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		<title>torwart.de-Forum - Blogs - Fußball und wie ich ihn zum Teil erlebe... Eindrücke aus dem Fußballleben und von einen Torwarttrainer von Steffen</title>
		<link>https://forum.torwart.de/de/blog.php/8611-Fußball-und-wie-ich-ihn-zum-Teil-erlebe-Eindrücke-aus-dem-Fußballleben-und-von-einen-Torwarttrainer</link>
		<description>torwart.de-Forum für Torwart, Torhüter, Torwarthandschuhe, Torwarttrikots, Torwartbekleidung, Torwartspiel</description>
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			<title>torwart.de-Forum - Blogs - Fußball und wie ich ihn zum Teil erlebe... Eindrücke aus dem Fußballleben und von einen Torwarttrainer von Steffen</title>
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			<title>Die Sache mit Gewicht...</title>
			<link>https://forum.torwart.de/de/entry.php/503-Die-Sache-mit-Gewicht</link>
			<pubDate>Sun, 11 Nov 2018 13:03:01 GMT</pubDate>
			<description>Jaja, Gewicht. Es ist mein Problem... doch Blutdruck, Schlafapnoe und andere Dinge hinterlassen Spuren... und die Jahre sind einfach zu sehen, und...</description>
			<content:encoded><![CDATA[<blockquote class="blogcontent restore">Jaja, Gewicht. Es ist mein Problem... doch Blutdruck, Schlafapnoe und andere Dinge hinterlassen Spuren... und die Jahre sind einfach zu sehen, und jetzt mal schnell was zaubern... wofür bitte?<br />
Die Junge Generation steht in den Startlöchern, sie übernehmen, mit neuen Ideen, viel Elan und oft viel Wissen... einzig Erfahrung fehlt oft...<br />
Machen Sie alles besser, wie es viele behaupten? Nein, sie machen es. Nur anders.. sie haben zum Teil einen völlig anderen Blick auf die Sache, einen anderen Bezug...<br />
<br />
Spricht man jetzt mit Tw Trainern bekommt man oft ein wenig Philosophie mit. Worauf achten diese, was ist wichtig... so halt das drumherum... selten aber wird verraten, was im Training wirklich gemacht wird, denn zumeist kommt dann recht flapsig „Alles!“ ... doch wie ist es gewichtet, was ist dem Trainer wichtiger?<br />
Hier muss man sich schon mal zusammen setzen, zwischen Barriere und Rasenkante ist das nicht zu klären.<br />
Teilt man aber mal das Torwartspiel in fünf elementare Bereiche auf, also <i>Zielverteidigung</i>, <i>Raumverteidigung</i>, <i>Eins gegen Eins</i>, <i>Spieleröffnung</i> und das <i>Mitspielen</i> kann man schon mehr erfahren.<br />
Alle diese Gruppierungen sind losgelöst von anderen Inhalten, wie Reaktion, Entschlusskraft, Handlungsschnelligkeit und auch sonstige .kognitive und Koordination Elemente, aber auch Elemente der Physis. Trotzdem lassen sich die meisten Elemente Tw Trainings in eine der fünf Gruppen einpassen.<br />
Jetzt gibt man einem Tw Trainer 10 Wertungspunkte, die für die Wichtigkeit und den Wert im Tw Training stehen, die er auf die 5 Gruppen verteilen darf, die seiner Meinung nach, und seiner Philosophie entsprechend die Wichtigkeit für den Torwart und das Training ausdrücken.<br />
Oft nimmt man dann an, dass der Tw Trainer jede der Eigenschaften mit zwei Punkten versieht, einfach um einen ausgeglichen Torwart, der in allen Faktoren gleichmäßig und ausgeglichen trainiert wird, zu erhalten.<br />
Weit gefehlt...<br />
Kürzlich hatte ich die Möglichkeit, dies mit einigen Tw Trainern mal genau so zu diskutieren...<br />
Und man staune, die Verteilung der Punkte war völlig unterschiedlich.<br />
Nehmen wir einen der Trainer mal heraus, schauen wir uns seine Punkteverteilung an... und dann auch die Erläuterungen, warum er diese so verteilt hat.<br />
<br />
<ul><li style=""><b>Mitspielen</b> = 0 Punkte</li><li style=""><b>Spieleröffnung</b> = 1 Punkt</li><li style=""><b>Raumverteidigung</b> = 2 Punkte</li><li style=""><b>Zielverteidigung</b> = 3 Punkte</li><li style=""><b>Eins gegen Eins</b> = 4 Punkte</li></ul><br />
<br />
<br />
Zehn Punkte wurden verteilt und eine Sache kommt daher bei diesem Trainer überhaupt nicht im Tw Training vor. Das ist erschreckend, weil es just der Punkt ist, den so viele Tw Trainer als so wichtig ansehen. Da wird dann erklärt, dass der Tw über 70% nichts anderes macht und daher genau dies im Training auch das höchste Gewicht haben muss. Hier hatte der Tw Trainer nur ein müdes Lächeln übrig. Wie oft habe er das schon gehört, aber das sei etwas, was der Torwart in und mit der Mannschaft, im Mannschaftstraining machen müsste... und von der kompletten Trainingszeit seien dies auch über 70%. Da könne man gut coachen, Hinweisen, taktische Hilfen geben, aber Tw Training sei das nicht enthalten und die Zeit dafür auch zu schade.<br />
Der Tw Trainer legt ganz bewusst hier keinen Schwerpunkt, weil er das integrative Training nicht als Tw Training ansieht und untermauert es mit der Aussage: bestimmte Dinge zu erreichen, <i>kannst Du nicht nur integrative Sachen machen</i>, du musst oft individuell und auch sehr gezielt in Einzelarbeit Dinge verbessern, Dinge machen und damit komplexe Bewegungen aktiv und gezielt im Bewegungspeicher verankern. Damit meint er automatisieren, aber nicht im Sinne der Perfektion, sondern im Sinne die Bewegung frei ausgestalten zu können, mit dem Ziel entsprechende Aktionen in Raum- und Zielverteidigung kontrolliert und sicher zu machen....<br />
Wirklich, das aktive Mitspielen steht im Tw Training nicht auf dem Programm und wird ggf. nur angerissen, aber ohne wirkliches Gewicht. Klar, erläutert er, spielen wir Bälle mit dem Fuß, spielen Pässe oder machen auch diverse Fusstechniken, aber dies sei eben nicht von Wertigkeit und Wichtigkeit im Training.<br />
Einen Punkt gab es dann für die <b>Spieleröffnung</b>... das müsse man schon thematisieren und auch immer mal wieder machen, auch immer mal wieder im Training einbauen, aber es habe für Ihn eine geringere Priorität. Beifüssigkeit, Beidarmigkeit, für Ihn alles weniger wichtig. Klar führt er aus, ein Tw sollte einen Ball links und rechts aus der Gefahr schlagen können, sollte links und rechts Passicher sein, aber die Notwendigkeit einen Abwurf, Abschlag oder Abstoss unbedingt und zwingend mit beiden Seiten ausführen zu können, sieht er als überbewertet an. Nett wenn er‘s kann, war dann die Aussage... Wichtig und gefordert: Nein... lieber sicher und präzise mit der starken Seite, nicht nur wegen solch einer Idee da was Schwächen... bei Kinder hingegen meint er, sollte man ein wenig mehr darauf achte, aber wenn sich eine Präferenz ergibt, diese dann stärken, und nicht krampfhaft versuchen, das Schwache stark zu machen, dabei zu vernachlässigen, das Starke zur Perfektion zu führen...<br />
Daher, es gehört dazu, weil es aber im integrativen Training mit der Mannschaft schon viel gemacht würde, eher weniger Gewicht im Tw Training....<br />
Dann kommt mit 2 Punkten die Raumverteidigung. Hier eine klare Sache, auch dass wird viel im integrativen Training gemacht, und auch nur dort kann sich der Torwart situativ und spielnahe beweisen. Daher beschränke sich das Tw Training auf mehr technische Elemente, Umschalthandlungen, eben das isolierte Anwenden von Bewegungen in der Raumverteidigung... klares und sicheres Schlagen der Bälle, rasches Passspiel nach Ablaufen des Balles...  entsprechende Ballkontrolle und Reichweite beim Fausten, sicheres Anlaufen und Fangen des Balles im Luftraum... aber eher technische Elemente wieder auf die Bewegung bezogen, weniger die taktischen Elemente, weil, und das stellte er nochmals klar, im integrativen Training viel schärfer und spielnäher zu erfahren ist...<br />
Die <b>Zielverteidigung</b> bekam dann drei Punkte und nimmt im Training einen Großteil ein. Er erläutert dazu, das hier die Bewegungen so komplex seien, dass man nicht voll automatisieren könnte. Um dann handlungsschnell die korrekten Bewegungen und Bewegungsverkettungen ausführen zu können, bedürfe es extrem viel Detailarbeit, auch um diese Bewegungen im Bewegungsspeicher einzuprägen und rasch abrufbar, wichtiger aber auch intuitiv und schnell verketten zu können, Stichwort Koppelungsfähigkeit<br />
Zudem sagt er: „<div class="bbcode_container">
	<div class="bbcode_quote">
		<div class="quote_container">
			<div class="bbcode_quote_container"></div>
			
				Was nützt der schönste Traumpass, wenn Du nicht die Sicherheit, technische Fähigkeit, Übung und Selbstsicherheit hast, um in der 90. Minute einen Freistoß zu entschärfen...
			
		</div>
	</div>
</div>“ ... der Feldspieler im Tor sei einfach ein Missverständnis und kann nicht das Ziel sein. Das Ziel der Defensive ist es, die Null und damit mindestens einen Punkt zu sichern, für zwei Punkte obendrauf ist dann die Offensive immer noch zuständig... Im Fußball ginge es doch irgendwann um Ergebnisse, erklärt er, und ein Torwart der eben ni hat ein Ergebnis sichern könnte, würde früher oder später aussortiert, egal wieviel Traumpässe er spielen kann.<br />
Daher müsse ein Torwart insbesondere in der Zielverteidigung einfach auch die Dinge klären können und auch mal einen rausholen, wo der Gegner schon die Arme zum Torjubel hochgerissen hat....<br />
Zum <b>Eins gegen Eins</b> führt er aus, dass dies einfach eine der häufigsten Situation darstellt... er trifft eine falsche Entscheidung, Querpässe in die Box, ein gewonnenes Dribbling, ein tödlicher Pass in die Schnittstelle und der Torwart muss einfach die Entscheidung suchen, im direkten Duell gegen den Stürmer... Eins gegen Eins fern, Eins gegen Eins nahe... Blockstellung, Ballangriff... seine Augen leuchten und man merkt, welchen Stellenwert es für den Tw Trainer einnimmt und beginnt zu verstehen, warum er hier vier Punkte vergeben hat. Er führt Beispiele aus, wo Torleute mit dem Entschluss das Eins gegen Eins zu suchen die Tore vielleicht eher verhindert hätten, als mit der abwartenden Reaktion, oder wo diese mit dem Entschluss das Eins gegen Eins zu suchen aber dann nicht technisch genug geschult Tore sogar mit verschulden... wir diskutieren darunter auch die Situation von Neuer gegen Higuain...<br />
Aber er erläutert dann auch, dass man nicht nur flache und halbhohe Bälle betrachten dürfte, sondern für Ihn im Eins gegen Eins auch Bälle hoch inzwischen zählen. Er hole sich hier Anleihen beim Handball um sozusagen eine Blockstellung in der Luft zu schaffen, um bei Kopfbällen und kurzer Distanz zum Torwart hier auch eine große Torabdeckung zu erreichen und um ggf. mit einer guten Reaktion, also einer intuitiv kontrollierten, schnellen Bewegung (er fügt den Stammtischbegriff „Reflex“ ein) den Ball auch in der Luft abzuwehren. Hier hebt er wieder Manuel Neuer heraus, der hier sicherlich viel viel zu dieser Idee beigetragen habe, aber vieles noch in den Kinderschuhen steckt. Aber es zeigt deutlich, dass er auch seinen Torleute etwas ermöglichen möchte, wenn bei scharfen Flanken eine Raumverteidigung unmöglich war, und der Kopfball nur noch durch eine Art Sprungblock oder Luftblockstellung abgewehrt werden kann... auch hier wieder Beispiele, zumeist aus dem Handball und ich spüre deutlich, der Tw Trainer hat viel Zeit investiert, hier Dinge zu verstehen und vor allem auf das Fußball Torwartspiel umzulegen. Er erklärt auch nochmals, wie entscheidend oft die Eins gegen Eins Situationen sind und wie wertvoll ein Torwart ist, der in diesen Situationen aufgrund der Trainingserfahrung, der Muster im Berwegungsspeicher, der Reaktion, der raschen Auffassungsgabe und Entscheidungsfreudigkeit einfach diese entschärfen kann... er erklärt aber auch, warum das im Training so ein Schwerpunkt sei, insbesondere im direkten Individual Training... nicht weil es so häufig vorkommt, sondern weil es so komplex zu lösen sei. Er vergleicht es mit einem Eiskunstläufer, der 70 Prozent nur Eis läuft, aber für Sprünge und Drehungen eben die Punkte bekommt. Dieser würde das Laufen auch nicht im individualtraining machen, sondern sich gezielt auf eben das Springen, Drehen und Landen fixieren... nicht weil es häufig sei, sondern weil hier die meisten Punkte verloren gingen, aber auch die meisten Stürze und damit das völlige Verpatzen der Choreografie aus genau diesen eher schwierigen Bewegungen resultieren. Er wird nicht müde zu erklären, daß eben der Bedarf nicht durch die Häufigkeit im Spiel diktiert würde, sondern durch die Komplexität der Bewegung und der Relevanz für das Ergebnis. Er lacht und meint: <div class="bbcode_container">
	<div class="bbcode_quote">
		<div class="quote_container">
			<div class="bbcode_quote_container"></div>
			
				Ein toller Übersteiger bringt uns keine 3 Punkte, aber schön, wenn es der Torwart kann…
			
		</div>
	</div>
</div>&#8232; <br />
Er wird nochmals deutlich: Wir brauchen im Tor jemand, der dem Gegner die Lust am Tore schießen nimmt, der den Stürmer verzweifeln läßt. Es braucht keinen Mittelfeldspieler im Tor, es braucht einen Torwart, der einfach einen Pass sicher und technisch gut verarbeiten kann, der einen Ball sicher und technisch gut verarbeiten kann, der eben eine Ballannahme und ein sicheres Passspiel bieten kann. Aber wir legen im Tw Training darauf keinen Fokus, sondern das ist eine Sache, die im integrativen Training mit der Mannschaft gemacht wird. Im Torwarttraining führt er dann aus, daß er auch die technischen Grundlagen großen Wert legt, die der Torwart in der Zielverteidigung und Raumverteidigung braucht, aber immer wieder Entscheidungen verlangt werden, ob der Torwart eher aggressiv oder defensiv arbeitet. Mit aggressiv meint er nicht wild und ungezügelt, sondern eher entschlussfreudig im Raum agiert oder auch mutig das Eins gegen Eins angeht, wenn es die Situation und die Torverteidigung erfordert.<br />
Auf die Frage, ob dieses Gewichtung der 10 Punkte jetzt wirklich angewandt wird, lächelt er und erklärt: <div class="bbcode_container">
	<div class="bbcode_quote">
		<div class="quote_container">
			<div class="bbcode_quote_container"></div>
			
				Die 10 Punkte sind eher ein Leitfaden. Sie sind eher das, wie WIR im Torwarttrainer Team meinen, daß ein Torwart geschult werden sollte, so in etwa eine Richtlinie für den passenden Torwart, daher legen wir derzeit auf diese Dinge viel Wert, auf andere weniger. Wir kommunizieren das auch zu den Trainern, denn hier muss ja das Mitspielen statt finden und forciert werden - und nicht durch den Torwarttrainer an sich.
			
		</div>
	</div>
</div>Der Tw Trainer, so erklärt er, könnte dann und wann ein wenig coachen, aber generell ist hier der Mannschaftstrainer in Zusammenarbeit mit dem entsprechenden Tw Trainer gefordert. Zudem, so seine Ausführung, ist diese Leitlinie nicht in Stein gemeißelt und die Tw Trainer sind angehalten, die individuellen Stärken und Schwächen im Tw Training zu berücksichtigen und daran zu arbeiten… Er meint, dann würde diese Punkte Verteilung wieder anders aussehen, würde man es anstelle für ein „<i>Programm</i>“ auf den Torwart individuell auslegen… er lächelt und meint dann, daß es aber wichtig wäre, für einen Verein, daß man ein Gesamtkonzept habe, and dem sich die Trainer orientieren könnten, weil dann die Entwicklung der Torleute in die richtige Richtung gelenkt würde, so daß für den Verein die besten Resultate erzielt würden.&#8232;&#8232;<br />
<br />
Gern würden wir mal andere Tw Trainer hier befragen und nach deren 10 Punkten zu den 5 Grundstrukturen des Tw Spiels befragen und dann deren Ausführungen hören, warum diese die Punkte so oder so vergeben haben….</blockquote>

]]></content:encoded>
			<dc:creator>Steffen</dc:creator>
			<guid isPermaLink="true">https://forum.torwart.de/de/entry.php/503-Die-Sache-mit-Gewicht</guid>
		</item>
		<item>
			<title>Aluhut tut immer gut (Ich sehe was, was Du nicht siehst)</title>
			<link>https://forum.torwart.de/de/entry.php/502-Aluhut-tut-immer-gut-(Ich-sehe-was-was-Du-nicht-siehst)</link>
			<pubDate>Tue, 28 Aug 2018 09:46:09 GMT</pubDate>
			<description><![CDATA[Es ist echt so. Was heute alles "geschwurbelt" wird, daß ist sagenhaft. Von Erdstrahlen bis UFOs, Area51 und Schattenpäpste, von wundersamen Kräutern...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<blockquote class="blogcontent restore">Es ist echt so. Was heute alles &quot;<i>geschwurbelt</i>&quot; wird, daß ist sagenhaft. Von Erdstrahlen bis UFOs, Area51 und Schattenpäpste, von wundersamen Kräutern die Krebs heilen bis hin zu den tollsten Versprechungen. <br />
Wisst Ihr, immer wieder geht es oft zu Lasten derer, die sich nicht wehren können oder in Hoffnung nach dem allerletzten Strohalm greifen. Die Schwurbeler juckt es nicht, der Tod eines Menschen geht an diesen vorrüber wie der Morgentau in der Sommersonne... Was da alles versprochen wird.... Da werden Kästen mit Kugeln in Bäumen versteckt, damit auf der Landstrasse keine Unfälle durch Erdstrahlen mehr passieren, ein Gerät gegen Wasseradern und Chemtrails, damit man ruhig schlafen kann... Oft sitzt man da und zweifelt am Verstand. Da bauen wirklich Menschen Tesla Turbinen in dem sicheren Glauben, daß Tesla ein verkanntes Genie war und diese Anlagen besser sind, als alles was die großen verhassten Konzerne anbieten - Leistungstests macht keiner - nicht das der Schwindel auffliegen würde, nein, auch die eigene Glorifizierung und die Heiligung des Hr. Tesla würde damit komplett ausgehebelt... gandenlos. Daher, macht man nicht. Bloss nicht in Frage stellen, Glaube ist wichtiger als Fakten!<br />
<br />
<br />
Jetzt haben wir den &quot;<b>modernen Torwart</b>&quot; - awas, schon seit 1992 darf man den Ball nicht mehr mit den Händen nach einem Rückpass aufnehmen, und ich kann mich erinnern, daß ich 1991, vier Jahre nach meinem verheerenden Kniebruch, damit nicht mehr in Berührung kam - aber man schon damals auf Torleute Wert legte, die eben ein wenig Fussbal spielen können. Mein Torwarttrainer, älter wie ich, selbst ehemaliger Fussballtorhüter (wie sollte es damals anders sein), der konnte 1991 schon sehr gut Fussball spielen und für uns Torleute gehörte das Gammeleck vor dem Trainingsbeginn dazu, wie eben der Waldlauf in der Vorbereitung.<br />
Klar, man schreibt gern <i>Torspieler</i>, aber - schon zum ersten Torwart.de Camp, als diese komische Statistik mit der man danach alle Torwarttrainer briefte - wurde mit der klaren Aussage schachmatt gesetzt: <br />
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	<div class="bbcode_quote">
		<div class="quote_container">
			<div class="bbcode_quote_container"></div>
			
				Sicher, er hat nur 0,5% Parade, aber wenn die 0,5% im Training nicht als wichtig erachtet werden, dann ist der Ball drinne und ich verliere ggf. ein Spiel, da nützt mir der schön verarbeitete Rückpass auch nichts!
			
		</div>
	</div>
</div>So ist es. Bisher gibt es <b>KEINE </b>belastbare Statistik, wieviele Tore durch das gute Fussballspiel des Torwarts eingeleitet worden sind. Das sind einige, doch sind diese augenscheinlich nicht häufiger, wie früher, wo man nach von holzte oder eben den Ball abgeworfen hat. Da dürften Toni Schumacher und andere eine gute Quote gehabt haben. Also, fehlt einfach der Vergleich. Eine saubere Parade verhindert nun einmal Tore, ein toller Flugball hingegen ist kein Garant für ein Tor... Sprich, daß was viele Trainer dem Torwart eher absprechen wollen, hat schon in der einfachsten Ausprägung viel mehr spielentscheidendes Gewicht, als die Offensive Ausprägung überhaupt... sieht keiner und läßt sich nicht gut verkaufen. Also wird gern ein wenig <i>rumgeschwurbelt</i>...<br />
Doch darum geht es nicht, bleiben wir mal klassisch, Zielverteidigung, technisch...<br />
<br />
Schlimmer noch, man kommt sich vor wie der Leierkastenmann!!!<br />
<b>Andruck</b>... ich habe nochmals bei Michael Rechner nachgeschaut, der hatte so ein tolles Video. Auftakt, einmal der sogenannte <i>Doppelauftakt </i>und dann der <i>Auftakt mit Kreuzschritt</i>, beide Male aber dann ein <b>Abdruck</b>.<br />
<br />

<iframe class="restrain" title="YouTube video player" width="640" height="390" src="//www.youtube.com/embed/2-KMAJvQVuI?wmode=opaque" allowfullscreen="true" frameborder="0"></iframe>
<br />
<br />
Was ist bitte so schwer? Im Videos hoppelt der Torwart auch nicht seitlich zum Ball und kippt dann. <b>NEIN</b>!!! Er macht einen <b>ABRUCK</b>! <br />
Hallo Erde an Torwarttrainer?! <b>ABDRUCK</b>!<br />
<br />
Was ist daran nicht zu verstehen? Das Ballnahe Bein setzt in der Abdruckposition auf und der Torwart nutzt das gebeugte Knie dieses Beins um durch kraftvolle Streckung seinen Körper in Richtung Ball zu 'katapultieren&quot;... ich denke, daß sieht man in dem 13 Sekunden Video sehr, sehr deutlich!!! Der Ballnahe Fuss wird gesetzt, Oberkörper runter, Hüfte über das Knie, Knie über die Fussspitze, Kopf runter, Hände führen zum Ball, Abdruckbein <b>STRECKEN</b>!!! <br />
<br />
Sagt mal, liebe Tw Trainer - was habt Ihr eigentlich auf den Tw Trainer Kursen gemacht?<br />
<br />
Gut, ich kenne so ein paar der Kurse und muss definitiv sagen: <b>Es wird auch nicht wirklich darauf geachtet</b>. Dank des DFB Zonenspiels geht das ein wenig in den eher taktischen Elementen des Stellungsspiels unter.<br />
Aber mal im Ernst! Diese technische Komponente des Tw Spiels in der Zielverteidigung, ob bei flachen Bällen oder bei hohen Bällen - man sieht diese kaum noch.<br />
Ich bekomme inzwischen echt graue Haare! Torwart, 195 cm groß, flacher Schuss in die Ecke, kommt nicht dran, weil er zwei Nachstellschrittchen macht und dann in die Ecke umkippt... Dynamik, <b>NULL</b>! Ball, hoch unter die Querlatte, zwei Nachstellschrittchen, reißt die Hand hoch während er wie ein Doppel-T-Träger zu Boden kippt... Sorry, liebe Tw Trainer. 6 - setzen!<br />
<br />
Ihr könnt mir alle was erzählen, aber das ist <b>INAKZEPTABEL</b>, daß ihr das durchwinkt. Ich sehe so viele Jugendspiele, von der Kreisklasse bis rauf in die Landesliga, ja ab und an ist mal Regionalliga und Bundesliga dabei... aber einen richtigen Abdruck, den sehe ich kaum mehr.<br />
Nachstellen, Kippen... scharfe Schüsse in die Ecke, das wird durchgewunken. Kann der Keeper nicht, sieht aus als hätte er alles versucht, kann er nicht halten, Pech, Schuss war zu gut, schade, usw.                  <b>BITTE</b>?????<br />
<br />
Wisst Ihr, wir können ja gern 2018 haben, wir können gern &quot;<b>modernes Torwartspiel</b>&quot; haben, aber zu meiner Zeit, da wurde förmlich verlangt, daß man aus 16 Metern nahezu alles hält.<br />
Heute gibt man sich alsi mit der &quot;<b>Kippreichweite</b>&quot; zufrieden. Sorry. Wisst Ihr wie man die Zone nennt, wenn der Stürmer zentral vor dem 16er abschließt? Richtig: <b>ABDRUCKZONE</b><br />
Nicht <i>Kippzone</i>, nicht <i>Standzone </i>und auch nicht dem<i> Ball-hinter-her-gugg-Zone</i>! Da darf der <b>Abdruck </b>kommen. Gern wie im Video zu sehen... Nachgestellt und dann Auftakt und raus, das Abdruckbein wirklich <b>strecken</b>!<br />
<br />
<u>Ihr könnt Euch nicht vorstellen, wie mir das auf den Nerv  geht!!!!</u> <br />
Da bekomme ich 200 Puls, und ich möchte die Tw Trainer am liebsten schütteln. <b>Warum sieht</b> und <b>warum korrigiert</b> es keiner? Ja, <b>WARUM WIRD ES NICHT GEFORDERT</b> von den Torleuten?<br />
<br />
Da kommt ein Schuss auf's Tor, Torwart hoppelt in die Ecke, kippt um, bekommt BEIDE Hände nicht ganz hinter den Ball - TOR! *kopfknalltaufTischplatte*<br />
<br />
Sagt mal, bin ich blind oder was? Wenn der Torwart in diesem Moment, bei einem Ball auf Hüfthöhe auch nur minimal abdrückt, lenkt er den Ball um den Pfosten, mit etwas mehr kann er den Ball <b>festhalten</b>!!!!<br />
<br />
Aber, kein Trainer sieht da, weil kaum ein Trainer sich überhaupt mit den Techniken und den nötigen Fähigkeiten des Torwart befasst, ja befassen will. Und die Tw Trainer? <br />
<div class="bbcode_container">
	<div class="bbcode_quote">
		<div class="quote_container">
			<div class="bbcode_quote_container"></div>
			
				Ja, schade, er hat es doch versucht...
			
		</div>
	</div>
</div>Sorry Kollege,<b> ist das ehrlich dein Ernst</b>? Wenn <b>JA</b>, gib deinen Job auf und geh im Clubheim an den Stammtisch, oder zapf Bier, da sind solche Aussagen genau richtig!!<br />
Da werden wöchentlich Übungen gemacht, Bälle auf die Hütte geklotzt... und im Endeffekt, der <b>ABDRUCK</b>s teht <b>NULL</b>, aber wirklich <b>NULL</b> auf der Agenda.<br />
Anders kann ich mir nicht erklären, warum so viele Torleute, selbst in der Landesliga einfach ein gutes Drittel des Tores in der Zielverteidigung nicht mehr abdecken können. Ein leicht angedrehter Schuss in der Kippzone auf das lange Eck, der Torwart kippt, der Ball geht an den Händen vorbei ins lange Eck. Natürlich, Glück gehabt, es war nicht das kurze Eck, Bälle ins lange Eck sind eh immer nahezu unhaltbar. *kopfschüttel*<br />
<br />
Wie gesagt, <b>geht</b> an den <b>Stammtisch</b>! <br />
<br />
Erfolgt bei vielen dieser Bälle wirklich ein leichter Abdruck, werden diese Bälle am direkten Einschlagen gehindert. Aber ohne Abdruck.... Liebe Tw Trainer Kollegen, <b>DAS IST EUER JOB!!!! DAS MÜSST IHR SEHEN!!!!</b><br />
Aber nee, lieber diskutiert man, ob ein 2 cm größerer Torwart den nicht gehalten hätte. Ja, natürlich ist klar. Sehr sinnvoll. Wenn ich den Torwart nicht richtig ausbilde, darauf keinen Cent gebe, dann ist so eine Diskussion vielleicht zielführend, aber sie ist so unsinnig, wie nach dem Fluchen den Mund mit Weihwasser auszuspülen.... und ich könnte derzeit fluchen, ihr glaubt es kaum.<br />
Stattdessen spielen wir lieber noch ein paar Bälle &quot;Klatsch und Dreh&quot; - mit der Option auf einen Flugball. Bekommste Drei Gegentore, macht nix, hast dafür toll Fussball gespielt, &quot;Klatsch und Dreh&quot;, &quot;Klatsch und Dreh&quot;...<br />
Dann kommste zur D-Jugend ins sogenannte goldene Lernalter, was an sich quatsch ist, lernen geht immer, nur Interesse, Aufnahmefähigkeit und Gewohnheit sind die Faktoren, die das lernen neuer Bewegungen ausmachen, ggf. auch etwas Talent.<br />
Der Tw Trainer macht eine Übung... und in diesem Moment möchte man einen Mord begehen!!!! Man möchte diesem Tw Trainer einfach eine entsicherte Handgranate in das Rektrum einführen und genüsslich zusehen, wie sich alles in Schei..e auflöst. &lt;- *Langsam bekomme ich wirklich, wirklich menatel Dellen*  Sorry für den Vergleich, aber ich könnte gerade ....<br />
<br />
Weil, anstelle die Bewegungen vorzumachen, die Bewegungen zu korrigieren, wird einfach was man im Erwachsenen Training sieht, für die Kinder/Jugendlichen nach gemacht. Ungebremst, ohne Sinn, ohne Verstand und scheinbar damit auch <b>OHNE JEGLICHES WISSEN</b><br />
Liebe Vereine, auch <b>DAS KANN NICHT EUER ERNST SEIN</b>! <br />
Jeder Trainer sollte eine Qualifikation anchweisen, welche Qualifikation hat so ein Tw Trainer nachzuweisen? Da ist ja nicht mal der Grundverstand der Bewegung überhaupt gegeben...  Wenn da <b>einer</b> meint, daß ein Tw Trainer Basiskurs hier vorliegt, <b>das will ich kaum glauben</b>... auch wenn ich es nicht 100%ig in Zweifel ziehen möchte, denn wie schon oben erwähnt, gehen viele aus dem Lehrgang heraus und denken, sie sind Tw Trainer, haben aber aufgrund der Vermittlungsmethode UND auch dem was an Dingen abgefragt wird, überhaupt <b>KEIN VERSTÄNDNIS für IRGENDEINE Technik der Zielverteidigung</b>.<br />
Es wurde einfach nicht ausreichend und klar vermittelt - so einfach ist das.<br />
<br />
Das ist der größte Unterschied zu den Kollegen aus Österreich und vor allem aus der Schweiz. Da achtet man auf diese Details - ich weiß das, weil ich das Material der Ausbildungen/Schulungen gesehen habe.<br />
Aber hier... Lieber Koordinationsleiter, bissi &quot;Dreh-Klatsch&quot; und dann ein paar Bälle in die Hände, bunte Bälle fangen und das ein mal eins aufsagen... alles andere, nicht mehr im Portfolio des &quot;modernen Torwarts&quot;... Natürlich lieber Tw Trainer Kollege.. Natürlich.<br />
<br />
Wisst Ihr, ein Torhüter mag vielleicht kein Spiel entscheiden können, in dem er Tore schießt, noch einleitet... nicht das es nicht geht, nicht das es nicht vorgekommen ist. Aber im regulären Spiel ist das eine Seltenheit.<br />
Aber ein Torwart entscheidet Spiele, indem er Bälle hält und damit Gegentreffer verhindert.<br />
Wenn der Torwart nach vorn nichts tut, oder totz tollster Vorlagen der Sturm nix gebacken bekommt - dann kann der Torwart mit seinen Fähigkeiten der Torverhinderung wenigstens eines <b>halten</b> - das UNENTSCHIEDEN und damit einen Punkt sichern.<br />
Heutige Torleute, nur wirklich wenige sind noch in der Lage, diese Entscheidungen zu treffen. Schaue ich in die Landesliga bei den Erwachsenen, fallen dort reihenweise junge Talente durch, weil diese nichts mehr halten. Talente, die zuvor Landesliga und Auswahl gespielt haben... und in den meisten Fällen fehlt es nur an einer Fähigkeit: <b>ABDRUCK</b>!<br />
Da diese Torleute nur zum Ball kippen, bekommen diese kaum Druck und Dynamik hinter den Ball, bewegen die Bälle nicht. Und es fallen Tore, weil diese eben nicht <b>ABDRÜCKEN</b>!<br />
<br />
Liebe Tw Trainer Kollegen, warum ist das so schwer darauf zu achten und warum bringt Ihr den Abdruck den Torleuten nicht bei?<br />
Liebe Verbände, warum achtet Ihr nicht mehr auf die Technik, anstelle die Taktik? Toleute müssen erst einmal Tore verhindern, dass ist viel viel wichtiger und ein Tw Trainer muss daher mehr die Technik im Auge behalten, insbesondere wenn er mit Jugendlichen arbeitet...<br />
<br />
Ansonsten, es war ein Wochenende mit <b>ABDRUCK</b> - allerdings nur bei einer Torhüterin... beim Rest, da gibt es keinen <b>ABDRUCK</b> - Das ist schlimm, wirklich schlimm.<br />
<br />
Zum Schluss nochmals: Auftakt - Oberkörper zum Ball einstellen und Abdruck... Schaut hin, welche Reichweite man mit einem Abdruck erreichen kann, insbesondere wenn man dann Dynamik in die Sache bringt.<br />
Aber alle Dynamik ist unnütz, wenn man keinen <b>ABDRUCK</b> macht.  Alles was dann bleibt, ist die Körperlänge und eine große Fläche Tor, die man nicht abdeckt... Doch scheinbar ist das heute alles egal und der Tw Trainer klatscht Applaus</blockquote>

