dann die Untersuchungen hatten, diverse Geschichten gehört. Das Gespräch sollte wohl eine halbe Stunde dauern und es wurden neben den "normalen" Fragen auch solche gestellt wie: "Wie würdest du reagieren, wenn in deiner Familie eine Straftat begangen wird von einem Angehörigen?" "Wenn jemand mit einer Waffe auf dich zielt, würdest du schießen?" oder "Wie würdest du eine Todesnachricht überbringen?"<br />
Bei den ärztlichen Tests hatten wir zufällig einen Beamten der SchuPo kennen gelernt, den wir natürlich schon über die Fragen und die besten Antworten ausgequetscht hatten. Ich hatte mir also meine Antworten zurecht gelegt. <br />
Letztendlich brauchte ich sie dann aber nicht. <br />
<br />
Die beiden Prüfer waren Beamte der Schutzpolizei, ein Mann und eine Frau. Beide waren mir auf Anhieb sympathisch, da sie sehr locker und freundlich auf mich zukamen. Ein Beispiel?<br />
Als ich ihnen die Hand gab, fragte mich der Prüfer: "Sag mal, rauchst du?" <br />
Stolz antwortete ich: "Nein." Daraufhin seufzte er und sagte nur:"Na dann kriegst du schonmal einen Minuspunkt. Sonst hätten wir das ganze hier bei einer Raucherpause machen können." <br />
Ob das nun ein Scherz war oder nicht. Es lockerte die Stimmung erheblich auf und trug dazu bei, dass aus dem Bewerbungsgespräch eine lockere Unterhaltung wurde. Erst sollte ich meinen Lebenslauf ein bisschen darstellen. Ich pickte mir bestimmte Sachen heraus und endete nach ein paar Sachen beim Fußball - was sonst?<br />
Daraufhin schweiften wir natürlich erstmal zum Volunteering bei der FIFA WM 2011 ab. :D<br />
Es wurden mir letztendlich dann ein paar Bewerbungsfragen gestellt: "Warum willst du zur Kriminalpolizei?" "In welches Gebiet willst du später gehen?" und "Was sind deine Schwächen?" Bei der letzten Frage konnte ich dann mit einer schnellen Antwort punkten, da die vorherigen Bewerber sich offensichtlich nicht darauf vorbereitet und ewig herum überlegt hatten. So sammelte ich weiteres positives Feedback. Sie sahen einander nach dieser Antwort an und zuckten mit den Schultern. Dann schien der Prüferin noch etwas einzufallen. "Ach ja, hast du dich über das Studium informiert?" "Natürlich", antwortete ich und rasselte mein Wissen über Prüfungsfächer und Abschlüsse herunter, wurde allerdings schon nach dem dritten Satz unterbrochen. "Okay, wir sehen es." Dann fragte sie noch:"Und wo hast du dich informiert?" Breit grinsend antwortete ich: "Auf der Internet-Seite der Polizei." Beide grinsten. <br />
Daraufhin sah der Prüfer seine Kollegin wieder an, sah auf die Uhr (auf der gerade mal ein paar Minuten - vielleicht waren es 8?) vergangen waren und sagte: "Gut, an dieser Stelle können wir es beenden. Wir sind uns beide sicher, dass du zur Polizei passt und wünschen dir alles, alles Gute für deinen Bewerbungsweg. Wir hoffen, dass wir uns bei der Polizei wiedersehen." Er hackte nacheinander alle Kästchen auf seinem Zettel ab und fuhr zwinkernd fort (in etwa): "Zwar willst du ja zur Kriminalpolizei, aber wir sind ja trotzdem nicht aus der Welt."<br />
Danach hätte quatschen wir auf dem Gang noch über Fußball, Knieverletzungen und Verbeamtetwerden. :D<br />
Das beste Bewerbungsgespräch, das ich je hatte. Definitiv.<br />
<br />
<br />
<b>No. 8 - Warten. Wieder Warten. Und unbekannte Objekte.</b><br />
<br />
Im Anschluss an den Bewerbungstag kam ich mit der Bahn hundemüde um 16 Uhr zu Hause an und fuhr gleich weiter zum HNO-Arzt, der mir diese bescheuerte Zecke aus meinem Ohr holen sollte. Es passte zum Tag. Fieber - nie gehabt. Zecke - nie gehabt. Dazu war ich eine Stunde zu spät gekommen, mein Pullover war gerissen, so dass ich beim Bewerbungsgespräch nur noch die Bluse anziehen konnte und jetzt saß ich noch 3 Stunden in diesem blöden Wartezimmer bei einer Ärztin, zu der ich noch nie hatte gehen brauchen. Tja.<br />
Am Ende kam ich aus dem Behandlungszimmer mit einem Überweisungsschein an das Berliner Unfallkrankenhaus in der Hand und der Empfehlung, gleich in die Notaufnahme zu fahren, da ich "scheinbar eine Monsterzecke im Gehörgang" hatte. <br />
Letztendlich dachte ich mir dann, dass ich wegen einer Zecke, die schon ewig da drin sein musste, bei diesem Chaos nicht noch abends in die Notaufnahme fahre. Und nahm mir das für den nächsten Morgen vor.<br />
<br />
Am nächsten Tag fuhr ich also in die Notaufnahme des UKB, wurde erstmal 45 Minuten von Station zu Station geschoben und um weitere 10 Euro Praxisgebühr erleichtert, bis ich letztendlich weitere 2 Stunden auf der ambulanten HNO-Station im Wartezimmer verbrachte. Und dann endlich war klar, was ich nun im Ohr hatte:<br />
Es war ein Granulatstückchen (so eine kleine grüne Kugel) unseres Kunstrasens. Als ich die "Monsterzecke" betrachtete und mir den Stress des letzten Tages vor Augen führte, musste ich erst einmal herzhaft lachen.<br />
Auf der Bescheinigung für den Polizeiarzt steht nun:<br />
<br />
Entfernung des Fremdkörpers im rechten Ohr ICDT16 (Granulat - Kunstrasensportplatz)<br />
<br />
:D<br />
<br />
Und so hat auch diese Geschichte ihr Ende.<br />
<br />
Nun heißt es wieder warten, warten und nochmal: Warten. Die Ranglisten mit den erreichten Punktzahlen, die über meine berufliche Zukunft entscheiden, sollen gegen Mitte Dezember im Internet veröffentlicht werden. Dann entscheidet es sich: Bin ich durch alle ärztlichen Tests gekommen? Bin ich unter den ersten 66?<br />
Jetzt kann zumindest ich nichts mehr tun.</blockquote>

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			<dc:creator>Believer</dc:creator>
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		<item>
			<title>Bewerbungsteufel bei den Gesetzeshütern (2)</title>
			<link>https://forum.torwart.de/de/entry.php/213-Bewerbungsteufel-bei-den-Gesetzeshütern-(2)</link>
			<pubDate>Thu, 09 Dec 2010 19:07:04 GMT</pubDate>
			<description><![CDATA[... 
 
