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		<title>torwart.de-Forum - Blogs - Tobias 30</title>
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		<description>torwart.de-Forum für Torwart, Torhüter, Torwarthandschuhe, Torwarttrikots, Torwartbekleidung, Torwartspiel</description>
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			<title>torwart.de-Forum - Blogs - Tobias 30</title>
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			<title>Leise Gedanken- Wenn Alles immer noch zu wenig ist</title>
			<link>https://forum.torwart.de/de/entry.php/303-Leise-Gedanken-Wenn-Alles-immer-noch-zu-wenig-ist</link>
			<pubDate>Fri, 25 May 2012 21:22:46 GMT</pubDate>
			<description>Die Saison ist  so gut wie vorbei, bei manchen von uns hat vielleicht bereits die vorerst fußballfreie Zeit begonnen. Also Zeit, ein kleines Resümee...</description>
			<content:encoded><![CDATA[<blockquote class="blogcontent restore">Die Saison ist  so gut wie vorbei, bei manchen von uns hat vielleicht bereits die vorerst fußballfreie Zeit begonnen. Also Zeit, ein kleines Resümee zu ziehen, doch wie soll dieses nun aussehen? Von welchem Ergebnis wird dieses begleitet?<br />
<br />
Dieses Ergebnis könnte dabei lauten: Abstieg, Aufstieg, Klassenerhalt, unter den Erwartungen oder sogar deutlich besser als die Erwartungen. Egal, wie dieses Ergebnis nun am Ende aussah, hinter alledem steht eine Geschichte, eine Geschichte, die vom Schinden und vom Schinden erzählt. Wir alle sind gelaufen und vor allem geflogen, immer und immer wieder. Dabei ging es oft an die eigene Grenze und vielleicht auch manchmal darüber hinaus. Dabei spielten die eigenen Befindlichkeiten oft keine Rolle und wurden oft schlichtweg ignoriert. Es wurde einfach immer wieder alles in die Waagschale geworfen, egal ob im Training oder im Spiel. <br />
<br />
Immer wieder landeten wir im Dreck, wobei diese Situation oft das Ende der jeweiligen Arbeit in der jeweiligen Situation bedeutete. Wir haben also im wahrsten Sinne des Wortes Dreck gefressen, nicht unbedingt, weil wir es wollten, sondern weil wir es mussten. Wir selbst haben es von uns verlangt und das zum Wohle der Mannschaft und auch aus unseren Überzeugung heraus. Mit jedem Flug sind wir an die Grenzen der Physik gegangen und haben bewiesen, dass der Mensch aus eigener Kraft fliegen kann.<br />
<br />
Das mag als solches vielleicht sehr pathetisch anmuten, doch ist es in der tat nicht so, dass man in diesem Moment mental zum Fliegen bereit sein muss um dann seinen gesamten Körper in der Waagerechten durch die Luft zu bewegen. Demzufolge sind wir wenn vielleicht nicht uneingeschränkt physisch, dann aber zumindest psychisch geflogen, weil wir es vielleicht wollten, aber vor allem mussten. Wir waren dazu berufen worden zu fliegen, sei es vom Trainer oder von uns selbst.<br />
 <br />
Nicht immer bereitwillig sind wir diesem nachgegangen und trotzdem sind wir bis hierhin gekommen, egal welchen Weg wir beschreiten mussten. <br />
<br />
Und Trotzdem.<br />
<br />
Wie oft hatte jeder von uns in diesem Moment das Gefühl, dass es wieder einmal nicht gereicht hat. Man hatte wiederholt alles gegeben und vielleicht noch mehr und dabei sogar oft eine eigene Verletzung in Kauf genommen und dennoch wenn wir just in diesem Moment wieder geschlagen worden waren. <br />
<br />