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			<dc:creator>Steffen</dc:creator>
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			<title>Studiert und trotzdem nix drauf</title>
			<link>https://forum.torwart.de/de/entry.php/501-Studiert-und-trotzdem-nix-drauf</link>
			<pubDate>Thu, 26 Apr 2018 09:41:30 GMT</pubDate>
			<description><![CDATA[Wisst Ihr, es ist wieder Abi Zeit. Vorweg gleich mal allen -> *Viel Glück und Erfolg!* 
So ein Abitur macht sich nicht von allein, es ist schon eine...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<blockquote class="blogcontent restore">Wisst Ihr, es ist wieder Abi Zeit. Vorweg gleich mal allen -&gt; <b>Viel Glück und Erfolg!</b><br />
So ein Abitur macht sich nicht von allein, es ist schon eine Leistung. Trotzdem, was oft danach passiert, ist ein wenig Gaga. Da hat sich der Schüler durch die Instanzen der Grundstufe, Mittelstufe und Oberstufe gequält, nur um dann da zu sitzen und nicht zu wissen, was er denn jetzt macht. Also schreibt er sich mal in BWL ein, weil hier in der Großstadt, daß macht dann jeder. Früher meinte man, wer nix wird, der wird Wirt! Heute erscheint es mir so, daß jeder der keinen Plan hat, was er mit seinem Leben machen soll, dann BWL studiert und dann der große Manager wird, auf den die Welt nur gewartet hat. Für mich also kein Wunder, daß mehr und mehr Projekte in den Sand gesetzt werden und Führungspersonen alles können, nur nicht anleiten und führen. Pseudo Schlipsträger in Maßanzügen quälen sich in den Campus der &quot;Financial Science and Managment&quot;, laufen in teuren Gucci Schuhen danach zu Aldi, um eine typische, karge Zwischenmahlzeit zu stopfen - nur um danach mit der 1000. Statistik wieder in ein Wachkoma zu fallen.<br />
Nach dem Studium dann wird man Projektleiter und wie eine Heuschrecke, reist man mit Anzug und Rollkoffer von Projekt zu Projekt, nur um die Kröten abzusammeln, die man braucht.. das zu Hause steht leer, weil der Herr ein so wichtiger Manager ist, doch managen tut er eigentlich gar nichts und viele Fehlplanungen und furchtbaste Projektfehler sind auf mangelnde Kenntnis und Ausführung durch die Projektleitung zurück zu führen. Niemand kann ein Flugzeug fliegen, weil er das vom Tower erklärt bekommt, wie also soll jemand nur aufgrund Erklärung von Mitarbeitern ein Projekt in einer Firma stemmen, der die Firma nur vom Namen kennt?<br />
Doch damit nicht genug. Es setzt eine Betriebsblindheit ein. Man definiert sich nicht über anderes, man schaut nicht übner den Tellerrand. Sondern getreu dem Motto: &quot;Störe meine Kreise nicht!&quot; ist man in sich geschlossen und so verrannt, daß man Sinn und Unsinn des eigenen Tuns kaum mehr erkennt. Abstand gewinnen, neu ausrichten - keinesfalls. Das wäre Schwäche. Schwäche und Fehler gibt es nicht, also bleibt nur das bittere &quot;Weiter so!&quot; und zur Not mit dem Kopp voll gegen die Wand.<br />
Dabei wurde es doch anders unterrichtet und gelehrt, warum nur hat man es vergessen?<br />
Da lobe ich mir den Biologen! Der hat sein kleines Ding, der weiß warum da was wächst und freut sich über seine kleine Studie... zumindest in dem Bereich, wo er seine Nische gefunden hat, ist er nun einmal der Wissenschaftlicher. Er schafft Wissen - das fehlt mir bei vielen anderen Akademikern derzeit oft gründlich.<br />
<br />
Aber leider ist das nicht nur bei den Akademikern so, sondern auch bei vielen Tw Trainern. Herrgott, ich bin bestimmt keine Ausnahme - aber ich merke deutlich, wenn ich etwas sehe, wo etwas schief läuft. Und derzeit glaube ich, sind viele unterwegs, die sollten ein wenig Abstand nehmen, von dem was diese tun, eigentlich eher von dem <b>WIE</b><br />
Wenn ein Tw Trainer in einem Verein ist, sollte schon dieser eben nicht gerade ein Buch gelesen haben, und dann der Meinung sein, jetzt kann er Torleute trainieren. Denn diese ein wenig rumspringen zu lassen, ist so sinnfrei, wie ein Kind zum Schwimmen lernen einfach ins Becken zu werfen.<br />
Doch das ist nicht das schlimmste, daß schlimmste ist, daß selbst der DFB und seine Organisationen nicht weg kommen, vom eingefahrenen Pfad!<br />
Man bemängelt die Koordination und Beweglichkeit der Kinder - etwas was später im Fussball dringend notwendig ist. Statt nun hier die Intensität der Trainingseinheiten in Frage zu stellen, baut man die Trainingseinheiten um. Spiel- und Krabbelstunden für die Kleinsten, man muss ja kompensieren, was andere verrbocken und wundert sich dann ab der U11, warum die Jungs nicht mal einen Ball gerade aus spielen können und dann schraubt man hier die Intensität hoch!<br />
Würde man seinen Leisten treu bleiben, Fussball und das mit Spaß in den jungen Jahren anbieten - das wäre mal Klasse. Aber heute versucht dann jeder, die &quot;Fehler&quot; des anderen zu kompensieren, merkt aber nicht, daß der Versuch, Fehler wieder gut zu machen die schlimmeren Fehler erst verursacht oder auslöst. Die mangelnde Beweglichkeit und mangelhafte Aktivität vieler Kinder ist doch ein Symptom der Gesellschaft und nicht des Fussballs - warum muss jetzt da ein Verband wie eine Glucke meinen, die Obererziehung zu übernehmen, um diese Kinder dann doch in die Bahnen des &quot;Erfolgsfussballs&quot; zu schmieden?<br />
Es ist haarsträubend, was zum Teil mit Kindern dann passiert... Ballett Stunden, Turnstunden in Fussballschuhen auf dem Platz und vor allem: Fussballtrainer, die keinen Plan haben, was diese da wirklich tun!<br />
Für just diese Stunden gibt es den Übungsleiter Breitensport. Der leitet solche Kinder Sporterlebnisstunden, der hat 120 LE und Püfung für so etwas absolviert und kennt sich aus. Der Fussball Trainer hingegen eben nicht - und das sieht man deutlich. Da kann der Verband an seinen Trainer Lehrgangsinhalten rumdoktern wie man will, daß geht einfach nicht, so sehr man das will. Aus dem Manager wird auch mit gut zureden doch kein Biologe!<br />
Und damit nicht genug - es muss ja alles irgendwie in und auf der Sportstätte statt finden. Turnstunden in Fussballschuhen, auf dem Kunstrasen oder in der Umkleide<br />
Doch es reicht immer noch nicht!<br />
Die schönsten Blüten kommen ja dann, wenn man just diese Art durch hochdekorierte Menschen auf die Spitze treiben läßt. Dann rennen Fussball Torleute in den kleinen Hallen mit Augenklappen rum, dotzen Bälle und machen sonst etwas... mit Tw Training hat das in sofern zu tun, daß es die Koordinativen Eigenschaften schult, aber es ist klasse, daß man das wieder auf dem Platz macht, daß man wieder eine Art &quot;Turn- und Bewegungsschule&quot; in den Fussballschuhen abhält.<br />
Da stehen dann Torleute da, prellen Bälle gegen Wände, Prellen Bälle auf den Boden, Werfen Bälle hoch, etc. pp.<br />
Ich habe mich schon immer früher ein wenig amüsiert über die sogenannte &quot;Ballschule&quot; - das waren so Übungen, die man machen musste und als Tw Training galten. Also Ball aufprellen, schnell hinsetzen, aufspringen und den Ball fangen... oder dieses unsägliche Ball hochwerfen und hinter dem Rücken fangen. Klar, Ball hochwerfen und hinter dem Rücken fangen ist eine klare und vor allem sehr einfache Übungsform zur Schulung bestimmter Koordinativer Fertigkeiten. Trotzdem - ich habe diese Übungsformen zu meiner Zeit als Tw gehasst. Ebenso diese Übungen mit Ball hochwerfen, ein Liegestütz, Ball wieder fangen und so ähnlich...<br />
Das hat sich geändert... jetzt stehen die Torleute zudem auf einem Wackelbrett und machen so etwas, dotzen Gymnastikbälle durch die Gegend oder balancieren sich selbst auf einem &quot;Puddingball&quot; um dann ähnlich gelagerte Übungen zu machen. Torwart Training Level was weiß ich... alles klatscht begeistert in die Hände und mir persönlich erschließt sich der Nutzen nicht.<br />
Was hat ein Jugendtorwart davon, wenn er von einem Spitzenjugend Tw Trainer einmal in der woche oder öfters durch einen Koordinationsparcours in einer Sporthalle 'gescheucht' wird? Also so Life Kinetic auf die Spitze getrieben, Bälle in Farbfelder prellen, dabei Rechenaufgaben lösen oder ein Gedicht aufsagen... Das ist in ungefähr so, wie freihändig Fahrrad fahren, bergab durch den Wald mit Hindernissen, dabei einen Kriminalroman lesen und lösen und an bestimmten Stellen aufgrund von Lichtsignalen oder Tönen dann die Klingel oder Hupe betätigen... Klasse. Klingt spannend, bis zum nächsten Baum!<br />
Es soll ja angeblich das Hirn leistungsfähiger machen und auch für den Torwart das geistige Potential der Enscheidungsfindung bei Antizipation von Situationen fördern.<br />
Gut, verstehe ich. Aber warum geht man mit den Torleuten um, als wären es Laborratten?<br />
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Wisst Ihr, da bin ich altmodischer. Warum setzen wir die Torleute nicht realen Situationen aus?<br />
Man spielt inzwischen zum Aufwärmen immer wieder mit der Mannschaft Handball, und stellt fest, daß es bestimmte Koordinative Fertigkeiten und Entscheidungen Raum und Situationsanalytische Bedingungen betreffend verbessert. Fein!<br />
Warum schiebe ich meinen Torwart nicht mal in ein Basketball Training? Er muss vorllständig umdenken, denn hier geht es nicht um Zielverteidigung, sondern allein um Entscheidungen der räumlichen Antizipation. Er kann nicht einfach stehen und abwarten, dann reagieren... Er muss rasch agieren, Teil sein und vor allem völlig andere Bewegungsmuster anwenden... das ist hoch koordinativ!<br />
Jetzt kennt man, und das ist ja nicht schwer, wenn man ein guter Trainer ist, auch einen Schwimmtrainer... Packt Euch den und dann stellt die Torleute mal der Aufgabe eines 60 min Schwimmtrainings... So was für den Schwimmer Alltag und lockeres Schwimmtraining wäre, wird für die Torleute zu einer Folterstunde! Allein der koordinative Aufwand, nur mit den Armen oder nur mit den Beinen zu schwimmen, daß macht es schon anspruchsvoll. Man muss es aber zudem mit der Atmung koordinieren, also bewußt atmen, damit man nicht das Becken leer trinkt oder schlicht ertrinkt... Da bekommt Life Kinetic eine völlig andere Bedeutung, weil - ich muss auf einmal Dinge kontrollieren und koordinieren, die normalerweise unbewußt und automatisch ablaufen - und ich muss das so koordinieren, daß ich dabei auch auch noch eine körperliche Leistung zu Stande bringe!!!<br />
Damit nicht genug, wir packen die Jungs jetzt in eine dieser unsäglichen Kletterhallen. Top Roping... braucht man einen Mensch, der sichern darf, der kostet leider, ausser man bekommt über den Verein den Kurs bezahlt. Dauert oft nur ein Wochenende, dann darf man aber in der Halle die Jungs selbst sichern... und nun mal die Wand hoch... Wer schon immer mal dachte, wie man am besten 4 Gliedmaßen Koordinationstraining macht, der wird hier fündig. Zudem geht es auf Kraft und Kraftausdauer. Viele Torleute haben schon nach 90 minuten eine satte &quot;Nähmaschine&quot; und sind körperlich damit am Ende.. aber, allein hier: Atmung geht vielleicht automatisch, wenn ich aber vorher gelernt habe, daß bewußt zu kontrollieren und in Bewegungen einfließen zu lassen, bin ich im Vorteil, denn ich arbeite viel weniger im anaeroben Bereich... Zudem lerne ich rasch auch Füsse und Hände so zu positionieren, mit der Auge Hand und Auge Fuss Koordination, daß ich irgendwann recht flott die Wand hochgehe... Doch jetzt kommen die Spiele: Nut rote Griffe benutzen, oder im Wechsel rot grün und gelb... plötzlich kommt nun neben der Vier Gliedmaßen Koordination die Aufgabe hinzu, bestimmte Farben nur noch nutzen zu dürfen... und wenn ich das jetzt spitzen will, dann klettern zwei in Konkurrenz.. Wer zu erst oben ist, nur gelbe und rote Griffe, auf die Plätze, fertig, los....<br />
Plötzlich müssen Entscheidungen getroffen werden und Entscheidungen bestimmen über Sieg oder Niederlage, aber auch über Erfolg und Absturz...<br />
Jetzt kommt der Punkt, wo ich dann her gehe und das Bouldern einführe... denn nicht immer ist jemand zum Sichern da, aber Griffe, die Koordination der Gließmaßen, die Entscheidungen, sie bleiben alle - wer da sich das mal ansehen will, YouTube ist voll mit Videos zum Thema und da sieht man einfach: Es geht nicht um die Höhe, es geht dabei um das &quot;Haften an der Wand&quot; - und wer cool ist, der Klettert an der Decke... zwar schleift der Rücken dann ggf. knapp nur über dem Boden, aber es geht nicht um den Absturz, es geht darum, wie ein Gecko eben die Decke entlang zu kommen... nochmals wird alles, was man beim Top Roping hatte zugespitzt und verkompliziert. Alle koordinativen Fertigkeiten müssen nochmals geschärft werden, will man hier wirklich voran kommen...<br />
Doch ich bin nicht am Ende... Denn nun treffen wir uns mit einem Judo Trainer. Wir können den typischen Aufwärmteil mit dem Springen, Greifen und Kram ruhig ein wenig kürzer fassen - denn dieses oft zu sehende Aufwärmtraining ist, wie man heute weiß, nicht zeitgemäß. Sprich wir können 7 Minuten lang uns mit einer Spielform bewegen, dann ein paar kleine Stabi-Übungen und Kraftigungsübungen machen, dann kurbeln wir alle Gelenke durch, dehnen uns und dann kann es schon los gehen... Wir lernen mal Fallschule. Das sollte für Torleute fix gehen, und dann gehen wir über in zwei einfache Wurfformen... Ich arbeite gern mit O-Soto-gari und Morote- oder Ippon-Seoi-nage... das machen wir ein wenig, um zu wissen, wie man im Judo von Stand in Boden gelangt, also in der Regel - doch dann geht es richtig los... Wir werfen den Partner und dann versuchen wir diesen, am Boden fest zu machen. Verdammt, das will keiner und schon hat man ein 1A Gewühle... Glaubt es einfach, die Torleute bewegen jetzt Muskeln, vor denen diese nicht mal ansatzweise wußten, daß diese überhaupt vorhanden ist... Am Abend hat man meistens schwer Rücken und auch der Bauchmuskel meldet sich mit Überlastungserscheinungen... Schultern schmerzen, der Nacken brennt und die Aduktoren haben längt die weiße Fahne gezogen... die Finger fühlen sich an wie Gummi und die Unterarme haben dieses Reißen, was man vom Klettern kennt... Einzig Oberschenken und Waden sind intakt, ebenso das Gesäss, aber der Rest fühlt sich, als wäre er durch den Fleischwolf gedreht worden...<br />
Damit lassen wir es aber nicht gut sein, sondern wir machen das ja häufiger - und lernen dabei auch mal einen Würgegriff, wie  Hadaka-jime oder Kreuzwürgen - Juji jime... damit nicht genug, die Stunde ist ja lang genug, wie wäre es mit einem Haltegriff wie Kesa gatame oder Yoko shiho gatame nebst Tate shiho gatame?<br />
Und schon gehen wir wieder über in die Wühlerei... jetzt wird es aufwendiger, denn wer will schon gewürgt werden, oder wer bitte will jetzt in einen der genannten Haltegriffe geraten, deren Auflösung umso schwieriger ist?<br />
Und plötzlich tut wieder alles weh...<br />
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Was ist damit sagen will, ist schlicht, daß die ganzen tollen Koordinationsübungen, für die so mancher Tw Trainer gefeiert wird oder sich sogar feiern läßt, einfach nur &quot;Betriebsblindheit&quot; sind. Es zeigt nur, daß diese Trainer nie über alternative Bewegungsangebote nachgedacht haben.<br />
Der DFB zeigte dies, in dem er die DFB Mannschaften mit Yoga quält. Der Trend, daß Sportler Yoga machen, ist ja nicht neu - und es hält langsam auch im Torwartspiel Einzug.<br />
Ich bekomme da nur wieder das kalte Schütteln, denn: Yoga ist wieder schonend, der Sportler wird belastet, aber nie wirklich so, daß er gezwungen ist, zu reagieren, zu agieren... das ist für einen Fussballer, der Millionen Euro schwer ist und immens wichtig für die Mannschaft im Professionellen Fussballgeschäft wahrscheinlich genau richtig, um das Risiko einer Verletzung einfach zu minimieren - aber daraus nun abzuleiten, daß es im Amteurbereich ebenso wirksam ist, ist Licht mit Eimern in den Keller tragen!<br />
Hier darf ich Alternativsportarten betreiben und das bitte richtig! Da ist ein Judo Boden Randori sicherlich für viele Torleute koordinative und situationsbedingte Entscheidungsfindung (ohne Fussball) schlicht Top Notch der Belastung - und wer meint, daß die Torleute sich nicht anstrengen: In den meisten Judo Clubs gibt es genügend Sportler, die den Torwart gern durch die Mangel drehen und den Torwart rasch an seine geistigen und körperlichen Grenzen bringen!<br />
Anstelle also Bälle dotzen, Farben Reaktionen und so ein Quatsch - warum ihr lieben Amateur TorwartTrainer geht Ihr nicht zu alternativen Sportangeboten, und lasst Eure Torleute dort sich richtig auspowern? Warum versucht Ihr krampfhaft nachzumachen, was viele hochdekorierte Torwarttrainer machen - eben koordinationsschule in Fussballschuhen, anstelle das so zu verkaufen, wie es korrekt und für die Torleute richtig wäre? Nämlich in Form völlig anderer Bewegungen und spielformen? Jetzt kann sich das Gehirn nicht auf eingeschliffene Muster berufen, es muss völlig andere, neue Mittel und Wege finden, auch lernen, um Situationen zu bewältigen!<br />
Denn war Life Kinetic erklärt, daß wir nu 10% des Gehirnpotentials nutzen, ist schlicht werbetechnischer Blödsinn!<br />
Aber die Grundformel von LifeKinetik und der damit so oft zu findenden Erklärung für diese unsäglichen &quot;Torwartspezifischen Übungsformen der Koordination&quot; wie oben beschreiben sind doch: Setze das Gehirn neuen und unbekannten Reizen aus, damit neue Verbindungen geschaffen und damit die Problemlösungskompetenz des Gehirns gesteigert wird - eine Aussage, die man direkt und ohne lange suchen in ALLEN LifeKinetic Büchern und von allen LifeKinetic Trainern hören kann.<br />
Ja, aber warum muss ich dann auf Schlittsschuhen einen Hindernissparcous bewältigen, dabei Matheaufgaben lösen und bei einem Tornsignal jetzt den Puck ins Tor schießen - wenn ich diese Gesamtheit der Aufgaben durch Ausüben einer anderen Sportart so komplett wiederfinden kann - und zudem das Bewegungs- und Entscheidungsfeld Eishockey komplett aussparen kann?<br />
Denn dann nehme ich das Gehirn von der üblichen Tätigkeit, also dem Eislaufen und Puck schießen des Eishockey komplett raus - das Gehirn kann auf KEINES der bekannten Muster zurück greifen, muss also komplett anders verfahren.<br />
Jetzt sagt man: Man will das eine mit dem anderen Verbinden! Fein! Bravo.. die Frage ist dann, warum ich das für den Fussballtowart dringend auf dem Platz machen muss... Beim Bouldern bin ich in Absprung Höhe, ich kann also meinem Torwart einen Ball zuwerfen, den er fangen darf... dazu muss er jetzt von der Wandhaftung auf Reaktion Ball und Festhalten Ball torwartspezifisch umschalten.. im Boden Randori kann ich den Ball hinlegen und mein Torwart muss so rasch wie möglich auf den Ball, wenn ich ein Signal gebe (der Partner läßt diesen dann ggf. frei)... aber ich muss nicht Bälle prellen, dabei Matheaufgaben lösen und auf einem Bein durch einen Hütchen Parcours hopsen... Denn diese Übungen, wie immer zu sehen, kann ich viel intensiver und besser in alternativen Sport- und Bewegungsangeboten finden. Problem ist nur, daß die Torwarttrainer zum Teil so eingefahren sind und das die Erwartungen vieler Torleute just hier genauso sind...<br />
Für mich gilt es, just diese eingefahrene und für mich dogmatische Denke aufzubrechen... Geht mit den Torleuten raus, macht was anderes... Geht in den Hochseilgarten / Kletterwald. Geht in eine Kletterhalle, geht zum Schwimmen und lasst Euch im Judo Training durchmangeln... Anstelle zu versuchen Yoga zu betreiben oder krampfhaft irgendwelche koordinativen Übungen zu betreiben und als Tw Training zu &quot;verkaufen&quot; geht hin, betreibt Alternativsportarten, raus aus dem eingefahrenen Fahrwasser, rein zu was anderem... neue Bewegungen, neue Herausforderungen, neues Denken - das ist <b>WAHRE Life Kinetik</b>.. es geht nur in Vergessenheit, weil Ihr Tw Trainer einfach nur Torwart und Fussball denkt, nicht aber in Alternativen Bewegungsangeboten geschult seid!<br />
<br />
Eure Torleute werden von allein Koordinationsmoster, wenn Bewegungsangebote mit Spaß und vor allem nicht mit dem Krampf verbunden sind.</blockquote>

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			<dc:creator>Steffen</dc:creator>
			<guid isPermaLink="true">https://forum.torwart.de/de/entry.php/501-Studiert-und-trotzdem-nix-drauf</guid>
		</item>
		<item>
			<title>Der heilige Gral</title>
			<link>https://forum.torwart.de/de/entry.php/500-Der-heilige-Gral</link>
			<pubDate>Mon, 29 Jan 2018 11:56:29 GMT</pubDate>
			<description>Ich weiß nicht, ob Ihr was vom heiligen Gral gehört habe, jedenfalls lief ja mal wieder Indiana Jones im TV - und der sucht ja bekanntlich im 3. Teil...</description>
			<content:encoded><![CDATA[<blockquote class="blogcontent restore">Ich weiß nicht, ob Ihr was vom heiligen Gral gehört habe, jedenfalls lief ja mal wieder Indiana Jones im TV - und der sucht ja bekanntlich im 3. Teil den heiligen Gral. Die Gralssuche ist etwas, worum sich viele, viele Mythen ranken, denn es gibt, je nach Blickwinkel, mehrere durch aus als gültig anzusehende Lösungen zum heiligen Gral. Die wohl interessanteste beschreibt Dan Brown in seinem Buch &quot;Sakrileg&quot; und bezeichnet mit dem Gral den Mutterschoß, also nicht den Leib Christi, sondern die Vereinigung Christi mit dem weiblichen in Form der Maria Magdalena. Dabei darf man nicht vergessen, daß sich um die Gestalt der Maria Magdalena viele Mythen ranken und es wäre, für einen Juden, der christus nu einmal war, auch nichts aussergewöhnliches gewesen, wenn er verheiratet gewesen wäre, eher ungewöhnlich ist es, daß er es NICHT gewesen ist. Und daher hat Dan Brown genug Material, um eben Mythen und Legenden mit Halbwahrheiten zu einer sehr handfesten Geschichte zu verweben. Einer Geschichte um die Blutlinie Christi.<br />
Eine andere Betrachtung des heiligen Grals ist nun, daß es sich um das Gefäss handelt, mit dem angeblich das Blut Christi aufgefangen wurde,  als Jesu Christi am Kreuz blutete. Und dieses Blut in diesem Gefäss wurden als Gral, als heiligste Relique der römisch-katholischen Kirche gefeiert. Natürlich, wie bei nahezu allen Reliquien distanziert sich die Kirche von Reliquen, insbesondere wenn es sich um Reliquien von Jesus Christus handeln soll... aber hier machen viele eine Ausnahme, denn ebenso wie das Turiner Grabtuch, handelt es sich ja eher um Dinge, die möglich warne, ohne das damit die unversehrte Auferstehung in Frage gestellt wird.<br />
Diesen Gral, also eine Schale, mit der das Blut Christi aufgefangen worden sein soll, finden wir in der Schatzkammer der kaiserlichen Hofburg Wien. Burg ist hier nicht treffend, handelt es sich eher um ein Schloss oder eine typische Residenz, aber allemal ist die Hofburg einen Besuch wert, nicht nur wegen der schönen Sammlung von Kunstgegenständen, sondern auch wegen der Waffenkammern und natürlich der Schatzkammer. Hier findet sich dann eine recht unscheinbare Achatschale aus dem Hause der Habsburger, die so die Legende, just dieser Gral sein soll, also die Schale mit der das Blute Christi aufgefangen worden sei.. Das Blut selbst, findet man dann an anderen Stellen wieder, nicht in Wien, aber z.B. in der Kirche Sankt Vinzenz zu Heiligenblut am Großglockner, oder im Museum des Hospitz der heiligen Maria in Siena, aber auch in der Basilika Ravensburg-Weingarten... hier findet man dann das &quot;heilige Blut&quot;...<br />
Eine andere Sichtweise ist nun, daß es sich beim Gral um das Trinkgefäss handelt, welches Jesus Christi bei der Feier des Pessach Festes, bei vielen Christen als &quot;letztes Abendmahl&quot; bekannt, als Trinkgefäss verwendet hat. Hier sollen die berühmten Worte gefallen sein, wo er das Brot brach, es als seinen Leib bezeichnete, ebenso wie er den Kelch reichte, mit den Worten es sei sein Blut... Dieser Kelch ist es, den Indiana Jones sucht, aber auch allgemein als der eigentliche heilige Gral angesehen wird. Auch zu dieser Reliquie gibt es ein Stück, welches man sich ansehen kann, und vertraut man den Indizien, ist es just dieses Gefäss, welches die meisten Indizien auf sich vereinen kann, und daher mit großer Wahrscheinlichkeit das Gefäss ist, welches die Bezeichnung &quot;heiliger Gral&quot; verdient... Er wird in einem Seitenalter der Kathedrale von Valencia aufbewahrt, und es ist nicht die Bodenplatte, die goldene Verzierung, es ist schlicht das kleine Steingefäss auf der Spitze, unscheinbar und für die damalige Zeit auch nicht ungewöhnlich, welches gemeint ist. Gleiches gilt für den Becher, der in der Basilika San Isidoro in Nordspanien, präsentiert wird.<br />
Beim Gral geht es aber weniger um das &quot;Gefäss&quot;, sondern was den Gral so besonders macht, sind die Geschichten darum, die zumeist die sogenannte Gralssuche beschreiben, welche den Gral so beeindruckend machen. Weder die Schale in der Hofburg Wien, noch der Kelch in Valencia, noch das Grab der Maria Magdalena sind jetzt so &quot;geheim&quot; oder schwer zu finden, ja selbst die Besuche gestalten sich unschwer, sieht man von den Schlangen der Wallfahrer und Touristen ab.<br />
Doch schon zu Zeiten König Artus machten sich Menschen auf, den Gral zu suchen. Parzival, einer der Ritter dieser illustren Tafelrunde Englands schickte sich an, den Gral zu suchen. Seine Geschichte ist eigentlich fix erzählt: Parzival ist Knappe im Gefolge Ritter Gawans und erlebt immer wieder Abenteuer mit diesem Ritter, bevor er selbst, von Missgeschicken, Versuchungen und Unglücklichkeiten des Lebens den Gral findet. Der Roman wurde von Wolfgang von Eschenbach verfasst und gilt als eine der größten Geschichten des Hochmittelalters - versteckt sind es Geschichten, um Liebe, Sexualität, Ehebruch und natürlich auch Rittertum.<br />
Nicht nur Parzival ist ein Gralssuchender, auch Indiana Jones ist auf der Gralssuche ... und obwohl wenig über Indiana Jones bekannt ist, ist sein jüdischer Glaube doch immer wieder deutlich zu finden, symbolhafte Anspielungen, wie seine Furcht vor Schlagen und damit seine tiefe Abneigung sich der göttlichen Versuchung zu stellen, aber auch sein doch recht heilloses Spiel mit Liebe und Frauen sind hier klare Anspielungen auf seinen Glauben, aber auch auf die Gralssuche, die sich kaum so manifestiert, wie im drittel Teil, wo der Jude sich auch die Suche nach dem eigentlich christlichen Symbol des Allerheiligsten macht.<br />
Auch Dan Brown schicht seine Figur Robert Langdon auf eine Gralssuche, nur nicht nach dem Heiligen Kelch, sondern nach dem heiligen Mutterschoss, nach der Blutlinie Christi. Wie Parzival oder Indiana Jones findet er den Gral, muss diesen aber doch wieder hergeben und kann das Wissen darum auch nicht nutzen. Wie die Sucher zuvor, muss Langdon unzählige Gefahren und Rätsel überstehen, bevor Ihn die Erkenntnis heimsucht - und er endlich den wahren Gral findet und dort niederkniet, an der Rosenlinie unter dem Sternenhimmel. Das Buch schuf einen solchen Hype, daß der Louvre sich genötigt sah, Bilder zu veröffentlichen, um der Geschichte und dem Ende des Buches zu widersprechen. Robert Langdon kniet nicht an den Gebeinen der Maria Magdalena, auch wenn das Ende des Buches wunderbar schlüssig ist und die Geschiche abrundet. <br />
Wir können daher den Gral finden, sei es in der Hofburg zu Wien, im Seltenschiff der Kathedrale von Valencia oder die Gebeine der Maria Magdalena in St-Maximin-la-Sainte-Baume... doch den eigentlich Gral, den finden wir nicht. Denn wie Parzival und auch Indiana Jones erkennen, istz der Gral nicht die Sache, sondern die Suche nach dem eigenen Ich, nach dem eigenen Glauben, dem inneren Christus. Dieser ist für den Katholiken Parzival natürlich unterschiedlich zu dem des Juden Dr. Henry Walten Jones Jr., aber auch zu dem Gral, den Dr. Robert Langdon findet. Der Gral symbolisiert daher keine klare Sache, sondern eher die wahre, reine Erkenntnis - und die Gralssuche ist nichts anderes, als der Mühsame Weg eines Suchenden zu seinem eigenen Glauben, seiner eigenen Spiritualität.<br />
Es ist also nicht damit getan, daß Robert Langdon das Geheimnis von Sophie Neveu ergründet und damit sie als Nachfahrin Christi behütet, also erneut einen Schos der Blutlinie findet und gegen alls Gefahren schützt, nein... sein Abenteuer endet erst, als er endlich am wahren Grab Maria Magdalenas niederkniet... Seine Wallfahrt endet erst dort.<br />
Diese Wallfahrt oder Pilgerreise findet sich in vielen Religionen, doch die Gralssuche kann irgendwo als Mutter der Wallfahrten angesehen werden, als die höchste und heiligste Pilgerreise überhaupt - denn sie führt nicht zu einer Sache, einer bestimmten Reliquie, sondern sie führt zum eigenen Ich, zum Selbst und der tiefen, eigenen Spiritualität. Die harte Sache nimmt mehr und mehr dabei weiche Züge an, der Gegenstand, zu dem der Wallfahrende unterwegs ist, verliert mehr und mehr an Bedeutung und am Ende, wenn das materielle Ziel erreicht ist, ist oft das eigentliche Ziel noch lange nicht erreicht, aber klarer geworden. dies ist wohl die wichtigste Erkenntnis der Gralsssuche, das die Sache an sich weniger wertvoll und wichtig ist, wie das eigentliche, spiritistische, geistige und moralische Ziel. Und genau darum geht es bei der Gralssuche - und somit kann eigentlich jeder, egal welchen Glauben er besitzt, ein Gralssuchender werden.<br />
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Betrachten wir nun viele Torwarttrainer als Gralssuchende, werden wir rasch Parallelen finden. Dabei ist der perfekte Torwart der heilige Gral, der Torwart, der in allen Bereichen perfekt ist... und die Gralssuche mag das Bestreben der Tw Trainer darstellen, diesen perfekten torwart durch Methodik aber auch Philosophie zu erschaffen. Gern wird Manuel Neuer und seine Spielweise als heiliger Gral der Torwartposition dargestellt, aber nein, er ist es nicht, wie die deutliche Überlegenheit des FC Bayern auch ohne Manuel Neuer mit Ersatzman Sven Ulreich offensichtlich zeigt.<br />
Trotzdem: Michael Rechner, Sven Hofmeister, Patrick Foletti, Stefan Wessels, Klaus Thomforde, Thomas Schlieck oder Marc Ziegler... alle sind irgendwo Gralssucher. Sie suchen etwas, und nachdem diese etwas gefunden haben, stellen diese fest, daß der eigentlich Weg noch lange nicht zu Ende ist... der wahre Gral ist nicht der Torwart, aber auch nicht irgendeine Philosophie oder eine bestimmte Trainingsmethode... der wahre Gral ist die eigene Mathode, das eigene Selbst. Jetzt kann man gern seinen eigenen Gral zur Schau stellen, für andere wird dieser Gral aber nur Fingerzeig sein. Viele glauben, daß man einfach den Gral eines anderen übernehmen muss, um den eigenen Gral zu finden, werden hierbei aber bitter enttäuscht, denn die Gralsssuche kennt keine Abkürzungen. Man muss also auch dieser Versuchung widerstehen, will man den wirklich Gral finden. Im Umkehrschluss ist aber auch, daß niemand einem den Gral aufdrücken kann, denn das wird einfach nicht funktionieren. Man kann nicht den eigenen Gral &quot;herschenken&quot; und einen anderen damit beglücken, noch kann man einem anderen diesen Gral aufnötigen oder aufzwingen, weil dieser Gral einfach dann nutzlos sein wird. Man muss der Versuchung des Grals widerstehen.<br />
Das hier allerbeste Beispiel ist das Buch die &quot;7 Prinzipien der Meister&quot; von Hans Leitert. Für mich ein Werk, wo man die Gralssuche umso deutlich erfährt, aber auch, wie nahe Hans Leitert wohl einem echten, wahrhaftigen Gral gekommen ist, also einem Gral, der universell einsetzbar ist. Das Problem dabei ist: Dieser Gral, so universell er sich darstellt, ist allein nutzlos - er erschließt sich nicht und löst kein Torwartproblem. Doch die Universalität macht, was Hans Leitert auf seiner Gralssuche gefunden hat und dann präsentiert, schlicht, was anderen Gralssuchenden fehlt: Er gibt wichtige Hinweise, wichtige Fingerzeige auf dem Weg zum eigenen Gral. Der Gral Hans Leiterts ist daher keine Weitergabe des Grals von Hans Leitert, sondern es sind die wichtigen Punkte, ja Leuchtfeuer auf dem Weg zum eigenen Gral. So taucht Leiterts Gral hier und dort immer wieder auf, wie die Kieselsteine bei Hänsel und Gretel im Mondlicht, wie das rettende Leuchtfeuer der alten Leuchttürme. So ist auch der Gral selbst, wenn er gefunden wurde, nur der Wegweiser zum eigentlichen, ureigenen Gral. <br />
Wir finden daher nicht das beste Torwarttraining oder schaffen den besten Torwart, durch einfaches übernehmen eines Grals, oder das Aufsuchen dieses Grals und das übernehmen desselbigen, sondern dies muss uns der Fingerzeig, der Richtungsgeber auf der wahren Suche, dem wahren Weg zum Gral sein.<br />
Das vergessen viele Tw Trainer. Sie suchen den Gral, suchen diesen und wollen diesen &quot;geschenkt&quot; oder &quot;verliehen&quot; bekommen, viele sind dem Gral nahe, einie haben diesen erreicht, nur um zu befinden, daß der Gral den sie gefunden haben, nicht die erhoffte Erlösung, die erhoffte universelle Lösung ist. Viele verzagen hier, doch die Gralssage erklärt und, daß der gefundene Gral eben nicht der Gral ist, nach dem zu Streben oder zu suchen ist, sondern das der wahre Gral tief in uns selbst verborgen ist - und wir diesen Gral zu finden haben. Wir haben nicht den Gral der anderen zu suchen und zu finden, sondern unseren ureigenen Gral.<br />
Und jede Trainingseinheit, die wir tun, stellen wir damit wieder in diese Gralssuche... versuchen, wieder ein Stück näher dem eigentlich Gral zu kommen, und selten ist der Gral das Ziel, als vielmehr der Weg der eigentliche Gral ist. Nur dazu müssen wir diesen beschreiten, unablässig, dürfen nicht scheuen und schrecken, dürfen nicht der Versuchung anheim fallen, sondern müssen treu dem Wege sein, der sich verändert, aber immer wohl zum Ziele führend... viel hängt hier an Glaube, an Erkenntnis, an Erfahrung, aber auch an den bei Parzival bezeichneten Missgeschicken und den daraus erhaltenen Lehren. Nicht birgt mehr Erkenntnis, als die Lehre aus einem Fehler, einem Missgeschick, man muss es nur annehmen. Das versucht auch Yoda dem alten Luke Skywalker zu erklären, offen, ob der alte Jedi Meister es seinem Schüler vermitteln konnte... Jaja, wenn wir schon dabei sind, auch die Fortsetzung der Star Wars Trilogie hat Grundzüge einer Gralssuche, selbst die alten Teile enthielten immer diese Grundmsuter einer Gralssuche... und egal wie man es dreht und betrachtet, jeder Gral war anders, und nein, keiner davon war der wohl wahre, echte, reine Gral.<br />
So geht es dann auch den Tw Trainern... Sie suchen den Gral, diese universelle und allgemein und allumfassend gültige &quot;Trainingslehre&quot; um den perfekten Torwart zu erschaffen, übersehen dabei, daß dies wahrscheinlich gar nicht geht, noch das eigentliche Ziel ist oder sein kann... aber sie wollen es so fest... <br />
Der Weg des Torwarttrainers ist eine Gralssuche, und nein.. wahrhaft gefunden hat den Gral wohl noch keiner. Aber einige, die waren sehr nahe...</blockquote>