*No. 4 - "Union mochte ich schon immer!"* 
 
Nach dieser Aussage etwas skeptisch, machte ich mich mit einer Bewerberin, die ich während des...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<blockquote class="blogcontent restore">...<br />
<br />
<b>No. 4 - "Union mochte ich schon immer!"</b><br />
<br />
Nach dieser Aussage etwas skeptisch, machte ich mich mit einer Bewerberin, die ich während des Tests etwas näher kennen gelernt hatte, per Auto durch die halbe Stadt im Wahnsinnsverkehr auf zum Sporttest, der in der Direktion 2 in Spandau stattfinden sollte. Wir brauchten gut eine Stunde für den Weg und mussten dann noch eine halbe Stunde auf den Rest der Bewerber warten, die noch per Bahn eintrudelten. <br />
<br />
Die Sportprüfer bei der Polizei haben scheinbar wirklich einen militärischen Tick. Einen anderen Schluss lässt die Art, in der die Anwesenheit überprüft wurde, nicht zu. Schnell wurde allerdings auch klar, dass dies so eine Masche der Prüfer war, mit der sie sich immer köstlich über die Prüflinge amüsierten.<br />
Beim Umziehen sank meine Laune stark, da ich erfahren hatte, dass beim 2000-m-Lauf kein MP3-Player gestattet war. Ich jogge doch nie ohne Musik. Wie soll ich denn da meine angestrebte Zeit schaffen? Außerdem durften wir keine Uhren mitnehmen.<br />
"Dann heißt es heute wohl einfach: Zähne zusammenbeißen", dachte ich mir grummelig.<br />
Wir gingen über den kalten Hof dieser halben "Polizeistadt" mit Schwimmhalle, Fußballplätzen, Tartanbahn, riesiger Sporthalle und etlichen Gebäudekomplexen hinüber zu einer etwas "antik" aussehenden Sporthalle, in der wir eine hohe Halle fanden, klassisch mit Parkett eingerichtet wie die alten DDR-Hallen, die noch häufig bei uns zu finden sind. Aufgebaut war ein Parcour bestehend aus (in der Reihenfolge) einem Pferd, einem Barren, einem Stufenbarren, zwei Matten, einem Bock und einer Wand. Man sollte den Parcour vor dem Pferd starten, über dieses springen (berühren verboten), über den Barren links und rechts nach oben rüberschwingen (berühren verboten), sich über den unteren Holm des Stufenbarrens schwingen (berühren des unteren Holms verboten), eine Vorwärts- und eine Rückwärtsrolle über die Matten machen, einen Sprung über den Bock hinlegen und zum Schluss die Wand überwinden. Das ist für jeden, der entweder regelmäßig Sport betreibt oder sich gut auf den Parcour vorbereitet, ein Kinderspiel. Selbst die Zeit stoppen sie nicht mehr. Allerdings haben sie gesagt: Wer stolpert, fliegt. Wer stoppt, fliegt.<br />
<br />
Danach ging es zum 2000-m-Lauf, den ich persönlich einfach nur in einer möglichst guten Zeit hinter mich bringen wollte. Nachdem aus meinem Bewerbungsdurchgang beim Computertest nur 7 Bewerber gehen mussten, wurde diese Anzahl nach dem Parcour noch einmal um 5 dezimiert. Beim Lauf allein schieden nachher noch mindestens 10 Bewerber aus. Das ist wahrscheinlich aber auch dem Fakt zu verdanken, dass man den Sporttest wiederholen kann und viele sich wahrscheinlich dachten, dass sie die zwei Wochen hinauszögern und noch trainieren könnten. Ob sie es trotz dieser Einstellung noch schafften, weiß ich nicht, denn ich traf keinen von ihnen bis jetzt wieder.<br />
Ich brachte diesen 2000-m-Lauf einfach hinter mich und am Ende stand eine Zeit von 08:42, mit der ich eigentluch ganz zufrieden als 3. ins Ziel lief. Bei den Frauen war die Grenze bei 11:20 min. und bei den Männern bei 09:30 min. angesetzt worden. Die Zeit wurde vom Prüfer nicht angesagt während der Runden. Man erhielt immer nur das Kommando "Grün", "Gelb" oder "Rot". Bei "Grün" war alles im "Grünen Bereich" (Achtung Wortwitz!), bei "Gelb" sollte man einen Zahn zulegen und bei "Rot" war man raus. Bei Runde eins sagte mir der Prüfer: "Fantastische Zeit, Dunkel-dunkel-Grün. Union mochte ich schon immer!" Das Lachen bescherte mir Seitenstechen.<br />
<br />
Mit dem Ende des Sporttests hatten wir es für den Tag dann endlich geschafft. Letztendlich waren die Aufgaben an sich nicht so anstrengend, doch die nervliche Anspannung, unter der man permanent stand und die einem auch praktisch körperlich bewusst wurde, trug einen beträchtlichen Teil zur Erschöpfung bei.<br />
<br />
Jetzt hieß es wieder warten. Schon wieder.<br />
<br />
<br />
<b>No. 5 - Ab Woche 4 wird es unerträglich</b><br />
<br />
... und das war wirklich so. Uns wurde nach dem Computertest gesagt, dass wir mit einiger Verzögerung beim Herausschicken der nächsten Einladungen rechnen müssten, da sich viele Prüflinge der 2. Sportprüfung unterziehen müssten. Es wird nach Leistung vorgegangen, daher kriegen die Besten in den Tests die E-Mail zu erst. Allerdings werde dies auch erst in frühestens 3-4 Wochen der Fall sein. Man wisse es noch nicht. Wer allerdings nach 4 Wochen noch keine E-Mail erhalten habe, müsse sich auf eine Absage Ende Dezember einstellen. Hart.<br />
<br />
So verging die Zeit. Ab Woche 4 wurde einem mit jedem Tag banger zu Mute. "Nur noch 5 Tage bis zum 14. November..." "Nur noch 4 Tage..." <br />
So begannen die Tage immer mit dem Sprung zum Laptop und dem Öffnen des Mailfachs. Danach folgte das enttäuschte Zurücksinken in den Stuhl und das erneute euphorische Öffnen des Programms nach dem Frühstück. Und so weiter und so fort. <br />
Am 12. November dann die Erlösung: Eine Mail. <br />
Die nächsten 5 Minuten rannte ich laut schreiend durchs Haus und rannte meine Schwester fast über den Haufen, die gerade zur Tür rein wollte, als ich hinaus wollte, um meine Freude jemandem mitzuteilen. :)<br />
Erst nach ein paar Minuten und dreimaligem Lesen der ersten Zeile "ich lade Sie zur polizeiärztlichen Tauglichkeitsuntersuchung ein" kam ich erst dazu den Rest des Briefs durchzugehen. Darin wurde mir mitgeteilt, dass ich mich am 23.11. um 07 Uhr in der Radelandstr. in Spandau einzufinden habe, wo die Ärztliche Untersuchung stattfindet. Dazu befanden sich im Anhang diverse Dokumente. Mit einem schnellen Blick auf diese wurde mir klar, dass ich die nächsten Tage bis dahin in den Wartezimmern verschiedener Ärzte verbringen würde. Die Polizei fordert nämlich von ihren Bewerbern neben einem detailliert beantworteten Fragebogen zur Krankheitsvorgeschichte der letzten 5 Jahre auch Berichte von allen behandelnden Ärzten, die man in den letzten 5 Jahren hatte. Ich klapperte sie also alle - samt Zahnarzt, der ein zahnärztliches Gutachten ausstellen sollte - ab und schaffte es den letzten Termin gerade noch am Tag vor dem ärztlichen Test unterzubringen. Zwischendurch wurde ich allerdings benachrichtigt, dass sich der Termin noch einmal auf den 02.12. verschieben sollte. Anscheinend waren immer noch viele Verzögerungen im Spiel.<br />
Neben dem Beschaffen der ärztlichen Dokumente bereitete ich mich natürlich auch gewissenhaft auf das anschließende Einstellungsgespräch vor. Dazu gehören einfach Infos über den Beruf das Studium. Ich legte mir außerdem Antworten für die klassischen Fragen zurecht: Warum will ich zur Polizei? Was sind meine Stärken/Schwächen? Was sind meine Ziele? Wie stelle ich mir den Beruf des Polizisten vor?<br />
<br />
<b>No. 6 - (Schnee-)Chaos</b><br />
<br />
Endlich kam dann der 02.12. ...<br />
Der Tag fing für mich um 4 Uhr früh an und beim ersten Weckerklingeln stand ich nach 3 Stunden Schlaf quasi senkrecht im Bett. Kein Kaffee nötig. Vorerst.<br />
Beim Blick aus dem Fenster schwante mir schon schlimmes, da Berlin unter einer wahren Schneedecke eingeschlafen war, allerdings beruhigte ich mich mit dem Gedanken, dass ich mir wieder eine 3/4 Stunde Pufferzeit gelassen hatte. So hieß es frühstücken, fertig machen und die eingepackten Dokumente (darunter: Schwimmpass -mindestens Bronze muss vorzeigbar sein -, Reisepass, Abiturzeugnis, Geburtsurkunde und die dutzend ärztliche Dokumente) noch einmal durchgehen. Um 5 Uhr fand ich mich auf dem Bahnhof ein und dort erwartete mich auch schon die erste unschöne Botschaft für den Tag: Mein Zug hatte 16 Minuten Verspätung. Ich sah meine Pufferzeit schnell schmilzen, als ich letztendlich 1 1/2 Stunden später in der 4. Bahn saß (eigentlich hätte ich erstmal durchfahren können), die auch zwei Bahnhöfe vor meiner Station stehen blieb. Grund: Diesmal keine Weichenstörung sondern vereiste Türen. Letztendlich saß ich dann noch eine geschlagene halbe Stunde Olympiastadion fest, bis ich endlich eine Bahn bis Spandau erwischte. Durchgefroren kämpfte ich mich dann noch in den Bus hinein, der zur Radelandstraße fuhr. Neben mir die ganzen halben Portionen, die aufgeregt schnatternd zur Schule fuhren. Irgendwie kam mir die ganze Situation nur noch bizarr vor.<br />
Zwischendurch hatte ich Olympiastadion beim ärztlichen Dienst angerufen und angekündigt, dass ich eine Stunde Verspätung haben würde. Eine ungläubig klingende Ärztin versicherte mir zumindest, dass man warten würde. <br />
Nach 2:55 h (eigentlich 1:21 h) war ich dann endlich am Ziel und raste zum Bewerberzimmer. Doch ich fand nur 3 Bewerber vor. Der Rest trudelte in den folgenden Minuten ein.<br />
<br />
Wir Neuankömmlinge wurden sofort für die Urinprobe und die Blutabnahme ins Labor geschickt, danach nahm man unsere Dokumente entgegen und unterzog uns einer Befragung zu unseren Angaben im ärztlichen Test. Was soll denn ein Leistungssportler schreiben, wenn er all seine sportlichen Verletzungen aufzählen soll? Ich muss unter anderem noch einmal zum Sportarzt, da mir dieser nur "Routine" auf den Zettel mit der Krankheitsgeschichte schreiben wollte und das den Polizeiärzten nicht ausreichte. Irgendwie auch verständlich.<br />
Danach ging es zum Hör- und Sehtest. Beide verliefen ohne große Vorkommnisse, bis auf den Fakt, dass die Ärztin, die mir den Sehtest abnahm, dachte, dass ich kein räumliches Sehvermögen habe. Dieser Computer war so dämlich verschwommen, dass ich nicht erkennen konnte "welcher Strich mir entgegen springt". Nun gut. Bei der Schautafel konnte ich alle der 9 Striche richtig ansagen, von denen ich nur 5 hätte wissen müssen. Ein paar Fragen an die anderen Bewerber später wusste ich, dass es jedem so ergangen war.<br />
Im Anschluss wurde noch unser Lungenvolumen (?) gemessen, denke ich. Wir mussten in eine Röhre pusten und das eben so kräftig und lange wie man kann. Man, kam ich mir dabei doof vor. ;)<br />
Nun folgte der BelastungsEKG, der mir im Vorfeld etwas Kopfschmerzen bereitet hatte. Eigentlich zweifle ich ja nicht an meiner Fitness und als Sportlerin müsste ich ihn auch eigentlich hinkriegen, doch man muss einen gewissen Puls erreichen, damit man den Test überhaupt machen darf. Als jemand, der schon aufgeregt wird, wenn er überhaupt weiße Kittel sieht, habe ich da schon Angst um meinen Puls und meinen Blutdruck gehabt. Wie erwartet traten dann auch die Schwierigkeiten auf. Mein Blutdruck war deutlich über den normalen 140 zu 80 (?) und mein Puls ebenso. Allerdings ging es meiner Mitbewerberin, die sich schon neben mir auf der Liege eingefunden hatte, nicht anders. Wir wurden beide, verkabelt wie wir waren, angewiesen uns hinzulegen und für ein paar Minuten ruhig die Augen zuzumachen. Natürlich wird einem gerade dann das Absurde dieser Situation klar: Man liegt verkabelt mit einem komischen Elektroden-Brustgurt, ansonsten in kompletter Sportkleidung auf dieser Liege und denkt die ganze Zeit, dass bloß Puls und Blutdruck runtergehen. Alle paar Minuten kamen die Schwestern, um erneut Blutdruck und Puls zu messen. Sogar meine Körpertemperatur hatte sich meiner Aufregung angepasst - und ich bin jemand, der noch nie in seinem Leben Fieber hatte. Jedenfalls konnte ich 5 Minuten und Atemübungen später den Test mit einem Blutdruck von 130 zu 68 etwa machen. Ich fühlte mich fit und wollte ihn - auch auf die Gefahr hin, dass die erhöhte Temperatur die Werte in die Höhe treibt - unbedingt absolvieren. Der Belastungs-EKG auf dem Fahrrad war ziemlich easy und auch keineswegs anstrengend. Es gab drei Schwierigkeitsgrade. Zum Schluss war als Widerstand das Doppelte des eigenen Körpergewichts eingestellt. Anschließend ging es zurück auf die Liege, wieder 5 Minuten komplette Ruhe. Erneut wurde der Blutdruck und Puls gemessen. Vom Gefühl her würde ich sagen, war ich nach dem Fahrradfahren ruhiger als vorher. :rolleyes:<br />
<br />
In der E-Mail-Einladung zum ärztlichen Test wurde uns nahegelegt, genug Essen mitzunehmen, da die Prozedur gut 6-7 Stunden in Anspruch nehmen könnte. Die Versorgung war auch nicht das Problem. Nur wann sollte ich denn bitte zum Essen kommen, wenn ich ständig von einem Behandlungszimmer zum nächsten renne? So knurrte mir beim Thorax-Röntgen schon heftig der Magen, ganz zu schweigen von der allgemeinen Untersuchung, die der Polizeiarzt im Anschluss vornahm. Dabei ereignete sich eine weitere Kuriosität. Er war gerade dabei, in mein rechtes Ohr zu sehen, als er mich plötzlich fragte: "Steckst du dir gerne Gegenstände ins Ohr? Oder hast du Kinder, die das als ihr Hobby bezeichnen?" Ich antwortete natürlich verwundert mit einem "Nein" woraufhin er entgegnete: "Na dann hast du eine Zecke im Ohr." Und wieder dieser Satz: Ich hatte noch nie in meinem Leben eine Zecke. Wie kann die denn jetzt in meinem Ohr gelangt sein? Ich wurde also mit einer Überweisung zum Ohren-Arzt einem ansonsten aber voll zufrieden stellendem Befund zum persönlichen Einstellungsgespräch geschickt. Das wurde dann zum Highlight des Tages. Definitiv.<br />
<br />
...</blockquote>