Jedes Gegentor fühlt sich  dabei schon wie eine persönliche Niederlage an, denn waren wir nicht die Letzten, die diesen Gegentreffer noch hätten verhindern können. Alles dafür getan, um dieses zu verhindern und trotzdem war es schlichtweg zu wenig. Ein beängstigendes und ein grausam anmutendes Gefühl.Das Spiel kann zwar dennoch noch gewonnen werden, aber wieder einmal musste man eine persönliche Niederlage hinnehmen. Dabei müssen wir die Schuld  an diesem Gegentreffer noch nicht einmal selbst haben und dennoch fühlt es sich grausam an. Die Mannschaft kann dieses Tor verschuldet haben, vielleicht durch einen Ballverlust im Mittelfeld und dennoch hat der Keeper seine Aufgabe scheinbar nicht erfüllen können. Es ist in diesem Moment darüber nachzudenken, dass wenn dann alle die Schuld an dem Treffer haben und der Torwart einer von elf Spielern ist und auch "nur" die letzte Instanz ist. <br />
<br />
Aber ganz ehrlich: Was hätte denn passieren sollen, damit ich oder du oder wir den Gegentreffer noch hätten verhindern können? Manchmal muss auch dieses "Alles" reichen, egal ob nun ein Tor passiert oder nicht. Warum ich das schreibe? <br />
<br />
Nun, ich weiß was es heißt zu denken, dass es wieder nicht gereicht, alles mir mögliche in die Waagschale geworfen zu haben. Immer wieder wollte ich hoch und noch höher hinaus, und letztendlich hatte ich dann immer wieder das Gefühl, dass ich wieder einmal gescheitert bin. Aus rein menschlicher Sicht natürlich ein fataler Gedanke und dennoch habe ich mehrere Monate oder vielleicht schon Jahre gebraucht, um zu begreifen, dass allein der Gedanke, dass man alles versucht hat, auch manchmal reichen muss. Und dennoch versuche ich immer wieder über meine Grenze hinaus zu gehen.<br />
<br />
Das Ergebnis: Ich habe eine kleine Zerrung in der Wade nicht wahr genommen und beim nächsten Sprint ein kurzer Schmerz und die Diagnose Muskelfaserriss. Was im Kleinen passiert , geschieht auch im Großen und so passiert es, dass viele von uns von Selbstzweifeln geplagt sich von Training zu Training und von Spiel zu Spiel schleichen und schleppen und weiter im Training kämpfen und sich regelrecht kaputt machen. Groteskerweise sieht man aus der ferne so klar und an einem selbst sehen wir es nicht, dass wir gegen uns selbst oft mehr als einen Schritt zu weit gehen. <br />
<br />
Genau aus diesem Grund aber ist es oft hilfreich, wenn man ein wenig genügsamer auch gegen sich selbst ist. Ich möchte hier nicht zum Müßiggang aufrufen, aber dürfen wir nicht vergessen, dass wir alle nur dieses eine Leben haben und wir aus diesem Grund uns auch einmal über die kleinen Dinge und die kleine Erfolge freuen sollte und auch keine Niederlage das Ende der Welt und auch nicht das der eigenen Welt bedeutet. Das Leben bietet so viel mehr und wir alle sollten dies auch zu lassen.<br />
<br />
Aber vor allem sollten wir auch manchmal zulassen, dass Alles doch sogar noch viel mehr ist und bei weitem mehr, als das was zu erwarten war. Und allein dieser Gedanke sollte dabei dann schon den eigenen Triumph bedeuten.</blockquote>

]]></content:encoded>
			<dc:creator>Tobias 30</dc:creator>
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			<title>leise Gedanken- Der Glauben ist alles</title>
			<link>https://forum.torwart.de/de/entry.php/285-leise-Gedanken-Der-Glauben-ist-alles</link>
			<pubDate>Sun, 25 Dec 2011 12:56:32 GMT</pubDate>
			<description>Es ist Weihnachten, die Zeit der Besinnlichkeit und der Familie. Man versucht gerade jetzt nach dem ganzen vorweihnachtlichen Stress zur Ruhe zu...</description>
			<content:encoded><![CDATA[<blockquote class="blogcontent restore">Es ist Weihnachten, die Zeit der Besinnlichkeit und der Familie. Man versucht gerade jetzt nach dem ganzen vorweihnachtlichen Stress zur Ruhe zu kommen freut sich auf ein paar schöne Tage,. das ist zumindest die Grundeinstellung vieler. Doch wie sieht dann die Zeit konkret aus? Man hetzt von einer kleinen Feier zur nächsten und oft ist doch alles nicht so ruhig und besinnlich, wie man es sich eigentlich vorgestellt hat. <br />
