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Fußball und wie ich ihn zum Teil erlebe... Eindrücke aus dem Fußballleben und von einen Torwarttrainer

Wenn Handschuhe Geschichten über unterbewußtes Handeln erzählen...

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Wisst Ihr, wieviel Bilder und Videos erzählen? Nein? Also in der Regel geben Bilder nur einen Augenblick wieder und damit nie eine Situation, ebenso können Videos so manipuliert sein, daß diese nicht die Realität wieder geben, sondern nur daß, was man denkt, was der Zuschauer sehen soll und vor allem, was er sehen und damit erkennen - ja damit wissen soll.
Ich als Video Ersteller weiß genau wovon ich rede, denn ich benutze genau diese Methode, denn auch ich will mit dem Video dem zuschauer etwas bestimmtes vermitteln und begrenze damit genau, was er sehen soll und vor allem was nicht!

Dabei ist das was nicht oft wichtiger, wie das was man sieht.
 Bei Bildern ist das ähnlich, auch hier beschränke ich den Ausschnitt und zeige dem Betrachter nur wirklich das, was er sehen soll, nicht aber was vielleicht drumherum ist. Krasses Beispiel ist, ein Tropfen auf einer Wildrose, würde man aber den Ausschnitt vergrößern, würde man die Müllkippe erkennen, an dessen Rand diese wilde Rose wächst... 



So schaue ich mir gern Torwarthandschuhe von Torleuten an... und viele sind immer entsetzt, wenn ich diesen dann erkläre, daß ich da erkennen kann, ob und wie gut ein Torwart die Fallschule beherrscht und wie der Torwart aufsteht.
 Ich nehme einen Ausschnitt wahr und kann diesen Ausschnitt auf ein Gesamtbild erweitern. Nicht weil ich das Gesamtbild sehen kann, sondern aus der Erfahrung her das Gesamtbild zusammen setzen kann. Viel von dem was dabei passiert, passiert beim Torwart völlig unbewußt. Jaja, unbewußt. Sprich, der Torwart macht es, ohne dass er sich dessen bewußt ist, ohne das er es mitbekommt und ohne das er es merkt. Doch der Handschuh zeigt es mir.
Das ist wie die Spurensicherung in einem Kriminalfall...



Natürlich denkt man jetzt, daß es wieder ein Essay auf die Fallschule ist. Doch diese ist mir diesmal ausnahmsweise fast völlig Wurscht.

Es ist eher etwas, worauf mich Ilias Molchos - seines Zeichens Mental Trainer und Coach einiger junger Torwarttalente - aufmerksam gemacht hat.

Denn bei einem gemeinsamen Wochenende in Krefeld, wo wir ein wenig mit Torleuten gearbeitet haben, fielen mir so einige Dinge auf.
 Diese Dinge bezeichne ich gern als "Stützbein" und als "Stützhand" - nachfolgend einige Bilder aus meinem privaten Fundus, die das Symptom zeigen.

 Was sehen wir hier?

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Nun, in der Bewegung sieht der Tw Trainer hier oft nur, daß der Torwart einen Ball hält. Er sieht aber nicht die Notlage in der sich der Torwart befunden hat. Ich sehe das gerade sehr oft im Nachwuchsbereich. Es wird wenig Wert auf dynamische Bewegungen gelegt, es wird eher minimalistisch gearbeitet. Doch Bewegung ist mehr.
Ich vergleiche das immer gern mit Turnen oder Kunsteislaufen, doch selbst in der Leichtathletik ist das so vorhanden. Gerade beim letzteren... die Blaue Mauer hat einen guten Freund. Dieser ist im U16 Nationalkader der Leichtatheleten. Er ist Läufer, Mittel und Langstrecke, nicht Marathon, sondern Tempo. Nun denkt man, Laufen kann doch jeder. Irrtum.

Seit dem die Blaue Mauer mit diesem immer mal wieder Ausdauerläufe macht, die für den Leichtathleten natürlich eher lockere Spaziergänge sind, ist aber sein Bewußtsein vom Laufen anders geworden. Denn völlig bewußt und kontrolliert arbeitet der Leichtathlet an der Laufschule, an der Perfektion der Bewegung - und sieht diese in anderen. Er ist kein Trainer, aber schon die kleinen Korrekturen an der Laufarbeit waren für die Blaue Mauer extrem hilfreich. Das Bewußtsein für eine normale und alltägliche Bewegung und das sich bewußt machen der Bewegung ist der Schlüssel für spürbare Verbesserungen des Ganzen. Die Blaue Mauer läuft seit dem temporeicher und ausdauernder als zuvor, weil diese kleinen Korrekturen durch einen Profi die Bewegung nachhaltig beeinflusst haben - und diese Beeinflussung führte zu einer Verbesserung, weil die Bewegung insgesamt ergonomischer, bionischer und damit besser wird. Die Bewegung braucht weniger Energie, wird leichter und biomechanisch einfach optimaler.