]]></content:encoded>
			<dc:creator>Steffen</dc:creator>
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		</item>
		<item>
			<title>Wer zuviel misst, misst Mist - Gedanken in der Winterpause</title>
			<link>https://forum.torwart.de/de/entry.php/499-Wer-zuviel-misst-misst-Mist-Gedanken-in-der-Winterpause</link>
			<pubDate>Mon, 08 Jan 2018 12:35:41 GMT</pubDate>
			<description>Winterpause, und irgendwo... auch im Kopf ist derzeit Flaute. Gedanken kommen dann, wenn man sie nicht braucht... und irgendwo führt man Krieg gegen...</description>
			<content:encoded><![CDATA[<blockquote class="blogcontent restore">Winterpause, und irgendwo... auch im Kopf ist derzeit Flaute. Gedanken kommen dann, wenn man sie nicht braucht... und irgendwo führt man Krieg gegen sich selbst. Kreig gegen die Dinge des Alltags, die dem Wunsch nicht entsprechen. Die Gedanken zerren einen in eine Traumwelt, oder tolle Gedanken kommen, und lenken einen von der Wirklichkeit ab. Es herrscht nicht selten Krieg in meinem Kopf... <br />
Wisst Ihr, selbst Pazifisten müssen erkennen, daß diverse Dinge der Kriegsführung in Alltagsleben heute kaum mehr weg zu denken sind und das die zivile Errichtung ähnlicher, oder gleicher Strukturen einfach nicht gezogen hat.<br />
Ohne Werner von Braun wären die US nicht auf den Mond gekommen, ohne seine Ingenieure hätte es das Sojus Programm nie gegeben. Doch das ist nicht alles, auch die Strahltriebwerke, die ein Verkehrsflugzeug antreiben, hätte es ohne militärische Triebkraft nicht gegeben, denn nur unter dem Deckmantel der militärischen Rüstungstechnik war genug Geld da, um diese Techniken zu fördern… Es ist so furchtbar, daß man die militärischen Dinge der Rüstungstechnik braucht, damit überhaupt für den zivilen Markt Entwicklungen und Fortschritt in dem Maß sich etablieren.<br />
Schaut man sich die Jahre des kalten Krieges an, sind Ost wie West immer weitere und neuere Technologien entwickelt worden, die das Zivilleben nachhaltig beeinflusst haben - hochwertige Treibstoffe, die Optimierung der Verbrennungsmotoren. Vieles fusst leider auf den Technologien der Militärischen Rüstungstechnik, ohne die es im zivilen diese Fortschritte nicht gegeben hätte. Es gibt genug Theorien woran diese Entwicklungsfreude im und auf dem militärischen Sektor liegt, doch uns soll das erst einmal nicht beeindrucken.<br />
<br />
Denn ein militärisches System wird uns die nächsten Momente immer wieder begleiten, es handelt sich ums das GPS System. Eigentlich ist das System sehr genau, aber eben nur eigentlich. Denn logischer Weise behält das Militär diese Finessen für sich.<br />
Trotzdem, das GPS beeinflusst uns Sportler und bitte, wir sollten uns jetzt nicht vergleichen.<br />
Schaut man sich an, so wurde erst kürzlich ein Video zum „Bombodrom“ der TSG Hoffenheim gepostet. Man stelle sich einen Raum vor, der unterschiedliche Ballschussmaschinen hat, und dann ringsum Felder hat, durch die der Ball gespielt werden kann. Jedes der Felder kann durch ein Leuchtsignal und akustisches Signal benannt werden, ebenso auch, woher der Ball kommt.<br />
Der Spieler steht nun erst einmal, im Zentrum, dann ertönt ein Signal und auch die Ballauswurföffnung wird mit einem Lichtsignal benannt. Der Spieler muss dann den Ball in eines der umgebenden Felder spielen, welches akustisch und/oder durch ein Lichtsignal bezeichnet wird.<br />
Der Spieler muss als den Ball annehmen, sich so vorlegen, daß er die Zielöffnung gut anspielen kann.<br />
Und dies wird Video überwacht, aber auch zeitlich erfasst, wie rasch der Spieler den Ball angenommen und gespielt hat. Natürlich ist One-Touch also der direkte Ball die schnellste Lösung, aber nicht immer möglich. Daher ist die Verarbeitungszeit sehr wichtig, denn sie wird nicht nur durch die Wahrnehmung, sondern auch die technischen Fertigkeiten des Sportlers beeinflusst. Es soll hier als Beispiel dienen, wie eng ein Sportler heute überwacht und „vermessen“ wird.<br />
Blicken wir in die Formel Eins. Nicht nur die Motoren sind zu dem was wir kennen völlig unterschiedlich, sondern auch die enge Überwachung. Der Motor wird zu jeder Sekunde des Rennens überwacht, Drehzahl, Drehmoment, Verbrauch… Doch nicht bloß der Motor wird so überwacht. Sondern auch der Wagen. GPS Sensoren überwachen die Position und das mit der militärischen Präzision, die Wagenlage, also Drift, Beschleunigung , Übersteuern und Untersteuern - all das wird überwacht und bildet punktgenau einen Status des Wagens und seiner aktuellen Rennleistung. All diese Daten geben damit den Rückschluss, wie gut der Fahrer den Wagen steuert und beherrscht. Denn die Rennstrecke ist bekannt und wurde vermessen. So hat ein Computer auf den Autodaten basierend die ideale Runde errechnet und in vielen Simulationen „ausgefahren“ - und damit ein Modell erstellt, wo wie und wann der Wagen wie zu behandeln ist, damit er diese ideale Runde fährt und schafft. Doch das muss der Fahrer nun tun, und anhand der errechneten Daten, sieht man, ob er das geschafft hat, oder eben nicht. In den meisten Fällen schafft das der Fahrer nicht, denn wir sind Menschen und solche Perfektion, Runde um Runde erreichen wir nicht. Zudem kommt unter Rennbedingungen auch erschwerend hinzu, daß andere Rennfahrer anwesend sind, die eben die optimale Position und dann auch optimalen Brems und Beschleunigungspunkte, oder auch Lenkpunkte verhindern… trotzdem kann der Rechner aus den Positionen und der theoretischen Optimalposition, den theoretischen perfekten Motordaten und den erreichten Motordaten, der theoretischen Optimallage des Wagens und der gemessenen Wagenlage jetzt ganz klar ausrechnen, wie optimal der Fahrer den Wagen beherrscht und auf der Strecke liegt.<br />
Das finden wir aber nicht bloß in der Formel Eins, sondern auch im Ralley Sport oder bei den Tourenwagen. Es ist eben der Bereich Topsport im Profisport.<br />
Das kann man nicht mit dem Amateursportler vergleichen, der vielleicht über ein kleines Equipment seine Positionen bestimmen kann, ein paar Motordaten auslesen und dokumentieren kann. Aber es fehlt einfach die so professionelle Ausarbeitung der theoretischen Optimaldaten.<br />
Auch im Profifussball wird gemessen, wie oben eben im „Bombodrom“ der Hoffenheimer Profis, doch auch auf dem Platz. Tempo, Position wird mit dem GPS System überwacht, eng wird Sauerstoff und Puls überwacht, ebenso die Körpertemperatur … Also auch hier weiß man um die Position des Spielers und dank der in den Stadien vorhandenen Technik weiß man sogar, wo der Ball ist. Es ist daher kein Wunder, daß Adidas Bälle entwickelt hat, die einen Chip integriert haben, der ebenfalls Tempo und Positionsdaten, ebenso den Spin übermittelt. Nimmt man das alles zusammen, kann man auch sehr eng Rückschlüsse auf die Spielperformance nehmen.<br />
Das alles ist im Moneyball Prinzip enthalten, wo Statistiken die Sportler erfassen, und damit auch zeigen, ob er eben die optimale Position, aber auch ob er die optimalen Entscheidungen getroffen hat.<br />
<br />
Wir messen daher und das greift auch auf den Amateur-Sport über. <br />
Wie viele Trainer versuchen ihre Sportler mit Messwerten zu erfassen und dann Rückschlüsse daraus zu ziehen. Eines der typischen Beispiele sind in den Sommervorbereitungen zu Saisonstart durchgeführten Cooper Tests.<br />
Wisst Ihr, der Cooper Test ist zum ermitteln der aeroben Ausdauerleistung. Er wird gern durchgeführt, weil er einfach durchzuführen und auszuwerten ist. Denn es geht darum, daß die Läufer an einer Stelle loslaufen und wie weit diese innerhalb von 12 Minuten Laufdauer kommen.<br />
Doch was die meisten Trainer dabei ausblenden, ist das der Cooper Test extrem durch externe Faktoren beeinflusst wird. Er ist für einen Fussballer kaum Repräsentativ, denn die eigentliche aerobe Ausdauer des Sportlers ist für die spätere Mennschaftsleistung nur ein vager Anhaltspunkt. Denn trotz dieser Tests finden am Ende kaum eine einzige Rückschlussmöglichkeit statt, die aufzeigen würde, wie diese Fitness die Mannschaft beeinflusst. Denn Fussballer sind keine Marathon Läufer, die über eine lange Dauer mit einem Tempo sich im Ausdauerbereich bewegen. Fussballer sind Intervalsportler und nicht selten steht der Sportler auch. Bei einem Marathonläufer undenkbar, aber beim Fussballer, insbesondere beim Torhüter absolut Standard.<br />
Zwar haben Messungen ergeben, daß der Torhüter im Gegensatz zu früher heute nahezu die doppelte Strecke läuft, aber in der Regel kann man so zwischen 5-7 Kilometer im Schnitt für einen Profifussball im Tor. In der englischen Premier League gab es dazu eine Studie Valter di Salvo der ermittelte, daß die Torleute zwischen 5,6 Kilometer im Schnitt zurück legen,  Dabei werden ca. 3/4 der Strecke im Schritttempo zurück gelegt. Hingegen wird die Strecke von 100 bis 150 Meter im Vollsprint zurück gelegt.<br />
So hat z.B. Ralf Fährmann am 33. Spieltag der Saison 2011 eine Laufleistung von 6,8 Kilometer zurück gelegt, Mitch Langerak lief 6,3 Kilometer… Für Manuel Neuer und Oliver Baumann sind Spitzenwerte von über 7 Kilometer gemessen worden, aber das sind Ausnahmen.<br />
Denn wir oben erwähnt, bewegt sich der Torhüter zwar eher konstant, aber nicht im Lauftempo über den Hauptteil der Strecke, sondern eher im Gehen - und nur eine sehr, sehr kurze Zeit im höchsten Tempo.<br />
Trotzdem ist die Ausdauerleistung wichtig - sie bestimmt einfach, wie lange der Sportler die Konzentration hoch halten kann. Daher ist es nicht zwingend wichtig, wie schnell ein Torwart eine bestimmte Strecke zurück legt, oder in welcher Zeit er welche Strecke schafft, sondern es ist eher wichtig, daß der Torwart eben rund 2 Stunden mit höherer körperlicher Belastung zurecht kommt. Er sollte daher in seinem eigenen Tempo rund 8 Kilometer laufen können, um ein paar Reserven zu haben und für die meisten Amateure gelten hier in der Regel so runde 6 Kilometer… aber das Tempo ist weniger wichtig.<br />
Viel Trainer, die also einen Cooper-Test bei Torleuten fahren, fahren einen Test ohne Aussagekraft. Sie messen etwas, was völlig umrelevant und völlig ohne Aussage ist - Torleute betreffend, und auch wahrscheinlich die Feldspieler betreffend, insbesondere im Amateur Bereich. Trotzdem, man hält daran fest und möchte, was Profi Vereine machen, zumindest im Kleinen &quot;abbilden&quot;. Diese Excel-Trainer, die jeden Spieler in einem Excel Sheet erfassen und dann auch zu jedem Training eine Note verabreichen vergessen oft, daß deren Impressionen nicht von Fakten, sondern von subjektiven Eindrücken geprägt sind.<br />
Bei Profi Vereinen steht der Video Analyst da, nimmt das Training auf und markiert jeden Ballkontakt der Spieler. Zudem werden Laufwege, Körpermesswerte sehr engmaschig erfasst. Sprich, zu bestimmten Momenten kann man dann festhalten, wie z.B. Frank Ribery im Training gelaufen ist, welche körperlich Belastung dabei aufgetreten ist, wann welche Geschwindiogkeiten abgerufen worden sind. Kommt dann die Video Analyse hinzu, sieht man zudem, wie viele Bälle Frank Ribery angenommen hat und wie viele Torabschlüsse oder Pässe er gespielt hat, aber auch, wie viele davon erfolgreich waren.<br />
Das wird auch immer wieder in den Statistiken der Fussball Übertragungen genannt, wo man von Ballbesitz spricht und erfasst, wie viel und wie lange eine Mannschaft in Ballbesitz ist, aber oft wird dabei sogar die Passquote noch ermittelt.<br />
Dabei geht jetzt das &quot;Bombodrom&quot; der Hoffenheimer, welches offiziell Footbonaut heißt, einfach hochpräzise Wege, denn hier wird nicht nur die Effektivität bewertet, sondern auch wie agil der Spieler reagiert. Denn die Zeit von der Ballannahme bis zum Treffer des Feldes misst die Anlage auf Bruchteile genau, während Kameras zudem dem Spieler auf die Füsse sehen. Kleinste Technikfehler werden so offenbar und man kann jeden Hauch verbessern. Für Torleute natürlich auch, denn hier werden z.B. die raschen Umschaltmomente in der Ballannahme bis zum Abspiel oder Abwurf ebenso erfasst. Das heißt Flanke fangen und dann abwerfen, oder Ball fangen und abschlagen... das muss rasch gehen und zudem: Man muss treffen. <br />
Eine solche Anlage misst einfach hochpräzise und die engmaschig erfassten Ballverarbeitungsdaten der Spieler, einzeln, aber auch in Gruppen. Damit wird klar, wie eng eine Spieler heute erfasst und dokumentiert werden kann. Doch wie wichtig sind diese Werte in der Praxis?<br />
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Ich ziehe diese Werte nicht in Frage und denke, daß es für die Profis mehr als Sinn macht, die Frage ist eher, wie viel Sinn macht die reine Theorie in einem Spiel, welches von Chaos beherrscht wird?<br />
Wir machen uns lustig, über einen Torwart, der den Rückpass bekommt und dann, weil ein kleiner Huckel da ist, den Ball nicht schlägt, sondern ein Luftloch tritt. Ein völlig engmaschig erfasster Spieler begeht einen Kardinalfehler - ob jetzt dann auch auch noch ein Gegentor dadurch erfolgt oder nicht - wir sehen einfach, es sind oft Kleinigkeiten, die das Spiel signifikant beeinflussen und sogar verändern können.<br />
Ein kleiner Rutscher im Belag der Profi Handschuhe kann einen Lapsus beim Fangen bewirken, der Torwart muss nachfassen, gerät aus der Konzentration... laut dem Excel Sheet der Trainer ein Unding. Doch, es kommt vor. So professionel auch gearbeitet wird, so perfekt viele der Torleute auch sind, es sind alles keine Maschinen. Vielleicht ist die Erfassung der Profis wirklich wichtig, denn gerade auf diesem Niveau, es sind einfach oft Geringfügigkeiten die den Unterschied letztendlich ausmachen. Doch im Amateur Bereich?<br />
Eine 1000 Euro teure Software zur Erfassung der Spieler, der Leistungsdaten und so weiter... wer bitte nutzt und pflegt ein solches System so umfassend, wie es diese Software hergibt?<br />
Welchen Wert haben die Ergebnisse des Coopertests, wenn zur Winterpause die Truppe auf dem Abstiegsrang der Tabelle steht?<br />
Welchen Wert haben die Schulnoten eines Jugendtrainers, wenn diese nicht durch klare Fakten und nachprüfbare Belege untermauert sind?<br />
Messen wir vielleicht zuviel?<br />
Nehme wir doch mal den Bayern Spieler Thomas Müller, seines Zeichens Nationalspieler und auch einer der Weltmeistermannschaft von 2014. <br />
Rein subjektiv betrachtet, ist dieser Spieler sehr wertvoll. Trotzdem stand er sowohl unter Pep Guardiola als auch unter Trainer Carlo Ancelotti sehr oft eher auf dem Abstellgleis. Hinterfragt man es, so erhält man die lapidare Aussage, daß Thomas Müller nicht &quot;ins System passt&quot;. Diskutiert man solche aussagen, fällt auf, daß einfach auf dem theoretischen Reisbrett der Trainer ein solcher Spieler schlicht aus dem Rahmen fällt. Er trifft oft nicht die theoretisch korrekten Entscheidungen, seine Ballverarbeitung ist oft nicht optimal und auch seine Ballverarbeitungszeiten liegen oft unter dem Durchschnitt. Ein solcher Spieler verspricht nicht optimale Mannschaftsperformance, er wird daher von vielen Datenbanksystemen aussortiert. Die theoretischen Fakten widersprechen der subjektiven Wahrnehmung.<br />
Diese Kluft lässt sich bei vielen nicht einfach schließen, denn sie sind einfach ein Chaosfaktor. Doch dieses Chaos ist, was der Mannschaft gut tut, sie sind der kreative Moment, der unberechenbar macht.<br />
Eine Mannschaft heute, engmaschig erfasst, in Datenbanken ausgewertet verteidigt nach einem System, bewegt sich in einem perfekten Schwarm kann durch das kleine Chaos ausgehebt werden, denn dieses ist nicht berechenbar, nicht vorhersehbarr. Hier versagt der Rechner. Der Rechner gibt einen Querpass vor und ermittelt aufgrund der Positionen der Spieler damit eine Torerfolgschance von über 95%, doch der Spieler spielt nicht ab, statt dessen zieht er den Ball mit dem linken Aussenrist ungelenk und technisch imbrillant, schludrig und unpräzise auf's Tor. Der Torwart völlig überrascht, verfehlt den Flatterball und die Bude sitzt... Der Rechner bewertet die Situation als imperfekt, doch gewinnt die Mannschaft, trotz Feldüberlegenheit nur durch dieses Tor. Das theoretisch denkende System, ausgehebelt durch das kleine Stück Chaos, ein Spieler der so ein Tor schießt, auf der Ersatzbank aufgrund der Datenbank.<br />
Als ein Mensch, der aus der Technik kommt, sich mit grafischer Datenverarbeitung befasst hat, kenne ich den Spruch, den mein Meister mal prägte: &quot;Wer zuviel misst, misst Mist!&quot;<br />
Das hat sich bis heute gehalten! Denn das vollständige erfassen von Werten mag zunächst oft zielführend erscheinen und dient in der Regel auch als Entschuldigung, doch die Theorie ist bloß ein Beispiel, kann aber die Praxis nicht immer korrekt abbilden. Denn, das wußte schon Erich Limpach. Noch trefflicher beschrieb es Sir Arthur Coana Doyle in seinem Roman &quot;Ein Skandal im Böhmen&quot;, wo Sherlock Holmes den Satz spricht: &quot;Es ist ein kapitaler Fehler zu theoretisieren, ehe man Daten hat. Unvernünftigerweise verdreht man dann die Fakten, damit sie zu den Theorien passen, anstatt seine Theorien den Fakten anzupassen.&quot;<br />
Doch genau dies geschied oft im Fussball! Da wird gemessen, ermittelt, benotet - doch irgendwie will das alles nicht passen. Würde man danach gehen, hätte Thomas Müller nicht in der Nationalmannschaft spielen dürfen, und Manuel Neuer dürfte nicht mehrfacher Welttorwart sein, von Gianluigi Buffon mal ganz abgesehen. Irgendwo im Wertesystem sind da nämlich andere Torleute, wie Oliver Baumann und Ralf Fährmann seutlich weiter vorn, aber irgendwie...<br />
Wie gesagt, bei den Profis mag dieses Messen und Ermitteln der Spielerleistungsdaten auch in Ordnung sein, nur im Amateuerbereich ist das etwas, was nicht wirklich zielführend ist. Denn wer das machen möchte, muss erst einmal anfangen, die kleinen Dinge zu beobachten und zu korrigieren. Dazu gehört, daß Spiele aufgezeichnet werden, daß dann Spielzüge untersucht werden - und klar ermittelt wird, warum denn Gegentore gefallen sind, oder warum Tore nicht erzielt worden sind.<br />
Das kommt vor dem Messen, dieses Beobachten und Analysieren. Nur, vielen Trainern liegt dieses Beobachten nicht, sie haben lieber ein schönes Datenblatt vor sich liegen, mit welchem Sie dann aufgrund der Spielerbewertungen ihre Top Mannschaft aufstellen - und sich dann, oft von mehr von Sieg zu Sieg zittern, als souverän einen Gegner zu stellen und zu schlagen. Oft sind es dann Dinge, die den Ausschlag machen, die nicht auf dem Zettel stehen... Kampfgeist, Körperlichkeit und Wille<br />
Aber etwas ist da, was sich nicht messen läßt... das ist diese Kreativität, diese Einzigartigkeit... dieses Ding, von einem Spieler, der augenscheinlich nicht kicken kann, irgendwie gar nicht in dieses System passen will, und dann eben der ist, der wie der letzte Nagel den Deckel zumachen kann. Der Spieler, der im Sprint leicht zu halten ist, aber scheinbar im Zweikampf nicht mal selbst weiß was er tut und daher den Verteidiger nur alt aussehen läßt. Der Spieler, der eben nicht mit dem Vollspann auf das Tor schießt, sondern das Ding irgendwie leicht dummdusselig mit der Picke trifft und unhaltbar ins Kreuzeck zimmert. Dieser Spieler, der durch alle Raster der Datenbanken fällt, völlig unauffällig in den Mess-Systemen ist - und dann trotzdem diese Dinger macht... das einzige, wo er auffällt, ist, daß er rennt, ackert und schafft, aber viele würden es für ineffektiv halten.<br />
Eben Torleute, wie Manuel Neuer, die nie Technikbroschüre eines Verbandes zieren würden, weil deren Tw Technik mal so gar nicht dem entspricht, was alle Theorie sagt, die aber dann mit Aktionen glänzen, die so unwirklich wirken, aber dann eben die wichtigen Punkte retten.<br />
Wie will man das messen? Für so etwas gibt es nur die Kategorie &quot;ausserordentliche Sonderklasse&quot; - denn diese Spieler passen nicht ins System, aber für uns Trainer, für uns Trainer muss es wichtig sein, daß wir das entdecken und festhalten können.<br />
Und vor allem als Amateur Trainer gilt mehr denn je: &quot;Wer zuviel misst, misst Mist!&quot;<br />
Weg vom Excel Sheet, weg von der Fussball-Spielerdatenbank - raus in die Wirklichkeit.<br />
Du brauchst das &quot;Auge des Trainer&quot; - Du musst erkennen, was wie und wo. Du musst das warum erklären können und vor allem - DU musst es sehen, DU musst es erkennen! Wenn Dir bei einer Sache etwas komisch vorkommt, schau es Dir nochmals und ggf. nochmals an, mach ein Video davon und schau dann notfalls mit der Zeitlupe hin - erkläre es Dir und wachse. Erst wenn dieses System greift, erst wenn dieses System auch erfolgreich ist, dann kannst Du dazu übergehen, Spielerdinge in Datenbanken einzutragen oder Spieler zu bewerten!<br />
Kannst Du das nicht, erspare Dir all diese Messungen - sie sind dann am Ende nur Entschuldigungen dafür, wenn es nicht gereicht hat. Sie sind dann nur deine Erklärung, aber oft nicht mal das, denn in der Theorie dieses Datenbanken hätte man gewinnen müssen, der Gegner wäre chancenlos gewesen. Doch hier zeigt sich, daß die Praxis nicht immer der Theorie folgt, insbesondere, wenn Fakten im Hier und Jetzt auf dem Spielfeld passieren - und daher nicht den &quot;Vorhersagen&quot; der Analysen der Datenbanken und Spielereinträgen folgen...<br />
Ahnungslosigkeit kann auch die beste Software, die tollste PowerPoint Präsentation oder die tollste Rethorik kompensieren.</blockquote>