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			<dc:creator>Believer</dc:creator>
			<guid isPermaLink="true">https://forum.torwart.de/de/entry.php/213-Bewerbungsteufel-bei-den-Gesetzeshütern-(2)</guid>
		</item>
		<item>
			<title>Bewerbungsteufel bei den Gesetzeshütern (1)</title>
			<link>https://forum.torwart.de/de/entry.php/212-Bewerbungsteufel-bei-den-Gesetzeshütern-(1)</link>
			<pubDate>Thu, 09 Dec 2010 17:23:53 GMT</pubDate>
			<description>Es zieht ja statistisch gesehen viele Sportler zur Polizei. So auch mich. Irgendwie war da einfach nach den typischen Kindesträumen (8 Jahre:...</description>
			<content:encoded><![CDATA[<blockquote class="blogcontent restore">Es zieht ja statistisch gesehen viele Sportler zur Polizei. So auch mich. Irgendwie war da einfach nach den typischen Kindesträumen (8 Jahre: Sängerin, 10 Jahre: Schauspielerin - was? Dann muss ich mit meinem Sport aufhören? Niemals!) ab der 6. Klasse immer dieses Bauchgefühl: Polizei, das ist genau das Richtige für dich. Da gehörst du hin. <br />
<br />
<b>No. 1 - Die ungeahnt zetige Hürde</b><br />
<br />
Gedacht, gesagt und dann Ende Juni dieses Jahres auch getan: Genau einen Tag nach Bewerbungsfristbeginn habe ich meine Bewerbung abgeschickt. Dabei haben sie dieses Jahr bei der Landespolizei von Berlin das Bewerbungsverfahren von handschriftlicher Zettelwirtschaft auf Computer umgestellt. So durfte ich mich gleich nach dem Abschicken der Bewerbung online auf eine E-Mail freuen, die mich zu einem Online-Auswahltest einlud. Da geht einem natürlich gleich das Muffensausen. Auswahltest? Jetzt? Sofort? Aber ich dachte, dass ich noch etwas Zeit hätte?!<br />
Laut Beschreibung des Online-Bewerbungsverfahrens sollte dieser erste Test jedoch nur über den Zeitpunkt entscheiden, an dem die Bewerber sich dem Computer-Test bei der Polizei stellen werden. Die Besten zu erst - so unter dem Motto. <br />
Also lieber die Arschbacken zusammen kneifen und los. <br />
Der Test bestand aus 26 Fragen, die in ca. 16 Minuten (ich weiß es nicht mehr ganz genau) gelöst werden sollten und aus allen verschiedenen Kategorien der Bewerbungstests zusammengewürfelt waren. Aufgaben zu logischen Schlussfolgerungen (Eva ist besser als Anna, Lina und Marie sind gleichstark, Lina ist nicht besser als Anna - Wer ist die Beste?) wechselten mit absurden Schlussfolgerungen (Waschmaschinen sind Löwen, weil sie brüllen können. Was brüllen kann, kann nicht waschen. Waschmaschinen können nicht waschen.) ab und wurden jeweils von Aufgaben zu Primzahlen oder räumlichen Denken abgelöst. Es ging also kunterbunt durcheinander. Zwar kann man jede von diesen Übungen in den entsprechenden Bewerbungsbüchern finden, doch es erstaunte mich, dass die Intensität um einiges gesteigert war. Schnell wurde klar: Es ist unmöglich, alle Aufgaben in der vorgegebenen Zeit zu lösen: Also ist das ganze zusätzlich ein Stresstest.<br />
Wunderbar. :rolleyes:<br />
<br />
Ich tat, was ich konnte, ließ erst einmal die Primzahlenaufgaben (bei denen man eine Primzahl aus bestimmt 10-15 Zahlen filtern sollte) links liegen und hoffte nur, dass ich genug Zeit übrig hätte, um mich ihnen doch noch zu widmen. Weit gefehlt. Am Ende beantwortete ich keine der 4 Primzahlaufgaben.<br />
Nach dem Abschicken des Tests erschien eine Mitteilung, dass das Ergebnis des Tests einem innerhalb der nächsten 4 Wochen mitgeteilt werde.<br />
Mein Gefühl war sehr schlecht. Hatte ich es nun wirklich schon in der ersten Runde verbockt? Ohne überhaupt einmal einem Prüfer gegenüber gesessen zu haben? Waren diese Aufgaben in der Zeit wirklich nicht zu schaffen oder war meine Leistung einfach mangelhaft? <br />
Diese Fragen sollten mich nun die nächsten 6 Wochen begleiten, denn es dauerte diese Zeit bis endlich die langersehnte Einladung zum Einstellungstest per E-Mail ins Haus flatterte. Entgegen der ersten Vermutung, waren die 4 Wochen so terminiert, dass dieser Zeitraum erst nach Ende der Bewerbungsfrist beginnen sollte. Somit hätte ich eigentlich 8 Wochen auf mein Ergebnis warten müssen - im Ernstfall. <br />
Doch es schwang natürlich immer dieser Gedanke mit: Aber sie sagten doch, dass sie mit diesem Test nur den Zeitpunkt der Einladung bestimmen wollten. <br />
<br />
<br />
<b>No. 2 - Warten, warten... und? Warten.</b><br />
<br />
Tja, auch die Polizei drückt sich manchmal gewollt schwammig aus.<br />
<div class="bbcode_container">
	<div class="bbcode_quote">
		<div class="quote_container">
			<div class="bbcode_quote_container"></div>
			
				<div class="bbcode_postedby">
					<img src="images/misc/quote_icon.png" alt="Zitat" /> Zitat von <strong>Webside der Polizei</strong>
					
				</div>
				<div class="message">Der Vortest [...] dient dazu, denjenigen mit den besten Ergebnissen die Möglichkeit zu geben, den frühestmöglichen Termin für den PC-gestützten Einstellungstest auszuwählen. Das Ergebnis aus dem Vortest fließt nicht in das Gesamtergebnis ein.</div>
			
		</div>
	</div>
</div>Trotz dieser eigentlich harmlosen, aber großzügig formulierten Zeilen bekamen Freunde von mir bereits nach 2 Wochen eine Absage mit dem Hinweis, dass die Leistung wahrscheinlich nicht für eine Einstellung ausreichen würde. <br />
Diese Aussage meiner Freundin machte mir trotzdem ein wenig Mut, da ich bereits am zweiten Tag der Bewerbungsfrist meine E-Mail abgeschickt und den Test gemacht, allerdings nach 4 Wochen immer noch keine Antwort erhalten hatte. Und mein Hoffen und Bangen sollte sich bezahlt machen, denn ein paar Tage nach Ende der Bewerbungsfrist, am 13. September, kam sie endlich: <b>Die</b> E-Mail.<br />
<br />
Und mit ihr bekam ich einen weiteren Zugangscode für den Bewerbungsserver der Polizei, auf dem ich mir nun einen Termin für meinen Einstellungstest innerhalb der nächsten 4 Wochen aussuchen durfte. Ich wählte den letztmöglichen Termin am 14. Oktober um 11:30 Uhr. So hatte ich genau 4 Wochen Vorbereitungszeit. "Das passt doch", dachte ich mir.<br />
Jeden Tag sollte zweimal geprüft werden (7:30 bis 14:30 oder 11:30 bis 18:30) und zu jedem Test wurden 48 Bewerber eingeladen. Ergo waren noch gut 3000 Bewerber im Spiel. Diese Zahl macht einem in dieser Situation nicht gerade Mut. Hätte ich doch nicht nachgerechnet. <br />
<br />
Die Zeit bis zum Bewerbungstest verging auf eine sehr seltsame Art und Weise. Erst floss sie wie eine zähflüssige Masse dahin und als dann der Test immer näher rückte, raste sie nur so vor meinen Augen vorbei. In den letzten Tagen vor dem großen Tag brach sie in seltsamen Stundenpaketen vom Tag ab und verwirrte jegliches Zeitgefühl. Ich verbrachte diese Stunden mit Bedacht sehr ruhig, machte es mir von Montag bis Mittwoch im Starbucks am Hackeschen Markt bequem, trank Unmengen an Chai Tea Latte und gönnte mir zum Mittagessen in der Lernpause bei Ishin Sushi an der Friedrichsstraße leckeres Sushi. Auch der Frust beim Training am Mittwoch Abend, dem 13. Oktober, lenkte mich gut vom Bevorstehenden ab, auch wenn ich an diesem Abend mehrmals die Entscheidung verfluchte, überhaupt zum Training gegangen zu sein. Natürlich hatte ich vorgehabt, diese 4 Wochen jeden Tag zu lernen und mir in meinem Eifer auch Lernpläne erstellt, diese Maßnahme wurde jedoch erst die letzten 2 oder 2 1/2 Wochen wirksam, als ich mir eine Liste der noch ausstehenden Themengebiete machte. Dennoch reichte diese Zeit vollkommen aus. Im Nachhinein würde trotzdem jedem Bewerber dazu raten, sich genug Zeit für die Vorbereitung zu nehmen. Mehr für die Mentale als die Sachliche. Ich hatte einfach sehr viel Zeit, mich mit diesem Gedanken "des entscheidenden Tages No.1 (hoffentlich)" abzufinden. Letztendlich ging ich mit einem guten Gefühl des Vorbereitet-Seins in den Computertest.<br />
<br />
<br />
<b>No. 3 - Also eigentlich kann ich jetzt schon aufstehen und gehen...</b><br />
<br />
<br />
Am Abend vorher hatte ich meine Sachen akribisch gepackt und trotzdem die Tasche noch 2 Mal ausgeräumt, um zu gucken, ob ich nun wirklich alles hineingetan habe. Der Morgen des Bewerbungstages verlief entspannt. Frühstücken, im Bad fertig machen (denn wer weiß, vielleicht schaut ja auch ein Prüfer zu, da muss man schon gut angezogen sein) und schnell noch die Verkehrsverbindung aufschreiben. Ab in die Bahn und los ging es zum Alexanderplatz. Dort, nahe des Bahnhofs, sollte sich die zentrale Polizeidirektion befinden, bei der der Computertest stattfindet. Natürlich brauchte ich fast die Hälfte meiner Pufferzeit von immerhin 45 Minuten bis Beginn (11:00 Uhr), um überhaupt die richtige Straße und das richtige Gebäude zu finden. Wer schon einmal am Alex war, der wird mich verstehen können - dann müsst ihr euch nur noch vorstellen, dass ihr einen schlechten Orientierungssinn habt... et voilà: My dilemma. Trotzdem fand ich natürlich das richtige Gebäude, da ich ja auch nicht unbedingt zu scheu bin, um jemanden zu fragen. ;) Die restlichen 20 Minuten bis Prüfungsbeginn verbrachte ich wie etliche andere Bewerber und Bewerberinnen sitzend auf meiner Tasche, allerdings mit seltsam wenig Aufregung im Bauch.<br />
Pünktlich wurden wir in die zweite Etage in einen Raum geführt, wo erst einmal die Anwesenheit und die mitgebrachten Formulare kontrolliert wurden. Jeder erhielt ein persönlichen Zugangscode für das Testprogramm. Danach mussten mir allerdings noch ewig warten, da die Bewerbergruppe von 7:30 Uhr vor uns noch beim Test saß und selbst nach dessen Ende noch seperat hinausgeleitet wurde, damit wir ja nicht in Kontakt miteinander kommen. Schade eigentlich, da sich eine Freundin von mir in dieser Gruppe befand. <br />
<br />
Jedenfalls konnten wir erst eine halbe Stunde später um 11:30 Uhr mit dem Computertest beginnen. Er war in einzelne Kategorien aufgeteilt (insgesamt 6), die jeweils manuell gestartet werden mussten, aber unterschiedliche Aufgabenfelder enthielten. Nach jeder Kategorie mussten die schnelleren Bewerber auf den Rest warten, damit auf Geheiß des Prüfers die nächste Kategorie gestartet werden konnte. Die erste Kategorie war zugleich nach meinem Empfinden die Schwerste. Sie war zu vergleichen mit dem Online-Test und enthielt zusammengewürfelte Aufgabengruppen aus verschiedenen Themengebieten. Sie alle waren in eine Textaufgabe gepackt. Etwa wie: "Für eine Geschäftsfeier sollst du die Modalitäten klären. Die Platzkarten sollen noch gedruckt werden. Auf ihnen soll jeweils der Name und die Funktion der Mitglieder der Firma stehen." <br />
Nun folgte eine Merkaufgabe, bei der man sich in 1:30 etwa die Namen und Berufsbezeichnungen von 20 Funktionären in der Firma einprägen sollte. Gerade die Merkaufgaben hatten es wirklich in sich und oft musste ich aus Verzweiflung heraus den Rest raten. Allerdings halfen Strategien, die ich während des Übens zu Hause entwickelt hatte, auch weiter. Es folgten Textaufgaben aus Mathematik, Zahlenreichen, die zu knacken waren, aber auch logische Gleichnisse (Quadrat verhält sich zu Rechteck wie Kreis zu Ellipse - das war die einfachste und zu gleich die Beispielaufgabe dieser Kategorie). Nach den 30 Minuten, die dieses Themenfeld "Allgemein" in Anspruch nahm und ich die letzte Aufgabe beendet hatte, wollte ich eigentlich direkt aufstehen und gehen. So sicher war ich mir, dass bereits nach dieser Etappe die Bewerbung gelaufen war. Doch in den Gesichtern meiner Mitbewerber konnte ich die gleichen Zweifel lesen. Das beruhigte wenigstens ein bisschen. <br />
Nun folgten noch 3 Kategorien (Persönlichkeits-Test I und zwei weitere Kategorien, in denen es vor allem um Merkfähigkeit ging) und dann ging es nach gut 1 1/2 Stunden in die Pause, die mit 10 Minuten sehr knapp bemessen war und eigentlich kaum zum Runterkommen Zeit ließ. In den weiteren 1 1/2 Stunden kamen noch drei weitere Kategorien auf uns zu. Die allererste hatte es gleich in sich: Verkehrszeichen.<br />
Bei diesem harmlosen Wort denkt man sich nicht viel. Der Test war auch verhältnismäßig einfach gestrickt. Es wurden 8 unterschiedlich lange und komplizierte Nummernschilder von Autos gezeigt, die man sich in 2 Minuten einprägen sollte. Danach hatte man 45 Aufgaben in 5 Minuten zu lösen. Es erschien ein Nummernschild auf dem Bildschirm, bei dem man dann entweder "Ja" oder "Nein" klicken sollte. Dabei stand "Ja" dafür, dass es eines der vorher aufgeführten Nummernschilder war - klar bis dahin. Das ganze gestaltete sich in der Praxis jedoch weitaus komplizierter. Denn nachdem, die erste Flut von 20 Nummernschildern auf mich eingeströmt war, hatte ich bis auf 3 Nummernschilder alle weiteren gemerkten vergessen. Es fiel nur das Muster auf, dass falsche Kombinationen nur einmal auftauchten und richtige Kombinationen sich immer wiederholten. So vertraute ich dann mal auf diese Beobachtung und klickte neben den gemerkten eben auch diejenigen an, die sich wiederholten. Stresstest kann man so etwas durchaus auch nennen.<br />
Die Wartezeit zwischen den Kategorien war eigentlich sehr gut (durch die Beispielaufgaben, die nicht zeitlich begrenzt waren, musste man mitunter manchmal 4-8 Minuten warten, bis endlich auch die letzten Bewerber fertig waren, um die neue Kategorie zu starten). Ich konnte mich in dieser Wartezeit kurz mal zurücklehnen und tief durchatmen. Man merkte die Daueranspannung förmlich in den Muskeln.<br />
Es folgten die letzten Kategorien: Deutsch, Persönlichkeits-Test II und Englisch.<br />
Deutsch war nicht mehr als Grundlagenwissen. Selbst meinen Kurzauffrischungskurs in Kommazeichen-Setzen hätte ich nicht machen müssen. Es wurde z.B. die richtige Schreibweise von Straßen gesucht (Willy-Brant-Straße, Willy-Brandt Straße, Willy-Brandt-Straße...). Es kamen aber auch Aufgaben zum Anwenden des Genitivs (Keine Macht des Willy-sein-Portmonnaie-Satzes :D) und zum Erklären von Synonymen (Was bedeutet bilateral?). Also alles Basics. <br />
Englisch war wirklich leicht. Ein, zwei Vokabeln, die sich speziell um das Thema Polizei drehten, wusste ich auf Anhieb nicht, aber da Antwortmöglichkeiten gegeben waren, wurde dann eben per Ausschlussverfahren "ermittelt". Alles in allem müsste da jeder, der sein Schulenglisch im Vorfeld ein bisschen aufgefrischt hat, durchkommen.<br />
Die Persönlichkeitstests beinhalteten einmal 65 und einmal 85 Fragen, bei denen eine Skala von 1 bis 7 vorgegeben war. Dabei stand 1 für "trifft gar nicht zu" und 7 für "trifft voll zu". Nun sollte man beispielsweise sagen, ob folgende Aussage auf die eigene Person zutrifft: "Wenn ich die Chance hätte, würde ich gerne Bunjee-Jumping machen." oder "Wenn ein Mensch mir etwas gutes tut, dann denke ich, dass er vielleicht Hintergedanken hat." <br />
Die Ironie am Ganzen war dann, dass ich bei Beispiel 1 eine 6 ankreuzte (man will ja auch nicht zu risikofreudig wirken) und einen Tag später vom Park-Inn am Alexander Platz 150 m in die Tiefe sprang. Also war ich doch ehrlich :rolleyes:<br />
<br />
Nach dem Computer-Test wurden die Bewerber gebeten im Raum zu warten, um ihr Ergebnis zu erfahren. Dieser Prozess sollte, laut Angaben des Prüfers, maximal 15 Minuten dauern. Im Vorfeld stellte ich mir schon diese 15 Minuten wie eine Qual vor. Letztendlich mussten wir 45 Minuten warten, bis sie die ersten Ergebnisse - allerdings nur vom Deutsch-Test hatten, da dieser ein K.o-Kriterium ist. 6 Bewerber mussten daraufhin den Raum verlassen. Den Rest ließen sie noch weitere Minuten schmoren. Irgendwann gaben sie dann auf und gingen den Prozess einzeln an. Zum Schluss verlasen sie eine Liste, die nur einen weiteren Namen plus den im Deutsch-Test ausgeschiedenen Bewerbern erhielt. Der Rest erhielt die Ansage: Ab zum Sporttest! <br />
Ich konnte mein Glück noch kaum fassen - ich war mir sicher gewesen, dass ich rausfliegen würde - und traute deshalb dem Braten noch nicht ganz. Wollten sie uns nicht einfach nur so erstmal weiterschicken, damit nicht so viel Zeit verloren geht? <br />
Diese Vermutung wurde nur noch dadurch erhärtet, dass eine Bewerberin aus dem Raum trat, völlig verwundert vor sich hinmurmelnd: "Aber ich habe doch überhaupt keine der Mathe-Aufgaben gelöst..."</blockquote>