Genau das ist der springende Punkt: Biomechanisch optimale Bewegungen.

Es ist daher für mich faszinierend, was Turner so bei Video Analysen gezeigt bekommen. Kleine Fehlstellungen der Füsse oder Hände haben große Auswirkungen und werden daher korrigiert, ebenso Haltungsfehler des Körpers. Denn ein Haltungsfehler kann den nötigen Schwung für eine Bewegung so negativ beeinflussen, daß der Schwung nicht ausreicht, die Bewegung braucht mehr Kraft, mehr Energie als nötig und von der förmlich schwerelosen Eleganz geht viel verloren und der fehlende Schwung beeinflusst nachfolgende Bewegungen nachhaltig, kann also dann eine nachfolgende Bewegung unmöglich machen und zusätzliche, vorher nicht nötige Bewegungen bedingen, die dann Punktabzug bedeuten oder als Quelle für schwere Stürze festzustellen sind.

Hier arbeitet man hochprofessionell und versucht, jede Bewegung so optimal wie möglich zu gestalten. Auch beim Läufer wird regelmäßig das Laufen auf dem Laufband geprüft, dabei wird sogar die individuelle Abrollform des Fusses festgehalten und ggf. korrigiert, damit das Abrollen möglichst ergonomisch perfekt abläuft. Da keiner von uns eine 100%ige Anatomie hat, sprich wir alle Anatomische Fehlstellungen mitbringen, die man nicht immer korrigieren kann, ist diese Analyse schon eine sehr, sehr individuelle Arbeit. Der Fuss, das Bein, die Hüfte, die Wirbelsäule, alles wird vermessen und fließt in ein Bewegungsmodel ein. Anhand dieses Modells stellt der Ergonomist nun fest, ob der Bewegungsablauf ergonmisch und damit biomechanisch optimal verläuft. Er sieht auch, wo korrigiert werden kann und muss. Nicht wenige Läufer tragen Laufschuhe im Wettkampf, die für den Alltag völlig ungeeinget wären, aber im Wettkampf den Bewegungsablauf optimaler gestalten, was Sekundenbruchteile ausmachen kann. Aber durch das besonmdere Fussbett, die besondere Lage und ggf. eigentlich "unbequeme" Fussstellung durch den Schuh wird das Laufen korrigiert. In der Bewegung wird dann aus unbequem plötzlich bequem und leichter. Ein vorheriger Mangel wird technisch ein Stück korrigiert, komplett ausräumen kann man diesen nicht, will man auch gar nicht. Man verbessert nur ein paar kleine Prozentpunkte.

An sich aber wird in der Laufanalyse eher auf die komplette Bewegung geachtet und geschult, dabei wird z.B. die Körperhaltung durch Trainingshilfen nach und nach 'eingestellt'. Der Läufer bekommt so eine für Ihn optimale Körperhaltung antrainiert. Auch Schrittlänge und Abrollbewegung, werden so nach und nach korrigiert und der Läufer beginnt, Bewegungen bewusst auszuführen, damit er diese automatisiert. Diese Automatisierung ist wichtig, denn nur dann kann das Muster nach und nach auf schnellere und vor allem unbewußtere Bewegungen übertragen werden.


Bei Torleuten ist es das Gleiche. Wir machen viele Bewegungen der Torwarttechniken immer und immer wieder - damit eben beim langsamen und bewußten Ausführen diese Bewegungen dann im Wettkampf automatisch und möglichst optimal ablaufen.

Wie beim Läufer sind jedoch viele dieser Bewegungen nie perfekt. Und was persönlich mich wundert: Warum haben wir so wenig Ergonomie und Biomechnik in der Video Analyse des Torwarts?

Allein zum Übergreifen gibt es biomechanisch und ergonomisch keine zwei Meinungen, daß ist nun einmal Fakt und hängt mit dem Zusammenspiel der Muskeln im Rückenstreckungsbereich zwischen Hüfte und Schultergürtel zusammen. Ein Ergotherpeut sieht so etwas - warum im Fussball nicht?