]]></content:encoded>
			<dc:creator>Steffen</dc:creator>
			<guid isPermaLink="true">https://forum.torwart.de/de/entry.php/499-Wer-zuviel-misst-misst-Mist-Gedanken-in-der-Winterpause</guid>
		</item>
		<item>
			<title>Der Zauberlehrling - oder wie verteile ich Fähigkeitenpunkte</title>
			<link>https://forum.torwart.de/de/entry.php/498-Der-Zauberlehrling-oder-wie-verteile-ich-Fähigkeitenpunkte</link>
			<pubDate>Fri, 01 Dec 2017 05:55:34 GMT</pubDate>
			<description>Boah, ich bin noch ganz geplättet vom Wochenende. Das man ein Derby *4:4 gewinnen* kann, daß ist das definitive Fazit des 13. Spieltags der...</description>
			<content:encoded><![CDATA[<blockquote class="blogcontent restore">Boah, ich bin noch ganz geplättet vom Wochenende. Das man ein Derby <b>4:4 gewinnen</b> kann, daß ist das definitive Fazit des 13. Spieltags der Bundesliga Saison 2017/2018... Chapeau Schalke!<br />
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Das ist so ungefähr, wie wenn man FIFA18 spielt und der andere einen erst mal kommen läßt, bevor er einem furchtbar die Hütte vollknallt. Ich mein, spielt Ihr Video Spiele? <br />
Gut, ich gabe es zu, so ein bissi spielen tu ich auch, aber ich bin jetzt kein Zocker. Früher, ja sicher! Aber die Zeiten von Elite, Ports of Call  und Die Siedler sind vorbei. Doom und Wolfenstein habe ich nie gespielt... Winter Games und Summer Games waren episch, aber ich war nie der Joystickschüttler wie andere, daß habe ich nie geschafft... aber eins konnte ich immer schon: Gebannt zusehen.<br />
Zum Leidwesen meiner Mutter stand ich oft stundenlang und habe den Suchties beim Arcade zugeschaut, wie diese Defender gespielt haben, oder später mit wesentlich besserer Grafik dann Green Berret oder Xain'D Sleen'A... Natürlich fand das meine Mama nicht toll, aber damals - ich war ein guter Zuschauer, geduldig und leise, aber gebannt. Einige der Suchties kannten mich schon, denn zum Spielen selbst, war ich nicht alt genug und hatte auch nicht wirklich Interesse. Es war mir zu teuer und ich nicht gut genug dafür.<br />
So ist das heute noch, trotz PlayStation und der Möglichkeiten bin ich ein &quot;Gamepad Legastheniker&quot; geblieben... weder komme ich mit den Symbolen, noch mit der Vielzahl von Tasten zurecht, es ist nicht meine Welt, dies zu bedienen. Klar, ich könnte das lernen - doch dazu habe ich einfach nicht die Lust, noch die Zeit. Aber trotzdem fröne ich Video Spielen und so sind Klassiker, wie God of War, die Assassins Creed Folgen und natürlich das weltbekannte Witcher3 nicht an mir vorrüber gegangen. Ich habe zwar nicht selbst gespielt, aber bei Assassins Creed BlackFlag, Unity und Syndicate war ich ebenso eingebunden und dabei, wie bei The Wirtcher3 - welches wir von Anfang bis Ende gespielt haben - und in vollen Zügen genossen haben.<br />
Auffällig dabei ist, daß eben das Ausrüsten des Charakters, gerade bei Assasins Creed oder Witcher 3 viel Einfluss darauf haben, wie man das Spiel spielt. Gerade bei Assassins Creed spielen viele Spieler einen typischen Hack'n Slay Stil, und benutzen daher die Charakterpunkte völlig anders, statten daher den Charakter mit völlig anderen Fähigkeiten aus, als wir dies tun, die wir eher einen &quot;Sneaky Beaky&quot; Stil bevorzugen. Auchg bei Witcher 3 haben wir den Charakter wesentlich mehr auf bestimmte Magische Fähigkeiten aufgerüstet, als Wert auf Ultra Starke Waffen zu legen. Der Einsatz von hochpotenten Tränken, Ölen und anderen Mittelchen war bei uns wesentlich stärker ausgeprägt, als bei anderen Spielern. Zudem rennen wir in den OpenWorld Spielen nicht der Hauptstory hinterher, sondern erkunden auf eigene Faust die Gegend und befassen uns viel mit Neben-Aufgaben, so daß wir die Hauptgeschichte eigentlich eher beiläufig spielen und da wir dann meistens für die Aufgaben schon übermäßig stark sind, auch oft mit Leichtigkeit. Dafür fesselt uns das Spiel wesentlich länger und vom Gefühl nehmen wir weit mehr vom Spiel mit, als der gewöhnliche Spieler.<br />
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Doch darum geht es hier gar nicht, sondern es geht um Fussball Torleute - das Streben nach der Perfektion. Es fällt mir immer wieder auf und man kann mit noch so vielen Torwarttrainern diskutieren: <b>Haben diese zwei Torleute, würden die Trainer beide Torleute gern zu einem Torwart verschmelzen</b>. Isso!<br />
Das liegt an den Fähigkeiten und wir kennen das ... Der eine ist ein Gott in Spieleröffnung und Raumverteidigung, aber schwach auf der Linie und im Eins gegen Eins... der andere stark im Eins gegen Eins und auf der Linie richtig klassisch, aber oft fehlt im das Auge beim Anspiel eines Mitspielers und auch bei Flanken ist er nicht unbedingt so ein Keeper, der da wirklich sich weit rauswagt, sondern lieber sicher bleibt.<br />
Betrachtet man dies, fällt auf, daß es logisch ist, der eine der ist nicht so reaktionsstark, hat aber eine tolle räumliche Orientierungsfähigkeit, der ist alles was Raumverteidigung und damit auch Erkennen der Räume im Anspiel angeht, einfach besser. Der holt auch weitere Flanken sicher, weil er einfach sich selbst, den Raum und den Ball besser in Relation bringen kann, sowie damit auch Bewegungen der Mitspieler. Er erkennt damit auf dem Spielfeld auch mit dem Ball am Fuss wesentlich leichter seinen freien Mann. Das ist in etwa, wie der Schachspieler, der im Gegensatz zum Anfänger das Spielfeld komplett sieht, die Möglichkeiten mehr erkennt... Da Ihm aber dann Reaktion und vor allem oft die Koppelungsfähigkeit der Gliedmaßen ein wenig abgeht, aber auch Bewegungslernen nicht so sein Ding ist, ist er auf der Linie wesentlich schächer. Im Eins gegen Eins kommt er zwar zumeist in eine gute bis sehr gute Position, wird dann aber trotzdem oft überwunden, weil er nicht rasch genug auf den Abschluss reagieren kann, was das kluge taktische Verhalten stark einschränkt.<br />
Hier hat der andere Keeper Vorteile, bei Ihm sind Koppelungsfähigkeiten, Reaktionsfähigkeit und Umstellungsfähigkeit oft wesentlich stärker ausgeprägt. Hauptsächlich aber Reaktionfähigkeit.  Er kann mithilfe diese rascher Bewegungsmuster abrufen, die Bewegungen sind zudem schneller und insgesamt ist er ein sehr flinker Atleth. Im fällt es leicht, auf Sinnes Eindrücke zu reagieren, Sinneseindrücke zu verarbeiten und aufgrund dieser dann entsprechende Aktionen zu starten... Leider fällt Ihm die Orientierung oft ein wenig schwer und er kann sich nicht immer so optimal in den Raum versetzen, daß er wirklich 100%ig steht und auch im Eins gegen Eins ist er stark aufgrund der Reaktion, aber das Erreichen von Optimaler Position und Distanz ist nicht immer so großartig, wenn auch seine Quote hier wesentlich besser ist, weshalb hier sehr oft das weniger intelligente taktische Verhalten ausgeglichen wird.<br />
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Wir haben also hier mal zwei Torleute beleuchtet und sicher, die meisten Tw Trainer werden jetzt ob dieser Beschreibung sogar wissentlich nicken. Denn viele von uns haben just das erlebt.<br />
Wie gerne würde man als Tw Trainer jetzt aus beiden Torleuten einen einzigen machen, der jweils die Stärken des einzelnen in sich vereint.<br />
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Wisst Ihr, und ich kritisiere ja oft Manuel Neuer... doch schaut es Euch genauer an, werdet Ihr feststellen, das Manuel schlicht ein Torwart der ersten Kategorie ist, weshalb mir diese Beschreibung eingefallen ist - bei der Zweiten Beschreibung musste ich an Oliver Kahn denken. Manuel ist zwar auf der Linie auch stark, aber bei weitem nicht so, wie andere, auch im Eins gegen Eins steht er oft absolut optimal, aber bekommt das Ding häufiger gedrückt, wie z.B. Oliver Baumann... Diese Stärken, die ein Torwart hat, sind nicht gleichmäßig verteilt, noch sind diese, trotz allen Trainings, so ausbildbar, daß man diese jeweils auf ein Maximum kommt. Sprich ich werde hier immer deutliche und oft sogar relativ auffällige Unterschiede entdecken. Auch im Training, wenn ich in Schwerpunkten bestimmte koordinative Fähigkeiten in den Einheiten behandele, wird das auffällig, auch wenn insgesamt die Torleute hier zum Teil überdurchschnittlich agieren, sind die Unterschiede oft für den Tw Trainer auffällig. Über diese Fähigkeiten aber stellt sich dann das Torwartspiel dar.<br />
Ich kann zwar mit dem Reaktiven Torwart jetzt wie Klotz nur noch &quot;Fussball spielen&quot;, um diesen fussballerisch zu &quot;verbessern&quot; - doch letztendlich, er wird sich schwer tun und immer irgendwo Defizite aufweisen. Bei Reaktionsübungen wird hingegen der Andere seine Defizite haben und ich kann das forcieren wie ich will, auch er wird sich weniger steigern und auch nie dabei so den Spaß und die Leidenschaft entwickeln, wie der andere Torhüter.<br />
Das stellt mich als Trainer natürlich vor ein gewisses Problem - ich kann die Ansprüche runter fahren. Dann sind alle Fähigkeiten gleich, <b>aber</b>durch diese &quot;<i>Standardisierung</i>&quot; schraube ich einfach Fähigkeiten und Fertigkeiten runter, mache das weniger und erreiche vielleicht zwei gleich gute und gleichstarke Torleute, nie aber überzeugende und eindrucksvolle Leistungen. Oder aber ich lerne mit diesen Schwächen und Stärken zu leben, das bedingt aber auch, daß Mannschaftstrainer es verstehen müssen. <br />
Es hat schon einen Grund, warum Philipp Lahm auf der Aussenbahn in der Defensive wesentlich besser gewesen war, als dann im defensiv zentralen Bereich. Es hat Gründe, warum ein Timo Werner im Sturm spielt und nicht als Innenverteidiger. Auch der Grund, warum ein Zinedine Zidane zentral vorn spielte und nicht der Vorstrecker in der Spitze war, oder warum ein Toni Kroos auf dem 6er spielt und nicht auf der Aussenbahn.<br />
Natürlich könnte der Mannschaftstrainer jetzt, wie man es bei Lahm versuchte, diesen von Aussen nach Innen ziehen, auf den defensiven Sechser.. aber Philipp Lahm machte seine Rolle dort gut, aber glänzen konnte er nicht. Er glänzte auf der Aussenbahn, hier erreichte er einfach Leistungen, die von anderen Spielern unerreicht blieben, selbst wenn diese in direkter Konkurrenz standen. Klar, könnte man auch einen Toni Kroos als Innenverteidiger stellen, oder einen Müller auf den defensiven Sechser. Das sollte für einen Profifussballer jetzt technisch nicht vor ein Problem stellen, noch vom Positionsverständnis her, aber niemals würde da ein Feldspieler glänzen. Kroos würde seine Sache bestimmt gut machen, aber er würde nie so glänzen, wie im zentralen Mittelfeld.<br />
Auch hier sind zumeist koordinativ geprägte Unterscheide ausschlaggebend, warum diese Spieler das eine oder das andere besser machen, aber auch Wesenszüge der Psyche, die mentale Einflussnahme auf das Spielerverhalten haben, beeinflussen dieses Positionsverhalten sehr stark. Auch hier könnte der Trainer versuchen, dies zu ändern und die Spieler viel weniger auf Positionen zu prägen und diese in der Breite zu fördern, wird aber dann feststellen, daß er die Ansprüche einfach runter schrauben muss, weil sich das nicht so entwickeln läßt, wie man es sich wünscht - man kann nicht 10 Spieler entwickeln, die auf allen Positionen überragen und wird daher von einer Mannschaft mit &quot;<i>Positionsspezialisten</i>&quot; schlicht auseinander genommen, weil diese auf den Positionen überdurchschnittlich agieren, ja sogar auf Positionen einfach komplett heraus- und überragend spielen, was, wenn die Mannschaftsbildung und der Mannschaftsgeist passt, zu einfach entsprechenden Leistungen führt.<br />
Genau <b>DAS </b>ist der Grund, warum Mannschaften gewinnen oder Spiele auch drehen... Sie sind auf Einzelpositionen stark besetzt, wobei allerdings das Mannschaftsgefüge und das Zusammenspiel nicht leidet. Einige Teams neigen dazu, zuviel Verantwortung, zuviel Initiative oder zuviel Eigenmächtigkeit in diese Spieler zu übertragen. Sprich der herausragende Spieler spielt nicht mannschaftsdienlich, weil er egozentrisch ist. Der herausragende Spieler wird zu oft angespielt und sich überlassen, weil die Mannschaft hofft, er würde das schon machen. Oder der Spieler wird angespielt, in der Hoffnung, er habe dann die nötigen Ideen. Der Spieler, oder das Talent wird damit nicht gefördert, sondern gefordert. Schafft man es nicht, das Niveau der Spieler anzuheben, damit das Talent glänzen kann, aber eben nicht überfordert wird, wird das Talent irgendwann die Mannschaft verlassen, um irgendwo Fussball zu spielen, wo der Spaß oder/und das Miteinander wieder stimmt. Viele Vereine mit anspruchsvollem Leistungsfussball vergessen aber just dies, holen viele dieser Spieler zusammen und versuchen, daraus eine Mannschaft zu machen - was in vielen Fällen mitlingt - denn <b>Achtung</b>: Auch die mentalen und psychischen Eigenschaften bestimmen, wie gut ein Spieler wirklich ist oder wird.<br />
Ich kann also hier auch eine Menge kaputt machen, wenn ich ein Talent hole, aber dann mit dauerhaft falschen Versprechungen und irgendwann sogar einer Art &quot;Hintergehung&quot; schlicht 'runterziehe' und nicht mannschaftsdienlich weiter entwickele. Das ist mindestes so schlimm, wie das Talent zu überfordern.<br />
Ich muss also eine Mannschaft schon zusammenbauen das es passt. Und als Trainer kann ich, wenn ich überragend bin, natürlich mit Talenten aus der Kreisliga in der Landesliga bestehen, aber ich werde nie überragen oder ausfällig sein, ausser ich nehme mit Zeit - dann kann ich feilen, ausbilden und fördern... je mehr Zeit ich habe und je besser ich als Trainer darin, bin, desto größer werden die Erfolge sein - habe ich aber keine Zeit, werden meine Erfolge verschwindend sein. Denn ich kann als Trainer nicht in wenigen Tagen einen Mannschaftssgeist erwecken. Herberger hatte schon recht mit seinem berühmten Satz &quot;<i>11 Freunde müßt Ihr sein!</i>&quot; - nun ist das Zitat wahrscheinlich nicht von Herberger, aber gesprochen haben kann er es wirklich, denn Herberger kannte keine Meisterschale, sondern die Viktoria, die damalige Trophäe des deutschen Fussballmeisters, auf dessen Sockel der Spruch eingraviert ist (nachzulesen in der Ausstellung des Deutschen Fussball Museums, wo diese Trophäe ausgestellt ist). Nur, daß bekommst Du eben nicht in wenigen Tagen, oder auch Wochen hin, in den wenigsten Fällen gelingt das - und je älter die Spieler sind, desto schwieriger wird eben eine Mannschaftsbildung - also das 11 Spieler wirklich 100%ig zusammen spielen und das jeder Spieler so spielt, daß er 100% seiner Leistung einbringen kann.<br />
Jetzt ist das also für Mannschaften schon schwer und wenn ich was erreichen will, dann muss ich Spezialisten auf den Positionen vereinen... oder ich schraube es eben runter, mache Durchschnitt, kann aber alle Spieler gleich entwickeln, dann werde ich aber nie wirklich heraus ragen, nie wirklich überzeugen... ausser vielleicht bei anderen Qualitäten und Fährigkeiten, wie Schoppenturniere belegen. <b>Denn die Summe der Spezialisierungen die im Verband agiert, wird einfach das Gesamtpotential der Mannschaft repräsntieren.</b> (Übrigens eine Homage an alte Videospiele, die immer aus einem Team von unterschiedlichen Typen bestand: einem oder zwei Krieger, einem Zauberer und einem Heiler... Teams in Rollenspielen mit anderer Zusammensetzung waren meistens absolut weniger erfolgreich) <br />
Greife ich in die Drossel, weil ich will das jeder alles kann und ich daher einfach einen geringen Anspruch zu Grunde legen muss, wird das Gesamtpotential nicht wirklich steigerbar sein. <b>Die Kunst als Trainer ist es also, diese Spezialisierungen zu entdecken, heraus zu arbeiten und in einem Gefüge, welches dann &quot;<i>die Mannschaft</i>&quot; ist, zum vollständigen Kollektiv an möglichst optimalen Leistungen zu formen...</b><br />
Beim Torwart ist es nun ähnlich, nur auf eine Person bezogen. Ich kann mich anstrengen, und den bolzen - wie oben beschrieben, aber er wird einfach an bestimmten Punkten nicht besser werden, eben wie ein Thomals Müller in der Innenverteidiung nicht glänzen kann.<br />
Es sind die mentalen Dinge, die ich wenig beeinflussen kann, weil es der individuelle Charakter des Torwarts ist, es sind die koordinativen Fähigkeiten, die dann das körperliche Bestimmen - zweifelsohne kommen am Ende der Leistungsermittlung auch bestimmte körperliche Grundwerte in cm gemessen letztendlich dazu, sozusagen die Cocktailkirsche auf dem Gesamtcocktail, die den Torwart als leistungsbildende Parameter beschreiben. Sprich der Raumverteidiger wird auf der Linie gut sein, aber er wird dort nie glänzen, da wird es mal den einen oder anderen geben ja, aber es wird immer eine Ausnahme bleiben. Ebenso wie der Linenkeeper auf in der Zielverteidigung einfach eine Bank sein wird, aber er wird nie der Flankengreifer werden, so sehr ich das auch forcieren möchte.<br />
Wir als Tw Trainer, wie müssen das einfach wissen, ja wir müssen es hinnehmen... und wir müssen lernen, es den Trainern der Mannschaften auch zu vermitteln. Denn oft ist es so, daß die Torleute einfach nicht schlechter sind, verglichen miteinander, sondern einfach nur anders. Ein Neuer spielt anders, als ein Ulreich. Ein Lehmann spielte anders als ein Oliver Kahn... und letztendlich wird der Trainer entscheiden müssen, welcher Torwart besser zu seinem System passt, wird aber auch verstehen müssen, daß bei einem Wechsel, z.B. einer Verletzung, er dann seine Mannschaft auf eben dieses &quot;anders sein&quot;einstellen muss.<br />
Er kann daher mit beiden Torleuten durchaus und überaus erfolgreich sein, aber die Mannschaft an sich muss im Verbund mit dem einen Torwart anders spielen, als mit dem anderen - obwohl beide im eigentlichen Leistungsschnitt vergleichbar und oft sogar gleich gut sind. Aber Sie spielen anders.<br />
<br />
Die Gründe habe ich dargelegt und das bringt mich zurück auf die Video Spiele:<br />
Es ist durchaus aus dem Leben gegriffen, daß man um einen Charakter im Video Spiel übermächtig zu gestalten zum Beispiel 5 Fähigkeitsfelder a 10 Punkte hat. Diese Punkte erspielt man sich, kann aber maximal nur 30 Punkte erreichen, die man dann auf diese einzelnen Fähigkeitsfelder erreichen kann. So gestaltet sich eine gewisse Individualisierung, ja Anpassung des Spielcharakters an den Spieler. Spiel und Charakter bleiben gleich, trotzdem werden zwei Spieler unterschiedlich spielen und der Charakter wird sich daher in den Fähigkeiten auch oft, nicht selten, deutlich unterscheiden.<br />
So geht es uns als Tw Trainer... auch unsere Torleute haben solche Fähigkeitsfelder... und wir können eben nur 30 Punkte vergeben, obwohl wir 50 Punkte zu füllen hätten. Gegen uns steht die Biologie, die Psyche und natürlich auch der &quot;<i>Bedarf</i>&quot; des Teams, und wir müssen nun sehen, was wir wie wo einsetzen, damit der Torwart das Optimum der Leistung erreicht. Aber eines müssen wir uns auf dem Kopf schlagen - wir werden nie zwei völlig gleich starke und gleich spielende Torleute 'erschaffen' können, vielleicht höchstens sehr ähnliche. Letzteres ist sehr, sehr selten... häufiger hingegen werden immer klare Unterschiede zwischen den Torleuten sein und wir dürfen, ja müssen das verstehen und das here Ziel der völligen Gleischschaltung und gleichen Leistung in allen Bereich durch entsprechende Arbeit und Training, daß müssen wir uns aus dem Kopf schlagen - ohne dabei auis den Augen zu verlieren, daß wir Torleute trotzdem immer wieder auf Feldern fordern müssen, die diese nicht so gut beherrschen. Denn just hier müssen wir ein wenig mehr machen, um dort den Wert maximal zu halten - in dem Bereich wo der Torwart gut ist, es Ihzm leicht fällt, werden wir das auch mit weniger maximal halten können. Da aber die Unterschiede vorhanden sind, wird nie eine &quot;<i>Unterforderung</i>&quot; statt finden, sondern da wir alle Bereiche abdecken, wir immer mal wieder der eine, oder der andere mehr, oder weniger gefordert, so daß unter dem Strich eine gleichmäßige gute Förderung aller Torleute heraus kommt... aber es bleibt dann, daß im Training mal einer, dann der andere mehr herausziehen kann oder der eine oder der andere im Training mehr mehr glänzen kann.<br />
Das muss ich aber als Tw Trainer auch in Relation setzen können, und darf bei Leisrtungsbeurteilung auch nicht ausser acht lassen. <br />
Ich als Tw Trainer werde mich aber damit abfinden müssen, daß da Unterschiede sind und ich es nie mal schaffen werde, beide auf den gleichen Level zu heben, egal wie ich mich anstrenge. Ich muss mich aber anstrengen, genau dies zu tun, damit ich beide einfach maximal und optimal fordere und damit fördere... ich darf mich nicht mit Durchschnitt 'zufrieden' geben, ich muss versuchen, jeweils alle Bereiche optimal und möglichst gleich zu fördern und mit &quot;<i>Fähigkeitspunkten zu füllen</i>&quot; - ich darf aber am Ende nicht ettäuscht sein, wenn das nicht gelingen mag oder gelingen wird... es liegt in der Natur der Sache. <br />
<b>Spezialisten sind nie gleich, aber immer anders...</b><br />
<br />
Und letzteres trifft auch auf Tw Trainer zu!</blockquote>

]]></content:encoded>
			<dc:creator>Steffen</dc:creator>
			<guid isPermaLink="true">https://forum.torwart.de/de/entry.php/498-Der-Zauberlehrling-oder-wie-verteile-ich-Fähigkeitenpunkte</guid>
		</item>
		<item>
			<title>11 Freunde und das Torwartspiel - Nübel ick hör Dir trabsn</title>
			<link>https://forum.torwart.de/de/entry.php/497-11-Freunde-und-das-Torwartspiel-Nübel-ick-hör-Dir-trabsn</link>
			<pubDate>Tue, 10 Oct 2017 10:31:06 GMT</pubDate>
			<description>Das Herbstlaub fällt langsam, eigentlich sind es eher die Blätter, gerade von Ahorn und Buche, die den Wald jetzt in schönen gelb und rot Tönen...</description>
			<content:encoded><![CDATA[<blockquote class="blogcontent restore">Das Herbstlaub fällt langsam, eigentlich sind es eher die Blätter, gerade von Ahorn und Buche, die den Wald jetzt in schönen gelb und rot Tönen einfärben.<br />
Es wird auf den Sportplätzen ungemütlicher, man zieht sich wärmer an, die Zeit der kurzen Hosen geht zu Ende.<br />
Ich kann dem Herbst nicht viel abgewinnen, tut mir leid, aber ich bin ein Frühsommer/Sommer Typ. Im Herbst ist es kühl und der Winter ist kalt, frieren finde ich furchtbar und schon früher auf dem Sportplatz habe ich nass und kalt gehasst wie die Pest, zumal wenn dann noch auf roter Erde trainiert wurde... Naja, Ihr kennt das sicherlich.<br />
Doch was jetzt kommt, das erscheint so - naja, wenn sich die Fussballexperten mit der Flasche Bier in der Hand ins Clubheim zurück ziehen, anstelle der Mannschaft auf dem Feld beizuwohnen, dann wisst Ihr ja, daß meistens hier dicke Fachmeinung auf Fachmeinung trifft. Denn 40 Jahre Kreisliga Fussball und Flaschenbier, es ist die Grundlage um morgen Bundestrainer zu sein.<br />
So hat auch <a href="https://www.11freunde.de/artikel/warum-deutschland-schon-bald-ein-torwartproblem-haben-koennte/page/1" target="_blank">11 Freunde</a> wieder ein Ding rausgehauen. Ich glaube, die wollten ein wenig auf Alexander Nübel aufmerksam machen... doch irgendwie, die schießen am Tor vorbei, wie eben der Kreisklasse Fussballer beim Schusstraining. Volles Rohr und das Ziel verfehlt.<br />
Nübel ist U21 Torwart - und weil der natürlich nie in der Liga spielt, hat der auch immer mal wieder einen kleinen Schnitzer drinne, denn die U21 Spiele sind so mit die einzigen praktischen Erfahrungen, die ein Alex Nübel so sammeln kann und darf.<br />
Er ist Nummer 1B auf Schalke und hat vor sich einen gestandenen Torwart, der selbst irgendwo noch Ansprüche auf Nationalmannschaft hat, Ralf Fährmann.<br />
Nun kann Klaus Thomforde, der Torwarttrainer der U21 Natinalmannschaft und geachteter Torwarttrainer des DFB, natürlich jammern, daß von 18 Bundesliga Torleuten fast die Hälfte 'Ausländer' sind und der deutsche Nachwuchs damit zu kurz kommt, aber letztendlich, es ist ein Generationen Problem. Das gab es auch schon früher, das junge Talente eben hinter den Stammtorhütern Platz nehmen durfte.<br />
Manuel Neuer hatte ebenso wie Rene Adler Glück, gerade da auf Positionen rutschen zu dürfen, aber anderen, denen war es vergönnt. Nehmen wir doch Timo Horn... hatte Glück, rutschte in die Position und sammelt jetzt Erfahrungen.<br />
Das nun, wie Klaus Thomforde jetzt bemängelt, andere Vereine auf andere Torleute setzen, hängt aber auch mit Geld zusammen, denn die Vereine stehen unter immensem Erfolgsdruck. Auf Schalke ist das Projekt &quot;Junger Torwart&quot; mit Timo Wellenreuther gewaltig in die Hose gegangen - und mein lieber Hr. Thomforde, Finger in die Wunde gelegt - auch der ging durch die DFB Ausbildung durch, war aber in der Liga ein Herd oft so hahnebüchner Spielweisen, daß Schalke einfach hier die Notbremse ziehen musste. Wellenreuther verschwand in der Versenkung. Da war kein Thomforde da, der hier diese Leistung sachlich und argumentativ auch mal besprochen hat. Jetzt ist Nübel da, und man meint sofort, <b>der muss jetzt Bundesliga</b>.<br />
Schaue ich mir die Spiele der U21 an, sehe ich, das Nübel da einige Dinge recht interessant löst, wie z.B. da einen Stürmer auch mal im Dribbling im eigenen Strafraum auszuspielen, um dann den Pass der Spieleröffnung zu spielen. Das kann man so machen, nur in der Bundesliga kann und wird das aller Wahrscheinlichkeit nach hinten los gehen.<br />
Ich glaube nicht, daß Du als junger Torwart gegen einem Stürmer wie Obameyang das Dribbling suchen solltest, nur um einen Pass als Spieleröffnung spielen zu können. Das hat ein Manuel Neuer auch so nicht versucht oder gemacht. Aber die Kollegen von 11 Freunde sehen das natürlich als &quot;<b>herausragende Fähigkeit</b>&quot; an. <br />
Nein, es geht nicht um den Mitspielenden Torwart, ich denke was hier wieder einmal zu Buche schlägt und was hier wieder einmal zu überspitzt wird, ist dieses &quot;<b>moderne Torwartspiel</b>&quot;  - allein bei dem Begriff bekomme ich inzwischen den Brechreiz, denn was ein heutiger Torwart können muss, ist klar festgelegt. Was aber scheinbar heute nur noch wenige Torleute wirklich können, ist das diese Tore verhindern.<br />
Wellenreuther als Beispiel musste den Platz nicht räumen, weil der Kerl nicht kicken konnte, sondern weil er haarsträubende Gegentore bekommen hat. Manuel Neuer ist nicht von Bayern geholt worden, weil er ein 6er war oder dreimal einen Stürmer im Strafraum ausgedribbel hat, sondern weil er einfach weltklasse Tore verhindert hat. Wir erinnern uns an Schalke gegen Mailand, wo Neuer seiner Mannschaft den Sieg holt, oder noch besser, als Neuer gegen Manchaster fast allein das Spiel &quot;gewann&quot; - das Endergebnis war zwar ein 2:0 Sieg für Manchaster United, aber Manuel Neuer war mit Sensationellen Paraden einfach im Fokus.<br />
Und nein, es waren nicht seine Spieleröffnungen, wo Abwürfe mit über 36 Metern in den Fuss zu sehen sind, oder irgendwelche Strafraum Dribblings. Eigentlich waren Abstöße, Abwürfe und Abschläge sogar eher Standard und nicht herausragend, auch die Strafraumbeherrschung war jetzt nicht soooo nennenswert, aber es waren seine Reflexe und Reaktionen in der Zeilverteidigung.<br />
Zur Erinnerung, das folgende Video<br />
<br />
<a href="http://<a href=&quot;https://www.youtube.com/watch?v=nwIGCxbU3GM&quot; target=&quot;_blank&quot;>https://www.youtube.com/watch?v=nwIGCxbU3GM</a>" target="_blank">http://&lt;a href=&quot;https://www.youtube....wIGCxbU3GM&lt;/a&gt;</a><br />
<br />
Schauen wir uns das an, sehen wir, das er hechtet, fliegt und und das er mal gar nicht so der &quot;Sweeper Keeper&quot; ist, aber sein Spiel durchaus Risikobewußt und Risikobereit ist, sprich: Schon damals war er jemand, der an die Grenzen seiner Möglichkeiten ging und auch immer mal wieder damit herausragendes Glück hatte. Die Gegentore sind dann das Zeichen, daß so etwas gut gehen kann, aber nicht muss, aber das geht einfach im Neuer Hype oft unter. Doch diese Bereitschaft an die Grenzen zu gehen, diese Grenzen auch mal sehr auf die Spitze zu treiben, zeichnet Manuel Neuer aus. Verschafft Ihm ab und an Sekundenbruchteile, die ein Gegentor verhindern, wo andere vielleicht weniger spektakulär agiert hätten. Diese Risikobereitschaft ist auch, was in der U21 und Nationalmannschaft einiges zuläßt und die Mannschaften viel offensiver und damit risikoreicher spielen konnten. Das geht gut, kann aber auch derbe in die Hose gehen - nur im Neuer Hype wird das weniger bewertet.<br />
Es ist aber, was Manuel Neuer auszeichnet, denn technisch betrachtet ist er nicht so herausragend wie zum Vergleich Rene Adler - aber diese Risikobereitschaft und auch dieses gewisse Auge - daß kann man nicht lernen, es ist Talent und Neuer weiß das auszureizen, auch wenn er sich ab und an überreizt, wird es Ihm verziehen oder die Hintermannschaft kann dann klären, weil Sie weiß, wie er spielt.<br />
Andere Torleute die just das versuchen, gehen damit über Ihr Niveau, denn sie verfügen nicht über dieses besondere Talent, oder sagen wir, es ist nicht so ausgeprägt und dann geht ein so offensives Spiel mit soviel Risiko einfach in die Hose.<br />
Das übersieht man nur gern und auch 11 Freunde überdreht das Neuer Ding wieder maßlos.<br />
Köln ist jetzt nicht so unter Erfolgsdruck, wie Dortmund oder Bayern. Bayern bezahlte nach der Titan Ära schweres Lehrgeld mit Rensing. Rensing, ein durchaus gestandener Torwart kam mit dem Erfolgsdruck der bei Bayern herrschte in der Rolle der Nummer Eins nicht klar, versagte; vor allem mit der Spielweise des Trainers ging das gar nicht. Es lag also nicht allein an Rensing, sondern auch daran, wie man spielen wollte - Resing passte nicht und das Spiel an den Torwart anpassen wollte man auch nicht, also entschied man sich gegen Rensing. Hans-Jörg Butt musste es machen, zwar stabil aber auch nicht überragend, er widerstand einfach dem Druck und dann - dann kam Neuer.<br />
Rensing als Nummer 1B hinter Kahn funktionierte, aber als Stammtorwart klappte es nicht, obwohl Rening durch die Abwesneheiten von Oliver Kahn immer wieder zu Einsätzen kam, war es doch so, daß er sich als Stammtorhüter nicht durchsetzen konnte.<br />
Bei Köln klappte der Wechsel, aber mal ehrlich - derzeit hat der FC Köln ganz andere Sorgen und einen ganz anderen Druck, denn dort wo der Verein derzeit steht... nicht das es an Timo Horn liegen würde, eher im Gegenteil, aber es zeigt einfach, die Drucksituation ist anders. <br />
Timo Horn muss nicht um Champions League, DFB Pokal und Meisterschaft kämpfen, muss nicht sich darum bemühen, in der K.O. Phase top fokusiert zu sein, um dann ein paar Tage später im Liga Spiel ebenso eine gute Leistung sich abzuringen... der Druck ist einfach oben anders, insbesondere bei den Vereinen, die Meisterschaft und Pokale sich auf die Fahne schreiben oder da dabei sein wollen, als wo Timo Horn jetzt spielt.<br />
Daher funktioniert das...<br />
Wellenreuther hingegen kam zu einem Club, der oben dabei sein will, der auch Champions League immer wieder gern ins Visier nimmt. Der Druck auf den jungen Torwart und den Anspruch den man hatte, war einfach ein anderer... und Wellenreuther schaffte es nicht. Hinzu kam, daß in der Liga allein schon andere Kräfte aufmaschieren, als in der U21 - denn allein in der Bundesliga sind ja nicht bloß Torleute von ausländischen Nationalmannschaften beschäftigt, sondern auch viele Nationalspieler, nicht bloß deutsche, sondern auch anderer Nationalmannschaften. Ein Arjen Robben ist jetzt nicht bloß bei Bayern stark, sondern auch seine internationale Erfahrung mit der Niderländischen Nationalmannschaften wiegen bei Ihm schwer - auch wenn das Team Oranje die letzten Jahre schwer Federn lassen muss und wahrscheinlich erneut eine WM Teilnahme verfehlt. Rafinha spielt nicht nur bei Bayern herausragend, auch in der Brasilianischen Nationalmannschaft ist der Ballgewandte Spieler eine bekannte Kraft.<br />
Sprich der junge Torwart trifft auch ältere, viel erfahrenere Spieler - ausgebuffte Spieler. Das ist nicht einfach eine Alterklasse weiter, sondern nicht bloß das Alter, sondern vor allem die Erfahrung auf dem Platz, im Spiel sind es, die gegen einen solchen, jungen und unerfahrenen Torwart sprechen.<br />
Klaus Thomforde mag das immer in Abrede stellen, aber du kannst nicht einfach einen U21 Keeper bei Dortmund ins Tor stellen. Der junge Kerl mag gut sein, aber Ihm fehlt es einfach an Erfahrung im Spitzenfussball. Neuer holte sich die Erfahrung, bei Schalke, hatte Trainer, die den Druck nicht so hatten und er konnte sich darin verdienen. Das war Neuers Glück, er konnte darin wachsen. Das kann auch ein Timo Horn - aber ein Alexander Nübel wird das, schon aufgrund der Erfahrung mit Wellenreuther, bei Schalke so nicht bekommen können. <br />
Hinzu kommt, daß Neuer eine herausragende Individualität besitzt, die so kein anderer hat - der Neuer Hype ist daher völlig überzoghen, weil es keinen zweiten Neuer geben wird, auch wenn man Trainiert, Trainiert, Trainiert...<br />
Auch dieses Fussballspielen - Mensch, 11 Freunde - kein Torwart hat bisher ein Spiel dadurch entscheiden, daß er toll Fussball gespielt hat. Aber ein Torwart hat Spiele entschieden, indem er herausragend Tore verhindert hat. Wir müssen endlich den Fokus wieder neu kalibrieren, neu setzen: Klar, ein Torwart muss heute Fussball spielen können. Sorry, aber das kann auch ein Weidenfeller, ein Kahn oder ein Rensing. Es gibt Videos, wo man Oliver Kahn sehen kann, wie er im Training Flugbälle spielt, wie er den Ball hochhält oder im Gammeleck Pässe spielt. Also ein Berufsfussballer, der mit den Füssen keinen Ball über ein paar Meter bekommt, das geht einfach nicht. Das ist wie ein Formel Eins Fahrer, der nicht fahren kann. Manuel Neuer spielt sicherlich nicht besser Fussball als Rafinha oder Xabi Alonso, es wird ihm aber gern angedichtet. Und just das ist der Punkt: Nur weil man es behauptet, wird es nicht richtig - und auch nicht richtiger, je häufiger man es wiederholt.<br />
Oliver Kahn konnte nicht hinter der Kette spielen, weil er das nicht gelernt hatte und damit keine Erfahrungen hatte. Lehmann hingegen war das aus seiner Zeit auf der Insel gewohnt und daher aufgrund seiner Erfahrung der Mann, wenn man es so spielte und spielen wollte.<br />
Bestes Gegenbeispiel: Roman Weidenfeller, nicht gerade als Ballvirtuose bekannt, aber er gewann unter Klopp hinter einer Viererkette zweimal die Meisterschaft. Und das, obwohl viele Weidenfeller als &quot;<i>AntiFussballer</i>&quot; oder &quot;<i>Torwart Dinosaurier</i>&quot; ansehen. Doch Weidenfeller machte das, er stellte sich um - glänzte vielleicht nicht wie der jüngere Neuer, aber er schaffte es und spielte damit gut. Doch was Weidenfeller wirklich hervorragend machte, er war in der Zielverteidigung einfach jemand, auf den Verlass war - und damit einer der Gründe, warum er mit zur Nationalmannschaft fuhr und warum er auch mit die Titel holte...<br />
Doch dann kam die Entscheidung: Weidenfeller passte nicht in Tuchels Konzept, Zielverteidigung war Tuchel nicht genug, auch Tuchel wollte einen Spieler im Tor haben und mehr Gegentore - so meine Meinung - wurden in Kauf genommen, wenn man schneller von hinten heraus spielt und schneller von hinten heraus agiert. Ein erfahrener, aber fussballerisch gewandter Spieler musste her und die Entscheidung fiel auf Roman Bürki. Der Schweizer, als Nationaltorwart, mit internationaler Erfahrung versehen, sicherlich auch eine eher preisgünstige Option, sprach einfach für das neue Konzept - denn auch hier schlug die Internationale Erfahrung ein Experiment mit einem jüngeren Torwart. Und das mein lieber Klaus Thomforde, ist es einfach. Bürki hatte die Lehrjahre schon hinter sich, stand mit der Nationalmannschaft schon sehr ausgebufften Stürmern gegenüber. Das sticht einfach einen jungen, weniger erfahrenen Torwart aus, auch wenn er U21 Nationalmannschaft gespielt hat. Das muss man einsehen.<br />
Ob jetzt Bürki wirklich der bessere Torwart ist, daß steht wieder auf einem anderen Stück Papier. Denn der Erfolg für Dortmund, bisher ist das nicht mehr so. Und nein, meiner subjektiven Meinung nach ist Bürki auch nicht der Torwart, der eben mal ein Spiel entscheiden kann, so wie Neuer oder auch Weidenfeller, insbesondere Kahn. Solide, ja, gut, ja... aber eben wenn es darauf ankommt und Fussball spielen weniger wichtig wird, als Torwartspezifische Dinge, dann muss man einfach sagen - daß fehlt ein Stück. Auch Neuer fehlt es heute mehr als früher. Gut, es ist nicht mehr so gefordert vielleicht, weil alle Trainer inzwischen denken, daß man vorn nur eins mehr machen muss - Aber<b> Hand auf's Herz</b> - das geht nicht immer gut und da ist ein richtiger Torwart, also einer, der mal einen Ball holt und aus dem Kreuzeck angelt, also einer, der wie Sepp Maier einst sagte, den Unhaltbaren hält - der ist plötzlich wichtig und entscheidet ggf. ein Spiel. Nur, auch hier wieder - <b>Hand auf's Herz</b> - der Torwart ist selten geworden. Ter Stegen... FC Barcelona... Er wird in Deutschnalnd eher mit seinen Fussballerischen Fähigkeiten benannt, über seine herausragenden Pässe... nicht aber als Torwart mit seiner Aufgabe, welche Paraden er gezeigt hat. In Spanien hingegen musste er sich auf einmal mit der Bank begnügen. Den Spaniern war nicht wichtig, wie toll Fussball er spielen konnte. Der FC Barcelona hatte sich nicht einen neuen Libero oder defensiven Sechser geholt, sondern einen Torwart. Doch Ter Stegen stellte sich um, biss sich durch und spiel heute anders - defensiver und glänzt insbesondere wieder durch Paraden. Kein Wunder also, daß er jetzt zwischen den Pfosten steht. Denn wichtiger als das Pässe schlagen und Pässe spielen, ist das er einfach auch die entscheidenden Dinger hält... und in einem Classico stehst Du unter der Beobachtung, nicht für dein Fussball, sondern für die Paraden!!!<br />
Einen anderen dürfen wir hier nicht vergessen, es ist die U21 Nummer 1B die hinter Timo Horn aufwuchs - <b>Loris Karius</b>. Wie Horn durchlief er die Natinalmannschaften der deutschen Junioren, spielte die wichtigen Junioren Jahren dann beim VfB in Stuttgart wo er sicherlich eine der herausragenden Torwartausbildungen Deutschlands genoss. Weil aber in Deutschland für den jungen Torwart kein Platz war, wie gesagt, Timo Horn hatte da mehr Glück, wechselte er nach England, kehrte aber schon bald nach Deutschland zurück, wo er dann in Mainz unter kam.<br />
Er folgte dem Ruf von Jürgen Klopp und wechselte 2016 wieder nach England, wo er heute spielt... aber nicht, weil er ein überragender Fussballer ist, sondern weil er in der Zielverteidigung gut ist, aber das Spiel, welches Jürgen Klopp so erfolgreich forciert, mit tragen kann.<br />
Es geht daher weniger um den Fussball und das Fussball spielen - ein Fehler, den auch wieder 11 Freunde macht. Es geht bei Torleuten wieder um die eigentliche Aufgabe, das Verhindern von Gegentoren. Ginge es rein um das Fussball spielen, würde wohl ein Feldspieler im Tor inzwischen gesetzt sein.<br />
Doch ich denke, einige Trainer haben inzwischen eingesehen und wissen, daß es nicht die Spieleröffnung noch Spielfortsetzung ist, die ein Torwart so wichtig macht, auch wenn es über 80% der Aktionen des Torhüters im Spiel sind, die in diese Kategorie fallen. Entscheidend im Spiel sind die anderen Prozente, wo der Torwart einfach einen Ball halten muss, um ein Gegentor zu verhindern. Diese haben wesentlich mehr Gewicht und sind für das Ergebnis entscheidender als jeder noch so schöne Flugball...<br />
Es wird Zeit, daß Journalisten, dabei auch 11 Freunde, dies wieder erkennen... und es nutzt nichts, darauf rumzureiten oder den Tot den &quot;moderenen Torwartspiels&quot; durch irgendwelches platte Gedröhne weiter zu verschweigen... Das &quot;moderene Torwartspiel&quot; hat es nie gegeben, wird es nie geben, sondern immer nur ein aktuelles Torwartspiel, ein Torwartspiel welches sich Mannschaftstaktischer Muster anpasst und vom Torwart zu erfüllen ist - aber die von vielen marginal angesehene, aber die spielentscheidende und damit höchst wichtigste Aufgabe ist und bleibt das Tore verhindern. Torverhinderung, also die Zielverteidigung ist nicht nebensächlich, es ist der eigentliche Hauptteil, was einen Torspieler ausmacht. Nicht das Spielen, nicht das Fuss - Ball, sondern die Zielverteidigung, das Tor hüten!!!!<br />
<b>Und das muss wieder in den Fokus</b> - und dann erklärt sich auch, warum z.B. ein Alexander Nübel auf der Bank sitzt - und das wir eins bestimmt nicht haben werden: Ein Torwartproblem in der Zukunft</blockquote>

]]></content:encoded>
			<dc:creator>Steffen</dc:creator>
			<guid isPermaLink="true">https://forum.torwart.de/de/entry.php/497-11-Freunde-und-das-Torwartspiel-Nübel-ick-hör-Dir-trabsn</guid>
		</item>
		<item>
			<title>Killer Casteels</title>
			<link>https://forum.torwart.de/de/entry.php/496-Killer-Casteels</link>
			<pubDate>Mon, 18 Sep 2017 10:12:23 GMT</pubDate>
			<description>*Oh Gott, was eine Diskussion.*  
Alle Plattformen sind voll davon , jeder diskutiert. 
Natürlich sind die Fanlager gespalten. Die VfB Fans auf der...</description>
			<content:encoded><![CDATA[<blockquote class="blogcontent restore"><b>Oh Gott, was eine Diskussion.</b> <br />
Alle Plattformen sind voll davon , jeder diskutiert.<br />
Natürlich sind die Fanlager gespalten. Die VfB Fans auf der einen, die Wolfsburger auf der anderen Seite.<br />
<br />