]]></content:encoded>
			<dc:creator>Believer</dc:creator>
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		</item>
		<item>
			<title>Gedanken einer Torwarttrainerin (?) und einer Torhüterin</title>
			<link>https://forum.torwart.de/de/entry.php/186-Gedanken-einer-Torwarttrainerin-(-)-und-einer-Torhüterin</link>
			<pubDate>Sun, 03 Oct 2010 19:47:45 GMT</pubDate>
			<description>Noch ist es für mich eher ein abstrakter Gedanke. Ich und Torwarttrainerin? Richtig angestellt im Verein, mit allem Drum und Dran. Noch erschreckt...</description>
			<content:encoded><![CDATA[<blockquote class="blogcontent restore">Noch ist es für mich eher ein abstrakter Gedanke. Ich und Torwarttrainerin? Richtig angestellt im Verein, mit allem Drum und Dran. Noch erschreckt mich diese Verantwortung, die mit der Beschäftigung einhergeht ein wenig.<br />
<br />
Das Torwarttraining in den Jugendmannschaften U13 und U17, die ich betreue, ist gut angelaufen. Ich musste mir zwar in der ersten Einheit bei Zweien ein wenig Respekt verschaffen, damit ich ihre ungeteilte Aufmerksamkeit habe, aber mittlerweile trainieren beide konzentriert und vor allem motiviert. Auch in der U17 sind meine beiden Torhüterinnen voll bei der Sache, machen im Training Fortschritte und fragen vor allem viel. Am tollsten aber: Wir haben Spaß bei der Sache. Manchmal muss ich ein wenig drauf achten, dass uns vor lauter Spaß nicht ein bisschen die Effektivität flöten geht. <br />
Nicht nur den Mädels macht es Spaß, sondern mir auch. Und doch mache ich mir in dieser neuen Position wieder Druck.<br />
<br />
Neben der Begeisterung für die Torwartposition, wie ich sie im Training lebe und wie ich sie ihnen nahe bringen will, ist es mir natürlich auch wahnsinnig wichtig, dass sie durch mein Training ihr Torwartspiel verbessern können. Sicherer werden und ihren eigenen Stil finden. Ich möchte einfach wissen, dass sie mit breiter Brust in den folgenden Spieltag gehen können. Neben dieser Verantwortung habe ich natürlich meine Vorstellungen von einer guten Torwarttrainerin.<br />
Ich denke, dass es für die Torhüterinnen sehr wichtig ist, dass sie in ihrer Trainerin auch eine Art Vorbild sehen. Gute Leistungen im Training, anerkannt im Team, glänzt mit tollen Taten und einer abgeklärten Art im Spiel. Das sind so Wortgruppen, die mir bei diesem Thema in den Sinn kommen. <br />
<br />
Doch im Moment bin ich weit von diesen Punkten entfernt. <br />
Nach meiner kleinen Vereinsodyssee am Anfang der Saison, habe ich mir einen Kaderplatz bei den ersten Frauen meines Vereins erarbeitet. Wir spielen Regionalliga, haben viel Potenzial im Team und meine Konkurrentin ist eigentlich nicht besser als ich. Nicht nur eigentlich. Aber sie hat das, was mir fehlt: Die Erfahrung. Auch, wenn sie das nicht immer zeigt. Trotzdem wäre der Weg zum Stammplatz unter diesen Umständen eigentlich kein langer. Doch ich werde von irgendetwas ausgebremst.<br />
<br />
Natürlich bin ich auf ein höheres Niveau gekommen, mit Schussstärken, die ich vorher nur selten vor dem Visier hatte. Dennoch. Im Torschusstraining fühle ich mich langsam, behäbig, treffe Entscheidungen zu spät. Es fehlt manchmal an Entschlossenheit.<br />
Mein Stellungsspiel erscheint mir miserabel - zu wenig Druck auf den Angreifer, zu spät zum Stehen gekommen, zu weit in die eine Torecke gelockt. Mein Gefühl für den Raum ist im Keller.<br />
Manchen Bällen sehe ich hinterher und denke: Man, früher hättest du da übergegriffen und sie gehalten. Spring doch einfach. Aber im Moment denke ich. Der Schuss kommt. Ich sehe ihn im Netz einschlagen und denke mir: Hey, wenn du einfach gesprungen wärst, hättest du ihn gesichert. Denken.<br />
Automatismen greifen nicht mehr. Das Eins gegen Eins - früher mit der Sprungkraft meine große Stärke - entwickelt sich für mich langsam zum Alptraum. Zu langsam mit den Füßen. Mit den Händen. Stehe ich zu "fest"? Stellungsspiel.<br />
Paraden, bei denen ich gelobt werde, analysiere ich anders. Wenn ich einen Ball halte, dann fühlt es sich wiederum selbstverständlich an. Nichts besonderes. Nichts herausragendes. Ich habe keine Relation mehr für gute Paraden, sehr gute Paraden für unhaltbare Bälle. Im Moment hätte ich jeden Ball halten können und die Bälle, die ich halte sind nur alltägliche Saves.<br />
<br />
Dann kommt immer wieder dieser trügerische Gedanke: Früher war das doch ganz anders, da warst du spritzig, hast dich schnell und leicht beim Springen gefühlt. Die Sprünge kamen dir vor wie sich in die länge ziehende Sekunden, wenn du im Rausch den Flug und das saubere Abrollen spürtest. <br />
Zu allem Überfluss ist mein Torwarttrainer von einem Arbeitsunfall heimgesucht worden. Schulter zertrümmert. Seine eigenen Handschuhe kann er nun an den Nagel hängen und es wird auch noch ein Weilchen dauern, bis er wieder in der Lage ist, uns zu trainieren. <br />
Ohne Torwarttraining kommt die Zeit für uns Torhüter im Training allgemein sehr kurz. Mein Coach macht sich eben sehr viel mehr aus den Feldspielern, was er auch schnörkellos zu betont. <br />
<br />
Zu diesen Zweifeln am eigenen Torwartspiel kommt also noch die neue Herausforderung des Torwarttrainerjobs. Manchmal denke ich, dass er mich in gewisser Hinsicht immer ein bisschen "rettet", weil ich meinen Torhüterinnen helfen kann. In dem sie mich fragen, im Training mitziehen und sichtlich Spaß haben, helfen sie mir auch. Doch immer kommt dieser Drang auch die Torwarttrainerin für sie zu sein, die ich für sie sein könnte.<br />
Dann ist gleich nach dem Torwarttraining wieder mein eigenes Training, in dem ich nun nach der gelungenen Stunde davor das abrufen will, was ich von mir erwarte und eigentlich gewöhnt bin. Dann wird aus der Motivation schnell Ernüchterung. Ich kann nicht das umsetzen, was ich meinen Schützlingen immer wieder "predige". Wie soll man so jemanden seine "Leistung anvertrauen"?<br />
<br />
Im Moment suche ich noch nach Gleichgewicht...</blockquote>

]]></content:encoded>
			<dc:creator>Believer</dc:creator>
			<guid isPermaLink="true">https://forum.torwart.de/de/entry.php/186-Gedanken-einer-Torwarttrainerin-(-)-und-einer-Torhüterin</guid>
		</item>
		<item>
			<title>Von diesen Spielen...</title>
			<link>https://forum.torwart.de/de/entry.php/185-Von-diesen-Spielen</link>
			<pubDate>Sun, 03 Oct 2010 19:20:46 GMT</pubDate>
			<description>Da hatte er schon Recht, der Robert.  
Es gibt diese Spiele, in denen du als Ersatztorwart nur verlieren kannst.  
 