Ganz einfach: Die meisten Ergotherpeuten und Bewegungsanalysten des Fussballs sind keine Torwartkenner. Daher gibt es hier weiterhin Torwarttrainer, die wirklich Torleuten das Übergreifen verbieten wollen (und tun).

Wenn ich mir Videos ansehe, kann ich - dank Ilias Molchos - bestimmte Dinge inzwischen sehen und ein wenig iterpretieren. Der Blick über den Tellerrand, ich hätte für mich nie gedacht, noch erwartet, daß es so tiefgreifend hätte sein können.

Nehmen wir einen Torwart, der nach einem Ball hechtet... jeder kann sich das in Erinnerung rufen. Doch ist Euch schon aufgefallen, daß ab und an der Torwart in der Luft Bewegungen mit den Beinen macht, gerade im Extrembereich? Schaut einfach mal auf YouTube, ihr findet schnell etwas.

Viele Trainer sehen das gar nicht, mir aber fällt es auf, denn Ilias Molchos hat mir erklärt warum das passiert. 
Unser Kopf ist nicht einfach nur ein Ding, sondern im Unterbewußtsein ruft er dann ggf. Programme ab, in der Hoffnung, daß diese funktionieren - funktionieren diese nicht, bekommt der Kopf eine Rückmeldung, aber nicht immer wird diese Rückmeldung sauber als 'Fehler' erkannt und damit abgestellt, sondern oft bleibt die Rückmeldung bestehen und wird verknüpft mit - "hat nicht gut funktioniert" - da Negationen aber ausgeblendet werden, bleibt nur "hat funktioniert" zurück, und schon hat man einen Bewegungsfehler. Dieser Fehler bleibt, arbeitet man nicht dagegen, weil er aus dem tiefen unterbewußten Speicher kommt. Jetzt sind diese Fehler oft nicht so maßgeblich, aber sie sind unergonomisch, sie verbrauchen Energie, behindern die korrekte Bewegung und blockieren zudem oft eine saubere Fallschule.

Daher wird das Strampeln in Luft oft nicht abgestellt, weil - Ball wurde gehalten. Dabei ist die Folge des Strampelns nicht, daß der Ball nicht gehalten wurde, sondern das weniger Kröperspannung aufgebaut worden ist, daß oft eine volle Streckung nicht möglich war, daß eine saubere Landung blockiert worden ist. Das Strampeln an sich ist also nicht so kritisch, eher die Folgen...

Doch warum strampelt der Torwart überhaupt? Nun, meistens weil der Abdruck nicht 100%ig stimmte und der Torwart zusätzliche Länge erreichen muss/will. Das Bewegungsprogramm ausgereizt, sucht der Körper nach etwas was helfen kann und findet dann ein Programm der Vergangenheit, tief verankert. Wildes Zappeln brachte als Baby oft zusätzliche Centimeter, oder das Wedeln mit den Beinen ist eine Art rudimentäres Laufprogramm - jedenfalls ein Bewegungsmuster, tief aus dem Bewegungsspeicher ausgegraben, unvollständig und nicht ausgeprägt, aber mit dem Marker, hier ein paar Centimeter zu ermöglichen, vorwärts zu kommen egal wie.

Gleiches finden wir bei flachen Bällen! Da wird nicht gestrampelt, sondern eine Hand aufgestützt. Nehmen wir als Beispiel den Ball flach seitlich rechts vom Torwart. Also Auftakt rechts, Abdruck rechts und die linke Hand wird ungefähr auf Brusthöhe auf den Boden gestützt, während die Rechte nach dem Ball angelt...


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Auch hier: Das lassen über 90% der Tw Trainer durchgehen, Ball wurde ja gehalten. Doch der Bewegungsfehler bleibt unbemerkt, oder wird hingenommen.
Dabei ist es oft, daß hier ein Bewegungsfehler überhaupt diese "Stützhand" erst nötig macht. Ja, oft habe ich Torleute die haben es auf einer Seite, auf der anderen nie.