<iframe class="restrain" title="YouTube video player" width="640" height="390" src="//www.youtube.com/embed/IINSp6BJXTM?wmode=opaque" allowfullscreen="true" frameborder="0"></iframe>
<br />
<br />
Wir schauen mal hin und gleich zu Anfang sehen wir das Ding, aber es geht ab 3:46 los. die Heringabe, und die Stuttgarter laufen natürlich  rein. Casteels kommt raus, faustet und Getner bleibt liegen.<br />
<b>Was war hier passiert?</b><br />
<br />
Es ist das aufeinanderprallen von Tw und Spieler im ungünstigsten Fall, hier für Gentner. Wie oft passieren solche Sachen und wie oft geht es glimpflich aus, hier hat es geschappert.<br />
Beleuchten wir die Szene nochmals, fällt auf, daß die Hereingabe, ein schöner hoher Cross aus dem linken Halbfeld durch Aogo, ca. 10 Meter vor das Tor, fast zentral. Das sind so ca. 30 35 Meter Flugkurve.  Beck hat seinen Verteidiger, aber Gentner nicht. Gentner hat sich herrlich gelöst und läuft, wie auch Beck mit dem Blick auf den Ball in den Strafraum. <br />
Casteels hingegen, der das ebenso sieht, macht die Schritte, springt ab und faustet jetzt den Ball, wobei er mit dem Knie des Schwungbeins Christan Gentner voll im Gesicht seitlich des Unterkiefers trifft.<br />
<br />
Die Schiedsrichter sagen: Unabsichtlich und lassen weiter laufen.... Spielunterbrechung aber wegen der schwere der Verletzung.<br />
<b><br />
War das Rücksichtslos? War es Absicht? Was ist und was war das?</b><br />
<br />
Halten wir mal fest: Casteels geht das raus wie die meisten Torleute raus gehen würden und wie es seitens der gesammten Torwarttrainer Riege seiht Jahren gepredigt wird. Selbst das Sprungbein stimmt 100%ig.<br />
Der Ball kommt für Casteels von rechts, also springt man rechts ab und zieht das linke Knie zur Brust. Das machen auch Hochspringer so, einfach um mit dem Anziehen des Beins ein zusätzliches Moment zu generieren, einen zusätzliches &quot;Lift&quot;, zu dem dreht sich die Hüfte damit im Uhrzeigersinn, also dem Ball engegen, man bekommt eine verdammt stabile Lage in der Luft, die man braucht, um Bälle abzufangen oder wie hier zu fausten.<br />
<br />
Von der Technik her kann man Casteels sicherlich<b> keinen Vorwurf</b> machen, schaut man sich hier andere Torraumszenen an, stellt man fest, daß machen nahezu alle Torleute so - kein Wunder, fester Bestandteil nahezu <b>JEDER </b>Torwartausbildung.<br />
<br />
Nicht weniger Trainer fordern sogar von den Torleuten das Knie anzuziehen, nicht allein wegen des &quot;Lift&quot; sondern insbesondere wegen des &quot;Schutzes&quot;.<br />
Angeblich schützt dieses Knie, so die Trainer und daher ist das eine Forderung, die schon Jugendtorleuten so beigebracht wird.<br />
<br />
<b>Absicht, unabsichtlich, rüde?</b><br />
Gute Frage, keine Frage: Casteels sicherlich ist sich keiner Schuld bewußt, der geht raus, wie er es gelernt hat und wenn man genauer hinhört, hört man diesen deutlich rufen, sprich - er macht auf sich selbst aufmerksam. Das es zum Zusammenprall kommt, ist hingegen dann das Problem, daß Gentner den Ruf wohl kaum gehört hat, zudem aber auch trotzdem dem Ball nachgeht - und weil nun keiner zurück steckt, rappelt es.<br />
<u>Wie oft wird der Torwart unterlaufen, wie oft schweigt dann die Pfeife des Schiedsrichters?</u><br />
Und unterlaufen ist bestimmt weniger unabsichtlich, wie jetzt diese Situation.<br />
Natürlich zieht Castells bewußt das Bein ein, natürlich weicht er der Kollision nicht aus - warum sollte er? <br />
Casteels ist im Strafraum Torwart und darf den Ball mit den Händen spielen, insbesondere auch in der Luft. Er erreicht daher den Ball VOR Gentner und spielt diesen, die Kollision im Nachgang ist natürlich hart- doch können wir sagen:<b> Billigend in Kauf genommen?</b><br />
<br />
Es ist eine ganz, ganz schwere Diskussion, die wir einfach nicht so oder so entscheiden können. <br />
Fakt ist: Dreht sich Casteels in der Luft leicht ein, kommt das Knie von Gentner weg, dann hat Gentner aber gegebenenfalls die Hüfte im Gesicht, und ein solcher Hüfteinschlag - wir erinnern uns an Toni Schumacher - der kann ebenso verheerend sein.<br />
Ja, aus der Hintertorperspektive sieht man sogar, daß Casteels das Knie nicht gezielt gegen Gentner einsetzt, sonden dieses eben doch auch vor den Körper zieht...  Es ist alles in allen extrem unglücklich.<br />
Das die Schiedsrichter, der übrigens nicht mal 10 Meter entfernt steht, es nicht als Foul ahndet... okay. Auch mit der Entscheidung kann man leben, denn Torleute spielen so Fussball, es ist einfach so.<br />
Hätte man Foul pfeifen können? <br />
Aber natürlich hätte man Foul pfeifen können, auch eine Gelbe Karte wäre durchaus vertretbar gewesen. Doch das hätte die Diskussion ja nicht abgemildert.<br />
<br />
<b>Bleibt die Frage: Knie, ist das wirklich so wichtig?</b><br />
Viele Tw Trainer werden das immer anführen und davon auch nicht abkommen.. Fakt ist, der Torwart ist im Luftkampf gegen einen am Boden stehenden Gegenspieler immer unterlegen. Siehe gleicher Spieltag, wo Timo Horn gegen seinen eigenen Mann geht und daher er den Ball nicht festhalten kann.<br />
Bringt das Knie wirklich Schutz?<br />
Da kann man darüber diskutieren; und nein, es wird keine klare Aussage geben. Nehmen wir die Situation gegen Getner und lassen das Knie aussen vor. Dann rappelt es trotzdem: Casteels geht zum Ball, streckt das Schwungbein durch, dann rauscht er mit seinem Hüftknochen, hier inbesondere der stabile Beckenkamm ebenso in Gentner rein, wie mit dem Knie.  Vielleicht weil der Treffer dann anders ist, verletzt sich Genter nicht so schwer - aber wäre Gentner nur einen Hauch anders gestanden, hätte Casteels Hüftknochen Christian Gentner ebenso erwischt, ob Knie oder nicht - der Treffer wäre dank Anlauf und Bewegung ein Wirkungstreffer mit vernichtender Wirkung gewesen. Es macht keinen Unterschied, ob nun das Knie oder der Beckenkamm - beides, wenn es trifft mit dieser Energie führt zu sehr, sehr unglücklichen Treffern.<br />
Beleuchten wir nun aber mal das Knie: Angenommen Gentner nimmt die Arme vor das Gesicht, schiebt Casteels Knie zur Seite - was übrigens nicht mal schwer ist, da sich Casteels in der Luft nicht dagegen wehren kann und die Torsion sein eigentliches Moment der Richtung nicht beeinflusst - Gentner wäre nicht getroffen worden, ABER Casteels hätte wahrscheinlich den Ball nicht mehr getroffen, denn mit der Rotation im Hüftbereich wäre auch der Schultergürtel in Rotation geraten. <br />
Kann sich jetzt jemand dann das Gejammer von VfL Torwart Koen Casteels vorstellen? <br />
Ist das nun Foul? Eigentlich ja, aber hier auch Eigenschutz. Vertrackte Sache. <br />
<b>Würde das ein Schiedsrichter pfeifen?</b><br />
Ich lehne mich mal aus dem Fesnter und behaupte: <b>In den seltensten Fällen.</b> Es ist daher leicht, wenn man als Stürmer weiß, wie der Torwart zum Ball geht, diesen gerade im Luftkampf zu stören. Das Knie bietet daher nicht unbedingt Schutz, sondern kann auch ein Nachteil sein. Es bietet nur Schutz, und das muss man so ein dem Raum stellen, wenn der Stürmer eine Gefahr für sich im Knie sieht und daher den Kontakt meidet.<br />
Wir haben die Sache mit dem<a href="https://www.youtube.com/watch?v=oactnGV-7ew&amp;t=312s" target="_blank"> Knie im virtuellen Torwarttraining</a> auch mal beleuchtet.<br />
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Das Ganze ist nun kein Allheilmittel zeigt aber für uns, daß der &quot;Schutz&quot; nicht immer wirklich zielführend ist.<br />
Trotzdem ist das immer noch dabei und es gehört so auch, wir ja in unserem Video sehen. Denn auch die Blaue Mauer zieht ja das Bein als Schwungbein an.<br />
Ebenso dann im folgenden<a href="https://www.youtube.com/watch?v=fZduaNWyz-Y" target="_blank"> Video mit Harry Huber</a>, wo man das ebenso deutlich sieht.<br />
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Auch der <a href="https://www.youtube.com/watch?v=DI8UlLosR_Y" target="_blank">Bund deutscher Fussball Lehrer hat sich in einer Fortbildunbg dem Thema Raumverteidigung angenommen</a> und wie deutlich im Video zu erkennen ist, auch hier arbeitern die Torleute mit dem Schwungbein, und auch damit zum Teil 'gegen den Mann', also ziehen des Knie gegen den Dummy an - als 'Schutz'.<br />
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Wir können natürlich diese Sache Casteels vorhalten, können natürlich Foul entscheiden. Aber wir sollten einfach aufhören, Casteels förmlich Absicht unterstellen zu wollen, auch das &quot;<i>Billigend in Kauf nehmen</i>&quot; halte ich in Anbetracht, daß die Torleute so ausgebildet werden, für ein wenig überzogen. Das kann jemand sagen, der noch nie in der kurzen Hose auf dem Rasen gestanden hat oder insbesondere noch nie mit einem Tw Trainer über die Raumverteidung und Hohe Bälle gesprochen hat. Ich könnte jetzt dutzend andere Videos zu Rate ziehen - ABER es wird nichts ändern. Casteels ist das raus, wo wie eigentlich alle Torleute rausgehen... und Christian Gentner ist zum Ball, wie eigentlich alle Stürmer zum Ball gehen - nur hat er diesmal den Torwart übersehen/überhört und es kam zu einer unglücklichen Kollision.<br />
Drehen wir jetzt Casteels bitte keinen Strick daraus, denken wir daran, das auch Manuel Neuer gegen Higuain zu Diskussionen geführt hat, und letztendlich: Es geht hier oft darum, wer den Ball bekommt... Zieht Casteels zurück und Gentner bekommt den Ball, ist die Bude sicher - Casteels bekommt die Schelte. Zieht Casteels hingegen durch und Gentner bekommt das zu spüren, bekommt Casteels ebenso die Schelte. Wie es Casteels also macht, es ist nie richtig. <br />
Fakt ist aber: Wegbleiben darf Casteels da nicht, denn das ist was der Trainer und die meisten Journalisten letztendlich in der Situation erwarten! Der Torwart kommt und klärt die Situation... nur was passiert, wenn werder Stürmer noch Torwart zurück ziehen?<br />
<br />
Nun dann passiert, was hier passiert: Es kommt unausweichlich zu einer Kollision und meistens zieht der Feldspieler den Kürzeren. Denn Torleute werden im Training just auf die Rangeleien des Luftkampfes, ja die Kollisionen in der Luft gedrillt und sind daher hier um vieles &quot;härter&quot; als der gewöhnliche Feldspieler, Torleute setzern daher den Körper schon aus Gewöhnheit und auch Eigenschutz anders ein, als viele Feldspieler. Weicht dann keiner, dann hagelt es eben - und hier dann unglücklichweise eben richtig.<br />
Nimmt Casteels die Verletzung Gentners &quot;<i>billigend in Kauf</i>&quot; - so denke ich trotz allen Geldes der Bundesliga, nein, tut er nicht. In der Situation denkt der Torwart nicht an den Gegenspeiler und wie er diesen &quot;Abfertigen&quot; kann, sondern ist hochkonzentriert auf den Ball, den er vor den anderen erreichen muss, ja erreichen soll. Er beschäftigt sich daher nur damit, schnellstmöglich den Punkt der Ballabwehr zu erreichen und den Ball zu klären und nicht damit, wen er nun wie abräumt. So hart es klingen mag...<br />
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Jetzt diskutierte gerade die Fachwelt, insbesondere SkyExperte Dr. Markus Merk, daß Casteels das Knie als Waffe einsetzt und bei den Spielern der Ellenbogen im Luftkampf auch unterbunden wird.<br />
Das ist ein Weg, den man argumentiv gehen kann, doch ich finde gut, daß hier die Kollgen des VfB Stuttgart weniger die Schuld bei Casteels als im Unglück an sich sahen, doch reden wir darüber: <b>Wurde das Knie als &quot;Waffe&quot; eingesetzt?</b><br />
Lieber Hr. Dr. Merk, ich denke, daß kann man <b>verneinen</b>. Es handelt sich um das Schwungbein, man springt ab, zieht es an um einfach mehr Höhe zu generieren, nicht um eine &quot;<b>Waffe</b>&quot; zu haben. &quot;<b>Waffe</b>&quot; heißt immer, daß man es gezielt einsetzt, insbesondere um andere damit zu gefährden. Springt Casteels, wie oben erwähnt anders rein, ist der Hüftknochen da, der ebenso verheerend sein kann, wie das Knie und die Diskussion ob der Torwart nun diesen als &quot;<b>Waffe</b>&quot; eingesetzt hat, bleibt.<br />
Christan Gentner hat den Nachteil, daß er am Boden steht, Casteels springt. Springt Gentner auch ab, ist auch hier sein Gesicht aus der Gefahrenzone und Casteels gleitet sauber an Christian Gentner vorbei - alles in allem extrem unglücklich.<br />
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Wie gesagt, man könnte auch Foul pfeifen, nur wenn wie Dr. Merk es fordert, jetzt das schärfer überwacht werden soll und muss, müssen die Torleute allesamt, ihre Technik überdenken.<br />
Das trifft auch uns Torwarttrainer und dann müssen wir insbesondere über dieses von so vielen propagierte Schutzknie nachdenken, weil und das ist so in vielen Trainern einfach drinne: Es ist die Vorgabe des Torwarts, das Knie nicht als Schutz, sondern auch als Abschreckung und damit als Waffe gegen Spieler einzusetzen - leider beißt hier die Maus kein Faden ab, denn das liebe Trainerkollegen, daß wird in nahezu allen Lehrgängen so vermittelt - dank der Diskussion jetzt, weiß ich also nicht, ob man daher nicht doch Dr. Merk Recht geben muss...<br />
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Bevor es aber vergessen geht und ich denke, daß ist oft wichtiger als die Diskussion, die uns nun einige Tage verfolgen wird:<br />
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				Lieber Christian Gentner,<br />
von meiner Seite alles, alles erdenklich Gute und Beste zur Genesung.
			
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]]></content:encoded>
			<dc:creator>Steffen</dc:creator>
			<guid isPermaLink="true">https://forum.torwart.de/de/entry.php/496-Killer-Casteels</guid>
		</item>
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			<title>Ich weiß es besser wie Du - echt jetzt!?</title>
			<link>https://forum.torwart.de/de/entry.php/495-Ich-weiß-es-besser-wie-Du-echt-jetzt!</link>
			<pubDate>Mon, 18 Sep 2017 07:40:18 GMT</pubDate>
			<description>Wisst Ihr, vielleicht erinnert Ihr Euch an die Diskussion um die Farbe eines Kleides... die einen sahen es blau mit schwarzen Mustern, die anderen...</description>
			<content:encoded><![CDATA[<blockquote class="blogcontent restore">Wisst Ihr, vielleicht erinnert Ihr Euch an die Diskussion um die Farbe eines Kleides... die einen sahen es blau mit schwarzen Mustern, die anderen gold mit hellen Mustern... es war zum Verzweifeln.<br />
Fakt ist, daß Wahrnehmung und Farbausdruck nie gleich sind. Wir sind Menschen und verdammt individuell. Was der eine als Rot sieht, ist beim anderen orange, der eine sieht es grün, für den anderen ist es eher gelb.<br />
Das liegt daran, daß unser Auge nicht bei allen Menschen gleich ist.  Der eine sieht rot intensiver, andere sehen blau besser - ganz zu schweigen von Menschen, die Rot und Grün nicht unterscheiden können. Ja, einige Menschen sehen sogar nachts farbig, wo andere nur Grautöne wahrnehmen...<br />
<br />
Was ist nun Blau und was ist Gold? Nun, die Physik ist ganz klar! Blau ist Licht in einer Wellenlänge zwischen 430 Nanometern und 490 Nanometern. Sprich, Lichtfarben kann man Messen. <br />
Das ist nun Physik, die steht gemauert... Man kann also das besagte Kleid einfach mit einem Messgerät und der typisch festgesetzten Beleuchtung (Tagelicht, 6500 Kelvin als Lichtfarbe im typischen Spektrum der Sonne) prüfen und das Messgerät sagt einem, welche Farben das Kleid hat. Menschen der Druckvorstufe ist dieses Phänomen bekannt, weshalb dort niemand einfach so eine Farbe nur anschaut, sondern Farben mit Messtafeln verglichen werden, oder krasser elektronisch gemessen und die Messwerte verglichen werden. Letzteres ist so genau, daß man wirklich 100%ig sicher sein kann und feinste Unterschiede deutlich ermitteln kann.<br />
<br />
Daher ist, was Menschen angeht, eines sicher: Wir sind alle Menschen, aber bestimmt nicht alle gleich.<br />
<br />
Jetzt war mal wieder Aufruhr in der Comunity. <br />
Wisst Ihr, daß tangiert mich weniger, weil ich auch weiß, daß viele Menschen ein wenig rumplig sind, gerade auf Facebook, es aber in Wirklichkeit nicht so meinen. Problem ist immer, daß solche Sachen der Körpersprache und der direkten Kommunikation entbehren und vieles was geschrieben wird, gar nicht so gemeint ist - aber wenn man es liest, es total falsch verstanden werden kann.<br />
Aber es erinnert mich immer daran, ich habe es im vorherigen Blog schon mal geschrieben gehabt.<br />
Da habe ich schon die alten Kung Fu Filme angeführt, nur da ein anderen Ansatz. Jetzt will ich darauf eingehen, daß da oft &quot;<i>Bronzefaust</i>&quot; gegen &quot;<i>Eisenfuss</i>&quot; angetreten ist, in epischen Duellen. Oder die &quot;<i>Schlange</i>&quot; gegen den &quot;<i>Kranich</i>&quot; kämpfte...<br />
Auch das wird in vielen Filmen so dargestellt und zum Teil ein wenig humoristisch auch ausgewalzt. Da zieht die &quot;<i>Eisenfaust</i>&quot; als Verbrecher durch das Land und der junge Held bekommt dann den &quot;<i>Affenstil</i>&quot; begebracht, mit der man jetzt den Verbrecher besiegen kann.<br />
Es ist eine Diskussion, die seit Jahrzehnten, ja wahrscheinlich seit Jahrhunderten durch die Gemeinde der Martial Arts geistert und immer wieder aufkommt: Welches ist der ultimative Kampfstil. Heute läuft alles rum und behauptet MMA, also Mixed Martial Arts ist das Allerbeste.<br />
Dabei lassen viele gar nicht zu, von welchem Blickwinkel man es betrachtet. Jemand, der sich ein wenig bewegen will, der es eher als spiritistische Methode betrachtet, der wird mit MMA weniger zufrieden sein, als mit klassischem<i> TaiChi</i> und auch jemand, der sich mit Reenactment beschäftigt, wird sicherlich weniger MMA benötigen, als dann vielleicht sehr traditionelle Formen wie <i>Yagyu Shingan Ryu</i>.<br />
Doch immer geht der Blick insbesondere auf Selbstverteidigung. Auch hier prohlen viele der MMA Leute herum und behaupten, das Beste zu sein. Natürlich ist eine Mischung von vorn herein wahrscheinlich besser, als ein eher traditioneller Einfluss, doch auch andere Systeme sehen sich so totalitär, wie z.B. viele <i>Krav Maga </i>Schulen oder Anbieter des russischen <i>Systema</i>. Nun sind die genannten aber selbst schon eher &quot;Mixed Systeme&quot; - ebenso wie das Ding, was Bruce Lee &quot;Jeet Kune Do&quot; nannte. Bruce wollte, so viele seiner Freunde, es gar nicht als eigenen Stil wissen, sondern eher als Weg, den jeder für sich beschreiten muss, aber seine Wurzeln aus dem klassischen Wing Chun konnte das System nicht leugnen.<br />
Damit sind wir wieder zurück im Kung Fu, wo seit vielen Jahren auch die Stile sich bekriegen, weil jeder Stil meint, der beste zu sein. Kranich, Panter, Tiger, Schlange, Affe und Gottesanbeterin. Diese Dinge wahren Grundlage des Disney Films Kung Fu Panda und zeigten ebenfalls den Konkurrenzkampf der Stile, die erst durch den Panda - der irgendwie stillos, aber von allem etwas hatte, irgendwo die Wahrheit fanden.<br />
Denn die Diskussion dreht sich immer um Richtig und Falsch. In den Augen vieler Menschen ist etwas, was sich ausserhalb des Stils bewegt, daher falsch und muss korrigiert werden. Sie halten nur den eigenen Stil und das eigene System für valide und richtig, alles andere muss daher falsch sein und damit schlecht. Dieses epische Missverständnis ist Grundlage der Streitigkeiten und der immer wieder kehrenden Frage nach dem ultimativen Kampfstil. Es wird dabei von allen Menschen immer wieder vergessen, daß es das nicht gibt.<br />
Viel im MMA basiert auf den Ju-jutsu Dingen die in Brasilien durch die Brüder Gracie entwickelt worden sind - und vor allem in den harten und sehr brutalen Käfigkämpfen als &quot;ultimativ&quot; angesehen worden ist. Niemand stellte die Frage, ob daher MMA auf düe einen Renter mit künstlichem Hüftgelenk oder einem Rollstuhlfahrer geeignet ist. Niemand stellte die Frage, ob eine Frau mit 60 Kilo damit gegen einen 120 Kilo Kraftsportler bestehen kann, aber es wird gern mal einfach behauptet. Weder wollten das die Gracie Brüder so sehen, noch sonst jemand, aber viele der Community leben noch heute in der Illusion und treten so auf, das es den &quot;ultimativen Stil&quot; gibt, vergessen aber, daß durch allein Situation und Individualität der Menschen das nie funktionieren kann.<br />
So gibt es z.B. zwei große Karate Stile - das <i>Shotoka </i> und das <i>Gyokushinkai</i>. Beides ist Karate, sieht daher auch in vieler Hinsicht ähnlich aus, ist aber miteinader völlig verschieden. Was ist nun besser? Ganz klar, werden die Anhänger des <i>Shotokan</i> mitteilen, daß <i>Shotokan</i> das bessere Karate ist - und logisch, die Anhänger des <i>Gyokushinkai</i> werden ebensolches über das eigene System behaupten.<br />
Wer hat den Recht? Oder wer hat Unrecht?<br />
die große Krux der Frage des &quot;ultimativen Kampfstils&quot; bleibt nämlich immer, ob es das wirklich gibt. Gäbe es ein ultimatives Systrem, wären die anderen System ausgestorben, doch sie sind es nicht. Es gibt noch heute Aikido, das klassische Jujutsu, das neue Brasilian Jujutsu, Judo - was ja eher ein Sport ist - verschiedenste Variationen des Kung Fu, uvm.<br />
Ja selbt einem Meister des TaiChi kann man nicht absprechen, daß er ggf. mit dem was er gelernt hat, durch aus die eine oder andere Situation toll entscheiden kann. Als Europäer kennt man das typische Boxen, weniger bekannt ist, daß schon Thalhofer und andere in Deutschland etwas begründeten, was verdammt nahe an das klassische Jujutsu kommt - und es ist einige hundert Jahre alt, ginbg aber im Hype der asiatischen Kampfkünste unter. Mua-Thai ist bekannt, hingegen das Kalaripayat ist fast unbekannt, beeinflusste aber das bei vielen Touristen bekannte indonesische Penkat Silat. Auch das klassische Sumo Ringen geht auf eine ältere Form, daß Kumiuchi zurück.<br />
Schaut man sich China an, so gibt es so viele verschiedene Stile, weil nahezu jedes Dorf ein eigenes Kung Fu hatte - und gar nicht weit gedacht, finden wir auch in Japan viele traditionelle Kampfkünste, weil hier die Familienclans fast jeder sein eigenes Kampfsystem hatte. Kein Wunder also das wir hier neben dem Katori Shinto Ryu, auch andere Stile wie das <i>Kukishin ryu</i>, das <i>Yagyu Shingan ryu</i> oder Abkömmlinge des <i>Takeda ryu</i> finden.<br />
Auch im Orient finden wir nun unterschiedliche Stile, oft mit den typischen gekrümmten Schwertern, oft sogar zu Pferde. Afrika hat Kampfkünste, die sind sogar noch weniger bekannt, als das auch die australischen Aborigines sich einer eigenen Kampfkunst bedienen, ebenso wie es Hinweise gibt, daß auch die Ureinwohner Südamerikas da Systeme hatten - und sich sogar in diesen Systemen untereinander maßen, also eine Art Turnier veransteltet hatten. Ebenso ist vielen nicht unbekannt, daß auch die Ureinwohner Nordamerikas sehr wohl Kampfkünste ausübten und sich darin sowohl in kriegerischer Hinsicht, aber auch im Sinne einer Art Vergleich oder Körperertüchtigung dieser bedienten.<br />
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				Was also ist die ultimative Kampfkunst?
			
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</div>Nun, die Antwort ist so einfach unsimpel, daß es einem die Schuhe auszieht und der <a href="https://forum.torwart.de/de/entry.php/492-Das-Geheimnis-des-blinden-Meisters" target="_blank">vorherige Blog</a> eigentlich alles erklärt: Es gibt keine! Es gibt nur die Form, die einem selbst oder persönlich am Besten passt und womit man selbst am Besten zurecht kommt. <br />
Das Verstehen, daß es nichts bringt, einen anderen Stil zu lernen, um damit noch mächtiger oder endlich unbesiegbar zu werden ist ebenso im Film dargestellt, wie das Verständnis dessen, daß es keine ulitimative Technik gibt. In Kung Fu Panda wird die Geheime Zutat entlarvt: Es gibt keine geheime Zutat. Daher ist die Drachenrolle, also die ultimative Technik die einen Kämpfer unbezwingbar macht, auch leer und letztendlich nur ein Spiegel. Es ist das eigene Selbst, die eigene Erfahrung und ausprägung, die einen Ubezwingbar werden läßt, und nicht eine geheime Zutat, ein besonderer Stil oder eine besondere Technik. Es ist immer das eigene Selbst.<br />
<br />
Der Zusammenhang mit Torleuten wird nun vielleicht klar, wenn Torwarttrainer durch die Communities poltern, hier etwas anmerken, hier den anderen verbessern - und damit das eigene Verständnis und Tun über das der anderen erheben.<br />
Beliebt ist hier immer: Nicht aus der Bauchlage aufstehen oder Blick in Richtung Spielfeld, etc.<br />
Alles schliehct der typische Bullshit. Es gibt nichts, was es nicht gitb, daß Spiel läßt uns situationsbedingt schlicht alles  - oft ist sogar die Situation weniger ideal, als das Training. Wenn wir also im Training immer versuchen, Perfektion zu geben und das Ideal zu fördern, muss man sich der unbequemen Frage stellen, wie der Torwart dann im Spiel agiert, wenn die Situation mal eben nicht perfekt, nicht ideal ist... Das Spiel ist die Realität. Das Spiel zeigt uns, daß es eine Illusion ist, daß der Torwart immer den Blick zum Spielfeld hat, oder immer nur seitlich zu liegen kommt... Das Spiel lehrt uns, daß der Torwart oft einfach in Situationen kommt, die wir im Training nicht haben.<br />
Jetzt ist das Torwartspiel bisher sehr geprägt von unterschiedlichen &quot;Stilen&quot; - ich habe es wie gesagt schon vergleichen, Foletti, Leitert, Trautner.... man könnte daraus schon fast Torwartstiele ableiten. Dabei hat z.B. der DFB mit seinen Leitbildern und seinem Zonenspiel ebenso einen Stil &quot;entwickelt&quot; - und viele empfinden diesen Stil als den Besten. Schaut man sich dann aber hingegen René Adler an, der als Vorzeigetorwart dieses Stils gilt, und die Gegentore die mit diesem Stil fallen, vergleicht das mit Manuel Neuer, der eigentlich seinen ganz eigenen Stil hat, fällt auf - unterschiedlicher geht es gar nicht. Jetzt könnte man wieder denken, daß Manuel Neuers Stil so gut macht und wie oft habe ich es schon angemehnt: Der Stil ist es nicht, daß kann auch nur Manuel so.  Man kann nicht Manuel kopieren und denken, damit wird man National- und Welttorwart. Es ist nicht der Stil, es ist die eigene Individualität.<br />
Viele Tw Trainer vergessen und übersehen dies. Es ist nicht der Stil. Es ist die Individualität... und damit kommen wir wieder zum Mixed Martial Art: Wenn man Mixed Martial Art nimmt, ist es an sich die beste Lösung - doch ist dieses Mixed eben für JEDEN Menschen individuell, und kann nicht per Gießkanne verteilt werden. Jeder Mensch muss daher für sich das System finden, also die &quot;<b>Geheime Zutat</b>&quot; für sich selbst finden. <br />
UInd bei Torleuten nutzt es nichts, einen Torwart in ein System pressen zu wollen - sondern mann muss eher den Torwart mit System ausbilden und dann individuell nachschärfen. Das allerdings ist leider die hohe Aussschussquote vieler Torwartausbildungen - viele Tw Trainer können das gar nicht und was nicht ins System passt, wird daher aussortiert, obwohl das nicht sein müßte.<br />
Wir Tw Trainer müssen aufhören, nach Stil zu denken, sondern mussen wieder Mensch werden und idividuell arbeiten, von Menschen, für Menschen. Und diese Menschen sind jeder für sich besonders... und jeder braucht daher einen anderen Stil. Wir müssen daher Stiloffen arbeiten, alles andere macht die Torleute nur schlechter.</blockquote>