<br />
Andere wiederum gehen zu Weihnachten, gerade am Heiligen Abend in die Kirche. Viele machen das aus der Gewohnheit, denn wenn man schon mal in die Kirche zum Gottesdienst geht, dann eben zu Weihnachten. Für viele ist es eine Art Tradition geworden, für andere wiederum bedeutet dieser Kirchengang etwas ganz anderes. Diese Menschen gehen aus einer tiefen Überzeugung in die Kirche, denn sie haben einen großen und tiefen Glauben.<br />
<br />
Genau dieser Glauben lässt sie in schwierigen Zeiten nicht verzweifeln, denn sie sehen sich nie alleine, denn sie haben ihren Glauben im religiösen Sinne immer an ihrer Seite, denn Gott lässt sie nie allein. Wenn andere keinen Ausweg sehen, beten sie um Besserung und oft scheinen sie ihren Frieden doch irgendwo und irgendwie gefunden zu haben. Natürlich sind auch sie nicht frei von schwierigen Situationen oder Selbstzweifeln, aber sie haben in ihrem Glauben immer noch eine Zuflucht. <br />
<br />
Doch es gibt nicht nur den Glauben an eine höhere Macht bzw. an ein höheres Wesen, den auch in diesem Bereich gibt es so viel mehr. Es gibt Musiker, die glauben an ihre Musik, der Wissenschaftler glaubt an seine Forschungen. Es ist egal, woran man glaubt, es ist nur wichtig, dass man an etwas glaubt. Das mag sich vielleicht ein wenig weltfremd anhören, doch drehen wir These doch einmal um: <br />
<br />
Jeden Menschen treibt etwas an. Sei es nun die Liebe, oder die Freude an einem seiner Hobbies, oder er kann sich total mit seinem beruflichen Aufgabenbereich identifizieren. Andere brauchen in allen Lebenslagen Musik, um sich für den kommenden Tag oder die kommenden Aufgaben aufraffen und motivieren zu können. Der Glaube ist das, was uns antreibt, der Punkt, an dem es immer weiter für uns geht. <br />
<br />
Es wird auch Menschen geben, die den Glauben für sich selbst verneinen, und doch wird es etwas geben, dass ihnen Freude bereitet. Warum stehe ich morgens auf, gehe ohne zu Murren auf Arbeit und lasse mich gegebenenfalls anschreien? Ich mache es, da ich weiß, dass ich an das Spiel glaube und dieses Spiel liebe. Über dieses Spiel beziehe ich meine Kraft,  meine Emotionen und meinen Antrieb. Es lässt mich Schmerzen vergessen, es lässt mich wachsen, doch genauso kann man Glauben an mich selbst wachse oder schwinden. Es ist eine schwierige Situation, wenn man aus einer Sache seine Kraft bezieht, die einem gleichzeitig aber so enorm viel Kraft kosten kann. <br />
<br />
Auch schwindet das Selbstvertrauen, wenn es nicht klappt. Zwar versucht meine Freundin mich mit allem Möglichen aufzubauen und ihre Liebe hilft mir dabei auch (dafür bin ich ihr auch sehr dankbar), doch definiere ich mich über den Fußball. <br />
<br />
Und gerade in schweren Phasen, in denen es sportlich nicht so läuft, wie man möchte, ist es dann schwierig, den Glauben an sich selbst zu verlieren. Jeder hat wohl schon einmal an sich gezweifelt und dann fallen einem die Aufgaben noch mal schwerer. Man verzweifelt regelrecht und weiß kaum, wie man diese Barriere bewältigen oder überwinden kann. <br />
<br />
Was hilft einem dann weiter: Aufgeben? Weglaufen? Oder alles auf Reset? <br />
<br />
Vielleicht ist man auch zu zweit oder zusammen stärker und dann in der Lage, auch schwierige Situationen zu meistern. Voraussetzung ist allerdings auch dafür, dass man seinem Mitstreiter oder seinen Mitstreitern Vertrauen schenkt und an ihre Stärke glaubt, denn dann kann man regelrecht Berge versetzen. <br />