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Daher ist die starke Seite die Bewegung so gut, daß die Stützhand nicht benötigt wird, auf der schlechteren Seite ist die Bewegung nicht 100%ig, Stützhand wird 'benutzt'. Dabei dient die Hand nicht mal den Körper zu stabilisieren oder abzustützen, sondern auch hier ist es ein uraltes Bewegungsmuster aus den tiefen des Bewegungsspeichers: Der Torwart benutzt diese Hand wir beim Krabbeln eines Kleinkinds. Er stützt die Hand auf, bekommt damit das Gefühl sich mit dieser Hand noch vorwärts schieben zu können, sich zusätzlich abdrücken zu können. Er erreicht daher den Ball.
Was dem Torwart nicht bewußt ist und auffällt ist, daß er sowieso mit diesem Arm länger wäre, weil die diagonale immer ein Stück länger ist. Da das untere Bein gestreckt sein sollte, ist der Schultergürtel bodennahe verkürzt, der obere Schulterbereich frei und damit 'länger'... diese Hand könnte also mühelos vor dem Körper auf den Ball reichen, tut es aber nicht.
 Statt dessen greift der Körper auf das rudimentäre Krabbelprogramm zurück, und versucht so sich länger zu machen.
 Schaut man dann genauer hin, findet man oft eine ungenügenden Abndruck oder auch nur die Kleinigkeit, daß das Knie des Abdruckbeins zu früh den Boden berührt und damit auch hier ein Bewegen in einer Art Flugphase unterbunden wird - der Körper hat bereits Bodenkontakt. Der Körper spürt das, will sich verlängern, kann nicht und nutzt daher alternative Bewegungsmuster in der Hoffnung, damit diese Dinge zu kompensieren.

Sprich der Torwart kippt mehr zum Ball, als das er wirklich sich mit einer dynamischen Bewegung in den Ball schiebt. Weil dann die Länger nicht reicht, fällt er auf das alte Bewegungsmuster zurück... und es bleibt drinne, weil es viele Trainer durchgehen lassen und/oder weil viele Trainer die Bewegung nicht 100%ig korrigieren.
Und nein, nicht nur junge Torleute sind betroffen, auch ältere, erfahrene Torleute sind betroffen - selbst wenn diese in hohen Spielklassen spielen oder gespielt haben.

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Gleiches finden wir beim Hechten! Torleute hechten zum Ball, dann sackt das Sprungbein weg, berührt mit dem Fuss hier den Boden, dann erfolgt eine Landung, die mehr mit einem zu Boden rumpeln gemeinsam hat, als mit wirklich einer Fallschule. Nein, nein, ich ergehe mich nicht darin, daß zu wenige Torwarttrainer sich Gedanken um Fallschule gemacht haben. Das ist für mich als jemand, der 20 Jahre und mehr Judo betrieben hat, schlicht und einfach Fakt, denn eine Fallschule wird überhaupt nicht vermittelt. Daher können die Tw Trainer auch nichts vermitteln, weil - es ist in den Ausbildungen nicht enthalten und selbst die Ausbilder haben darauf keinen Gedanken verschwendet.

Doch zurück zum Stützbein... Der Torwart hechtet nach dem Ball, erreicht diesen, doch die Landung ist aufgrund des Stützbeins mehr als furchtbar. Warum ist das so?


Nun, weil der Torwart nie wirklich Fallen und Abrollen erlernt hat, versucht dieser den Fall irgendwie zu mildern. Also greift der Körper wieder tief in die Bewegungsmottenkiste und findet, daß gegen Fallen halt einfach Stehen am Besten ist. Also versucht der Körper den Fall zu stoppen, indem er sagt: "Halt Stop! Stehen bleiben!" und das Bein geht raus, einfach um ggf. mit Stolpen oder ähnliches den Sturz zu vermeiden.

Was dann aber dabei rauskommt, ist meistens ein völlig katastrophales Hingestürze, was mit Fallen so wenig zu tun hat, die Spregnung eines Hauses für einen Wiederaufbau im Freilichtmuseum. Kann man so machen, ist halt Schei..e!


Doch diese Muster sind einfach da, weil es kein besseres, angepasstes Muster gibt. Hier beim Stützbein fehlt eben eine angepasste Fallschule, also das erklären, wie falle ich und dann das langsame an das zu Boden fallen gewöhnen.
Denn letztendlich, daß machen wir doch bei den anderen Techniken auch, wir fangen langsam und klein an und dann bauen wir Stück für Stück die Technik auf... Beim Hechten mit Flugphase, nun, lassen wir das...


Halten wir aber fest: Der Torwart greift, wenn bestimmte Dinge nicht ganz passen, automatisch auf sehr alte und sehr rudimentäre Bewegungsmuster zurück, die sehr, sehr tief im Unterbewußtsein verankert sind. Das versuchte Krabbeln bei flachen Bällen, also die von mir gern sogenannte "Stützhand", ist daher ein solches Teilprogramm, welches hier aufgerufen wird, weil die Hauptbewegung nicht passt.