]]></content:encoded>
			<dc:creator>Steffen</dc:creator>
			<guid isPermaLink="true">https://forum.torwart.de/de/entry.php/495-Ich-weiß-es-besser-wie-Du-echt-jetzt!</guid>
		</item>
		<item>
			<title>Nachbericht - Torwarttrainer Basiskurs an der Sportschule Grünberg</title>
			<link>https://forum.torwart.de/de/entry.php/493-Nachbericht-Torwarttrainer-Basiskurs-an-der-Sportschule-Grünberg</link>
			<pubDate>Tue, 01 Aug 2017 12:10:59 GMT</pubDate>
			<description>Wisst Ihr, inzwischen weiß ich, daß viele, viele Tw Trainer hier mitlesen. Ich bin daher stolz darauf, von einigen Feedback, ja sogar eine gewisse...</description>
			<content:encoded><![CDATA[<blockquote class="blogcontent restore">Wisst Ihr, inzwischen weiß ich, daß viele, viele Tw Trainer hier mitlesen. Ich bin daher stolz darauf, von einigen Feedback, ja sogar eine gewisse Anerkennung für die Arbeit zu bekommen.<br />
Als ich das &quot;Virtuelle Torwarttraining&quot; auf YouTube ins Leben rief, war es eher als Spaß gedacht, doch rasch hat es sich ein wenig verselbstständigt. Leider ist es auf dem Semiprofessionellen Level stehen geblieben und es ist inzwischen, durch die Privatisierung der sportanlagen nur noch schwerer geworden, Aufnahmen herzustellen - vor allem wenn die Akteure nicht jünger, sondern älter werden und Zeit immer schwieriger zu finden ist.<br />
Trotzdem, wir listen immer weiter und versuchen, Dinge die uns bewegen, Fragen die ungeklärt sind, aufzunehmen und abzuarbeiten. Das &quot;Virtuelle Torwarttraining&quot; war auch nie für Torleute gedacht, sondern in Ermangelung entsprechner bewegter Bilder haben wir damals beschlossen, diese Lücke zu füllen. Übungen, Trainingsformen sieht man auf YouTube Gigabyte-weise, also man kann Tage damit verbringen, sich Tw Training anzusehen. Doch wie eine Tw Technik korrekt geht, wie es auszusehen hat... da sucht man echt lange. Nun gibt es von den Verbänden ja Technikleitbilder, die in epischen Studien entwickelt worden sind, diese Bilder beschreiben eine Technik anhand einiger Bilderserien, nie aber vollumfänglich oder eben so detailiert, daß es viele Trainer verstehen.<br />
Wisst Ihr, oft komme ich in Vereine - und ich schaue gern und oft beim Tw Training zu. Mir hat mal jemand geraten mich dann einzumischen, wenn es zu haarsträubend ist und zu versuchen, zu helfen - aber ehrlich gesagt, die meisten Menschen haben mit mir und meiner Art einfach ein Problem. Das &quot;Virtuelle Torwarttraining&quot; schafft hier eine gewisse Distanz und hilft Trainern trotzdem, dann das ist meine Intention, mein Gedanke. WEnn ich einen Trainer sehe, der z.B. auf einem Tw Camp eine Station zum Thema &quot;Fausten&quot; macht, selbst aber den Ball nicht Fausten kann, es auch nicht korrekt erklären kann, dann frage ich mich immer, warum und weshalb so etwas passiert, denn nichts ist schlimmer, als wenn der Ausbilder / Trainer und damit Lehrer einfach nur schlecht ist. Hier springt das &quot;Virtuelle Torwarttraining&quot; in die Bresche und soll vermitteln, soll den  Trainern eine Art Anleitung und Erläuterung geben, wie man es eben korrekt macht, sprich die reine technische Ausführung des Torhüters wird erklärt. <br />
Keinesfalls ist das dann eine Präsentation einer Tw Fähigkeit eines bestimmen Torwarts- soll es auch gar nicht sein, sondern es ist eine Präsentation des technischen Details der Torwarttechnik. Es ist die Darstellung der Torwarttechnik in bewegten Bildern.<br />
<br />
Gern würden wir hier noch ein wenig mehr machen, aber - für taktische Details bräuchte man nun Spieler, Spieler, die nicht zwingend gut sein müssen, aber technisch schon soweit sind, daß man eben bestimmte Dinge im Film festhalten kann, um taktische Dinge in bewegten Bildern festhalten zu können. Eckbälle, Freistöße oder auch Eins gegen Eins - oder wenn es Nachschusssituationen gibt... das kann man alles mit einem Torwart nicht darstellen, es bräuchte mehr &quot;Schauspieler&quot;, diese stehen aber uns leider nicht zur Verfügung.... somit sind höhere Themen extrem schwer.<br />
<br />
Wo das &quot;Virtuelle Torwarttraining&quot; anfängt, steht meistens die Torhüter Trainer Ausbildung davor. Viele Trainer machen eine Lizenz und erhalten z.B. bei C-Lizenz eine kurze Einführung in das Torwartspiel. Je nach Dozent ist das ein wenig mehr, oder auch eher weniger, andere bekommen gerade mal bestimmte Folien verteilt. So lernen viele nur, daß der Torwart im Tor steht, aber mehr auch nicht. Selbst bei der B-Lizenz ist die Torwartsache wenig ausgeprägt, und wenn, dann schaut man sich so ein paar Techniken an, daß war es schon. Viele B-Lizenz Trainer kommen daher im Jugendbereich gar nicht zur Ballsicherung, sondern wollen einfach nur, daß der Torwart den Ball irgendwie abwehrt, ja wegfaustet, damit dann die Abwehr klären kann. Das sieht man immer und immer wieder und dieses &quot;wegfausten&quot; ist so in den Köpfen drinne - furchtbar. Wisst ihr, was ich voin einem Torwart halte, der in der 2. höchsten oder dritt-höchsten Liga alle Bälle faustet?<br />
Man spielt auf Ballgewinn und Ballbesitz, wie aber ist Ballbesitz, wenn man die Bälle nur faustet, wegklatscht oder auch andere Bälle nur irgendwie weit weg nach vorn schlägt? Fragen, die mir diese Trainer nicht beantworten wollen oder können - und das in solchen Ligen, einfach fraglich. Das ist keine Kritik, ich will das nur verstehen. Verstehen, warum man hier nicht den Torwart besser, sicherer machen will...<br />
Just aus diesem Grunde bieten die Landesverbände dann Torwarttrainerkurse an. Ich besuche diese recht regelmäßig, nicht weil ich der Meinung bin, daß es für meine Ausbildung nötig wäre, nein, ich erachte es für wichtig, weil man hier durch die Dozenten immer wieder neu Anregungen und Ideen für das Training bekommt.<br />
Obwohl die Lehrgänge keinerlei Lizenz darstellen, musste ich schon beim letzten Mal eine Lehrprobe abgeben, in Theorie und natürlich eine Lehrprobe als prakttische Gruppenarbeit leisten. Dieses mal war es sogar das Einreichen einer Trainingseinheit in schriftlicher Form, das Einrichten von Übungen zu Fragen, sowie Wissen über die koordinativen Fähigkeiten (warum man genau diese gerade bei Torleuten wählte - egal, die Übungen dazu jedenfalls waren ein schriftlicher Test) und man musste in Gruppenarbeit zwei Lehrproben durchführen.<br />
Viele sind nun der Meinung, mit Abschluss eines Lehrgangs ist man ein Torwarttrainer - diese irren aber, sie markieren nur den Beginn des Weges, der zu einem Torwarttrainer führen kann, aber diese Sache habe ich in anderen BlogBeiträgen zur Genüge bleuchtet. Eigentlich wollte ich mit der Blauen Mauer auch zum Basislehrgang dann eine Art Video Blog machen, musste es aber wetter und vor allem zeitlich bedingt verwerfen. Daher hier also ein kurzer, schriftlicher Bericht.<br />
Wir waren schon Sonntags Abends angereist, nach ein wenig Pizza in Grünberg und einem Fussmarsch durch das lauschige Brunnental verbrachten wir eine ruhige Nacht in der Sportschule, wo wir Montag früh das &quot;Continentale Frühstück&quot; des Sporthotels genossen. Man kann sagen was man will, aber andere Sportschulen sind, was Frühstück angeht, nicht so knauserig wie der Hessische Verband. In Ruit z.B. bekommt jeder Sportler morgens die Möglichkeit auf frische Brote in Variationen, Brötchen und auch Buttergebäck. Es gibt Kaffee und Schokolade mit richtiger Milch, verschiedene Cerialien-Produkte, eine Wurst und Käseplatte, etwas Obst, Joghurt und Quark, Wasser sowie süsse Brotaufstriche. In Grünberg ist dies ein wenig abgespeckt und man nimmt mit dem Marmeladebrot vorlieb und benügt sich mit deutlich weniger Auswahl. Auch Mittags ist Ruit besser, weil es zwischen zwei bis drei Gerichten zuzüglich Beilagen gibt, so daß in Kombination für jeden was dabei ist, in Grünberg gibt es nur ein Gericht - während man in Ruit immer kühles Wasser bekommt, setzt Grünberg auf den Verkauf von Flaschenware. Dies haben wir umgangen, aus der Erfahrung her, und haben das herrliche kühle Grünberger Trinkwasser genossen.<br />
Den Dozenten haben wir mit Freude nach dem Frühstück in der Lobby begrüßt, es war Sven Hoffmeister, Tw Koordinator des Nachwuchsleistungszentrums vom FSV Mainz 05. Wir begrüßten einander, tauschen ein paar Worte und dann machten wir uns fertig.<br />
Anstelle im Hörsaal wie sonst, fand der Kurs in den Pavilions statt, denn die Prüfung der B-Lizenz-Kurs-Teilnehmer nahm die altehrwürdige Etage der Sportschule ein.<br />
Sven Hoffmeister begnügte sich mit einer kurzen Einführung und dann ging es auch schon auf den Platz. Erste Trainingseinheit, erste Techniken. Noch ein wenig Isoliert, wurde das generalle Fangen und Sichern von Bällen auf den Torwart besprochen. Gerade die Punkte für die richtige Grundstellung, der richtige Beginn und dann auch das Schnell und Aktiv zum Ball waren hier wichtig... Die Stand und die Kippzone wurden rasch erläutert und in Übungsformen demonstriert, aber dann drängte Sven auch schon auf den Schwerpunkt dieses Lehrgangs: Verhalten bei Zonenwechsel. Einige Teilnehmer aus dem Kurs fungierten als Demotrationstorleute und unterwarfen sich den zum Teil doch anstrengenden Übungsformen.  Immer wieder kam auch die Blockstellung im Eins gegen Eins vor und wurde erläutert.<br />
So verging der erste Tag wie im Flug und am Abend sassen wir gemütlich unter dem Magnolienbaum bei einer eiskalten Cola und diskutierten die Tageserlebnisse.<br />
Der zweite Tag begann nach dem Frühstück mit ein wenig Theorie, zu Trainingslehre und Traininginhalten, Technikleitbildern und natürlich auch Ausbildungsstufen. Sprich ein Teilnehmer sollte erkennen, daß Erwachsene anders zu trainieren sind, wie Jugendliche. Ebenso wurde klar, daß man Jugendliche eher ausbildet, als beschäftigt, doch dies geht meines Erachtens immer ein wenig unter.<br />
Die Praktischen Einheiten griffen jetzt das Kippen in kompolexeren Übungen auf, ebenso wurden die Schüsse schärfer. Gerade jetzt wurde der Zonenwechsel deutlicher, als Beispiel: Ball in der Standzone - Reaktion, Verschieben Kippzone - scharfer Ball in ein Kippzonentor. Dabei kamen immer die Torwart.de Airdummies zum Einsatz, die sich im Training hervorrangend einbauen ließen. Hier war immer wieder der Punkt wichtig und Sven Hoffmeister baute alle Übungen so auf, daß die Torleute immer stark und zum Teil wirklich aktiv schrägt nach vorn in den Ball arbeiten mussten.<br />
In der Theorie wurden nun die Lehrproben besprochen, die am Abend statt finden sollten, wozu Torhüterinnen der Auswahlmannschaften eingeladen worden waren. Man setzte sich daher am Nachmittag zusammen, um diese Einheiten zu planen und auch mal aufzubauen, dann kamen auch schon die Lehrproben. <br />
Diese wurden im Nachgang besprochen, wobei eigentlich alle Übungen gut bis sehr gut gewählt und durchgeführt waren.<br />
Nach dem Abendessen hielten wir wieder das obligatorische Schätzchen unter dem Magnolienbaum und diskutierten auch nochmals die Thematik der 2. Lehrprobe, aber auch wie die erste Lehrprobe gelaufen war.<br />
Der Tag begann nach dem Frühstück wieder mit ein wenig Nachbesprechung der Lehrproben, dioe dann zur Theorie überleiteten.  Videoclips halten taktische Torwartsituationen fest und Sven zeigte an vielen Beispielen, wie hier Torleute agierten - und stellte deren Entscheidungen zur Diskussion. Dabei stellte er auch die Philosophie des FSV Mainz 05 vor, zeigte daher auch Situationen, wo er zufrieden,aber auch wo er im Nachgang Klärungsberdarf mit den Torleuten sah.<br />
Die praktische Einheit beschäftigte sich nun mit hohen Bällen, denn es war der letzte Tag, den Sven als Dozent leitete. Daher hatte er auf Teilnehmerwunsch auch wieder einen kleinen Parcours aufgebaut, zum Thema Kraft und Beweglichkeit, wobei hier z.B. die Koordinationsleiter im Liegestütz 'durchgesprungen' wurde, was  viele Teilnehmer als interessant bezeichneten.<br />
Desweiteren ging es dann zu Flanken und hohen Bällen, die dann hereingebracht wurden und mit verschiedenen Aufgaben belegt worden sind. Auch hier ging es von leicht nach schwer, von ohne Hindernisse, über AirDummies und dann zu motivierten beweglichen Gegenspielern.<br />
Abends stand dann die zweite Lehrprobe an, die  erneut mit Torspielerinnen der Hessenauswahl absolviert werden mussten. Auch hier wurde es mit der Nachbesprechnung spät, bis es zum Essen ging und der Abend klang dann nicht unter dem Magnolienbaum aus, sondern bestand in dem typischen Gespräch vor Rasenplatz 1.<br />
Der donnerstag bestand dann in der Theorie nochmals aus Besprechnung der Lehrproben, der Besprechnung der Koordinativen Fähigkeiten und einigen anderen Folien. Praktisch auf dem Rasen wurde dann über Abwurf, Abstoß und abschlag referiert, wobei dies eher in einer Art unglücklichem Abstoßen von Bällen endete - hier vermissten wir die Methodik, sprich wie bringt man es Torleuten bei, wie kann man hier... Zum Glück füllte diese Lücke der anwesende HFV Lehrwart Rudi Stalyga, der mit hilfreichen Tipps und Tricks allen zur Seite stand.<br />
Das dabei auch ab und an mel kollidierende Philosophien diskutiert wurden, war vielleicht ein wenig für einige störend, sind aber wichtiger Bestandteil der Tw Trainer Ausbildung. Es gibt keine Gleichschaltung, sondern unterschiedliche Lösungsansätze, ja Lösungswege.<br />
Der Nachmittag war größten Teils frei, was viele Teilnehmer zu einem Besuch der Altstadt Grünbergs nutzten, während die Blaue Mauer und ich die Zeit in der Sportschule verbummelten. Zudem packten wir schon die Koffer.<br />
Der Freitag war mit Packen der Reste begonnen, wir gaben die Schlüssel ab, beglichen die Rechnung und dann kam der Schluss im Pavilion. Letzte Theorie und dann auch die Schriftlichen Lehrproben und Wissenskontrolle. Dann noch eine kurze Fragerunde und die Ausgabe der Lehrgangszertifikate.<br />
Wir hingegen, traten sofort die Reise zum Torwart.de Camp nach Ruit an... und ob Ihr es glaubt oder nicht, wir freuten uns auf das Sportschulessen in Ruit.</blockquote>

]]></content:encoded>
			<dc:creator>Steffen</dc:creator>
			<guid isPermaLink="true">https://forum.torwart.de/de/entry.php/493-Nachbericht-Torwarttrainer-Basiskurs-an-der-Sportschule-Grünberg</guid>
		</item>
		<item>
			<title>Das Geheimnis des blinden Meisters</title>
			<link>https://forum.torwart.de/de/entry.php/492-Das-Geheimnis-des-blinden-Meisters</link>
			<pubDate>Sun, 23 Jul 2017 18:57:29 GMT</pubDate>
			<description>Die Überschrift ist ein wenig irreführend, denn es ist ein Filmtitel. Worum er handelt, spielt nur eine untergeordnete Rolle, aber irgendwo ist die...</description>
			<content:encoded><![CDATA[<blockquote class="blogcontent restore">Die Überschrift ist ein wenig irreführend, denn es ist ein Filmtitel. Worum er handelt, spielt nur eine untergeordnete Rolle, aber irgendwo ist die Geschichte genau das, was ich hier runterschreibe. <br />
Kennt ihr aber die Eastern, also diese typischen Kung-Fu-Filme? Die nach immer dem gleichen Schema ablaufen: Böse Buben verhauen den kleinen schmächtigen guten Bubi, der heulend wegläuft und auf den geheimnisvollen alten Meister trifft, der ihn, oft ein wenig widerwillig dann in die ultra geheime Kung-Fu Kunst einführt, womit der Bubi, jetzt gereift, zurückkehrt und die bösen Kerle verhaut.<br />
Der typische Plot eben, und wer das nicht kennt, kann sich gern eine Packung Popcorn nehmen und mal alte Jackie Chan Filme anschauen, wie &quot;<i>Die Schlange im Schatten des Adlers</i>&quot; oder &quot;<i>Sie nannten Ihn Knochenbrecher (Drunken Master)</i>&quot;<br />
Getoppt wird das alles nur noch durch die Ninja Filme der 80er/90er Jahre. Ausgehend von den Shinobi no mono Filmen aus Japan erlebten die Kinos einen wahren Boom solcher Filme, wie &quot;<i>American Ninja</i>&quot; die bei uns als &quot;<i>American Fighter</i>&quot; liefen, aber auch Filme wie &quot;<i>Die 1000 Augen der Ninja</i>&quot; oder &quot;<i>Die Rache der Ninja</i>&quot; waren schlicht für diese Form klassisch. Sie griffen das Prinzip des Eastern auf, nur das der Held mit seiner Kampfkunst im Schatten hielt, dann plötzlich explodierte und eine Kneipe leer machte, wie es Bud Spencer in besten Zeiten nicht geschafft hätte.<br />
Meistens wurden er und seine Kumpels von komischen schwarz vermummten Gestalten angegriffen. Schnell war dann heraus, das es sich dann dabei um Ninjas handelte und die verdutzten Kumpel mussten erfahren, das der Help selbst ein Ninja war. Gelernt hatte er das meist unter mysteriösen Umständen von einen alten Meister... Sprüche wie &quot;<i>Nur ein Ninja kann einen Ninja töten</i>&quot; oder &quot;<i>Er kämpft wie ein Ninja</i>&quot; prägten damals die typischen Schlechtwettertage, die wir mit Popcorn in den günstigen Bahnhofkinos verbrachten, und diese Filme konsumierten, weil es günstig, trocken, warm und lustig war. Zeiten die ich vermisse...<br />
Wisst ihr, ich war als Junge ein flinker, aber nicht kräftiger Typ. Nicht ein prächtiges Raubtier hätte für mich gestanden, sondern eher Ratte oder Wiesel.<br />
Aufgrund meiner großen Klappe bekam auch ich immer, zumeist nicht zu unrecht, meine Abreibung... aber  ab und an auch, weil ich einfach das Opfer war. Das wollte meine Oma so nicht und so wurde ich ins Judo geschickt, ich sollte lernen, mich zu verteidigen.<br />
Nunja, ab dem Zeitpunkt wanderte ich Woche für Woche in den kleinen Hinterhof, wo eine Halle stand, in der wir trainierten. Mein Lehrer Ted Tanaka war kein alter Meister und keine mystische Gestalt, sondern ein US-Japaner mit deutschen Wurzeln, und ein volltrainierter Sportler. Wir waren alle eine Gruppe spinnerter deutscher Kinder, die mit Disziplin und Ettikette soviel zu tun hatten wie ein Hund mit Tischmanieren.<br />
So lernten wir still sitzen, bis der Lehrer den &quot;Befehl&quot; zur Aufmerksamkeit gab, machten Liegestützen, SitUps und andere Übungen, wir schwitzten... aber wir hatten Spaß... und wir lernten... stundenlang mussten wir das Fallen üben. Und am Ende dann immer wieder die Haltegriffe, die noch heute in mir drinnen sind: Kesa-gatame, Kata-gatame, Tate-shiho-gatame, Yoko-shiho-gatame und Kami-shiho-gatame....<br />
Wir hatten ein Mädchen dabei, das einzige in der Gruppe und mit Abstand das größte Kind der Gruppe. Keiner wollte mit Ihr trainieren, ich habe leider heute ihren Namen vergessen. Sie war gefürchtet, denn sie war eine Maschine. Wer von Ihr gepackt worden war, wurde in den Haltegriffe genommen und dann gab es kein Entrinnen...egal welchen Kniff man anwenden wollte, es ging nicht. Und dieses Mädchen wollte unbedingt immer mit mir trainieren, und ich schwitze unter Ihr.... viel lieber hätte ich einfach mit dem kleinen Italiener der Truppe trainiert, da könnte ich wenigstens auch mal gewinnen, aber gegen das Mädchen - ich war chancenlos.<br />
Eines Tages fragte ich Sie, warum sie immer mit mir trainieren möchte und ihre Antwort bewegte mich sehr: <div class="bbcode_container">
	<div class="bbcode_quote">
		<div class="quote_container">
			<div class="bbcode_quote_container"></div>
			
				&quot;Weil ich nur bei Dir sicher bin, dass es richtig ist. Die anderen, die sind Gummipuppen, da lerne ich nichts. Du wehrst Dich wenigstens richtig, wenn es da funktioniert, weiß ich, dass es richtig ist!&quot;
			
		</div>
	</div>
</div>Diese Worte brachten mich zum Nachdenken und in meinem kleinen Kopf wuchs der Gedanke, dass wenn ich es schaffte, sie zu bezwingen, dann war auch meins richtig und vor allem wer sollte mich dann aufhalten?<br />
Ab da trainierte ich fast ausschließlich mit dem Mädchen, und so wurden wir beide richtig gute Kinder-Judoka.. Sie besuchte bald schon Wettkämpfe, ich ging lieber auf den Bolzplatz. Nach fast drei Jahren schloss die kleine Kampfsportschule, denn der Trainer wurde versetzt und da es keinen Nachfolger gab, wurde geschlossen.<br />
Traurig war ich nicht, denn der Fußball nahm mich mehr und mehr in Beschlag.<br />
Trotzdem lies mich der Kampfsport nie los und weil ich einfach damit groß geworden war. Ich fand ein neues Judo Dojo, im Keller des Rathauses. Dort wuchs ich, weil ich Talent hatte Bewegungen zu verstehen, aber auch zu erklären, würde ich mit 16 Trainer einer Kindertruppe. Mit 18 Jahren begann ich Lehrgänge zu besuchen, Trainer wie Erich Scherer, Axel van der Gröben, Gabi Ritschel, Peter Frese, Rolf Rhode und Gerhard Schmitt begleitetet mich auf Lehrgängen zu Standtechniken, Bodentechniken, Selbstverteidigung, Kombinationsformen und so weiter... ich verstand rasch, dass es nicht wie in den Eastern war, sondern jeder Trainer einem etwas spezielles geben kann, dass nie ein Trainer wirklich alles hat.<br />
Ernüchtert würde ich dann auf der Judo Europameisterschaft, wo ich zuschaute... der elegante Sport, den ich den Kindern vermittelte, war nichts als bei den meisten Sportlern ein zwei Spezialwürfe, die reingezerrt und reingemuskelt wurden...<br />
Meine Suche begann, nach dem wahren Meister, nach einer anderen Kampfkunst.<br />
Ich lernte so meinen Lehrer Volker Kühn kennen, und meinen Lehrer Steffen Fröhlich.<br />
Doch nicht allein diese beeinflussten mich, auch andere wie Sveneric Bogsäter, Jack Hoban, Kevin Milis, Peter King... sie kamen nicht mehr aus Deutschland, sondern aus Italien, Frankreich, Schweden, Großbritannien, den US und auch aus Japan... Wisst Ihr, ich nenne diese Namen, denn ich ehre damit die, die mir etwas beigebracht haben. Man darf/sollte sich nie dieser Lehrer schämen.<br />
Und ich entdeckte das Geheimnis des blinden Meisters. Danken muss ich da dem Mädchen aus dem Judo... der heute namenlosen...<br />
Viele versuchte nämlich einem Lehrer wie ein Abziehbild zu ähneln, sie wollten förmlich eine Kopie des Lehrer werden. Das war dann so, dass die Anhänger anstelle in Budohosen in einer Art militärischer Cargohose auf der Matte standen, oder anstelle der üblichen Jacken besondere Jacken trugen, oder sehr schräge Angewohnheiten hatten.<br />
Sie verfolgten das Prinzip, diesem einen Meister zu folgen und so zu werden wie dieser.<br />
Ich für meinen Teil musste erkennen und schmerzhaft erfahren, dass eben das sinnlose Kopieren nicht reicht. Das ging noch am Anfang, wo man eine Texhnik übernahm und eins zu eins so ausführte, wie das der Trainer wollte oder vorgemacht hatte. Aber rasch musste ich erkennen, dass das Mädchen aus dem Judo recht hatte: mit dem einen konnte man das nicht trainieren, der schmolz förmlich zu Boden, sobald man ihn berührte, bei dem anderen wollte die Technik einfach nicht funktionieren, wie der Lehrer es vor gemacht hatte. Letztere wurden aber meine Ziele, und ich lernte, dass das pure Festhalten an einer Form nicht immer richtig war. Richtig, die Form zu verstehen, denn Sinn derselben zu verstehen und die zugrunde liegende Funktionsweise zu begreifen - dafür gab es Kata.<br />
Doch wenn dann etwas funktionieren sollte, musste man ein wenig vom Weg abweichen. Nicht viel, aber ein wenig. Henka, Variation.<br />
Diese Variationen waren Veränderungen des Griffes, eine Änderung des Fusswinkels und ähnliches... diese Unterschieden sich von den Ausführungen der Lehrer, waren aber noch innerhalb der Kata.<br />
Oft kamen diese Veränderungen durch andere Lehrer und ich musste lernen, das es nicht falsch oder richtig gab, sondern eher anders. Richtig innerhalb der Form, Richtig aber auch in der Henka... nicht ein Meister hatte Recht oder war die Essenz, sondern jeder hatte etwas zu geben, jeder konnte einem helfen...<br />
<br />
Gehen wir jetzt mal zu den Fussballtorhütern, denn hier wurde ich mit rund 19 Jahren Tw Trainer. Es gab keine Unterlagen, es gab nichts. Man sollte einfach was man selbst konnte, an die Jungen Torleute weiter geben. <br />
Ich will nicht sagen, das es toll war, den Kindern hat es gefallen, aber es war als Tw Trainer einfach nur grottenschlecht.<br />
Das hat sich geändert. Trainerkurse, und man lernte Rainer Berg kennen. Kurt Kowarz, der Manuel Neuer während der U21 Europameisterschaft als Tw Trainer begleitet hat, Christian Lasch, Sven Hoffmeister, Michael Gibhardt... die ersten Hospitationen bei Andreas Kalusche und Matthias Bolz, später dann Eberhard Trautner, Dennis Rudel... über Torwart.de dann Hans Leitert, Thomas Schlieck, Trautner, Michael Rechner, Alexander Bade, und Simon Panter; durch den DFB dann Michael Fuchs, Silke Rottenberg, Jörg Daniel, Andreas Menger, Dimo Wache, Sven Neuhaus, David Thiel, Norbert Lorz. Kurz kennengelernt Stefan Wächter, Robert Wulnikowski, Andreas Kronenberg, Sepp Maier, Ursula Holl, Andreas Köpke, Sebastian Rauch....<br />
Viele Namen... viele Einflüsse. Viele Lehrer...<br />
Ich habe die Tw Techniken neu erlernt, nicht nur für mich selbst, sondern auch diese zu unterrichten. Mit diesem Wissen weiß ich heute, warum mein Training damals nicht gut war... ich bin darin gewachsen, habe mich gestreckt, musste mich strecken. <br />
Übungen haben sich verändert... was damals passte, passte nicht mehr, wurde passend gemacht oder ersetzt.<br />
Doch was ich im Kampfsport lernte, beeinflusste mich nachhaltig! Ich hatte und einfach kein Idol. Ich habe nicht diesen einen alten Meister, der mir alles beibringt oder beigebracht hat. <br />
Sondern wie der Blinde Meister lernte ich, dass nicht das lernen eines Stils und einer Methode unbezwingbar macht, sondern das Verstehen der Vielzahl... die Grundform ist dabei die Grundlage, auf dieser fußt alles und selbst darunter, gibt es Grundpfeilern, auf denen diese Grundformen ruhen. Man lernt die Grundformen, sieht erste Variationen... und dann kommt einer, der einem die Grundpfeiler zeigt und plötzlich wird es klar... die Grundformen sind nicht fix, sie variieren.. sie müssen es, weil nicht eine Situation im Spiel der anderen gleicht. Und nicht jeder Trainer, oder sagen wir auch hier der Ehre halber Lehrer hatte dafür das beste Rezept. Jeder sah es anders und rasch verstand ich - falsch gibt es nicht, weil die Lösungswege unterschiedlich sind, das Ziel war aber immer gleich... <br />
und ich lernte zu begreifen, dass oft die Lösungswege deshalb differenzieren, weil die Trainer lange mit einem Torwart gearbeitet haben. Hier entwickelten sich Lösungswege in dieser Partnerschaft... sportlich bedingt, denn nicht ein Torwart ist wie der andere... Jens Lehmann ging anders zu Flanken als Timo Hildebrand<br />
Doch keiner machte es falsch, nur anders.<br />
Und weil ich verstand, dass die sinnlose Anhängerschaft an einen Trainer und eine Methode nicht zielführende war, kopierte ich nicht einfach.<br />
Zusammen mit meinen Torleuten probierten wir... Marten Arts, Frans Hoek, später Trautner, Fuchs, Panter, Thiel, Lorz und Rechner... wir stellten auf die Probe... der eine Torwart fand eine neue, für ihn praktische Lösung, der andere nur einen neuen  Anreiz... aber ich stellte fest, dass eben wie im Kampfsport das pure Übernehmen, ja das Kopieren, der Versuch wie ein bestimmter Lehrer/Trainer zu werden, nicht die Lösung ist. Man muss die Grundlagen kennen, muss aber auch die Grundpfeiler verstehen... und aus diesem Verständnis sieht man die anderen Lehrer/Trainer, und beginnt zu verstehen, warum sie es so oder so lösen lassen...<br />
Und dieses Verständnis führte bei mir dazu, dass ich von diesem Trainer das übernommen habe, von einem anderen dieses...  jeder brachte mich irgendwo weiter und das Geheimnis des Blinden Meisters erreichte mich endlich...<br />
<br />
Das ist auch der Grund, warum ich einen Hype, wie jetzt viele um Patrick Foletti aus der Schweiz machen, für mich unverständlich.  Sicher, neue Impulse, neue Ideen... aber verstehe nicht, warum man jetzt versucht, einen Trainer und ein Prinzip  jetzt so hoch zu jubeln.. das wird einfach anderen nicht gerecht, noch ist es sinnvoll oder zielgerichtet... so erreicht nur wenige das Geheimnis des blinden Meisters</blockquote>

]]></content:encoded>
			<dc:creator>Steffen</dc:creator>
			<guid isPermaLink="true">https://forum.torwart.de/de/entry.php/492-Das-Geheimnis-des-blinden-Meisters</guid>
		</item>
		<item>
			<title>Titan - wo ist das moderne Spiel geblieben?</title>
			<link>https://forum.torwart.de/de/entry.php/491-Titan-wo-ist-das-moderne-Spiel-geblieben</link>
			<pubDate>Wed, 21 Jun 2017 12:48:41 GMT</pubDate>
			<description>Es geht mir so was von auf den Sack. Mann, Mann, Mann.... 
Wisst Ihr, dieses ständige Gefaßel um denn modernen Torwart und die Wichtigkeit des...</description>
			<content:encoded><![CDATA[<blockquote class="blogcontent restore">Es geht mir so was von auf den Sack. Mann, Mann, Mann....<br />
Wisst Ihr, dieses ständige Gefaßel um denn modernen Torwart und die Wichtigkeit des Fussballspiels. Soll ich Euch was sagen?<br />
Es ist der 21. Juni 2017, wir hatten ein Spiel im ConfederationsCup.. Bernd Leno im Tor. Bisher höre ich da nie etwas, das Leno ein schlechter Fussballer ist... also Leno ist im Hype um das &quot;moderne&quot; Torwartspiel aufgewachsen, und gilt als moderner Torwart. Bisher wirft man ihm fussballerisch nix vor. Trotzdem, was passiert ist, erinnert so ein wenig an die Ter Stegen Dinger, nur das der fussballerisch so grandios gelobte Ter Stegen beide Patzer, die zu direkten Gegentoren bei der Ballan- und Mitnahme gebracht hat, während Leno das nicht passiert ist... aber schauen wir doch Leno mal zu:<br />
<br />
<a href="http://www.youtube.com/watch?v=jLZnXar9E4k" target="_blank">Bernd Leno - ConfederationsCup 2017 - Deutschland gegen Australien, youtube.de</a>[/I]<br />
<br />
Egal wie ich es drehe oder wende, beide Tore haben nichts, aber auch gar nichts mit den fussballerischen Fähigkeiten des Torhüters zu tun, sondern einzig und allein seinen Fertigkeiten in der direkten Zielverteidigung. Beide Mal löst er das suboptimal... beim erstren Gegentor hätte er besser in den Ball geschoben, anstelle zu Tauchen. Hier taucht er, wirft aber die Beine weg, kommt damit in eine Bodenferne Lage in der Luft, der Ball geht förmlich unter ihm durch. Würde er hier richtig klappen, wie das beim Tauchen üblich ist, oder richtig kippen, sich also auch hier in den Ball schieben, würde das alles nicht passiert sein.<br />
Sprich ein Technischer Lapsus - technischer Fehler in den Torwarttechnikern der Zielverteidigung.<br />
<br />
Das zweite Tor ist auch wieder nicht den Fussballerischen Fertigkeiten geschult. Leno fängt den Ball sicher, doch weil er hier das Knie stark anwinkelt beim Kippen, zum Fallen aber den Ball unbedingt ranziehen will, schlägt er den Ball auf sein Knie, schlägt sich selbst den Ball aus den Händen.<br />
Auch das ist ein technischer Fehler in den Torwarttechniken der Zielverteidigung.<br />
<br />
Somit ist der Fussballspieler, also der Spieler der mit den Füßen agiert, hier überhaupt nicht gefragt gewesen, sondern man hätte mit einem Torhüter, der schlicht die Torwarttechniken beherrscht und diese in diesen Momente sicher umsetzt, wahrscheinlich gewonnen.<br />
Logisch brüllt jetzt der ein oder andere wieder, daß es Spielsituationen gab, wo Bernd Leno auch mit dem Fuss klären musste, z.B. am Ende des Spiels, wo er den Ball mit einer Grätsche wegschlägt.<br />
Okay, okay... doch ist das wirklich Fussballspielen?<br />
<br />
Nein! Denn diese Formen des Fussball-Torwarts gab es schon, als man von einem modernen Torwart nicht mal wußte, wie es buchstabiert wird. Damals war gerade die Diskussion ob Jens Lehmann oder Oliver Kahn spielen soll, im vollen Gange. Jens galt als &quot;moderner&quot; Torwart, der eben versuchte, Speilsituationen mehr zu erahnen und dann die Bälle zu holen, bevor diese zu Torsituationen kamen, beeindruckend war seine Strafraumbeherrschung.<br />
Zudem galt Lehmann als besser anspielbar, er stand höher als Oliver Kahn und bot sich als Mitspieler aktiv an, was Kahn so nicht tat. Daher hielt man Oliver Kahn für &quot;altmodisch&quot; - denn hier der 4er Kette wollte man einen Torwart haben, der just das tut.<br />
Doch bevor wir das nun beleuchten, schauen wir doch mal Oliver Kahn zu...<br />
<br />
<a href="http://www.youtube.com/watch?v=fwb4aNkcofI" target="_blank">Oliver Kahn - Zusammenschnitt WM2002, youtube.de</a>[/I]<br />
<br />
Also, was ich da sehe, hat mehr mit dem modernen Torwartspiel zu tun, als man denkt. Mir kann man jetzt vorhalten, daß ich die Zeit nicht verstehe, das ich nicht begreife, was modernes Torwartspiel ausmacht... aber ich sehe einen Torwart, der seine Sache nicht nur gut macht, sondern hervorragend, der seiner Mannschaft als Garant des sicheren Rückhalts den Einzug ins Finale verschafft. Aber auch einen Torwart, der aufgrund seines Egos mit einer Verletzung spielte die dann zu einem Technischen Lapsus führte, der seiner Mannschaft den Weltmeistertitel kostete.<br />
Gut, ich sehe keinen Fussballer und man sieht deutlich, wie tief Oliver Kahn in der Box steht... das ist bei vielen heutigen torleuten nicht mehr der Fall und ist auch seitens der Trainer so nicht gewünscht. Hoch soll er stehen, sich hinter der Kette anbieten. Ja, einige gehen sogar so weit, daß diese die Aussenverteidiger aufrücken lassen und den Torwart mit den zwei Innenverteidigern eine neue 3er Kette formen.<br />
Soweit will ich gar nicht gehen, so weit muss man das Fussballerische nicht aufbohren, meiner Meinung nach. Das kann man so spielen, kann man so machen... aber Hand auf's Herz, brauche ich dafür einen Torwart mit den Kapazitäten eines 6ers?<br />
Nein, brauche ich nicht. Ich brauche keinen Torwart, der einen Gegenspieler wirklich ausspielen kann, der ein tolles Dribbling macht.. Ich brauch einen Torwart, der einen Ball annehmen kann, der einen Ball mitnehmen kann und der einen flachen Druckpass, einen Befreiungsschlag bringen kann und einen Torwart, der einen Flugball über die mittlere Distanz spielen kann. Das sind alles jetzt keine Dinge, die technisch eine Herausforderung an einen heutigen Fussballer darstellen, noch für einen Torwart wie Oliver Kahn eine Herausforderung gewesen sind. Es gibt genug Beispiele, daß Oliver Kahn, schon von Berufswegen mit dem Ball einigermaßen am Fuss umgehen konnte, so daß diese eher basistechnischen Fertigkeiten bei Ihm mehr als nur vorhanden waren. <br />
Aber im Spiel, da war es halt gar nicht sein Ding.<br />
Jens Lehmann hingegen spielte mehr mit dem Fuss. Doch schaut man sich seine Spiele an, findet man auch hier, daß er auch eigentlich nur die Ballannahme, Ballmitnahme, das spielen von Druckpässen, das schlagen von Bällen aus der Gefahrenzone und eben das Spielen von Flugbällen in der mittleren Distanz benötigte.<br />
Jens Lehmann brauchte nicht zu Dribbeln. Er brauchte nicht einen Stürmer auszuspielen, brauchte nicht den Stürmer mit einem Beinschuss nach einer tollen Finte zu überwinden. Er wurde abgespielt, kontrollierte den Ball mit einer An- und Mitnahme und spielte einen Pass.<br />
Auch heute sind über 95% aller Fussaktionen des Torwart genau dieses Muster. Es ist daher also nichts Besonderes...<br />
Bei einem 6er hingegen erwarten wir mehr. ER muss unter Druck einen Ball behaupten, muss unter Druck einen Spieler überwinden können. Er muss einen Ball erobern und unter Gegnerdruck nach dessen Überwindung auch behaupten und spielen können. Das heißt, daß der 6er auch mal angespielt wird, weil man weiß, daß er jetzt den Gegner überwindet, also ein Dribbling sucht, den Gegner überwindet und dann im freien Raum jetzt den Pass spielt, vielleicht sogar vorher noch ein paar Meter macht.<br />
Just dieses Verhalten ist nichtg mal bei Manuel Neuer Programm, noch ist das Philosophie. Klar, kommt das vor, daß Neuer nach einem Rückpass angelaufen wird und ab und an ist es halt so, daß er dann auch mal ein &quot;Ding&quot; macht, der Stürmer läuft ins Leere und Neuer spielt den Pass. Doch ist das eher die Ausnahme, nicht die Regel. Und bei Manuel Neuer sieht das auch nicht immer professionell aus, denn als Torwart hast Du nun einmal ein anderes Zweikampfverhalten.<br />
Doch diese Fertigkeiten machen einen Torwart nicht aus, zudem schule ich diese Fertigkeiten nicht im Tw Training, sondern in den kleinen Spielchen mit der Mannschaft - Spielformen auf Fasstore, Freistellspiele oder das typische Gammeleck sind hier die besten Anlagen, damit ein Torwart unter Druck einen Ball verarbeiten lernt <b>und</b> es aktiv anwenden muss, aber auch Form,en, wo er lernt, einen Ggner mit einer Finte rasch zu überwinden, um den Ball zu spielen.<br />
Das jetzt über alles andere zu stellen, ist weder sinnvoll noch zielführend.<br />
Dies fühjrt und das Spiel von Bernd Leno vor Augen. Denn egal wie gut er fussbalelrsich ausgebildet ist, egal wie viele Gegner er mit seinem Fussballspiel überwinden hätte können - es war nicht gefragt, sondern gefragt war das, was wie bei Oliver Kahn in Excellence gesehen haben - Zielverteidigung.<br />
Bernd Leno sind seine Fehler in den Dingen unterlaufen, die einem Torwart NICHT unterlaufen dürfen - in der Zielverteidigung. Das ist seine Hauptaufgabe, dafür ist er da - und hier war er es nicht, oder jedenfalls nicht so gut.<br />
Was nutzt der ganze Fussballerische Kram, wenn so etwas passiert? Habe ich Pech und der deutsche Strum hat Ladehemmung, was zum Glück nicht der Fall war, verliere ich wegen der beiden Dinger das Spiel mit 1:2 und habe wichtige Punkte liegenlassen. Da kann ich noch so tolle Bälle als Torwart geschlagen haben, drei Spieler vor dem 16er nass gemacht haben, ich verliere die drei Punkte und kann mir für das tolle Fussballspiel ein Souvenier am Bahnhof einpacken lassen...<br />
Blicken wir nach Italien... Buffon ist dort immer noch unangefochten die Nummer Eins. Nicht weil es nix jüngeres gäbe... schlicht, daß Paket ist, was ausmacht, daß der Torwart-Älstenehrwüdiger spielt.<br />
Bei der EM und WM spielte Buffon munter hinter der 4er Kette mit. Vielleicht nicht beidfüssig, nicht mit Excellence, aber gut genug, daß es für einen schnellen und sehr guten italienischen Fussball reichte. Selbst gegen die Deutschen war Buffon fehlerfrei geblieben, und im Vergleich zum Topmodernen Manuel Neuer musste sich der &quot;Methusalem&quot; nicht mal verstecken, im Gegenteil. Mit starken Reaktionen war er da, wenn er gebraucht wurde, zeigte, daß Erfahrung und ein gewisses Gefühl für die Situationen einfach oft die Vorteile brachte, eine Situation zu entschärfen.<br />
Buffon ist bestimmt kein Ausnahmefussballer, aber  - selbst wenn es fussballerisch bessere Torleute gibt, warum sollte man Buffon wechseln,. wenn er fussballerisch die Grundlagen sicher anwendet, hinter der Kette sauber seine Aufgaben erfüllt - vielleicht nicht mit Glanz und Gloria, aber sicher und gut genug, aber in der Zielverteidung einfach eine Bank ist. Warum sollte man Ihn jetzt gegen den besseren Fussballer auswechseln, welchen Grund gibt es?<br />
<br />
Einen Grund gibt es, der führt uns wieder zu Oliver Kahn zurück: Verletzungen. Oliver Kahn hätte mit seinem verletzten Finger nie spielen dürfen. Denn sein Finger war dafür verantwortlich, daß ihm der technische Fehler passierte und der zuvor nahezu übermenschliche Rückhalt der Mannschaft brach zusammen... Hätte an dieser Stelle Oliver einfach Jens ins Tor gelassen, selbst wenn es das Endspiel gewesen war, wir hätten die Brasilianer vielleicht bezwungen. Denn mit Verletzung ist ein Torwart in der Zielverteidigung einfach gehemmt. Trotz Adrenalin, Schmerzmittel und Kram - Du bist nicht 100%ig fit und damit einfach nicht voll da... die Wirkung hat man gesehen.<br />
Lassen wir jetzt mal dieses Problem weg und schauen uns Oliver in der Zielverteidigung an, aber auch in der Raumverteidigung und im Eins gegen Eins.<br />
Wir erkennen: Ballangriff, wie finden sogar einen Ansatz zu heutigen Blockstellung... Oliver ist nicht reingerauscht, sondern in der tiefen Stellung auf den Stürmer geschoben, hat das Tor aktiv verkleinert und dann sich anschießen lassen, oder mit raschen Reaktionen den Einschlag verhindert. Das er damals immer wieder in die Grätsche ging, zeigt einfach, daß man so damals schon versucht hat, möglichst breit das Tor abzuschirmen. Also die Vorstufe der Blockstellung, deutlich zu sehen - und sehr erfolgreich.<br />
Wir sehen aber auch Olivers grandiose Technik im Abdruck. Diese Dynamik vermisst man heute oft, denn mehr und mehr beginnt man wieder gegen die Ketten auch aus entferteren Positionen zum Abschluss zu kommen - der Torwart muss also auch hier tun, was Oliver vormacht: Das Tor gegen Distanzschüsse verteidigen.<br />
Auch bei vielen Aktionen im Strafraum ist Kahn da... er klärt die Bälle, fängt die Bälle, er faustet und ist einfach auch da, wenn es nur brenzlig werden könnte... Ja, selbst für Grätschen ausserhalb des Strafraums ist sich Kahn nicht zu schade.<br />
Gegen Irland macht Kahn sogar etwas, was man bisher immer nur bei Manuel Neuer gesehen hat - Er springt in eine hohe Blcokstellung vereitelt so den Einschlag gegen einen Kopfball. Gegen Brasilien glänzte Kehn zunächst, dann kam der Fingerbruch und was dann passiert, können wir uns ersparen.<br />
Es zeigt aber, das sich die Wertigkeit und Wichtigkeit der Zielverteidigung kaum bis gar nicht geändert hat - nur viele Trainer scheinen immer noch etwes zu faseln, vergessen aber, daß es darauf oft nicht ankommt.<br />
Ein Torwart oder Torspieler ist mit der Hauptaufgabe betraut, Einschläge von Bällen ins Tor zu verhindern. Erst sein Nebenschauplatz ist es, dann hinter Kette ein wenig bei der Ballrotation und Ballverteilung mitzuwirken. Diese Nebenaufgabe kann vielleicht auch mal 95% des Spiels ausmachen, aber für die restlichen 5% muss er einfach mit seinen Spezialfähigkeiten das tun, wofür er da ist: Das Gegentor durch eine Torwarttechnik verhindern.<br />
<br />
Bleiben wir jetzt doch mal dabei und das geht jetzt an Euch, <b>liebe FUSSBALLTRAINER</b>:<br />
<br />
<b>Hört endlich auf, den Torwart im Fussballspiel bewerten zu wollen, anstelle diesen nach seinen Fähigkeiten der Zielverteidung zu bemessen.</b><br />
Durch das Fussballspiel gewinnt Ihr keine Spiele, verhindert beim Torwart nur wenige Gegentore. Ein Torwart, <b>liebe Fussballtrainer</b>, muss eine Grundfertigkeit in Ballannahme, Ballmitnahme, dem Spielen von Pässen flach und hoch über kurze bis mittlere Distanzen mitbringen. Er muss auch in der Lage sein, eine Grätsche auszuiführen, oder einen Ball einfach wegzuschlagen. <b>Das ist alles was er wirklich an fussballerischen Fertigkeiten in der Regel braucht</b><br />
Der Rest ist Optional und kann durch Trainingsformen verbessert und auch zum Teil angeeignet werden, ist aber nicht Bestandteil des Torwarttrainings, weil einfach nicht zielgerichtet.<br />
<b>Bewertet endlöich Torleute wieder danach, was wichtig ist: Die Fähigkeit, Tore zu verhindern mit den Techniken des Torwarts</b><br />
<br />
Bernd Lenos Fehler zeigen es uns nur zu deutlich, wie wichtig das ist. Buffon und Oliver Kahn zeigen uns, daß dies der Schlüssel zum Erfolg ist - wobei Buffon zudem das Beispiel ist, daß man eben kein überragender Fussballer sein muss, sondern eben es völlig ausreicht, ein guter Mitspieler zu sein, der eben oben genannte Techniken hinter der Viererkette beherrscht und auch spielt, umso wichtiger aber dann da ist, wenn es gilt, Tore mit den techniken des Torwarts zu verhindern.<br />
<br />
Hört auch zu labern, und einem torwart zu erzählen, er müsse sich Fussballerisch verbessern, wenn er die oben genannten Techniken beherrscht. Hört auf Euch zu entschuldigen, daß es fussballerisch nicht reicht, wenn die oben genannten Fussballtechniken sicher und im Spiel fehlerfrei sitzen... Torleute müssen Tore verhindern, und nicht als Stürmer Tore schießen oder Innenverteidiger ersetzen.<br />
Wenn Ihr, was viele im Amateurbereich denken, einen Feldspieler ins Tor stellt, werde Ihr abgeschossen - denn der wird in der Zielverteidigung <b>nie</b> erreichen, was ein gelernter Torwart bietet.<br />
<br />
Daher, ich bin die Diskussion um den Fussballspielenden Torwart satt - denn Bernd Leno zeigte es nur zu deutlich: Fussballspielen hilft nicht, Tore zu verhindern</blockquote>

