RSS-Feed anzeigen

Basco

Südafrika 2010 - Das Letzte...

Bewerten
Spanien ist Weltmeister, ein Land im Freudentaummel, ein anderes zutiefst traurig, dass man im dritten Anlauf wieder gescheitert ist. Doch der erste und ganz sicher nicht unverdiente WM-Titel geht an die furia roja – nein, ich bin (zum Glück) nicht der einzige Schreiberling, der dieser Meinung ist. Das Spiel gestern war kein grosses, aber ein spannendes und eines bei dem sich beide Mannschaften nichts geschenkt haben. Die Niederländer superagressiv und einige Male überhart, die Spanier nach einem kurzen Anfangsfurioso eine Zeit lang mit Mühe im Spiel nach vorne. Beide hatten den Führungstreffer auf dem Fuss, die Spanier öfter als die Holländer. Also: España campeones del mundo! Stern Nr. 1.

Doch wie war’s denn nun, das Turnier?

Toll war’s. Rund 5400 Minuten geschaut, sich gefreut, geärgert, ereifert, geklatscht, geflucht, über 60 Blogeinträge reingehauen und die Eigenvorgabe, während der WM jeden Tag einen Eintrag zu schreiben, eingehalten.

Es war also für mich eine wirklich gelungene WM mit guter Stimmung, tollen Toren, umstrittenen Szenen, haarsträubenden Fehlentscheiden, Spannung, interessanten taktischen Ein- und Aufstellungen, vielen Torwartfehlern, Ausfällen und Einfällen.

Viele befürchteten, dass es keine Fortsetzung des Sommermärchens geben würde – den Begriff kann ich eigentlich nicht mehr hören/lesen. Es gab vorher tolle Turniere und es wird sie auch danach geben. Das in Südafrika gehört zu den gelungeneren. Nichts war von Organisationschaos zu spüren. Die Stadien mehrheitlich gut besetzt (es gibt keine WM an der sämtliche Spiele pitschepatsche voll waren). Den Südafrikanern, die auch nach dem Ausscheiden ihrer Mannschaft in den Stadien kräftig weiterfeierten, darf man dafür ein Kränzchen winden. Sowas sieht man nicht alle Tage. Sommermärchen, Wintermärchen, Fussballmärchen... jede WM ist etwas besonderes, etwas einzigartiges und wird es auch bleiben.

Die Afrikaner trotzten den vorher vielerorts zu vernehmenden Unkenrufen um eine Vergabe der WM an ihren Kontinenten und fast, nur fast, wäre es mit Ghana sogar zum ersten Halbfinaleinzug eines afrikanischen Teams gekommen. Gepasst hätte es, aber es sollte eben nicht sein.

Zu hoffen ist, dass die Nationen des schwarzen Kontinents es auch endlich einsehen werden, dass ein Trainer länger als nur 12 Monate mit einem Team arbeiten muss um etwas erreichen zu können. Die ständigen Wechsel bei jedem kleinen Rückschlag bringen keine Konstanz, sind hinderlich in einer erfolgreichen Entwicklung eines Teams, die internen Reibereien fressen den Erfolg auf, bevor er sich einstellen kann. Das mussten sie auch 2010 wieder erfahren, wo 5 von 6 Teams deutlich in der Gruppenphase hängen blieben. Dazu kommt, dass man die Erwartungen eben auch etwas relativieren sollte und nicht gleich immer von Halbfinale und Finale sprechen (selbiges gilt aber auch für viele andere der grossen Nationen).

Die grossen Teams Südamerikas werden in 4 Jahren zweifellos wieder mitreden, wenn auch der Druck um einiges grösser sein wird als 2010. Dennoch ist eines klar geworden: Fast alle Länder sind noch näher zusammengerückt und die Weltnummer 50 kann der Weltnummer 3 nicht nur mehr nur ein Unentschieden abtrotzen. Somit werden auch in 4 Jahren einige grosse Namen schon früh stolpern – und irgendwann, irgendwann erwischt es jeden.

Jetzt, nach 4 Wochen Fussball bleibt nicht mehr viel übrig als die Fahnen abzuhängen (so sie denn nicht rot-gelb-rot sind, so wegen Feierstimmung), die bookmarks zu entfernen, die Leibchen zu verstauen und sich auf das nächste grosse Ereignis in 2 Jahren, die EM in Polen und der Ukraine, zu freuen. JAbulani hin, JObulani her.

Es hat Spass gemacht diesen WM-Blog zu unterhalten und ich möchte allen Lesern fürs reinschmöckern danken, egal ob wir uns hie einer Meinung und da auch mal nicht waren.

Kommentare