Das darf ich als Torwarttrainer sehen und muss auch prüfen: Ist es den Umständen geschuldet, z.B. weil der Torwart ausgeglitten ist, oder ist es ein Fehler im Bewegungsprogramm an sich?

Gleitet der Torwart aus, dann kann es passieren, daß er sich abstützt, weil der Fall nicht ganz passt, aber bei einer guten technischen Schulung braucht der Torwart auch hier keine Hand zusätzlich, er verliert nur Reichweite und geht schneller zu Boden.

Dies habe ich nun schon oft genug beobachten dürfen und können, hingegen ist der Einsatz der "Stützhand" wirklich meistens einem technischen Mangel geschuldet, der so notdürftig kompensiert werden soll. 
Witzigerweise - es wird ja toleriert und von den meisten Trainern sogar einfach hingenommen, anstelle sich den technischen Ablauf nochmals abzusehen. Denn Tw Training ist nicht allein Bälle halten, sondern immer ein Stück besser machen. Und wenn da was im Bewegungsablauf nicht stimmt, dann muss ich die Zeichen erkennen. Das darf ich mir nicht schön reden, sondern ich muss dann auch daran arbeiten. Zähneknirschend vielleicht, aber diese Baustelle, die muss ich mir markieren.

Das ist dann ebenso wie das Strampeln in der Luft - da muss ich ggf. ran. Vielleicht ist das Strampeln nur einer mangelhaften Sprungkraft geschuldet und kann mit etwas Krafttraining behoben werden, daß wäre die einfachste Lösung, aber wenn es trotz Kraft bleibt, habe ich einen unsauberen Bewegungsablauf und dann habe ich auch hier wieder eine Baustelle, die ich markieren muss - und wo ich wieder Arbeit habe.

Doch wir als Tw Trainer, wir müssen uns wahrscheinlich auch ein wenig mehr mit der Bewegung an sich befassen, also denken wir ein Turn-Trainer oder ein Eiskunstlauf Trainer, der eine Bewegung sehen und Fehler in der gesamten Bewegung erfassen muss. Wir müssen nicht bloß auf Fusstellung, Handhaltung und Schrittlänge achten, sondern auch auf Körperhaltung, Körperlage in der folgenden Bewegung - und auch was bis zum Abschluss der Bewegung passiert. Denn ein dreifacher Axel oder Salto vom Reck ist nur dann gut, wenn die Landung ebenfalls perfekt ist, erst dann ist die Bewegung komplett abgeschlossen - und nicht wenn die Drehung des Axel beendet oder die Drehung des Salto beendet. So ist das auch beim Torhüter... Erst wenn die Bewgung beendet ist, darf ich als Trainer aufhören. Aber ich muss einfach mein Augenmerk viel mehr auf die Bewegung richten: Macht er beim Hechten eine Flugbanane?

Apropos Flugbanane - wusstet Ihr, daß ich immer auf diese unsägliche Banenenhaltung hier hingewiesen habe, und es dann im Nachgang durch Micheal Fuchs es bis in DFB Ausbildungsmaterial geschafft hat... also merke, Bewegungssehen gehört für uns Tw Trainer dazu.

Warum zieht der Torwart den Ellenbogen unter den Körper, warum hat der Torwart die Knie aufgeschlagen..
Wir müssen mehr sehen, müssen mehr korrigieren... Wir können es nicht perfektionieren, aber wie oben geschildert, können wir es individuell anpassen


Und da sind wir wieder bei den Handschuhen... Wenn der Keeper also Bewegungsfehler macht, dann kommt die Handfläche auf den Boden, und das oft in dynamischen Momenten. Die Bilder beweisen es!!! Das mag der Belag nicht und man sieht es.

Sagt man dann dem Torwart hier etwas, sind diese meistens verblüfft, nicht wenige erklären, daß Sie darauf achten würden, nicht mit dem Belag sich aufzustützen. Doch die Handschuhe sprechen einen andere Sprache - und dann muss man einfach mal ein paar Bälle spielen und schon oft nach wenigen Momenten sieht man dann, woher die Belagschäden herrühren.

Und am Besten man hält es in Bildern und Videos fest, denn es lohnt sich, dem Torwart dann eine kleine Analyse zeigen zu können - damit er selbst sieht. Ja, und oft hat man nun eine neue Baustelle, an der dann gearbeitet werden muss.


Doch diese Dinge, das ist wieder ein anderes Kapitel - von Ehrgeiz und Talent

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