]]></content:encoded>
			<dc:creator>Steffen</dc:creator>
			<guid isPermaLink="true">https://forum.torwart.de/de/entry.php/491-Titan-wo-ist-das-moderne-Spiel-geblieben</guid>
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		<item>
			<title>Alle meine Farben...</title>
			<link>https://forum.torwart.de/de/entry.php/490-Alle-meine-Farben</link>
			<pubDate>Tue, 13 Jun 2017 07:37:38 GMT</pubDate>
			<description><![CDATA[Es ist Gartenzeit... wisst Ihr, was ich verstörend finde? 
Menschen ziehen aus der Stadt auf's Land. Sie suchen Ruhe, Abgeschiedenheit und die gute...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<blockquote class="blogcontent restore">Es ist Gartenzeit... wisst Ihr, was ich verstörend finde?<br />
Menschen ziehen aus der Stadt auf's Land. Sie suchen Ruhe, Abgeschiedenheit und die gute Luft. Doch schon wenige Wochen später geht es los: Der Landwirt fährt Gülle, morgens blöckt die Kuh, Mittags fährt der Trecker über die Wiese, Nachmittags rattert der Mähdrescher. <br />
Und plötzlich entdecken die Menschen, die aus den Ballungsgebieten auf das &quot;ruhige Land&quot; ziehen, daß eben das Land gar nicht so ruhig und still ist. Man braucht gut 4 Wochen, bis man sich daran gewöhnt hat, daß auf der Weide nachts die Kuhglocke döngelt oder die Kirchturmuhr auch mal Mitternacht schlägt, was 16 Schläge bedeutet....<br />
Doch damit nicht genug: Gartenforen sind voll damit, wie man diesen &quot;Lärm&quot; abschalten kann, was man gegen den Geruch unternehmen kann... Allergiker beklagen sich über den Landwirt, der Heu wendet und damit &quot;Pollen aufwirbelt&quot;, andere wiederum wollen Kuhglocken abschaffen, weil man nachts gestört wird...<br />
Doch am schlimmsten sind dann diejenigen, die sich im Garten verwirklichen. Auf dem Land, da hat man Platz und weil man Platz hat gibt es einen Riesengarten. So mit Sitzecke, Feuerstelle, Teich, Grillstelle und einer tollen Terrasse, von wo aus die &quot;Fürstin&quot; den Garten überblickt und in den Gartenmagazinen blättert und bei den diversen Herstellern online gleich mal die nächsten Pflanzen ersteht - denn der Garten wird ja immer wieder neu gestaltet. Nicht mal der Garten ist von Dauer, sondern auch hier: Der ehemals urbane Mensch steht nun im Garten, und schreibt der Natur vor, wie das zu wachsen hat. Wächst es nicht, dann hier ein Mittelchen, dort ein Dünger... irgendwie muss es passen. Das natürlich auf 1600 Metern eine teure Kapstadt Rose nicht recht gedeihen will und natürlich die Poolheizung auch im Mai noch Vollgas laufen muss - will keiner wahr haben.<br />
Kein Garten ist Natur, sondern die meisten Gärten sind wieder ein Stück &quot;Kunst&quot; in der Natur - und die Natur setzt alles daran, dieses künstliche Stück Land mit aller Macht zu erobern.<br />
 Die Natur kennt keinen Rasen mit 3cm Halmlänge, kennt keinen Gartenteich mit Lichtspiel und Teichbrunnen. Die Natur kennt keine Terrassendielen aus Holzfaserverbundwerkstoffen.... Die Nature kennt kein Staudenbeet noch achtet sie dessen Umrandung.<br />
die Natur ist unbarmherzig: Wildkräuter mischen sich in die Rabatte, Löwenzahn bersiedelt den Rasen und logisch, der Teich ist Hort der Stechmücken und nachts quaken die Frösche.<br />
Und die Natur stört den Friedesuchenden Menschen, der sich an alles gewöhnen soll, aber es einfach nicht will. Der ehemals Urbane Mensch, der nun das Land besiedelt, will nicht hinnehmen, daß der Bach rauscht, der Wind heult oder eine Kuh einen kernigen Geruch hat. Der Neu-Landmensch versucht einen Garten zu unterhalten, der ebenso wider der Natur ist, wie sein Verständnis von Natur. Dabei möchte er aber nicht einsehen, daß es künstlich ist, sondern seine Oase soll natürlich erscheinen, nachhaltig bewirtschaftet werden, und am besten alles bio sein - doch trotzdem darf es keine Blattläuse an Rosen geben. Die Frage, was man dagegen tut, am Besten sofort wirksam und biologisch zeigt einfach in welcher mentalen und intellektuellen Zwickmühle diese Menschen stecken. Künstliche Pestizide sind hoch wirksam, daher schnell  - aber nicht gewünscht. Bio ist sicherlich nicht so wirksam, noch wirkt es schnell. Natur ist eben anders, nur an dieses anders will man sich nicht gewöhnen... <br />
Krasser hingegen ist dann, daß viele der neuen Gartenbesitzerinnen am Besten auch noch alles, was irgendwie krabbelt und mehr als vier Beine hat aus Garten und Terrasse verbannen möchte. Land und Garten ist klasse, aber dann bitte ohne diese Käfer, Amseisen und vor allem ohne Spinnen.<br />
2mm Spinne und Madam bekommt einen mittleren Nervenzusammenbruch. Da ist dann die imposante Erscheinung einer großen Winkelspinne (<i>Tegenaria sp.</i> - einfach mal eine Suchmaschine belästigen)  auf der Terrasse schon Grund genug, neben dem SEK, Rettungsdienst einen Großeinsatz der Militärs auszulösen. <br />
Dutzende Bilder ranken sich im Internet, wo Bilder von Insekten zu sehen sind, mit der Frage, wie man diese von Terrasse und Garten fern halten kann.... nun, die logische Antwort ist gar nicht, doch diese Antwort wird nicht akzeptiert... ebenso nicht, wie das eine Kuhweide Pciknickwiese ist oder wie auch nicht hingenommen wird, daß eben Natur sich aus dem eigenen Garten nicht ausschließen läßt... aber zum Glück: Altgewährte Muster werden schnell begriffen - Warnfarbe der Wespen wird erkannt, und nach heftigem Wedeln und Gebrüll wird trotzdem gestochen. Herrlich, der Sommer ist da....<br />
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Sommer, 32° C - die Blaue Mauer auf dem Stadionrasen und dann auch mit einem guten Spiel. Doch nicht blau, sondern leuchtend gelb, wie ein ADAC Männchen! Nicht zu übersehen.<br />
Ja, über Trikotfarben kann man streiten, aber irgendwo ist was Wahres dran. Sepp Maier schreib so sinnierend, daß der Torwart eher unauffällige Farben tragen kann, grau oder dunkles Blau, er wird dann nicht so wahrgenommen, taucht also wie aus dem Nichts vor dem Stürmer auf. Ähnliches attestiert er den hellen Farben. <br />
Gott wenn ich an die Farben von damals denke... Allein diese grellen Trikots die Teddy de Beer getragen hat, so violett-gelb gestreift. Dagegen waren die ollen Adidas Trikots von Jean-Marie Pfaff oder Raimond Aumann eher zurück haltend. reusch hingegen hatte damals für Torleute diese grellen Trikots....<br />
Da war man sich nun nicht einig: Sollte der Torhüter eher unauffällig saein und daher auf das Überraschungsmoment setzen, oder sollte er grelle Farben tragen, um den Stürmer zu irritieren und so Bälle wie magisch anzuziehen?<br />
Die Literatur ist da nicht wirklich einig - und damals denke ich, war das auch nicht so daß Thema. Der Torwart war damals noch eher der Torsteher und es galt eigentlich, eher da zu sein, wenn auf das Tor geschossen wurde. Eins gegen Eins war damals ein Thema, aber eher am Rande beleuchtet und Frans Hoeck nennt es sogar eine &quot;Notabwehr&quot;<br />
Zwar hat sich am Begriff &quot;Notabwehr&quot; vielleicht vom Prinzip nicht viel verändert, doch ist das Spiel doch soweit anders geworden, daß der Torwart heute viel, viel mehr präsent und Spieleingebunden ist. Jetzt muss man nicht hier einen Messi auf der Linie erwarten, der also nahezu jdes Anspiel unter Druck verarbeiten kann und einen Traumpass daraus macht.  Eher ist es so, daß man den Torwart hinter den Defensiven in der Zentrale braucht, sprich die Aussenverteidiger rücken vor, die Innenverteidiger öffnen jeweils nach aussen und der Torwart nimmt die Zentrale dahinter ein... Damit wird nun der Ball gespielt. Das ist aber in der Regel eher flaches Anspiel zum Verschieben, oder als Station, wenn die Zentrale den Ball wieder nach hinten zum Neuaufbau ausspielen muss. Hält sich also mit Fussball und Hacke-Spitze-eins-zwei-drei deutlich in Grenzen. Klar, kicken muss er können, auch saubere Bälle spielen, aber jetzt nicht wie eins Higuita da nach vorn dribbbeln...<br />
Doch das Risiko, daß da mal ein Ball in der Defensive durchgesteckt wird, weil die Defensive nicht rasch genug zur Kette gefunden hat, ist einfach durch das Spiel an sich größer geworden - daher gibt es auch mehr Eins gegen Eins Situationen. Und Du musst als Torwart natürlich auch da sein. Nicht Tim Wiese und mit beiden Beinen voraus in den Mann reinballern, sondern abschirmen, abwarten... die Kette muss nachrücken, der Stürmer mit Ball zum Stehen kommen - und zugleich einen Abschluss möglichst wirksam blockieren. Dann übernimmt der Verteidiger und der Torwart zieht sich auf seine ureigene Aufgabe zurück - er verteidigt das Tor.<br />
Taucht nun der torwart in einem blassgrünen Trikot wie ein Geist im Eins gegen Eins auf, oder ist es besser, wenn er im neonroten Trikot auf den Stürmer zu rückt?<br />
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Gleich vorweg, eine Antwort auf diese Frage gibt es auch heute nicht. Beides hat Vorteile, und ich denke, daß ist so ein wenig Torhüter abhängig. Ein Fussballerisch sehr gewandter Torwart hat sicherlich Vorteile, wenn er eher unauffällig agiert, um dann plötzlich wie aus dem Nichts zu agieren. Ein Torwart der allerdings eher reaktionsstark ist, kann mit Grellen Farben schon die Wahrnehmung des Stürmers stören und vielleicht hier etwas bewirken.... aber immer vielleicht.<br />
Aber es ist einfach so: Wenn Manuel Neuer bei einem Kopfball in den Hampelmann geht, denke ich ist eine eher grelle Farbe eher von Vorteil. Mann kan diesen Reiz nicht unterdrücken, daß Auge will so eine Warnfarbe wahr nehmen, fokusieren und fixieren. Und wenn das so etwas auf einen zugesprungen kommt, daß ist eine andere Hausnummer, als wenn da irgendwo nur der Rasen &quot;lebendig&quot; wird. Zwar mag das für den Stürmer ebenso komisch sein, wenn plötzlich der ein Stück Spielfeld sich bewegt, aber das löst nicht diesen Reiz aus, als wenn in grellbunten Warnfarben da etwas rasch auf einen zugeflogen kommt.<br />
Sprich das grüne Trikot Neuers und seine Hampelmann Aktion kann man sicherlich noch ein wenig potenzieren, wenn Neuer etwas grellfarbiges trägt, also knallgelb, leuchtend rot oder strahlend blau... Einfach Farben, die wirklich von allem anderen abstechen.<br />
Torleute arbeiten stark an der Wahrnehmung - Thomas Schlieck bei Bielefeld mit Augenklappen damals, Foletti und Rechner heute mit Stroboskop Brillen, weniger sehen um mehr wahr zu nehmen. Doch Stürmer? Das passiert bisher nur eher selten. Dafür gibt es zwar &quot;Bretterbuden&quot; wo ein Ball eingespielt wird und der Spieler den Ball auf ein Lichtsignal in ein bezeichnetes Ziel spielen muss, aber damit nimmt der Stürmer immer noch nicht die Lücke wahr. Er reagiert auf einen optischen Reiz... die Lücke hingegen ist kein optischer Reiz, sie ist eher eine tiefes Schwarz im dunklen Grau... Sprich die Lücke ist unauffällig, weil das Lichtsignal ein aktiver Reiz ist, die Lücke hingegen ist passiv. Ich muss also nicht in der &quot;Bretterbude&quot; auf das Lichtsignal spielen, sondern muss die Bude treffen, wo eben kein Licht an ist, damit der Reiz korrekt 'verbucht' wird. Passspiel ist anders... hier habe ich einen Spieler, der eben nicht Lücke hat, sondern einen aktiven optischen Reiz darstellt, der zeigt sogar etwas, und dann erkenne ich, was und wie ich spielen muss. Passspiel ist daher der aktive optische Reiz, der Torabschluss hingegen ist der passive optische Reiz, daß sehen des Spots zwischen den vielen Farben.<br />
Hier kommt nun das leuchtende Trikot wieder ins Spiel, denn es blockiert sichtbar die Lücke, der Stürmer wird, wenn er auf 'Lücke' geht und eben nicht den optischen Reiz anspielt, just hier nicht hinschießen. Entweder er zögert und muss viel bewußter die Lücke suchen, oder er ist gut, erkennt die Lücke und schließt ab... aber als Torwart sollte ich dann &quot;optimale Position und distanz&quot; haben, um mal wieder den Leitert ins Spiel zu bringen, und sollte somit in der Lage sein, daß Ziel zu verteidigen, also den Einschlag zu verhindern.<br />
Auich im Eins gegen Eins, so mein Dafürhalten, ist eine Signalfarbe, richtig leuchtend von Vorteil. Zwar muss man Sepp Maier recht geben, ist es für den Stürmer schlimmer, wenn der Rasen plötzlich lebendig wird und der Torwart aus dem Nichts auftaucht... aber die Zeiten haben sich geändert. Zu den alten Zeiten hat sich der Torwart &quot;Dazwischen geworfen&quot;, er hat sich &quot;reingehauen&quot;. Von dieser Philosophie, die mehr auf gut Glück agierte, ist man ja zum glück sehr wit entfernt. Zwar gibt es dieses &quot;Reinhauen&quot; auch noch, nur nennt man es &quot;Ballangriff&quot; und wird gemacht, wenn ich den Ball VOR dem Stürmer erreichen kann, und sei es nur, daß der Stürmer sich diesen selbst zuweit vorlegt oder zur Seite legt. Der Ball ist dann frei, nicht direkt am Fuss und daher kann ich da ran. Auch beim Blocken mit den Händen greife ich den Ball aggressiv an und verhindere das der Ball abgeschlossen wird, was eine höhe Belastung ist, denn so einen Schuss mit den Händen zu Blocken, also aktiv den Pressschlag zu suchen, daß ist nicht jedermanns Sache - und gerade Torleute in vielen Amateurvereinen machen das gar nicht.<br />
Doch just in diesem Moment greift die Warnfarbe, es ist sichtbar, daß dort über dem Boden der Torwart agiert, daß dort der Torwart eingreift, aktiv und vor allem mit den Händen. Sichtbar für den Stürmer, der dank der Warnfarbe ein deutliches, optisches Signal bekommt - und dieses sicher erkennen kann. Das schützt den Torwart gerade bei solchen Aktionen. Ähnlich der Warnweste im Strassenverkehr... man wird einfach gesehen, ausser der &quot;Nichtsehende&quot; ist blind.<br />
Desweiteren bei der Annährung wird der Stürmer aufmerksam.. es kommt etwas auf Ihn zu - und das uist kein Gegenspieler. Diese Bewußtseinsunterbrechung ist vorhanden und kann bei deutlichen Signalfarben auch nicht so einfach unterdrückt werden. Der recht automatisierte Ablauf des Dribblings wird, wenn auch vielleicht nur kurz, unterbrochen. Doch diese kurze Unterbrechung stört den Ablauf und als Torwart bekomme ich so den minimalen Zeitmoment, wo der Stürmer die Entscheidung fällt. Der Ablauf wird unterbrochen, und in Sekundenbruchteilen entschieden: Weiter, Abschluss oder Stop - Diese Entscheidung trifft der Stürmer aufgrund des optischen Reizes, und das nicht mal bewußt. Je klarer der optische Reiz ist, desto prägnanter ist die Entscheidung, die zum Teil dann sogar so weit reichen kann, daß der Automatismus abgebrochen und das bewußte Entscheiden angefragt wird.<br />
Bei einer Warnweste auf einer Autobahn schauen wir auch kurz hoch - und treffen eine Entscheidung: Weiter fahren, weil es mich nicht betrifft, Anhalten, weil ich betroffen / gemeint bin - oder kommt sogar eine Bewußte Entscheidungsabfrage: Da ist was passiert, was ist zu tun...<br />
Ebenso mit dem Signalfarbigen Trikot... der Stürmer muss aufgrund des optischen Reizes eine Unterbrechung des eigentlichen Automatismus hinnehmen und ggf. bewußt eine Wahrnehmung verarbeiten. Diese Unterbrechung ist der Moment, wo ich einen Abschluss kassiere, wo der Stürmer das Tempo drosselt oder wo er nochmals anzieht. Aber der Moment selbst, ist immer eine kurze Unterbrechung und dann findet der Moduswechsel statt. Kassiere ich den Abschluss, ist dieser meistens nicht gezielt, weil aufgrund des optischen Reizes der Stürmer das Eins gegen Eins vermieden will, aber trotzdem das Ziel erreichen will. Er wird abschließen, zumeist dann nicht wirklich kontrolliert. Eine gute Chance, den Ball abwehren zu können. Drosselt das Stürmer das Tempo, will er die Ballkontrolle erhalten, will das Eins gegen Eins zwar nicht vermieden, aber keinesfalls einen Ballverlust hinnehmen. Er will die Lücke suchen und den Abschluss erzielen. Also stellt er sich und nimmt das Tempo einen Moment raus, um die Situation zu erkennen und die Lücke zu suchen. Stehe ich hier gut, bin nah genug, blockiere ich das komplette Tor und lasse dem Stürmer keine Lücke. Er muss nun wieder Fahrt aufnehmen, um im engen Dribling den Torwart zu überwinden - eine gute Chance für die Defensive, nachzurücken und den Stürmer vom Tor abzudrängen. <br />
Nimmt der Stürmer aber Fahrt auf, so erkennt er die Situation, will das Eins gegen Eins nicht zwqingend vermeiden, aber durch das hohe Tempo sich einen Vorteil verschaffen. Oft ändert der Stürmer schon jetzt unbewußt die Richtung, denn er muss von der Torabdeckung weg und in Richtung einer ungedeckten Zone streben. Auch hier ist das Unterbrechen, die Verzögerung und der Wiederanzug wichtig, denn der Torwart blockiert den Abschluss und zwingt den Stürmer dazu, einen Ausweichkurs, der eben nicht auf direkter Torlinie liegt, einzunahmen.<br />
Nimmt der Stürmer Tempo raus und geht ins Eins gegen Eins, bleibt auf der Linie, ist wieder die Sache gegeben: Sieht er das optische Signal, also reagiert er auf den Optischen Reiz und zielt diesen an, wird er den Torwart treffen. Geht er allerdings auf Lücke, also versucht am optischen Reiz vorbei zu kommen, so hat der Torwart mit der Blockstellung und guten Reaktionen gute Chancen, den Ball zu erreichen und den Treffer zu verhindern.<br />
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Die Signalwirkung des Trikots erscheint mir hier durch die Veränderung des Torwartspiels insbesondere im Mitspielen und dann auch dem Eins gegen Eins inzwischen nicht wirklich zu vernachlässigen. Dabei geht es nicht mehr um Tarn- oder signalfarben, sondern für mich fast nur noch darum, welche Signalfarbe hier den Besten Wert erbringt. Damit meine ich, welche der Farben den Stürmer am Besten in seiner Aufmerksamkeit beeinflusst. Sicher, daß kann abhängig sein von den Trikots der Mannschaften, aber insbeondere auch von der Signalstärke der Farbe. Ein leuchtendes Signalgeld erscheint mir oft als ideale Farbe, gefolgt von knall Orange oder einem starken Neongrün, aber auch ein strahlendes Singalrot kann erfolgversprechend sein.<br />
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Interpretiere ich zuviel da rein? vielleicht... aber es sind einfach Gedanken, die man sich, am Ende der Saison macht... und da denkt man über viel Blödsinn nach.</blockquote>