<br />
Es ist kein Zeichen von Schwäche, sich in bestimmten Situationen Hilfe zu suchen oder sich helfen zu lassen. Niemand kann alleine ein Spiel gewinnen, weder der Stürmer mit dem goldenen Tor noch der Torwart, der ein ums andere Mal einen Rückstand verhindert. Man steht nicht grundlos zu 11 auf dem Platz und auch nicht ohne Grund verlangen einige Trainer eine Einheit auf dem Platz, die an sich glaubt, wo jeder dem anderen vertraut. <br />
<br />
Man kann jeden Gegner schlagen, wenn man daran glaubt und nicht vorhin schon die Hoffnung aufgibt. Vertraut man aber nicht der eigenen Stärke, ist der Kampf oder das Spiel schon vor dem eigentlichen Beginn verloren. Jeder einzelne von euch besitzt die Stärke etwas Großes zu erreichen. Man muss nur daran glauben und auf die eigenen Stärken vertrauen, sich selbst vertrauen.<br />
<br />
Ich hatte meinen Glauben schon verloren, hatte mich dadurch selbst verloren. Ich dachte, dass ich nicht wieder dem Ball hinterher fliegen konnte, da ich nicht mehr wusste, wie es denn bitte gehen sollte. Ich hatte regelrecht Angst davor und hatte schon den Spaß am fast Fußball verloren. Ich dachte nie wieder fliegen zu können, mein eigenes Freiheitsgefühl vollkommen verloren zu haben. Meine Flügel waren verschwunden, und das mit 23 Jahren. Es ist ein schreckliches Gefühl gewesen, ich fühlte mich ohne meine Flügel wertlos.<br />
<br />
Ein Freund und meine Freundin haben mir erst durch lange Gespräche wieder das Gefühl gegeben, es doch noch zu schaffen, doch noch fliegen zu können. <br />
<br />
Als ich aber dann dem Ball wieder hinter flog war es ein erhabenes Gefühl. Seitdem glaube ich wieder an mich. Ich habe gelernt auch anderen auf diesem Weg mein Vertrauen zu schenken. Denn wenn das Selbstvertrauen quasi non existent ist, braucht es oft eine helfende Hand, um sich wieder aufzubauen. <br />
<br />
Vielleicht bin ich der falsche, um hier Ratschläge zu geben, denn ich bin auch nur einer von vielen, aber ich möchte anderen helfen, die verstehen, was ich ausdrücken möchte. <br />
<br />
Es ist nie falsch, sich engen Vertrauten zu öffnen und sie um Hilfe zu bitten, denn man ist im  Team stärker als allein, und der Hilfesuchende ist auch keineswegs schwach, nein, im Gegenteil, er ist stark, da er erkannt hat, dass man zusammen mit Aufrichtigkeit und dem Glauben aneinander stärker ist, als man es allein je sein kann oder je sein wird. Wenn ihr euch allein fühlt, sucht euch bitte Hilfe, bevor euch die Dunkelheit übermannt.  Steffen hat es da schon vorzüglich beschrieben. Ihr seit es Wert, dass man euch hilft und aus diesem Grund vertraut euch selbst und dieser Hilfe und vor allem glaubt an euch und eure eigene Stärke. Ich habe diese Erfahrung schmerzlich durch meine Krankheit machen müssen und aus diesem Grund möchte ich helfen, so wie mir geholfen wurde. <br />
<br />
Ich hoffe, dass jemanden meine Worte von Nutzen sein können. <br />
<br />
Ein frohes Fest an alle und vielen Dank für die Aufmerksamkeit.</blockquote>

]]></content:encoded>
			<dc:creator>Tobias 30</dc:creator>
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			<title>leise Gedanken- eine glückliche Liebe und der Appell an mehr Verständnis</title>
			<link>https://forum.torwart.de/de/entry.php/266-leise-Gedanken-eine-glückliche-Liebe-und-der-Appell-an-mehr-Verständnis</link>
			<pubDate>Fri, 19 Aug 2011 20:44:03 GMT</pubDate>
			<description>Es ist Freitag Abend, die Arbeitswoche ist vorbei und nun beginnt die eigentliche Freizeit. Ich sitze nun friedlich zu Hause, doch zufrieden bin ich...</description>