Ein solches Spiel durfte ich...</description>
			<content:encoded><![CDATA[<blockquote class="blogcontent restore">Da hatte er schon Recht, der Robert. <br />
Es gibt diese Spiele, in denen du als Ersatztorwart nur verlieren kannst. <br />
<br />
Ein solches Spiel durfte ich heute erleben. <br />
Es ging im Berliner Pokal gegen einen Verbandligisten aus Steglitz. In der Vorbereitung 09/10 hatte uns dieses Team in einem wirklich schlechten Testspiel mit 1:2 besiegt.<br />
Seit dem war der Trainer gegangen. Man hatte das Gefühl, dass es an System in diesem Team fehlt.<br />
Kurzum: Heute sollten sie wirklich kein Gegner sein. Für uns.<br />
<br />
Würde das Spiel normal laufen, so hätte ich mit den Händen vielleicht einen oder zwei Ballkontakte und der Rest meines Jobs beschränkte sich dann auf Rückpässe, Spielaufbau und Situationsentschärfung, wobei letzteres auch eher selten vorkommen würde. Ich würde also am Spiel teilnehmen, mir vornehmen die Rückpässe in einen souveränen Spielaufbau umzuwandeln, in brenzligen Situationen den Ball ablaufen und dann immer mal wieder die Arme hochreißen, wenn wir ein Tor schossen.<br />
Nach dem Schlusspfiff würde ich dann nach Hause fahren, zum Training morgen erscheinen und mich für das nächste Wochenende wieder für die Ersatzbank vorbereiten. Eine andere Möglichkeit würde es da nicht geben.<br />
<br />
Im anderen Szenario lassen wir uns vom Gegner überrumpeln, spielen fahrig. Ich schließe mich dieser Fahrigkeit an, wir bekommen ein paar miese Gegentore und gewinnen am Ende glücklich mit ein, zwei Toren Vorsprung. Am Ende würde ein schlechtes Spiel bleiben, die erleichterten Gesichter, dass wir es gerade noch umgebogen haben und ein Torwart, der ein paar Gegentore in einem vermeintlich leichten Pokalspiel kassiert hat. <br />
Auch dort endet mein Weg nächstes Wochenende auf der Ersatzbank.<br />
<br />
Wie ich es drehte und wendete, einen Vorteil konnte ich mir aus diesem harmlosen Pokalspiel gegen einen unterklassigen Gegner, den wir eigentlich mehr als dominieren sollten, nicht ausrechnen.<br />
<br />
Ein deutliches Signal in diese Richtung gab es dann auch schon vom Co-Trainer bei der Verteilung der Trikots. Am Entscheidungstag der Kaderplanung bezüglich der Torhüter wurde uns erklärt, man handle und entscheide nach Wochenform. Keiner könne sich zurück lehnen, sonst würde der Andere schnell davon profitieren. Heute würde also ich spielen - aus multiplen Gründen - und wollte mir gerade die Eins nehmen, als mich der Coach zurück hielt. Er bat mich, heute trotzdem mit der 12 zu spielen. <br />
Es hätte nichts sein können, kein Hintergedanke, eine reine Formalität, aber mich traf diese Aussage ein wenig. Später sollte ich sehen, dass meine Konkurrentin doch noch vorsorglich zum Anpfiff erschien, umgezogen. Das Trikot war also für sie vorgesehen gewesen... <br />
<br />
Umziehen, Aufstellung verkünden, taktische Einweisung, dann ging es rauf auf den Platz.<br />
Zur Erwärmung schnappte ich mir eine Auswechselspielerin. Bälle halbhoch auf den Mann, zentral flach, flache Bälle seitlich. Flanken. Rountine. Sauber. <br />
Doch schon beim Torschuss merkte ich wieder einmal, dass ich im Moment einfach nicht weiß, was ich von meiner Leistung halten soll. <br />
Langsam. Behäbig. Ein Ball fliegt oben Richtung Dreiangel. Ich stehe und sehe ihn im Netz einschlagen.<br />
Ein Gedanke: Man, wärst du gesprungen, dann hättest du ihn sicher gehabt. <br />
So geht es mir in letzter Zeit oft. Im Training in den letzten zwei Wochen stand ich selten im Tor. Dabei ist das doch so dringend notwendig, gerade wenn man in der Trainingswoche erfährt, dass man am Wochenende spielen wird. Kein einziges Mal nennenswert im Tor. Das nenne ich eine Vorbereitung vom Feinsten.<br />
<br />
Nach dem Schusstraining ging es in die Kabine. Musikalische Einstimmung auf das Spiel. Alles gut, ganz ruhig, du kannst das alles. Einfach einen sicheren Eindruck vermitteln, blöde Aktionen abhaken. Immer weitermachen, sagte ich mir. <br />
<br />
In der ersten Halbzeit schossen wir 2 Tore. Ich verhielt mich hinten defensiver als sonst. Der Respekt vor der Situation kettete mich an meinen Strafraum. Ein verunglückter Rückpass, der mir zwar schlecht zu gespielt wurde, aus dem ich dann aber auch gar nichts mache, bleibt. Ich kann mich allerdings fangen. Die restlichen Spieleröffnungen laufen flüssig. Eine Flanke muss ich abfangen, sicher. Allerdings von der Gegnerin niedergestreckt. Warum fehlt da die Entschlossenheit, warum kann ich sie nicht umrammen, so dass nur sie und nicht wir beide am Boden liegen?<br />
Ich übe zu wenig Flanken und Ecken, denke ich wieder einmal.<br />
<br />
So ging es in die Halbzeit. Kein einziger abgewehrter Ball. Wie erwartet. Wir passen uns dem Niveau des Gegners in der 2. Halbzeit nicht mehr an, spielen besser, lassen den Ball laufen. Gleich die erste gelungene Situation führt zum 3:0. Danach erhöhen wir kontinuierlich bis zum 6:0. Ich freue mich über die Tore. Da waren noch 20 Minuten zu spielen.<br />
Diese Zeit wurde unsere Abwehr ein paar Male von einem gegnerischen Angriff gestürmt. Durch Wechsel und Umstellungen fehlte die Sicherheit und Aufteilung der ersten Halbzeit. Ich versuchte mein Bestes sie zu ordnen. Immerhin kamen die Hinweise an. Insgesamt befand sich der Gegner nur 2 mal gefährlich vor meinem Tor. Beide Male wurde in letzter Sekunde geklärt. Der einzige nennenswerte Versuch des Gegners ist ein trudelnder Ball aus dem Gewühl einer Ecke heraus, den eine Abwehrspielerin auf der Linie klärt. Ich musste nicht eingreifen.<br />
<br />
Nach dem Spiel kam dann die Ernüchterung. Und jetzt? <br />
Mein Torwarttrainer ist immer noch verletzt. Im Training läuft es immer noch schlecht. Mein Weg führt nächstes Wochenende immer noch auf die Bank. <br />
<br />
Es war eben eines dieser Spiele...</blockquote>

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			<dc:creator>Believer</dc:creator>
			<guid isPermaLink="true">https://forum.torwart.de/de/entry.php/185-Von-diesen-Spielen</guid>
		</item>
		<item>
			<title>Von einem überragenden Gefühl.</title>
			<link>https://forum.torwart.de/de/entry.php/153-Von-einem-überragenden-Gefühl</link>
			<pubDate>Wed, 21 Jul 2010 12:43:14 GMT</pubDate>
			<description>Ich glaube, jeder von uns kennt dieses Gefühl. Frisch geduscht, mit einem Apfel oder einem Shake in der Hand, wird die Tasche geschultert. Mit einem...</description>
			<content:encoded><![CDATA[<blockquote class="blogcontent restore">Ich glaube, jeder von uns kennt dieses Gefühl. Frisch geduscht, mit einem Apfel oder einem Shake in der Hand, wird die Tasche geschultert. Mit einem Gruß verabschiedet man sich von den Betreuern und Trainern und macht sich dann auf den Nachhauseweg. <br />
<br />
Gestern war um 21:03 Uhr die erste Einheit der Vorbereitung beendet. Sie begann mit einer kleinen Ansprache meines Trainers sowie der Ausgabe der neuen Trainingsklamotten ging es dann auf den Platz. Nach der Erwärmung und einem Stabi-Programm stand Einspielen mit dem Hauptaugenmerk auf spezifischer Ausdauer auf dem Programm. So spielten wir die restliche Trainingseinheit (3x 15 Min. mit jeweils aktiver Regeneration in den Pausen) 6 gegen 6 auf einem normalen Kleinfeld, was für uns sehr lauf- und willensintensiv gestaltet wurde. Danach hieß es noch 6 Minuten auslaufen und für mich ausdehnen.<br />
<br />
Nach einem besonders anstrengenden Training, bei dem man auch an seine Grenzen geht, habe ich immer dieses überragende Gefühl. Während mein Körper mir erschöpft signalisiert, dass er jetzt keinen Bock mehr hat, ist mein Kopf frei und ich bin im reinen. Dann stöpsle ich mir die Kopfhörer meines MP3-Players in die Ohren, mache mir ruhige Musik an und mache mich auf den Weg zum Bahnhof. Die Fahrt in der Bahn zurück ist dann ein Genuss. Ich beobachte, wie die Umgebung an mir vorbeizieht und singe stumm das Lied in meinen Ohren mit. Es ist eine ganz besondere Atmosphäre, ein ganz besonderes Gefühl, das man kaum beschreiben kann. Ich liebe es. Auch wegen diesen Momenten nicht nur auf dem Platz, sondern auch abseits des Platzes liebe ich diesen Sport so sehr. <br />
<br />
In dem Sinne ist es nicht die Lust an der Qual (im Training hätte ich am liebsten das Handtuch geschmissen), sondern viel mehr das gute Gefühl den Willen bewiesen zu haben danach. <br />
Das zeichnet uns wahrscheinlich alle aus.</blockquote>

]]></content:encoded>
			<dc:creator>Believer</dc:creator>
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		</item>
		<item>
			<title>Unbekannte Stadt, unbekannte Menschen und nette WG-Mitbewohner</title>
			<link>https://forum.torwart.de/de/entry.php/114-Unbekannte-Stadt-unbekannte-Menschen-und-nette-WG-Mitbewohner</link>
			<pubDate>Tue, 29 Jun 2010 19:58:34 GMT</pubDate>
			<description>So, es ist nun mein erster Tag im für mich großen, aber im Vergleich zu Berlin, kleinen Frankurt am Main.  
 
Der Abschied fiel sehr schwer. Noch ist...</description>
			<content:encoded><![CDATA[<blockquote class="blogcontent restore">So, es ist nun mein erster Tag im für mich großen, aber im Vergleich zu Berlin, kleinen Frankurt am Main. <br />
<br />
Der Abschied fiel sehr schwer. Noch ist es ein seltsames Gefühl nach vorne zu blicken und sich zu sagen: Ich werde jetzt dort leben, obwohl mein Zuhause Berlin bleibt. <br />
Es ist wie in den Urlaub fahren. Ein langer Urlaub.<br />
<br />
Um 10:21 Uhr ging also der Zug vom Berliner Ostbahnhof. Ein Stau auf der Lichtenberger Brücke hätte mich fast den Zug gekostet, aber zum Glück reagierten wir frühzeitig und fuhren einen Umweg. Nach 4 Stunden und 23 Minuten kam ich dann also in Frankfurt am Main am Hauptbahnhof an. Schweißgebadet schleppte ich dann beide Koffer bis zum Ende des Bahnsteigs, wo mich Mathias erwartete und mich dankenswerterweise von einem der beiden erlöste. Eine kurze Rundfahrt an die für mich wichtigsten Orte (Trainingsplätze, Park, Weg zum Training) folgte, bis wir dann letztendlich zur WG aufbrachen. Diese befindet sich in einer Straße umringt von großen, mehrstöckigen Häusern, die wir dann auch runterfuhren. Doch die richtige Nummer wollte und wollte nicht kommen. Schließlich ließen wir dann das bunte Treiben der Straße und die meisten Häuser hinter uns und kamen auf eine Hauptverkehrsstraße. Sehr verwundert kamen wir dann ein paar Minuten später bei der richtigen Nummer an an. Ein weißes Haus, dahinter eine große Werkstatt. Gegenüber ein S-Bahn-Gleis und eine Bushaltestelle (der Bus fährt alle Stunde). Das war schon ein kleiner Schock, da das Haus von außen irgendwie ein wenig heruntergekommen aussah. An Mathias' Blick konnte ich ablesen, dass er dasselbe dachte. Im Haus dann zumindest ein wenig Erleichterung. Bis auf die scheußlichen weißen Spitzenjalousien, die ich dranlassen muss leider, sind die Zimmer wie erwartet eingerichtet und hell. Sehr schön. Leider sind sie zur Straße gerichtet und der Lärm der Hauptverkehrsstraße ist am Tag schon vernehmbar. Aber alles eine Frage der Gewöhnung und Musik ist bei mir sowieso immer an. Zur Zeit (bis zum 14.7.) schlafe ich in einem Container hinter dem Haus. Ein kleines 2-Zimmer-Ding mit Dusche, WC und Waschbecken sowie im Hauptzimmer einem Bett, einem großen Kleiderschrank, Komode, Nachtschrank und TV-Gerät. Wenn es dort nicht so mörderisch heiß wäre, dann wäre es wirklich super. Aber ich sage es mal so: Der Ventilator ist mein Freund. ;) Also kann ich mich eigentlich kaum beklagen.<br />
<br />
Noch ist es wirklich schwer sich vorzustellen, dass man hier lebt für das nächste Jahr. Der erste Eindruck der Stadt ist so ganz anders als der von den Ecken, die ich aus Berlin gewohnt bin. Aber gut, auch das ist eine Gewöhnungssache. <br />
Morgen steht dann das erste Training an. Da werde ich auch meinen neuen Trainer und die neue Mannschaft kennen lernen. Es bleibt spannend.<br />
Gerade sitze ich mit meinen Mitbewohnern im Wohnzimmer und gucke Spanien gegen Portugal<br />
Also: Viva Sofia! (Wir haben 2 Spanienfans ;))</blockquote>