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			<dc:creator>Steffen</dc:creator>
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		<item>
			<title>Essay zur Fallschule der Torleute, Teil 1</title>
			<link>https://forum.torwart.de/de/entry.php/489-Essay-zur-Fallschule-der-Torleute-Teil-1</link>
			<pubDate>Mon, 27 Feb 2017 14:01:03 GMT</pubDate>
			<description>Es ist einer dieser Tage, wo es regnet und ungemütlich ist. Die Blaue Mauer steckt in einer Torwart Identitätskrise - und ich fühle mich mitschuldig....</description>
			<content:encoded><![CDATA[<blockquote class="blogcontent restore">Es ist einer dieser Tage, wo es regnet und ungemütlich ist. Die Blaue Mauer steckt in einer Torwart Identitätskrise - und ich fühle mich mitschuldig. Ich weiß zwar, daß ich nichts dafür kann, aber so ist das eben.<br />
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Er fühlt sich missverstanden und nicht wert geschätzt.<br />
Nun, dies ist ein Problem oft der Trainer, nicht eines Tw Trainers. Ich kenne kaum einen Tw Trainer, der NICHT seine Torleute lobt wenn diese etwas gut gemacht haben.<br />
Das ist inmgefähr so, wie bei einem Dompteur im Tigerkäfig: Tiger springt durch den Reifen, bekommt ein Stück Steak zugeworfen. Torwart macht eine tolle Parade, bekommt ein Lob zugebrüllt...<br />
Problem sind nun die Fussballtrainer, aber.. darüber will ich jetzt gar nicht reden. Vielmehr habe ich mich dann, weil ich mich einfach nur Schei..e gefühlt habe, zurück gezogen und habe Hörbücher angeschaltet. Ich finde das Klasse. Das ist so ein wenig heimelig. Ja, man bekommt förmlich etwas vorgelesen und das, daß ist ist tief irgendwo verwurzelt. Wir als Kinder haben immer Bücher angeschaut, mit Papa, Mama, Oma und Opa, mit Tante oder Kindergärtnerin. Später haben wir Gute Nacht Geschichten vorgelesen bekommen, und auch in der Schule mussten wir vorlesen, aber auch zuhören. <br />
Später, wenn man dann selbst Kinder hat, man ist immer und immer wieder dabei: Ali Migutsch Riesenwimmelbilderbücher und dann möglichst immer die gleiche Geschichte erzählen, wieder und wieder vom &quot;schnellen Ulli&quot; und dem Stinkanhänger auf dem Bauernhof, oder oder oder... später dann eben richtiges Vorlesen, Geschichten aus tausend Büchern.<br />
Und nun, nun hat man Hörbücher und bekommt wieder vorgelesen. Ist das Klasse! Draussen vor den Fenstern der Bahn, huschen die Lichter der schlafenden Stadt vorbei und man lauscht der Stimme, die einem &quot;Jagd auf Roter Oktober&quot; vorliest. Man könnte Stunden so verbringen.<br />
Abends liegt man in der Stille des Bettes, die Kopfhörer schotten einen ab und die Stimme ist wieder da... sie erzählt weiter von Cäpt'n Ramius uns Bart Mancuso, von Jack Ryan und Skip Tyler.... man entspannt und versinkt... und ertappt sich dabei, eingeschlafen zu sein, man entfernt die Kopfhörer und legt das Hörbuch weg...<br />
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Und nun frage ich mich: Visualisieren der Tw Techniken ist ein Begriff des mentalen Tw Trainings und mir nicht unbekannt. Immer wieder wird man gefragt wie es geht und ja, ich weiß, wie es funktioniert. Ich habe es erlernt und mit soweit selbst beigebracht, daß ich während meiner Verletzung trotzdem arbeiten konnte. Zwar nur im Kopf, aber genau dort muss das Bewegungsmuster hin.<br />
Nein, ich kann es Euch nicht erklären, denn ähnlich wie dem Vorlesen müßt Ihr zunächst selbst einen Vorleser haben, einen &quot;Trainer&quot;. Der muss Euch an der Hand nehmen und seine Stimme führt Euch durch die Bewegung. Sie ist der Anker in die reale Welt, den man braucht. Immer wieder hat man so Trainingseinheiten, die zwischen 20 bis 40 Minuten dauern sollten - länger ermüdet das Gehirn, es entspannt zudem sehr stark und dann - dann machen wir Fehler. Ja, wir trainieren dann fehlerhaft und anstelle eine korrekte Bewegung speichert sich ein fehlerbehaftetes Muster ein. Dies darf nicht passieren.<br />
Daher muss man auch am Ende sofort umschalten, andere Dinge machen, den Kopf anders belasten, sofort vom Bewegungslernen abschalten und dann z.B. aufstehen zum Kühlschrank gehen und ein Stück Schokolade naschen. Nicht zurück denken, nicht wieder 'erinnern' - sondern sich das setzen lassen. Man kann auch einfach den TV einschalten und Tier Dokumentation ansehen, der Kopf muss einfach komplett was anderes tun.. denn nur dann, verschwindet das eben intensiv 'gedachte' in den Zwischenspeicher und von dort in den tiefen Speicher, oder geht vergessen. Da man aber lange und öfters wiederholt, geht es dann doch nach einiger Zeit in den tiefen Speicher und kann von dort direkt abgerufen werden.<br />
Nein, ich kann und werde das hier nicht als Anleitung hinterlegen - ihr braucht dafür einen Trainer. Einen Vorleser, aber darum geht es mir auch nicht.<br />
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Vielmehr geht es mir um das Fallen der Torleute. Es ist schließlich Winter und ich war jetzt häufiger unterwegs. Gerade in der Wintervorbereitung, also in den intensiven Trainingszeiten vor dem Start der eigentlichen Rückrunde, die man gern Wintervorbereitung nennt, wird dann ja auch Tw Training gemacht.<br />
Man sieht hier Torleute allen Orten, die da nicht fallen!<br />
Der Tw Trainer sieht es nicht gern, wegen der Verletzungsgefahr, denn der Boden ist hart.<br />
Ich bin ausgelacht worden, als ich das mal angesprochen habe. Harte Böden, wie Tennenplätze - allgemein als Hartplatz bekannt, sind zwar vielen bekannt, aber man ist immer der Meinung, darauf macht man kein Tw Training. Wenn, dann sieht man es in Werbespots nur, um zu zeigen, wie hart die ERinheiten früher waren.<br />
Doch jetzt mal wieder ehrlich sein: Im Sommer, 35° Hitze, der Boden lechzt seit Tagen um Wasser, der Rasen ist mehr braun als grün und wir haben auf dem &quot;Trümmerstück&quot; abseits des gestressten Spielfelds Tw Training. Wisst Ihr, selbst die Tartanbahn der Leichtathleten ist weicher als dieses Rasenstück. Aber weil Rasen, da hechtet, fällt und fliegt alles - wundert sich aber, daß da die Pelle ab ist und dort sich ein blauer Felck gbebildet hat.<br />
Hört mal, das ist Rasen ja - aber das ist kein Stadionrasen und kein Bundesliga Trainingsplatz. Das ist die harte Wirklichkeit und das meine ich so. Das Ding ist hart, so hart wie die Verbundpflastersteine des Pflegewegs vor der Garage des Platzmeisters. Ein Tennenplatz, ohn Wunder, ist aufgrund der Centimeter dicken Staubschicht jetzt sogar weicher, als der knochentrockene Rasen.<br />
Aber klar, darauf trainiert man ja nicht - erzählen die &quot;großen&quot; Tw Trainer. Und doch, selbst diese müssen irgendwann einmal darauf arbeiten, jedenfalls in der Frauenbundesliga war das doch durchaus ab und an der Fall. Da hat man auch nicht Flanken gemacht, hat sich mit nur Bällen im Stand beschäftigt... nee, da ist man auch runter in die Ecken, oder ist mal einen auf dem Winkel geflogen...<br />
Jetzt ist Winter, der Platz hat und plötzlich geht jeder in den Kuschelmodus. Der Platz ist gefroren, der ist ja 'hart'. Sorry, daß ist der im Sommer auch - und ich bezweifle, daß der im Sommer, wenn er knochentrocken ist, weicher ist, als gefroren im Winter.<br />
Es ist daher eine Illusion im Kopf, daß der Platz im Sommer &quot;weicher&quot; ist, als im Winter und daher die Trainer sich einfach nicht trauen. Ebenso eine Illusion, daß man denkt, daß eine Sandgrube härter ist, als ein weicher Rasen. WEnn das so wäre, wie Jörg Daniel mutmaßt, dann würde man Weitspringer nicht in Sandkisten springen lassen. Klar, wenn man den Sand nass macht und verdichtet, wird der hart. Aber der Sand in den Sandgruben ist nicht verdichtet und wenn, kann man diesen mit einem Rechnen lockern, er dämpft dann wunderbar und verhindert hochwirksam blaue Flecken - aber der Sandgrube haftet immer das Image an, daß hier &quot;altmodisch&quot; trainiert wird und altmodisch ist schlecht.<br />
Dabei ist das nicht der Fall, sondern erneut ist es wieder das wie... also wie trainiere ich in der Sandgrube, was mache ich da und was für Ziele verfolge ich.<br />
Ich habe in der Sandgrube selten Sprungkraft gemacht, ich habe darin selten &quot;Powereinheiten&quot; gemacht, und wenn, dann barfuss und mit eher Spaß. Beim Beachvolleyball oder Beachsoccer bläßt auch keiner rum, weil es &quot;Power&quot; im Sand ist und es gefährlich ist... nix da, alle barfuss, Sonne warm, schön und dann Vollgas.<br />
Und im Sand kann ich tolle technische Einheiten zum Fallen machen, denn der Sand verrät, wo ich aufschlage, wie ich aufschlage... hinterlasse ich im Sand keine tiefen Spuren, war ich perfekt .<br />
Lade ich als Beispiel aber auf dem Knie, werde ich dort ein tiefes Loch hinterlassen. Das tut nicht weh, aber man kann deutlich sehen, wo das Knie 'eingeschlagen' ist, und ich kann es benutzen, dem Torwart zu verdeutlichen, wie stark er mit bestimmten Körperregionen aufschlägt. dies hilft ihm zu begreifen, zu verstehen, warum er sich bestimmte Verletzungen immer wieder zuzieht und der Wille nach Veränderung wird deutlicher.<br />
Es ist halt auffällig, wie wenig Tw Trainer sich um Fallschule bemühen, sich damit beschäftigen. Logisch, der Weg zum Ball ist essentieller, wesentlich wichtiger. Sprich das muss 100%ig stimmen, daß der Torwart mit der korrekten Technik erreicht, entschäft und ein Gegentor verhindert. Trotzdem, das Fallen ist wichtig.<br />
Warum fällt mir das auf? Nun ganz einfach: Jetzt ist der boden gefroren, niemand will fallen, keiner geht da ins Training, dann kommen die ersten Spiele in der vorbereitung UND - der Boden des Spielfelds ist angefrohren und damit hart. Bespielbar, ja - aber hart. Und nun soll im Spiel der Torwart ebenso in die Ecken gehen und die Dinger aus dem Winkel fischen.<br />
Leute, wie soll er das machen, wenn Ihr Ihn darauf nicht vorbereitet, ihm nicht hier etwas angedeihen lasst?<br />
Sicher, der Weg zum Ball ist wichtiger, doch was nutzt das, wenn der Torwart in der 4. Minute einen aus dem Winkel kratzt, wie ein Sack auf den Boden aufschlägt und dann mit geprellter Hüfte nicht mehr 100%ig fit ist? Kaum ein Amateur Keeper würde das zugeben, aber wenn wir uns ehrlich sind - es ist so und ein guter Tw Trainer sieht es auch. Zudem, der Schmerz ist da und die Einleitung der Bewegung wird durch das Unterbewußtsein aufgrund der Verletzung licht blockiert, das sind Sekundenbruchteile die verloren gehen, doch diese entscheiden oft, ob der Ball gehalten wird, oder im Netz zappelt. Lüge Euch nix vor, Ihr wisst, daß es so ist.<br />
Weiß der Torwart aber, wie er zu fallen hat, haut der sich voll rein, verletzt sich nicht und kann daher in der 90. Minute nochmals so einen aus dem Winkel kratzen...<br />
Wisst Ihr, ich bin belächelt worden. weil ich JEDEN Tw Trainer immer gefragt habe: Okay, der Torwart hat den Ball gehalten, und jetzt?<br />
Die meisten beten Dir aus dem Schlaf die Bewegung zum Ball vor, also Auftaktschritt, Eintauchen, Kopf stellt ein  ... abdruck ... Ball halten .. Handhaltung, alles... doch dann?<br />
Dann kommt meistens: Ja, Fallen oder Landen. Ach bite, und wie? Und schon geht das Gestammel los.<br />
Kein Wunder, daß niemand im Winter trainieren will, man könnte ja nicht mal den Torwart vor Verletzungen bewahren, weil keiner ein Auge entwickelt hat dafür, wie der Torwart landet und welches Verletzungspotentil die Landung mit sich bringt. Denn der Tw wird nach dem dritten Landen auf dem Ellenbogen schon mal fragen, warum das so ist und wenn der Tw Trainer mit den Achseln zuckt - schöner Tw Trainer.<br />
Das geht schon los, wenn Torleute den Ball flach an den Körper ranziehen und den Ellenbogen unter den Körper ziehen. Bestimmter Österreicher machen das allelang und damit es nicht weh tut, rollen diese vorwärts hoch auf die Schulter und lösen so den Hüftgürtel vom Boden, wodurch der Ellenbogen, der genau unter den kurzen Rippen liegt, frei kommt. Anstelle das man hier der Sache korrekt bei kommt, kompensiert man lieber und behauptet auch noch, es wäre klasse... im Ernst. Das ist wie wenn ich ohne Schubhilfe mit den Finger die Kreissäge bediene... das kann gut gehen, aber das Risiko doch mal Fleisch zu lassen, ist einfach extrem. Warum doktert man daher an den Symptomen rum, anstelle es korrekt zu machen. Zudem: löst sich der Hüftgürtel vom Boden, entsteht unter den Körper eine Lücke.. schnell ist da mal flutsch ein Ball durch. Klar, in der Regel passiert das nicht, aber wenn ich im Gegenzug darauf poche, daß das Knie bei flachen Bällen vor den Keeper hinter den Ball zu Boden geht, damit da nix durchrutscht, warum öffne ich dann da eine Lücke, wo keine sein sollte und müßte?<br />
Lasse ich hingegen den unteren Arm lang und eher vor dem Körper, ist meine Schulter entlastet, der Ellenbogen kann nicht unter den Körper, ich bleibe flach am Boden und den Ball sichere ich mit der oberen Hand sicher vor dem Körper. Vorteil ist, daß ich keine Lücken erzeuge, daß Verletzungsrisiko an den kurzen Rippen völlig ausschließe UND zudem mit der gestreckten unteren Hand in jedem Fall den Ballweg blockiere... also ablenken geht immer, sichern kommt von allein.<br />
Warum also die Österreicher genau dieses aufrollen machen, es scheint nur, weil die Torleute sonst einfach auf dem unteren Arm liegen. Fallschule? Mangelhaft.<br />
Wisst Ihr, für mich war Fallen immer ein großes Thema. Nach 20 Jahren Judo habe ich wirklich viel zum Thema Fallen gelernt und ich kann sagen, daß es mich mehrfach davor bewahrt hat, richtig krass auf die Fresse zu fallen und mich dabei ggf. schlimm zu verletzen. <br />
Einmal bin ich mit dem Fahrrad bergab in eine Absperrung gefahren, die ich im Dunkel der Nacht übersehen und deren Existenz ich einfach vergessen hatte. Ich flog über den Lenker in die Finsternis, daß Fahrrad im Salto hinterher. Bei Bodenkontakt rolle ich mich instinktiv ein und rollte über die Schulter in die Rückenlage. Ausser ein paar kleinen Abschürfungen an der Hüfte und der Hand blieb ich verletzungsfrei, das Fahrrad hingegen war Schrott.<br />
Gleiches bei meiner Knieverletzung, denn es brach im Sprung, also ohne Bodenkontakt und weil ich beim Aufkommen nicht wußte wie, verliest ich mich auf den Instinkt, kam auf, rollte wieder ab und blieb verletzungsfrei liegen, das sogar ohne, daß das gebrochene Knie nochmals belastet worden war. <br />
Ich bin mir daher völlig bewußt, wie wichtig eine Fallschule ist, auch im Alltag. Unsere Torleute hingegen sollen Fallen, und wir? Wir briongen Ihnen in der Richtung gar nichts bei. Null, Nothing. Und die ausbilder der ganzen Lehrgänge wüßten noch nicht mal wie. Sprich selbst bei Interesse: Es ist niemand da, der es vermitteln kann.<br />
Schaue ich mir meine Lehrzeit im Judo an, so war allein die Ausbildung zum ersten Gürtel fast ausschließlich reine Fallschule. Also Rollen und sogenannte Stürze, Fallübungen genannt. Später lernte ich rückwärts rollen, seitwärts rollen und auch beide Formen zu verbinden. Wer nicht Fallen konnte, durfte nicht werfen, wer nicht werfen durfte, durfte nur im Knien arbeiten... doch brauchte man für den Gürtel auch 5 Würfe, also verdammt, die Fallschule musste sitzen.<br />
Schaue ich mir die Fallschule des Judo an, so kommen hier nie Ellenbogen oder Knie auf den Boden, und wenn z.B. die Knie, dann immer ohne Belastung. Der Schutz des Kopfes genießt höchste Priorität und wer ein Kata Guruma, also das Schulterrad kennt, der weiß warum eine saubere Fallschule so wichtig ist.<br />
Trotzdem war das nicht alles... denn eine neuer Sport gewann mehr und mehr durch YouTube Fokus - das FreeRunnig, oder LeParcours genannt. Klar, man machte dabei an Mauern so dolle Trickes, mit Salto, Überschlag und Kram, aber was fällt immer wieder auf? <br />
Wer das macht, fällt oft genug auf die Fresse. Gerade wenn man so hübsch durch einen schmalen Korridor hechtet, die Rolle dahinter muss sitzen, sonst schleift die Nase über den Boden. Mit den Falltechniken des Judo haben die Formen des LeParcours wenig gemeinsam. <br />
Denn wo das Judo eine Sportart ist, wo man schlicht Verletzungen verhindern muss und will, ist das im LeParcours anders. Der raue, harte Bodenbelag, der keinen Fehler verzeiht, bedingt, daß hier der Ausübende sich bewußt ist, daß ein Fehler unweigerlich in einer Verletzung endet. Daher sind die Rollen nach Hechtsprüngen oder weiten Sprungen nichts anderes, wie die logische Folge der Newtonschen Gesetze. Denn eine Masse in Bewegung muss erst die Energie, die man auf diese übetragen hat in andere Energie umgewandelt haben, oder es muss eine entsprechend große Kraft in Gegenrichtung aufgebracht werden, damit die Bewegung der Masse zum Stillstand kommt. Sprich wenn ich mich nach links bewege, kann ich nicht ohne Aufwand nach rechts. Mache ich also einen Hechtsprung, so lange ich nicht und kann sofort stehen, denn die Restenergie der Kraft wirk und wird mich weiter in die Richtung des Sprungs treiben. Ein LeParcours Läufer weiß dies, entweder federt er den Sprung ab, nimmt die Energie auf um damit weiter zu laufen, oder aber er rollt sich, um die energie über Reibung in Wärme umzuwandeln, also zu 'verbrauchen' und mit der Rolle sicher in einer definierten Distanz wieder zum Stillstand zu kommen. Die Rolle ist daher Kontrolle, geschultet einer gewissen Notwendigkeit, zudem ist diese oft gekauert, dann wieder gestreckt oder eber mit dünnem, schlanken Profil. Sie ist daher eher etwas, was der Praxis geschultet ist, anstelle rein VErletzungen zu verhindern. Das vollbringt die Rolle an sich sowieso, aber hier müssen auch Verletzungen, wie Rempler, Reibungen oder ähnliches beim Ausführen der Rolle bedacht werden, sonst sind die Verletzungen beim Rollen fast so dramatisch wie beim Sturz an sich.<br />
Unser LeParcours Läufer ist sich also Newton sehr bewußt, benutzt aber eine Vielzahl von Falltechniken, um diesen Kräften zu begegnen und idealerweise für sich auch zu nutzen, bei den gewagten Dingen versucht er erst gar nicht seinen Sturz rein mit der Muskulatur in der Knochenstruktur abzufangen, sondern er kalkuliert die Rollen ein, um mit diesen möglichst viel der Energie durch Bewegung umzuwandeln, statt diese auf den Körper und die Struktur einwirkt.<br />
Dies finden wir bei sogenannten Drops - das sind Sprünge aus recht großer Höhe, wo der Läufer mit den Beinen aufkommt, in die Knie eintaucht und dann nach vorn, seitlich oder rückwärts abrollt.  die Sturzenergie, die abwärts wirkt, wird zuerst durch die Struktur aufgenommen, da diese aber nicht vollständig von dieser aufgenommen werden kann, bricht der Läufer im günstigen Moment weg, wodurch die Kraft eine andere Richtung erhält, was eine geringe Gegenkraft nur erfordert. Beispiel der Rolle vorwärts, der Läufer kommt beide Füsse auf, taucht tief in die Knie ein, wobei durch die Muskulatur der Fall gedämpft, aber nicht vollständig aufgezehrt werden kann. Er beugt sich nach vorn, krümmt den Rücken, nimmt die Hände leicht vor die Füsse und zieht den Kopf ein. Die Energie abwärts beginnt sich jetzt schon nach vorn zu wandeln, es reißt daher den Körper vorwärts um, wodurch die Arme einknicken, wieder Energie durch Beugen der Arme abgefangen werden kann und dann rollt der Läufer über ein Schulterblatt und eine Linie neben der Wirbelsäule zur Hüfte ab. Dabei wird die Kraft des Falls vollständig in die Rolle transformiert, die den Körper als Kugel nach vorn bewegt, der Rest wird jetzt in dem Moment aufgebraucht, wo der LeParcours Ausübende nach der Rolle beide Füsse auf den Boden bekommt, und sich mit Hilfe des Schwungs aufrichtet. Die Kraft, die nach unten wirkt, wird also zunächst nach vorn umgelenkt (Rolle) und dann durch das Aufstehen wieder nach oben umgeleitet, allein das diese Kraft nun gegen die immer zur Verfügung stehende Schwerkraft anarbeiten muss, wird ein Großteil der Fallenergie vollständig aufgezehrt.<br />
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Siehe <a href="http://www.youtube.com/watch?v=grQWEXBDkJY" target="_blank">Parcour Roll from Height</a> und für die Rolle im Sprung an sich <a href="http://www.youtube.com/watch?v=tUJwUUAiT4o" target="_blank">How to Dive Roll - Parcours Tutorial</a><br />
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Somit, das Fallen ist im LeParcours essentiell, ebenso wie im Judo. Denn wer springt oder fällt, muss landen können.<br />
So war es für mich auch nicht verwunderlich, als ich auf Lehrgängen des LeParcours durch den DOSB mit dem DTB mich damit konfrontiert sah, erst einmal 60 Minuten reine Falltechniken zu lernen. Kein Wunder, denn es geht so viel schief, daß Fallen ist daher wirklich sehr sehr wichtig und nur wer es verinnerlicht hat, ist auch bei schwierigeren Formen mutig.<br />
Ich habe mal Bilder der Blauen Mauer angefügt, die Zeigen, wie mutig und unbesorgt junge Torleute an das LeParcours gehen, wenn diese eine entsprechende Fallschule genossen haben. Viele Bewegungen wirkten in der Halle bei dem jungen Torwart wie schwerelos, wobei Propeller und über Ecke mit einem Tempo durchgeführt wurden, daß selbst der Übungsleiterin schwindelig wurde.<br />
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Somit war klar, wie wichtig die Fallschule ist, und dies wird jedem bewußt, der auch nur halbwegs in einem Judo Training war. Hier wird gefallen, und da dies passiert und Trainingsinhalt ist, ist eine Fallschule einfach das Aller-, Allerwichtigste.<br />
Blenden wir nun zum Tw Training zurück, so finden wir, daß wir unsere Torleute sehr oft fallen lassen. Jedes Tauchen, jedes Hechten, jedes in den Ball schieben ist eine Form des Fallens. Bei flachen Bällen ist das ja zum Großteil allein durch die Technik ein automatisches Fallen lernen, auch wenn man hier bestimmte Details gern ausblendet und vor allem die tw Trainer es ausblenden. Es ist und bleibt Fallen.<br />
Schwerer wird es, wenn wir jetzt nach halbhohen oder hohen Bällen seitlich hechten. Wie eingangs erwähnt, ist der Weg zum Ball nahezu jedem tw Trainer bekannt, wir in allen Ausbildungen auch erklärt und zum Teil so detailiert, daß man es sogar 100%ig visualisieren kann. Doch dann?<br />
Dann hört es auf... es ist wie ein Standbild. Das ganze endet in der Luft, 1 bis 1,5 Meter über dem Boden. Der Torwart hat den Ball über den gestreckten Leitarm abgelenkt, und meine Technikbeschreibung hat jetzt nur einen Punkt: <b>Landen</b>!<br />
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<a href="http://forum.torwart.de/de/entry.php/488-Essay-zur-Fallschule-der-Torleute-Teil-2" target="_blank">Vor zu Teil 2</a></blockquote>

]]></content:encoded>
			<dc:creator>Steffen</dc:creator>
			<guid isPermaLink="true">https://forum.torwart.de/de/entry.php/489-Essay-zur-Fallschule-der-Torleute-Teil-1</guid>
		</item>
		<item>
			<title>Essay zur Fallschule der Torleute, Teil 2</title>
			<link>https://forum.torwart.de/de/entry.php/488-Essay-zur-Fallschule-der-Torleute-Teil-2</link>
			<pubDate>Mon, 27 Feb 2017 13:59:22 GMT</pubDate>
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Wurde die Technik jetzt detailreich in vielen...</description>
			<content:encoded><![CDATA[<blockquote class="blogcontent restore"><a href="http://forum.torwart.de/de/entry.php/489-Essay-zur-Fallschule-der-Torleute-Teil-1" target="_blank">Zurück zu Teil 1</a><br />
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Wurde die Technik jetzt detailreich in vielen Schritten erklärt, ist die Landung mit einem Bild abgefasst. Wie also landet mein Torwart? Klar, er kracht zu Boden das es scheppert. Ich könnte dutzende Videos jetzt abspielen lassen, wo man in den Zeitlupen sieht, wie destruktive Kräfte des Falls auf Schulter, Kopf, Nacken, Knie und Becken einwirken. Und wenn ich dann in den Foren und Plattformen mitlese, wie viele Torleute über Knie, Schulter und auch Hüftschmerzen jammern - kann ich nur sagen: Vielleicht sollten wir mal ernsthaft darüber nachdenken. <br />
Nochmals zum Bild: Der Torwart liegt im letzten Bild der Technikbeschreibung in der Luft... und nun? Wie landet man denn, was muss also passieren?<br />
Nun, jeder weiß, daß ich mit der alten ungarisch/tschechischen/jugoslawischen Torwarttechnik konform gehe, wo man die Streckung aufrecht erhielt, aber den Körper stark krümmt um die Hände zu Boden zu bekommen, damit man sich auf den Händen in der sogenannten Handstandwelle abfangen konnte.<br />
Thomas Schlieck möchte mir verzeihen, aber als wir damals zum Torwart.de Trainer Tag auf Schalke waren, fragte ich seinen jungen Kollegen nach diesem Thema - es ist so ein wenig eine Stichelei, denn ich möchte ja wissen, ob sich da jemand schon mal einen Kopf drum gemacht hat. Mir ist bewußt, daß richtiges Fallen keine Tor verhindern kann, aber es verhindert Verletzungen und nur ein verletzungsfreier Torwart kann Tore verhindern. Klar kann ich auch noch mit Holzrädern fahren, das Auto bewegt sich damit ebenso und fährt zum Ziel, aber die Gründe für Gummireifen sind jedem von uns bewußt... ich kann also das eine nicht so einfach ausklammern.<br />
Nun, der junge Kollege erklärte mir, daß die Torleute NIE mit dem Gesicht zum Tor landen, IMMER auf der Seite landen und das man darauf extrem <b>scharf</b> achten würde.<br />
Ja, daß sind die Aussagen und ich wußte, daß er damit sich auf höchst dünnem Eis bewegte und eingebrochen ist er im Laufe des Tages dennoch. Nicht nur Louis Hülsmann, heute die Nummer 1 bei Schalkes 2. Mannschaft in der Regionalliga benutze diese Technik, sondern auch der jüngere Tim Wiesner.<br />
Beweis: Klar, hier der Ausschnitt...<br />
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<iframe class="restrain" title="YouTube video player" width="640" height="390" src="//www.youtube.com/embed/1gTBwzv9rLQ?wmode=opaque" allowfullscreen="true" frameborder="0"></iframe>
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<b><a href="https://www.youtube.com/embed/1gTBwzv9rLQ" target="_blank">Mario Grevelhörster und Tim Wiesner - Schalke 04 - Studien zur Fallschule - Frühjahr 2013</a></b><br />
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Hier sieht man sehr schön Tim Wiesner, damals noch bei Schalke 04, heute Nummer 1D bei Fortuna Düsseldorf. Achtet man jetzt auf die Zeitlupe, so sieht man den klaren Fokus auf den Ball, das Einleiten der Dynamik durch einen Auftakt mit zusätzlichem Schritt, das käftige Abdrücken zum Ball, der Einsatz des Nicht-Sprungbeins als Schwungbein, und dann die vollständige Körperstreckung in der Diagonalen. Hält man das Bild in der Luft an, sieht man wie Tim Wiesner eben die Streckung aufrecht hält, dann den Leitarm (rechter Arm) zu Boden zeigen läßt und nun den Rücken überstreckt, die Beine nach hinten zieht.<br />
Er landet jetzt, wobei erst die Hände Bodenkontakt herstellen und wie bei einem Sturz im Judo wird durch Beugen der Arme in den Ellenbogen der Unterarm zu Boden gebracht und schon Energie aufgezehrt. Da die Ellenbogen nicht unter dem Körper, sondern links und rechts neben dem Brustkasten zu liegen kommen, bilden die Hände unter und vor dem Gesicht ein &quot;Schutzpolster&quot; - würde der Kopf durchschlagen, würde das Gesicht in die Fläche der Handrücken eintauschen und damit keinen direkten Bodenkontakt haben. Die Dreieckige Lage der Unterarme bewirkt nun, daß über den Oberarm und die Schulter völlig natürlich weiter Kraft abgebaut werden kann. Als nächstes kommt die Hüfte mit dem rechten Oberschenkel zu Boden, dieses Bein treckt sich dabei locker und eine Punktuelle Belastung des Knies wird vermieden, da nun der Körper schon komplett Bodenkontakt hat.<br />
Tim Wiesner hat nicht die Notwendigkeit mehr Schwung abbauen zu müssen, weshalb er sich schon jetzt - <b>mit dem Gesicht zum Tor</b>, ein einen Vierfüsslerstand aufdrückt, den Ball immer noch im Blick hat.<br />
Soviel zum Mythos, daß man auf Falltechnik achtet und die Torleute <b>ausschließlich</b> auf der Seite landen. Aber das Video zeigt etwas, nämlich eine Form der Fallschule, die natürlicherweise bei Stürzen angewendet wird, hier durch Training mehr und mehr kontrolliert durchgeführt wird:  Der Vorwärts Sturz, im <a href="http://www.youtube.com/watch?v=6XraVkabxG4" target="_blank">Judo Mae Ukemi</a> genannt.<br />
Gut zu sehen, daß der Körper im Sturz versteift, die Streckung aufrecht erhalten wird und der Sturz durch das Beugen der Arme abgefangen wird. diese natürliche Form wird im Judo wieder und wieder trainiert, bis die Form als Bewegung im Unterbewußtsein angewandt wird und damit den Fallenden schützt. Im Fussball bei Torleuten ist das anders, hier greift der Körper auf das rudimentäre Programm zurück, benutzt und verfeinert es intuitiv. Interessant ist aber, daß hier die meisten Torhüter in dieser Lage das gleiche Bewegungsmuster verwenden, beim einen ist es verfeinert, beim anderen noch holprig.<br />
Ursache für die nicht flüssige Bewegungsausführung ist, daß kein Training der Fallschule erfolgt. Der Torwart wird nicht angehalten, diese Bewegungen auszuführen. Er bekommt keine Korrekturen der Bewegung wie im Judo, sondern bleibt sich selbst überlassen. <br />
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Ein Fehler, wie ich finde. Fallschule wird im Judo unterrichtet, wie wir sehen können auch im LeParcours den Leuten beigebracht. Warum muss daher ein Torwart ohne diese Schulung auskommen, warum nehmen sich nicht endlich Verbände und Sportdiplomanten der Sache an, Analysieren die Einwirkungen der vielen Stürze und entwickeln ein optimales Bewegungsmuster, denn das hat man ja für den Weg zum Ball auch so gemacht und festgelegt... warum nicht für die Landung, oder liegt niemand etwas an der Gesundheit des Sportlers, weshalb man diesen zu Boden scheppern lassen kann?<br />
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Wisst Ihr, Aussagen wie Gesicht zum Spielfeld und so einen Kram, daß will ich gar nicht mehr hören. Das sind abgedrosche Phrasen wenn man selbst nicht nachdenken will, oder sich ernsthaft mit der Sache befassen will - oder schlicht keine Ahnung hat.<br />
Wenn Ihr als Trainer der Überzeugung seid, eine Falltechnik ist nicht nötig und der Torwart kann das, fein, dann trainiert Hechten auch im Winter. Und keine Sorge, der Judo trainiert in der Regel auf Matten, doch ein Judoka weiß, daß er die Fallschule deshalb macht, weil es vorkommen kann, daß er auf Böden geworfen wird, die keine Matten haben, oder einen so dünnen Untergrund, daß eben die Matte keinerlei Dämpfung bietet.<br />
Und just hier zeigt sich, die Fallschule läßt damit Training zu, auch unter widrigen Bedingungen. <br />
Doch wir als Tw Trainer, wir trainieren unter den Bedingungen nicht, weil wir wissen: Die Torleute könnten sich verletzen.. wir blenden nur das Wissen aus, daß diese Verletzungen daher rühren, weil die Torleute nicht fallen können, oder zumindest nicht richtig. Und wir blenden auch aus, daß wir als Tw Trainer nicht in der Lage waren und sind, den Torleuten das korrekte Fallen beizubringen.<br />
Übrigens gibt es erste Ansätze zu Fallschulungen aus den Niederlanden, bei Fans Hoek ist dies noch der Fall gewesen, auch Sportdiplomanten haben sich der Sache angenommen und davon einige bleuchtet... aber selten sind diese Falltechniken wirklich mal auf Herz und Nieren geprüft worden. Im LeParcours hat sich durch Trial and Error der Fangemeinde und Ausübenden eine Fallschule herauskristallisiert, die jetzt so unterrichtet wird. Im Judo hingegen stammt die Fallschule aus dem Yoroi-KumiUchi, einer alten waffenlosen Form des Kampfes der Samurai in Rüstung, diese Fallschule wurde dem Sport angepasst, doch diese hat sich einfach aus der Wirksamkeit im Schlachtfeld bis hin zum heutigen Sport gehalten und ist daher ebenso erprobt und bewährt.<br />
Es müssen daher keine empirischen Studien sein, aber eines sollte uns klar werden: Wenn ich nicht auf harten Untergründen trainieren kann, weil der trockene Platz steinhart ist, oder der Platz im Winter in den tiefen Schichten gefroren ist, weil ich mich verletzen würde, ist die Fallschule definitiv nicht praxistauglich und dann zu überdenken.<br />
Nein, ich will niemand anhalten, jetzt auf harten Untergründen zu trainieren, aber sich Gedanken darüber machen, ob der Sturz auch sicher durch Gliedmaßen abgefangen werden kann.<br />
Betrachten wie eine seitliche Landung, so kommt oft der Ball zuerst auf den Boden. Blickt man nun genauer hin, so fehlt dem Torwart Dynamik, weil er das Sprungbein nicht gestreckt lassen kann und das Schwungbein nicht intensiv benutzen kann. Er muss nach dem Absprung das Spungbein meist sofort wieder durchhängen lassen, ein Momentum von Masse in Gegenrichtung, was den Sprung nicht unterstützzt, sondern als Gegenkraft seinem vollen Moment entgegen wirkt. Ja, meine Herren, der Sprung unterliegt der Physik - wir müssen aufhören dies zu leugnen.<br />
Und nun sollten wir mal überlegen, mit welchen mechanischen Komponeten ich den Fall auf der Seite dämpfen kann. Beim Judo fällt beim <a href="http://www.youtube.com/watch?v=vCoO9pj4kKc" target="_blank">Yoko Ukemi, den Sturz/Fall seitlich</a> deutlich auf, daß eben erst das Körpergewicht zu Boden geht. Sprich die Hüfte wird zu Boden geführt, erst dann klappt der Körper um. Mit einem seitlichen Fall aus 1,5 Meter Höhe ist das kaum zu vergleichen.<br />
Zwar wird diese Fallschule oft eingesprungen, doch auch dann ist die Landung eher eine leichte rücklage, damit der Fall durch die große Muskulatur am Oberschenkel und Gesäss gedämpft und aufgefangen wird, bevor Schultergürtel und Beine dem Boden entgegen schwingen. Unbewußt hingegen bringen Judoka oft den Arm zuerst zu Boden, landen dann auf seitlichem Gesässmuskel und Schulterblatt gleichzeigit. Für einen Torwasrt eine schlechte Option. Da er den Ball ggf. festhalten muss, kann er den Schultergürtel nicht rückwärts drehen, er würde auf den Rücken fallen,. das Risiko sich hier eine Lungenprellung zu holen ist extrem, der Judoka hingegen kann das optimal kontrollieren. Somit müßte der Torwart mehr nach vorn fallen, wodurc die Judo Fallschule nicht angewendet werden könnte, weil dann der Torwart den Ball haltend, auf den Oberschenkelhals fällt, der nicht gepolstert ist und schwere Hüftprellungen nach sich zieht (<i>Ja, liebe Torleute, wenn Ihr das lest, ich weiß woher Eure Hüftschmerzen kommen!!!</i>).  Und wie gesagt, das rückwärtige Liegen auf Gesäss und Schulterblatt erachte ich für nicht sinnvoll, noch wirklich praktikabel.<br />
Viele Torleute landen daher seitlich in einer Form, die ebenfalls nicht immer günstig ist. Sie bringen zumeist erst das Sprungbein zu Boden, berühren also mit der Aussenfläche des Schienbeins den Boden, schlagen dann mit der Hüfte auf, wobei jetzt der Ball auf den Boden gepresst wird. Dab bei der seitlichen Lage die Leithand nicht einfach abgeschraubt werden kann, kommt diese unter den Körper. Da die Last so nicht abgefangen werden kann, weil dafür die Biomechnaik nicht ausgelegt wird. Wir können nur gescheit Kraft aufbauen und Kraft generieren, wenn sich die Arme vor dem Körper befinden. Seitlicher Druck und seitliche Kraft ist daher wesentlich schwächer ausgebildet und ausgeprägt, wie Kraft vor dem Körper. Klimmzüge finden vor dem Körper statt, Liegestützen, vor dem Körper.. seitliches Heben oder Aufstemmen ist Biomechanisch einfach schlecht. Da aber, wie Newton schon weiß, eine Kraft nur durch eine Gegenkraft aufgehoben werden kann, muss also mit den Armen dieser Fall gedämpft werden. Wie soll dies seitlich funktionieren, wenn ich hier keine Kraft gut aufwenden kann?<br />
Fakt ist, der Körper schlägt auf, weder das Bein, noch die Arme können wirklich den Fall dämpfen  Denn der Leitarm, der dem Boden zugewandt ist, hält den Ball fest, der Schultergürtel rotiert daher leicht nach vorn, damit kommt aber die Schulter der Leithand, die zu Boden zeigt etwas nach hinten, wodurch der Körper bei der Landung definitiv auf den Arm fallen <b>muss</b>. Da ein Abfangen zudem durch diese Lage erschwert wird, weil der Unteram ja auf den Boden klappt, und dann der Arm in der Schulter nicht direkt mit Gegenkraft eingebeugt werden kann  - es geht Biomechanisch nicht - wirkt eine direkte Stoßkraft über den zumeist geraden Oberarm in die Schulter. Dann wird meist der Ellenbogen durchgeschoben, wodurch der Arm frei kommt, aber durch diese Bewegung keine Last aufnehmen kann und der Schultergürtel schlägt hart zu Boden.<br />
Diese seitliche Landung sieht man bei vielen Torleuten und wie zu lesen, ist diese die Bewegungsmechanisch am ungünstigsten veranlage Fallschule, die eigentlich gar keine ist.<br />
Andere Torleute rotieren im Schultergürtel mehr nach vorn, kommen daher mit dem Ball zuerst auf, und ziehen dann den Ball in einer Bewegung an sich in Richtung Bauch, wodurch zumindest der obere Arm Druck auf den Ball ausüben kann, aber allein ist ein Arm nicht in der Lage den Fall zu dämpfen, so daß diese Fallschule zwar runder und für viele Torleute auch angenehmer ist, sie setzt nur ein hohes Gleitmoment frei. Denn die Kraft der Bewegung des Sprunges ist damit nicht abgebaut, sondern muss durch Gleiten über den Boden in Reibungswärme um gewandelt werden. Ein Ausgleiten von einer haleb bis deutlich einer kompletten Körperlänge ist je nach Witterung und Dynamik keine Seltenheit, und weil diese Kraft erst abgebaut sein muss, kann sich der Torwart auch nur dann gegen das Gleiten erheben, wenn seine Gegenkraft größer ist als die Gleitwirkung. Sprich ein sofortiges Aufspringen geht nicht, sondern es muss erst eine bestimmte Kraft über das Gleiten abgebaut worden sein, <b>bevor</b> der Torwart überhaupot gegen diese Kraft anarbeiten kann, um sich zu erheben.<br />
Übrigens sieht man, wenn man Zeitlupen Aufnahmen verfolgt, wie oft Torleute nach dem ersten Bodenkontakt zurück federn. Oft ist dies die Folge der Kraft, die auf die Rippen und versteifende Stützmuskulatur einwirkt. Der Torwart federt zurück wie ein Gummiball, woraus man erkennen kann, daß hier keinerlei Dämpfung erfolgt, sondern letztendlich nur eine Versteifung der Struktur. Schimmer ist, wenn Torleute dann auf dem Leitarm zu liegen kommen, diese federn aktiv zurück, teil, um die Rippen, unter welchen der Arm liegt, zu entlasten. Teils aber auch, um den Arm der Gleitbewegung entsprechend bewegen zu können. Dieses Zurückfedern ist dann sehr deutlich zu sehen. Und ja, es ist auch bei Profis zu reden. Und daher gilt mal wieder: <b>Ab einem bestimmten Leistungslevel ist Sport nicht gesund - Punkt!</b><br />
<br />
<u>Beleuchte ich dies nun alles in einem Kontext</u>, so bleibt nur, daß die Fallschule der alten Torwartzeit, also mit Überrollen oder der Handstandwelle schlicht mehr Vorteile als Nachteile bietet, zumal das Rollen und Vorziehen des Körpers immer die Hände in eine entsprechende, hochwirksame Arbeitsposition vor den Körper zu Boden bringt, womit ich auftretende Kräfte nicht nur abfangen, sondern mich auch gegen diese möglichst rasch erheben kann.<br />
Gesünder wäre diese Bewegung auch, weil eben die Kräfte über entsprechende Strukturen und Bewegungmechanismen abgefangen werden können - nur, daß scheint keiner zu wollen</blockquote>

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			<dc:creator>Steffen</dc:creator>
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