			<content:encoded><![CDATA[<blockquote class="blogcontent restore">Es ist Freitag Abend, die Arbeitswoche ist vorbei und nun beginnt die eigentliche Freizeit. Ich sitze nun friedlich zu Hause, doch zufrieden bin ich damit nicht. Aber vielleicht sollte man doch zufrieden sein. Doch die Woche war schwer. Sie hat Kraft gekostet und mir auch weh getan, zumindest emotional.<br />
<br />
An sich geht es mir doch so weit gut. Ich habe einen guten Job mit einem guten Einkommen, bin glücklich vergeben und doch gesund. Gut, vielleicht sollten noch ein paar Pfunde abtrainiert werden, aber das ist nicht der Grund, warum ich mich eben nicht so gut fühle. <br />
<br />
Der Grund bin ich selber, könnte man so sagen. Ich bin einfach nicht zufrieden mit dem was ich habe. Viele sagen jetzt vielleicht, dass ich doch alles notwendige für ein glückliches Leben habe und es daher unverständlich ist, dass ich so selten mit einem Lächeln auftauche. Ich werde als seltsam beschrieben, als dumm bezeichnet, jemand der im Kopf nicht klar ist. Ja, vielleicht haben sie damit alle auch recht. Es wäre egoistisch und falsch, wenn ich nach dem Training oder Spiel nach wenigen Minuten wieder das Gelände verlasse. Warum ich eigentlich selten ein Bier dort trinke, werde ich auch gefragt. <br />
<br />
Nun, ich handele nur aus Liebe, aus Liebe zum Sport. Ich bin kein Bundesliga- Keeper, im Verein noch nicht einmal die Nummer 1 und dennoch liebe ich den Fußball mehr als alles andere und auch mehr als mich selbst.  Der Fußball prägt mich und mein Leben und ich habe schon so viel erlebt. <br />
<br />
Die wirklichen Triumphe kann ich vielleicht sogar an einer Hand abzählen. Denn was sind denn am Ende gewonnene Titel und Pokale wert? Was ist eigentlich ein wahrer Triumph und was ist Erfolg? Nur, was sind denn dann bitteschön Niederlagen?<br />
<br />
Für den Fußballer scheint die Frage ganz schnell und ganz leicht beantwortet zu sein. Man hat Erfolg wenn man triumphiert und Siege erringt. Ein verlorenes Spiel bedeutet ein Niederlage. Eigentlich doch eine klare Geschichte, oder?<br />
<br />
Nein, es ist alles anders. Zumindest für einen Menschen wie mich. Nein, ich bin nicht der absolut Einzigartige und keineswegs eine Ikone. Vielmehr sehe ich mich selbst als Antiheld, dem totalen Gegenentwurf zu dem, was hier als erfolgreich und mit der Welt im Reinen gilt. Ich nehme die Rolle eines anders Denkenden ein und habe diese Rolle vielleicht auch ein wenig schätzen gelernt. Dennoch, ein Revoluzzer bin ich keineswegs. Höchstens bin ich ein Schauspieler. <br />
<br />
Ich gebe den Menschen meist das, was sie von mir sehen wollen. Sie sehen in mir einen Querdenker, einen Menschen, der irgendwie nicht ganz vernünftig im Kopf ist. Oder warum ist denn ein Mensch so blöd und stellt sich gegen die Meinung einer gesamten Mannschaft und verlässt die gemütlichen Runden eher als alle anderen? Plausible Erklärungen kann es doch dafür nie im Leben geben, oder? Warum ist dieser Kerl dahinten im Tor immer in Rage? Warum schreit er? Warm gibt er immer wieder Anweisungen, die für die meisten doch nur Blödsinn sind, weil die Mitspieler doch immer alles im Griff haben?<br />
<br />