]]></content:encoded>
			<dc:creator>Believer</dc:creator>
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		</item>
		<item>
			<title>Rückblick: Tag 1 - 25.06.</title>
			<link>https://forum.torwart.de/de/entry.php/103-Rückblick-Tag-1-25-06</link>
			<pubDate>Sat, 26 Jun 2010 06:44:31 GMT</pubDate>
			<description><![CDATA[Dies hier wird ein kleiner mehr oder weniger "Live-Ticker" für das Camp. Josi (Torfrauen) und Ich (Believer) werden hier ein bisschen von unseren...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<blockquote class="blogcontent restore">Dies hier wird ein kleiner mehr oder weniger "Live-Ticker" für das Camp. Josi (Torfrauen) und Ich (Believer) werden hier ein bisschen von unseren Eindrücken und Erlebnissen schreiben - in Kurzform (auch wenn das bei mir sicher keiner glauben kann *grins*).<br />
<br />
Heute ist schon Samstag, aber wir werden uns wohl erst einmal mit dem letzten Tag, dem Freitag und gleichzeitig ersten Camptag beschäftigen. Für manche gestaltete sich die Camp-Anreise schon schwierig (nicht Luke, Paulianer?) und deswegen startete die Begrüßung mit leichter Verspätung. Und nein, Jungs, das Argument mit den VIPs zählt nicht, denn 1. seid ihr keine und 2. sind VIPs Gentlemen - suche den Fehler in diesem Satz. :p<br />
<br />
Danach ging es zum Essen und gleich zur ersten Trainingseinheit. Mit dieser werden wir uns dann nach dem jetzt anstehenden Training (09:00 Beginn) per editieren beschäftigen.<br />
Ab geht's!</blockquote>

]]></content:encoded>
			<dc:creator>Believer</dc:creator>
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		</item>
		<item>
			<title>Da kann man schon etwas stolz sein...</title>
			<link>https://forum.torwart.de/de/entry.php/41-Da-kann-man-schon-etwas-stolz-sein</link>
			<pubDate>Sat, 12 Jun 2010 10:05:25 GMT</pubDate>
			<description><![CDATA[Da sind unsere "kleinen" D-Mädchen (U13) doch tatsächlich heute Berliner Meister geworden und haben damit das "Double" klar gemacht. 
 
Es war das...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<blockquote class="blogcontent restore">Da sind unsere "kleinen" D-Mädchen (U13) doch tatsächlich heute Berliner Meister geworden und haben damit das "Double" klar gemacht.<br />
<br />
Es war das erste Mal für mich, dass ich so eine Feier bzw. einen Triumph dieser Art miterleben durfte und es war wirklich ein tolles, außergewöhnliches Erlebnis, mit dem das Verlassen des Vereins etwas schwerer fällt - was ich bis vor 2 Wochen noch nicht gedacht hätte. Wenn wir dann selbst morgen mit dem Klassenerhalt den Deckel drauf setzen, dann kann ich vielleicht doch noch auf ein ganz nettes Jahr zurück blicken. Die D-Mädchen haben da ihren großen Anteil dran, dass ich auch ein wenig wehmütig gehe.<br />
<br />
Das Spiel gab auch viel her. Die Mädels begannen nervös, spielten außergewöhnlich viele Fehlpässe und trauten sich in den Aktionen relativ wenig zu. Gerade letzteres kennt man von ihnen so gar nicht. Da war es wieder - das Meisterschaftsgespenst. Mit einem Unentschieden und einem Sieg wäre man Berliner Meister geworden. Eine Niederlage hätte dem Gegner von heute, dem SV Grün-Weiß Neukölln, automatisch den Titel beschert. In der Meisterschaft gab es eigentlich immer nur diese zwei Mannschaften, die sich gegenseitig noch annähernd auf Augenhöhe begegnen konnten (ein Vorgeschmack der anderen Ergebnisse: 10:0; 7:0, 23:0), auch wenn Union alle Aufeinandertreffen dieser Saison deutlich dominierte und am Ende nur einmal Punkte ließ. Auch das Spiel um den Berliner Pokal fand zwischen Union und Grün-Weiß statt. Union gewann damals und feierte. Heute sollte es auch so sein. <br />
<br />
Doch wie schon angesprochen, begann sich die große Nervosität breit zu machen. Die Ausnahmekünstler im Team (die haben eine Zukunft vor sich, wenn sie weiter so machen...) waren auch nicht gut drauf. Also lagen wir nach 15 Minuten (sie spielen 2x 35 Min.) bereits 0:2 zurück. Leider hatte auch meine Torhüterin beim 0:1 wie auch beim 0:2 Nerven gezeigt. Doch dann fing sich die Mannschaft, glich in der 30. Minute aus und rannte dann die 5 Minuten bis zur Halbzeit auf das grün-weiße Tor an - dafür wurden sie fast mit dem Halbzeitpfiff mit dem 2:2 belohnt. Mich überkam der Trainerstolz, als sich meine Torhüterin in der letzten Aktion mustergültig den Ball von den Füßen der heranstürmenden Angreiferin schnappte, wie wir das im Training so oft geübt hatten. Das sind die Momente, wo... - na ja, ihr wisst schon.<br />
In der zweiten Hälfte schossen wir dann auch noch das 3:2 und irgendwie brachten es die Mädels dann über die Zeit. Meine Torhüterin rettete noch einige Male den Vorsprung - auch manchmal mit dem Glück, das eine Torhüterin dann eben manchmal haben muss. <br />
<br />
So wurde nach dem Schlusspfiff die selbstgebastelte und laminierte Berliner Meisterschale (sie sah der deutschen Meisterschale der Bundesliga auffallend ähnlich *lach* Um nicht zu sagen: Es war die Gleiche.) in die Luft gereckt und die Korken aus den Robby-Bubble-Flaschen flogen durch die Luft - natürlich müssen wir auch altersgerecht zünftig feiern dürfen! Meine Mitspielerinnen, Trainerin &amp; Co-Trainerin der D-Mädchen, gerieten dann natürlich auch in die Spielertraube und wurden mit allerlei süßen Flüssigkeiten und Wasser übergossen, während ich mich unauffällig zu den Zuschauern verdrückte. Doch auch mich fanden - allen voran meine drei Torhüterinnen - sie am Ende auch noch und nach einem kurzen Sprint ergab ich mich, zur Freude der Kleinen, dann auch meinem Schicksal. <br />
<br />
Ja, schön war's und ich werde diesen Tag wirklich noch gerne und lange in Erinnerung behalten.</blockquote>

]]></content:encoded>
			<dc:creator>Believer</dc:creator>
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		</item>
		<item>
			<title>Wenn Joggen zum Tanzen wird...</title>
			<link>https://forum.torwart.de/de/entry.php/37-Wenn-Joggen-zum-Tanzen-wird</link>
			<pubDate>Fri, 11 Jun 2010 09:39:32 GMT</pubDate>
			<description>Es ist 0:13 Uhr - Bausdorfstraße in Berlin/Mahlsdorf an der Grenze zu Kaulsdorf.  
 
Man könnte denken, dass alles ruhig ist. Die meisten Rollläden...</description>
			<content:encoded><![CDATA[<blockquote class="blogcontent restore">Es ist 0:13 Uhr - Bausdorfstraße in Berlin/Mahlsdorf an der Grenze zu Kaulsdorf. <br />
<br />
Man könnte denken, dass alles ruhig ist. Die meisten Rollläden sind heruntergelassen und die Fenster dunkel. Nur durch einige wenige Schlitze in den Jalousien dringen noch Strahlen der Zimmerbeleuchtung. Es sollte still sein, nur das im Sommer gewöhnliche nächtliche Vogelzwitschern, das so manche Katze nachts auf Hochtouren bringt, sollte zu hören sein. Die Straße liegt verlassen dar und nur im Abstand von 6 Minuten zischt mal ein Auto auf der 30er Strecke mit 60 vorbei, um dann vor der Polizeistation am Ende der Straße vor Schreck fast eine Vollbremsung hinzulegen. <br />
So sollte es sein. <br />
Doch diesen Abend ist es wieder einmal nicht so. <br />
<br />
Schon von weitem hört man die Schritte auf dem Asphalt, die sehr unregelmäßig und laut in der Stille klingen. Nach normalem Joggen hört sich das nicht an. Viel mehr folgt auf einen lauten Schritt immer eine abrupte Stille und dann ein lauter Schritt des Aufpralls. Die dunkle Gestalt kommt langsam näher, die weißen Kabel des MP3-Players blitzen, angestrahlt von den Straßenlaternen. Jetzt sieht man deutlich, dass diese Person nicht einer der freundlichen, ruhigen Jogger ist, die um 8 Uhr ihre morgendliche eine Stunde-Runde drehen. Nein.<br />
Sie springt alle paar Meter auf den Bordstein, läuft dann 5 Meter dort weiter und dann, wie scheinbar von einer jähen Lust gepackt, reißt sie die Hände in die Luft und springt wieder mit einer Pirouette auf die Straße zurück, um auf dem Asphalt weiterzulaufen. Dabei stößt sie seltsam unartikulierte Laute aus, die in etwa wie "Oija Weijowehja, Aija weijoweijoh!" anhören... <br />
Während ein Radfahrer fast verschreckt auf den Gehweg wechselt und mit misstrauischem Blick das tanzende Etwas beäugt, hat die seltsame Person das Ende der Straße schon fast erreicht. Die Arme ausbreitend und das Gesicht gen Himmel reckend, singt sie "Oh Africa, weijowehja, weijowah..." vor sich hin und durchschneidet mit einem weiten Sprung das Scheinwerferlicht eines Polizeiwagens, der hinter dem Gitter der Ausfahrt darauf wartet, ausrücken zu dürfen. Man kann förmlich spüren, wie sich die Beamten fragend ansehen. Derweil ist der Gesang leiser geworden, da die Urheberin zweimal abgebogen ist und sich immer weiter entfernt. Lag die Straße, in die sie eingebogen ist eben noch still und friedlich da, so war dies bei dem lauten Singen definitiv nicht mehr so. <br />
Auf einmal nähert sich der Person ein Auto, auf dem in grün-weißem Design "Polizei" steht - es sind die zwei Beamten von vorhin. Der Fahrer drückt kräftig auf die Bremse und das Fahrzeug wird langsamer, je näher es der Joggerin kommt. Auf gleicher Höhe beugt sich plötzlich eine Beamtin aus dem Fenster raus und inspiziert mit gerunzelter Stirn, aber fast amüsierten Gesichtszügen ihr Gegenüber. Auch der Fahrer des Wagens lehnt sich ein wenig an seiner Kollegin vorbei um besser sehen zu können. Dann ist dieser kurze Moment vorbei, beide lassen wieder die Fenster hoch und das Auto beschleunigt wieder. <br />
Und doch kann man sie mit ein wenig Fantasie fast die Köpfe schütteln sehen. So etwas. Um 0:25 Uhr...<br />
100 Meter weiter dreht die Gestalt dann um. <br />
<br />
Die Bewohner der Bausdorfstraße dürfen sich nun erneut auf einen kurzen Besuch auf dem Rückweg freuen.<br />
Und vielleicht nervt diese seltsame Gestalt dann irgendwann eine ausgewählte Straße in Frankfurt am Main mit nächtlichen Besuchen - für gewöhnlich ist sie dabei aber etwas leiser... <br />
*grins*</blockquote>

]]></content:encoded>
			<dc:creator>Believer</dc:creator>
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		</item>
		<item>
			<title>Das Studio... - trotzdem auch irgendwie ein Zufluchtsort.</title>
			<link>https://forum.torwart.de/de/entry.php/30-Das-Studio-trotzdem-auch-irgendwie-ein-Zufluchtsort</link>
			<pubDate>Wed, 09 Jun 2010 23:27:33 GMT</pubDate>
			<description>Die Vorfreude auf das Camp und die Ereignisse danach wird größer. Nur die Anspannung kann da mithalten. Doch im Gegensatz zur Vorfreude, die man...</description>
			<content:encoded><![CDATA[<blockquote class="blogcontent restore">Die Vorfreude auf das Camp und die Ereignisse danach wird größer. Nur die Anspannung kann da mithalten. Doch im Gegensatz zur Vorfreude, die man offen zeigt und ausleben kann, spielt die Anspannung ein sehr fieses Spiel. <br />
Sie kommt schleichend, in den Momenten da man zur Ruhe kommt und die Gedanken abschweifen, langsam, bis sie zu diesem einen Thema hinfinden. Dann wird sie größer und die Zeit wird unerträglich, scheint so langsam zu vergehen, so dahin zu fließen wie zähflüssiger Kleber. <br />
In solchem Momenten überfällt mich dann der Drang etwas zu tun, um meinen Kopf und meinen Körper zu beschäftigen. So kommt es dann, dass man mich oft noch um 23 oder 0 Uhr im Fitnessstudio antrifft...<br />
<br />
Heute war wieder so ein Tag. Die Gedanken kreisten um die Abiturergebnisse, um die in 2 Tagen beginnende Fußballweltmeisterschaft und andere Dinge. Am Nachmittag Physiotherapie. Wieder Zeit rum. Eigentlich wollte ich heute einen Ruhetag einlegen. Eigentlich. Also vor den Fernseher. <br />
Doch dann, um 22:30 Uhr, als letztlich die Sendung vorbei ist und meine Finger den richtigen Knopf auf der Fernbedienung zum Ausschalten des Fernsehers finden, kommen diese Momente des Nachdenkens. <br />
<br />
Also nichts wie hoch ins Zimmer. Da hilft nur eins. Sportklamotten übergeworfen, Trinkflasche und Mitgliedskarte in den Rucksack gesteckt.<br />
Mentales Training. Zum Runterkommen. 10 Minuten. Wie immer.<br />
Diesmal dauert es, ruhiger zu werden, doch der vertraute Augenblick des langsamen Eintauchens kommt und wird nach der verbleibenden Zeit durch das jähe Klingeln des Handys beendet. Beim Radeln zum Studio liegt der Fokus bereits auf dem Training, das vor mir liegt. Angekommen, den Nachtwächter begrüßt, der mich mittlerweile schon kennt, schnell die Sachen in den Spind geworfen, MP3-Player eingestöpselt und los geht es.<br />
Die Übungen sind bekannt, Automatismen greifen, die Musik in meinen Ohren tut ihr übriges, ich singe leise mit - es ist niemand in der Nähe, der mich hören kann. Die nächste Stunde anstrengend aber wunderbar. Nach dem Ausdehnen liege ich noch ein paar Minuten auf der Matte und genieße diesen Moment, der sich am Ende eines jeden guten Trainings befindet. Es ist ein Moment der Ausgeglichenheit, Ruhe und Zufriedenheit angesichts des Geschafften. Ich blicke mich im Studio um, sehe die leeren Cardio-Geräte und Hantelbereiche vor mir und wie die Fernseher stumm vor sich hin laufen. Die leise Musik in den Ohren gehe ich zu den großen Glasfenstern und spüre den angenehm kühlen Luftzug, der sich nun mit der schwül-warmen Studio-Luft mischt. Ja, dieser Ort ist ein ganz anderer, wenn fast alle gegangen und die Geräte verwaist sind. Er ist still, friedlich, ganz für mich allein. <br />
<br />
Wenn ich dann vom Studio nach Hause radle, bin ich ruhig und die Anspannung der vorherigen Stunden ist nur noch eine Erinnerung - bis sie mich das nächste Mal überfällt und ich wieder meine Sportsachen packe...</blockquote>

]]></content:encoded>
			<dc:creator>Believer</dc:creator>
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		</item>
		<item>
			<title>Es war einmal im Fitnessstudio...</title>
			<link>https://forum.torwart.de/de/entry.php/23-Es-war-einmal-im-Fitnessstudio</link>
			<pubDate>Tue, 08 Jun 2010 09:09:46 GMT</pubDate>
			<description>Schnapper hatte ja in seinem Blog schon viele Eigenschaften des Großteils der McFit-Benutzer niedergeschrieben. Mittlerweile gehe ich schon immer um...</description>
			<content:encoded><![CDATA[<blockquote class="blogcontent restore">Schnapper hatte ja in seinem Blog schon viele Eigenschaften des Großteils der McFit-Benutzer niedergeschrieben. Mittlerweile gehe ich schon immer um die nachtschlafene Zeit von etwa 23 Uhr zu McFit, weil ich dann fast das ganze Studio für mich habe und vor den neugierigen Blicken angesichts der etwas unüblichen Übungen, die ich mache, sicher zu sein. Nun, gestern war ich etwas früher dort - 21 Uhr - und prompt erlebe ich eine Geschichte, die mich wirklich erheiterte. <br />
<br />
Ich hatte mein tägliches Programm durchgezogen (Prehab CHS, Balance, Elastizität + Sprungkraft - 20 Minuten Fahrradergometer ausradeln) und war gerade locker am dehnen. Dazu stelle ich mich immer neben den Hantelbereich der Frauen, der meist eigentlich nur dazu dient, dass Männer daraus die Gewichte zu den Sit-Up-Bänken mitnehmen können, die gleich daneben sind oder eben zu anderen Zwecken, wie ich gleich erfahren sollte. Der Hantelbereich ist ein von außen abgetrennter Bereich etwa 10 Quadratmeter, der den Eindruck vermittelt, Sichtschutz zu bieten. Denn über den etwa 1 Meter Wänden, die ihn abtrennen, ist ein weiterer Sichtschutz angebracht (insgesamt etwa 2 1/2 m hoch), den man sich wie eine eiserne Jalousie vorstellen kann, also diese Stäbe die übereinander gefaltet sind. Folge: Der gewisse jemand drinnen kann raus gucken, die draußen aber nicht rein. Doch, wenn man nah an die Wand herangeht, hat meinen einen exzellenten Blick. So viel zur Vorgeschichte. <br />
Ich stelle mich also frontal zur Wand, um mich festzuhalten, damit ich meine vordere Oberschenkelmuskulatur dehnen kann, habe also den Blick direkt in den Hantelbereich hineingerichtet - unvermeidlich. <br />
<br />
Da sehe ich, wie ein junger Mann, etwa 22, hineintritt und sich verstohlen umsieht. Auf dem Gesicht Unsicherheit. Er scheint ein bisschen peinlich berührt zu sein, doch hatte es wohl nicht mit der Tatsache zu tun, dass er im Frauenhantelbereich stand. Nein, das sollte sich noch zeigen. Er steht also da und guckt sich um und kommt nach kurzen Blicken zu allen Seiten zu dem Schluss, dass ihn niemand sehen kann - tja. ;)<br />
Dann dreht er sich zu dem riesigen Spiegel in der Wand des Frauenhantelbereiches und setzt eine ungeheuer gewichtige und blasierte Miene auf. Zufrieden mit dem Blick - scheinbar - hebt er dann sein Shirt und fängt an in allen möglichen Lagen seine Bauchmuskeln zu betrachten. Dabei hat er das Gesicht eines Wursthändlers, der gerade abschätzt, ob er genug Bärchenwurst auf der Waage hat. Er fängt also an irgendwelche Verrenkungen nach links und rechts zu machen, um sich seine schräge Bauchmuskulatur in allen Lagen anzugucken. Ich musste mir das Lachen verkneifen, denn die Playboy-Miene, die ab und zu den Bärchenwursthändler-Blick abwechselte, war einfach nur zu lächerlich. Damit hätte er nicht einmal ein völlig betrunkenes Mädchen aufreißen können. <br />
<br />
Der Höhepunkt war dann, dass er sein Shirt hochkrempelte, so dass er es nicht mehr festhalten musste und anfing, wie ein Möchtegernboxer in der Luft rum zu hauen. Und sich dabei seinen Titanenkörper (;)) zu besehen. Dann schien ihm aufzufallen, dass zwei Bodybuilder (drei Sit-Up-Geräte liegen direkt vor dem Eingang des Bereiches) anstarrten und in Null Komma nix war das T-Shirt unten und er mit leicht rosa Wangen aus dem Frauenhantelbereich verschwunden. <br />
<br />
Ich starrte ihm halb grinsend halb kopfschüttelnd hinterher, bemerkte also erst spät, dass ich meinen Oberschenkel nun schon ganze 2:30 min. gedehnt hatte. :rolleyes:<br />
<br />
<br />
Aber was soll ich sagen, Leute? Made my day. ;)</blockquote>

]]></content:encoded>
			<dc:creator>Believer</dc:creator>
			<guid isPermaLink="true">https://forum.torwart.de/de/entry.php/23-Es-war-einmal-im-Fitnessstudio</guid>
		</item>
		<item>
			<title>Saisonrückblick 2009/2010 - Am besten einfach das Buch zu schlagen... (Teil 2)</title>
			<link>https://forum.torwart.de/de/entry.php/21-Saisonrückblick-2009-2010-Am-besten-einfach-das-Buch-zu-schlagen-(Teil-2)</link>
			<pubDate>Mon, 07 Jun 2010 22:56:49 GMT</pubDate>
			<description>... 
 