Die Antwort, ist simpel, doch entbehrt schier alles logischen Denkens: Er macht es, bzw. ich tue dies nur aus Liebe, aus Liebe zu dem Spiel. Denn der Fußball bedeutet für mich Therapie und Freiheit in einem. Du gehst auf dem Platz und kennst deine Aufgabe, doch gibt es unendlich viele Lösungswege, die so vielfältig wie das Leben selbst sind. Du fliegst um den Ball zu erreichen, bist tatsächlich schwerelos und das nicht nur in der Wahrnehmung, dass du tatsächlich ohne Bodenkontakt die durch die Lüfte bewegst. Just in diesem Moment gibt es nur noch die und dein Ziel, das Ziel, den Ball zu erreichen. In diesem Moment ist es total egal, wer du bist. Und in diesem Moment ist es bedeutungslos, wer du bist oder wer du früher warst. Dann will niemand von dir wissen, wie deine Kindheit war, oder wie du dich gerade fühlst. Du musst für diesen kurzen Augenblick nicht über dein Leben nachdenken. Auch deine Krankheit wird endlich bedeutungslos. <br />
<br />
Dieses Gefühl ist endlich wieder eines der schon raren positiven Gefühle. Die Freiheit, die du spürst, lässt dich innerlich lächeln. Genau aus diesem Grund mache ich es immer wieder. Ich fliege meiner Krankheit und mir selber davon. In diesem Moment kann ich ich selbst sein , ohne schauspielern zu müssen. <br />
<br />
Es ist für einen Menschen mit Depression nicht unbedingt einfach, ein gutes und normales Leben zu führen. Aber dabei ist es für mich unerheblich wie es dazu gekommen ist und dass es überhaupt so ist. Deswegen bin ich doch auch kein minderwertiger Mensch. Auch bin ich deswegen nicht schlechter als andere. In einer Mannschaft will man immer 11 richtige starke Spieler oder Spielerinnen haben. Oft habe ich auch von Fans gehört, dass wir nicht wie Jammerlappen wie Deisler oder Enke über den Platz laufen sollen, denn diese waren schlicht zu schwach, wie es dann oft heißt. Nichts davon ist wahr! Diese Spieler haben immer alles für den Sport und für die Mannschaft getan. Sie haben ihre eigenes Befinden unter das der Mannschaftskameraden geordnet und sie waren depressiv aber dennoch Leistungsträger.  Sie waren weder Weicheier noch Jammerlappen oder sonst irgendetwas, denn wir sind alle Menschen, und das ohne wenn und aber. Ich möchte mich nicht hinter der Depression als Krankheit verstecken, denn ich möchte genauso leben wie alle anderen auch und das möchte jeder depressive Mensch. Keiner, egal mit welchen Problemen oder Krankheiten ist ein schlechter Mensch. Letztendlich gelten Menschen mit psychischen Erkrankungen nur als "verrückt", weil die meisten damit nicht umzugehen wissen. <br />
<br />
Auch ich habe lange gebraucht um mir meine Krankheit einzugestehen, weil ich damit weder umgehen konnte noch wollte. Doch nun ist es ein Teil von mir und ich gebe mein bestes um ein gutes Leben zu führen, auch wenn ich auch Hilfe dabei in gewisser Hinsicht angewiesen bin. Ich möchte hier kein Mitleid, denn ich bin genauso ein Mensch wie alle anderen auch. Ich möchte nur ein wenig Verständnis dafür, dass wir vielleicht mit sensibleren Augen gesehen möchten, aber dennoch genauso sind wie alle anderen auch, eben nur mit etwas weniger Licht und Freude im eigenen Leben.<br />
<br />
Um dieses Leben dennoch genauso führen zu können, benötige ich meine Liebe zum Fußball, da ich hierbei meinen Schmerz ganz kurz vergessen kann. Auch wenn der Fußball viel verlangt, hält er mich gut am Leben. <br />
<br />
Man könnte mir alles nehmen außer dem Fußball, denn dann würde man mich meiner Existenzgrundlage berauben. Ich verhalte mich so wie ich mich verhalte, damit ich meine Liebe im Herzen behalten kann und somit mich auch am Leben halten kann, denn die Liebe und der Glaube daran kann Berge versetzen. <br />
<br />
Ich möchte damit nur für ein wenig mehr Menschlichkeit werben und hoffe, dass man meine kleinen und leisen Gedanken auch ein wenig nachvollziehen kann. Vielleicht helfen diese Zeilen dem ein oder anderen.</blockquote>

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			<dc:creator>Tobias 30</dc:creator>
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