In der Winterpause standen für mich 5 Saisonspiele zu Buche, in denen ich wenig überzeugt hatte und einfach nicht in Tritt gekommen war. Nach...</description>
			<content:encoded><![CDATA[<blockquote class="blogcontent restore">...<br />
<br />
In der Winterpause standen für mich 5 Saisonspiele zu Buche, in denen ich wenig überzeugt hatte und einfach nicht in Tritt gekommen war. Nach den vielen Spielumlegungen in Folge des langen und sehr kalten Winters, traten wir erst am 07.03.2010 wieder auf den Kunstrasen zum ersten Punktspiel der Rückrunde, das ich prompt mit 2 Toren für mich entschied - wir verloren 1:2. <br />
Eine Woche später stand ein Heimspiel gegen einen direkten Abstiegskonkurrenten an. In diesem Spiel sollte ich die nächste Verletzung in meine "Saisonkollektion" aufnehmen. In der ersten Minute rutschte mir eine Stürmerin im Tiefflug mit beiden Stollen in die Oberschenkel. Trotz besseren Wissens spielte ich das Spiel durch, konnte aber natürlich nicht die blamable 1:6 Niederlage verhindern. Spätestens jetzt waren wir im tiefen Abstiegsstrudel angekommen - auch vom Kopf her, da uns diese Niederlage auf den Boden zurück holte. Es würde nicht so einfach werden. Für mich wurde es das auch nicht. Die Rückrunde war keine 2 Wochen alt und schon wieder musste ich ein Spiel pausieren, bei dem diesmal sogar eine Torhüterin aus der ersten Mannschaft bei unserem gebeutelten Kader aushelfen musste. Wir verloren wieder. <br />
Einen Spieltag später, am 28.03., kehrte ich ins Tor zurück und bestritt ganze drei Spiele. Danach sollte für mich, zumindest als Torwart, fast die Saison beendet sein. Vor dem Spiel gegen Tabellenführer, der in Form von Tennis Borussia Berlin zu uns an die Hämmerlingstraße kam, standen die Zeichen sehr schlecht. Erneut ließ ich mich wider besseren Wissens von meinem Trainer und den Spielern überreden, zu spielen. Ich dankte es ihnen mit meiner hervorragenden Leistung, trotz der wir uns 0:5 (nach Halbzeitstand 0:0) abschlachten ließen, und einer Pause, die bis jetzt anhält (nur unterbrochen von meinem letzten Saisonspiel am 30.05.).<br />
<br />
Meine Bilanz ist erschreckend:<br />
Von 29 Saisonspielen absolvierte ich ganze 13. Von diesen 13 spielte ich zwei im Feld aufgrund von Verletzung. Also verbrachte ich nur 11 Spiele in dieser Saison im Tor. Traurig.<br />
Auch die Punkteausbeute ist bedenklich. <br />
Von unseren im Moment zu Buche stehenden 13 Punkten habe ich 5 Punkte gemeinsam mit dem Team geholt - ein Sieg &amp; zwei Unentschieden. Dabei zogen knapp 1 1/2 Jahre ins Haus, bis ich mit einem Team wieder einmal einen Sieg holte.<br />
<br />
Wie ihr aufgrund der Punkteausbeute über die Saison gesehen schon erahnen könnt, haben wir die ganze Saison im Abstiegsstrudel verbracht. Wir richteten uns auf Platz 16 als Letzter häuslich mit der roten Laterne in der Hand ein und dachten bis zum 25.04.2010 nicht daran, sie auch nur einmal aus der Hand zu geben. Momentan sind wir Vorletzter und punktgleich mit dem 14., dessen Platz der Klassenerhalt bedeutet. Gegen diese Mannschaft treten wir am Sonntag zum Saisonfinale an - nur ein Sieg kann uns retten.<br />
<br />
<br />
Nun - am Ende dieses Berichtes - warum interessiert mich dieses Ergebnis wenig?<br />
... - weil wir es nach all dem, was in der Saison passiert ist, verdient haben abzusteigen. Nicht, weil wir schlecht sind. Oh nein, wir haben Potenzial in der Mannschaft, da wird mir immer wieder schlecht, wenn ich unseren Tabellenplatz mit dem vergleiche, was möglich ist für uns. Aber Zickenkrieg war scheinbar wichtiger als sportliche Gemeinsamkeit. Egoismus zählte mehr als der Sieg im Team. Und vor allem: Persönliche Streitigkeiten mit dem Trainer und untereinander waren wichtiger als der Spaß aller am Fußball. <br />
Ich kann mich mit diesem Team nicht mehr identifizieren und denke auch, dass man den Begriff "Mannschaft" an sich beleidigt, wenn man unsere Gruppe von Spielerinnen als eine solche tituliert.<br />
Deswegen haben wir den Abstieg verdient. Weil uns nie der Fußball allein gereicht hat. Weil er ihnen nie gereicht hat. <br />
<br />
Ich habe für mich, die Kreuzung vor Augen, einen neuen Weg eingeschlagen, der Herausforderung bedeutet und "Vereinswechsel" heißt. Obwohl ich mir das noch im Dezember letzten Jahres nie hätte vorstellen können, werde ich meine Heimat Berlin verlassen und einen Kahlschlag machen. Ich hoffe, dass ich in Frankfurt am Main, endlich zumindest fußballerisch eine Heimat finde. Mittlerweile ist einfach der Wunsch in mir herangereift Fußball zu spielen. Ich möchte einfach nur Spaß am Fußball und die Gewissheit haben, dass die anderen 10 auf dem Spielfeld ähnlich denken. Wie diese Saison zeigt, reichen 2 oder 3 Leute nicht aus... <br />
<br />
<br />
So hoffe ich für die neue Saison, dass ich vom Verletzungspech verschont bleibe, dass mich in dieser Saison in beispielloser Art und Weise heimgesucht hat und dass ich eine neue Mannschaft kennen lernen darf, in der das Fußball spielen als Leidenschaft geteilt wird.<br />
So sind Regelmäßiges Training und Spaß eigentlich die einzigen Wünsche, die ich im Moment habe...</blockquote>

]]></content:encoded>
			<dc:creator>Believer</dc:creator>
			<guid isPermaLink="true">https://forum.torwart.de/de/entry.php/21-Saisonrückblick-2009-2010-Am-besten-einfach-das-Buch-zu-schlagen-(Teil-2)</guid>
		</item>
		<item>
			<title>Saisonrückblick 2009/2010 - Am besten einfach das Buch zu schlagen... (Teil 1)</title>
			<link>https://forum.torwart.de/de/entry.php/20-Saisonrückblick-2009-2010-Am-besten-einfach-das-Buch-zu-schlagen-(Teil-1)</link>
			<pubDate>Mon, 07 Jun 2010 22:53:23 GMT</pubDate>
			<description>Warum schreibt jemand, dessen Mannschaft eigentlich noch das entscheidende Saisonspiel (Sonntag, 12 Uhr - Abstiegsfinale) bevorsteht schon jetzt...</description>
			<content:encoded><![CDATA[<blockquote class="blogcontent restore">Warum schreibt jemand, dessen Mannschaft eigentlich noch das entscheidende Saisonspiel (Sonntag, 12 Uhr - Abstiegsfinale) bevorsteht schon jetzt einen Saisonrückblick? <br />
Diese Frage ist denkbar einfach zu beantworten:<br />
Nach dieser langen Saison, den Schwierigkeiten und Hindernissen ist mir das Ergebnis des Sonntagsspiels fast egal. Zwar wäre es schon schön, wenn mein Team am Ende der Saison nicht absteigen und ich damit nicht den zweiten Abstieg in 2 Jahren "feiern" müsste, aber wirklich entscheidend ist es für mich nicht. <br />
Der Grund dafür liegt auch nicht in meiner Entscheidung den Verein zu wechseln. Nein, viel mehr sind die Ursachen, die uns bzw. mich in eine solche Lage gebracht haben der Grund für meinen Entschluss zu gehen.<br />
Das Motiv also, warum ich relativ gefühllos zu dem Spiel am Sonntag um 12 Uhr fahren, meine Beine auf die Eisbox legen und dort wahrscheinlich 90 Minuten der Beobachtung verbringen werde, dürfte euch nach den folgenden Zeilen klar sein.<br />
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Im Zurückblicken denke ich, dass das Camp 2009 in Ruit eine ganz entscheidende Komponente war. Nicht nur der Fakt, der direkt auf der Hand liegt (klingt jetzt etwas verwirrend, macht auch nur für manche Sinn), sondern auch die Dinge, die ich aus Stuttgart mit nach Berlin nahm, halfen ungemein - Spaß, Zuversicht, Input... So vieles. Ohne diese positiven Erfahrungen hätte diese Saison sicherlich ganz andere Spuren hinterlassen...<br />
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Fangen wir also von vorn an:<br />
Im März 2009 wechselte ich vom FFC Berlin 2004 zum 1. FC Union Berlin. Diesen Schritt hätte ich auch ohne den Rauswurf meines Trainers durch den Vorstand getan, mit dem seit einem Gespräch über meine Wechselgedanken auch Konflikte bestanden - nur eben später. So absolvierte ich schon Mitte der Rückrunde mein Probetraining bei Union, trat aber aufgrund der Sperre, die mir drohte, erst fristgerecht zum 1. Juli 2009 ein. Ich erhoffte mir von diesem Schritt ein Stück mehr Professionalität, mehr Förderung und die Möglichkeit meine sportlichen Grenzen auszutesten, denn immerhin spielte zu diesem Zeitpunkt die Mannschaft der 1. Frauen noch in der 2. Bundesliga und bot so eine tolle Perspektive. Doch kaum war ich im Verein eingetreten, häuften sich dort die Probleme. Als hätte ich eine Seuche an mir zu haften, fand ich dort bald Bedingungen vor, die ich eigentlich in meinem alten Verein zurück gelassen haben glaubte. Der Trainer der ersten Frauen verabschiedete sich zum Saisonende wie auch der Trainer der zweiten Frauen, der meine sportliche Hoffnung und mein sportlicher Förderer über die 2 Monate gewesen war. Auch die langjährige Torwarttrainerin, die bisher die Torwärte manchmal bis zu 3 mal die Woche trainiert hatte, nahm ihren Hut. <br />
Zunächst dachte ich, dass diese Umstrukturierung für mich nur gute Seiten haben konnte. Immerhin würde ja dann ein offener Konkurrenzkampf zwischen allen 4 Torhüterinnen statt finden, in dem keiner die "Union-Karte" - wie ich sie damals nannte - ausspielen konnte. Doch ich sollte mich gründlich täuschen - wie so oft in dieser Saison.<br />
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Den neuen Trainern für die 1. und 2. Frauen folgte kein Torwarttrainer, so dass wir bis fast September warten mussten, bis endlich eine Interimslösung gefunden werden konnte, die sich dann auch nicht als "Lösung" im herkömmlichen Sinne erweisen konnte. Sie spiegelte vielmehr die pure Verzweiflung und Naivität wieder, die in den Strukturen herrschte - leider. Man verließ sich auf einen großen Vereinsnamen, der die neuen Spielerinnen, von denen reichlich gebraucht wurden wegen massenhaft verzeichneter Abgänge, geradezu magisch anziehen sollte. Dazu kamen die Versprechen, die die eine oder andere gegeben haben sollte ect. pp. Zum Schluss wurde man für diese Einstellung bestraft, in dem man mit schwach besetzten - sowohl von der Leistung als auch von der Dichte her - Kadern in die Saison starten musste. <br />
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Außerdem blieb der erhoffte offene Konkurrenzkampf aus. Sowohl bei den Feldspielern, als auch bei den Torhütern. Man hatte geradezu das Gefühl, dass Listen geschrieben wurden, auf denen dann die Kader der Mannschaften für die kommende Saison verewigt wurden. Zu dem von allen Spielerinnen erwarteten gemeinsamen Trainings- und eben auch Probeeinheiten kam es nie. Niemand - erst recht nicht die Neuen - bekam die Chance sich zu zeigen, obwohl der Trainerwechsel auf beiden Ebenen alle Beteiligten darauf mit der Nase hätte stoßen sollen! <br />
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Für mich persönlich begann die Saison, wie sie dann auch verlaufen sollte. Ich kam hochmotiviert mit einer Woche Verspätung - Urlaub in China - in die Vorbereitung, konnte jedoch nicht einmal 4 Wochen trainieren, bis mich die erste Verletzung dieser Saison plagte. Eine Schultergeschichte, die mir gut bekannt war. Aber ich schraubte mein Programm nicht runter. Die Zeit, die ich nicht im Tor stand, wollte ich wenigstens außerhalb des Strafraums doppelt so hart trainieren. Ich fing mit dem "Core Performance"-Programm ergänzend zum Feldspielertraining, an dem ich nun teilnahm, an. Als meine Schulter gerade ausgeheilt und ich glücklich wieder ins Training eingestiegen war, folgte das nächste Horrorerlebnis. Im Abschlussspiel der Einheit, das ich auf dem Feld absolvierte, zog ich mir einen Muskelfaserriss im Oberschenkel zu. <br />
Das Problem bei diesen extrem ehrgeizigen Menschen, wie ich einer bin, ist, dass sie nicht wissen, wo der Wille aufhören und die Vernunft anfangen sollte. Das ist wohl die schmerzhafteste Lektion, die mich diese Saison gelehrt hat. Ganz begriffen habe ich sie aber noch nicht, wenn das überhaupt möglich ist. <br />
Diese Verletzung zog mich dann wieder fast 8 Wochen aus dem Spiel, so dass ich die ersten Saisonspiele nur von der Bank aus betrachten konnte. Der Konkurrenzkampf mit meiner Torwartkollegin hatte sich so fast von selbst entschieden, obwohl unser Trainer noch angekündigt hatte, dass er diese Saison ein Wechselspiel - jeder 3 Spiele - durchführen wolle, weil er sich einfach nicht entscheiden könne, wer von uns die Bessere ist. <br />
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Ich kam also erst am 01.11.2009 nach mehr als zwei Monaten nach Saisonbeginn zu meinem ersten Spiel für den neuen Verein. Wir verloren glorreich mit 1:2 und ich zitterte mich förmlich durch das Spiel - bezogen auf die Strafraumbeherrschung. Im weiteren Saisonverlauf lässt sich fast so etwas wie eine Ironie feststellen, denn immer, wenn ich verletzt war, war zufällig meine Torwartkollegin einsatzbereit und anders herum. Es dauerte jedoch keine 4 Saisonspiele, bis mich zwar eine kurzfristige aber dennoch eben wieder eine Verletzung um ein weiteres Spiel brachte - Halsmuskelzerrung. Wer holt sich denn so etwas schon, wenn nicht ich in dieser Saison? Es war zum Haare raufen. An diesem Spieltag, dem 21.11., kapitulierte dann auch meine Torwartkollegin nach langem Kampf gegen anstatt für ihren Rücken und verabschiedete sich mit diesem Spiel erst einmal für ein halbes Jahr. <br />
Ihr seht: Zu einem richtigen Konkurrenzkampf kam es nie. <br />
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			<dc:creator>Believer</dc:creator>
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