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Thema: Verletzung am Ellenbogen

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  1. #1
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    OK, es gibt Entzündungen und Entzündungen. Da ist zum einen die eher mechanisch verursachte Entzündung, oft ausgelöst durch einen Schlag oder Überlastung, Fehlstellung, o.Ä. Da hilft natürlich kein Rivanol. Allerdings finden sich bei Schleimbeutelentzündungen, gerade am Ellenbogen, oft noch entsprechende Hautverletzungen. Also Schürf- oder Schnittwunden, und seien sie noch so klein. Denn die zweite Art der Entzündung wird durch eine Infektion verursacht, in unserem Fall meist durch erwähnte Hautverletzungen, durch die dann Erreger eindringen können. Und da ist eine Behandlung mit Rivanol natürlich sinnvoll. Beim Aufprall auf einem Hartplatz ist davon auszugehen, dass eine bakterielle Entzündung grundsätzlich möglich ist. Und so ein chronisch infektiöser Schleimbeutel ist ein Klotz am Bein und mach ne Menge Ärger. Also lieber kein Risiko eingehen!
    Hoffnung ist nicht die Überzeugung, dass etwas gut ausgeht,
    sondern die Gewissheit,
    dass etwas Sinn hat, egal wie es ausgeht (Vaclav Havel)

    in memoriam Robert Enke

  2. #2
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    Sorry,
    ich halte nicht viel von Rivanol. Denn es ist ein sehr mildes Antiseptikum, und rangiert damit auch gleicher Stufe wie z.B. Ichtyolan...
    Und eine Entzündung solcher Stelle ist dann keine Schleimbeutelentzündung, sondern eine Wundsepsis.
    Infizierte Wunden sind dem Arzt vorzustellen und dort werden diese meist gereinigt. Das passiert dann meist mit 'richtiger' Wunddesinfektion. Geht meist mit Klinischen Mitteln recht flott. Kommt es dann, trotz Reinigung und Desinfektion erneut zur Sepsis, wir meist eine Kultur angelegt und dann ein lokales Antibiotikum aufgetragen.
    Rivanol gilt in der Schulmedizin seit 2003 schon als obsolent und wird daher nicht mehr benutzt.
    Die Schulmedizin ist daher auf Kodan oder Betaisodona geschwenkt, in vielen Päckchen der 'Erzieherinnen' für Kinder befindet sich auch Octenisept.

    Viele Mediziner raten aber gerade bei Kindern zu einer Polyvidon-Iod, da es weniger 'brennt' als die Desinfektionsmittel wie Kodan und zudem im Gegensatz z.B. zu Octenisept auch an Schleimhäuten angewendet werden kann, also in der Nähe von Auge, Nase und Lippen.

    Da Rivanol ein reines Desinfektionsmittel ist, und andere Stoffe, wie oben zu lesen, wesentlich besser wirken, ist die Frage zur Anwendung bei einer Schleimbeutelentzündung ohne offene Wunde fraglich und bei einer offnen Wunde ist es dann so eine Sache: Keine normale Wunde muß dauerhaft antiseptisch behandelt werden... Wunden, die solche Probleme bereiten, daß eine dauerhaft antiseptische Behandlung nötig ist, gehören in klinische Hände und nicht eine Art Selbstmedikation mit einem eigentlich überholten Medikament.
    Sollte keine offene Wunde vorhanden sein, ist Rivanol bei einer Schleimbeutelentzündung etwas, worüber ich nur den Kopf schütteln kann.
    Dann kann ich auch Alkoholumschläge machen, es hat den gleichen Effekt.

    Und eine Schleimbeutelentzündung ist eine Entzündung meist innerhalb der Gelenkkapsel, da die Schleimbeutel eigentlich Spalten im Knorpel sind, wo Gelenkflüssigkeit produziert wird. Und so ein Spalt kann sich entzünden, was sehr unangenehm ist, entweder bakteriell oder eben aufgrund einer stumpfen Verletzung und damit minimalen Verletzungen der Kapilaren, was dann die entzündliche Reaktion hervorruft.
    Und bei einer bakteriellen Schleimbeutelentzündung werden meist Antibiotika oral verabreicht, die dann über das Blut verteilt das Bakterienwachstum hemmen und damit der körpereigenen Abwehr den entscheidenden Vorteil verschaffen, selbst der Sache wieder Herr zu werden.

    Ich sehe halt immer noch keine direkte Verbindung zwischen Wundantisepsis und der Schleimbeutelentzündung. Tut mir leid.

    Aber wenn der Arzt es sagt, und Ihr dem Arzt vertraut: Rivanol ist nicht schädlich....
    Lassen wir das, war nie eine Leuchte...

  3. #3
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    OK, ich wollte einfach ned so ins Detail gehen...

    Jetzt wirds wohl doch bisserl ausführlicher:

    Steffens Beitrag zeigt aber sehr gut auf, dass das eigentliche Problem ganz woanders liegt. Ist zwar im Prinzip off topic, drum auch nur kurz: ich zweifel oft massiv an der Ausbildung des medizinischen Personals in diesem unseren Lande. Wenn ich mir auf einem Lehrgang für Sportmediziner (!) von einem ehrlichen Arzt das Kompliment anhören darf "Ihr Trainer seid für sowas besser ausgebildet als wir" (es ging dabei konkret um das Erkennen und Behandeln bestimmter Schulterprobleme, mit Trainer waren gemeint die A-Lizenzinhaber des DOSB im Fitnessbereich) dann gibt mir das doch sehr zu denken.
    Anderes Beispiel: Klinikum Grosshadern, ich warte seit ein paar Stunden, dass sich jemand um meinen ausgekugelten Finger kümmert. Dummerweise war das Gelenk "nur" nach hinten verstellt, so dass auf den ersten Blick nichts zu erkennen war. Zuerst hat mir keiner geglaubt. Dann wurde sich herabgelassen, doch mal eine Röntgenaufnahme zu machen. Als der Doktor die gesehen hat, ist ihm erstmal die Klappe runtergefallen, dann hat er mich ganz komisch angeschaut und gefragt "und was machen wir jetzt?" Da kommt dann wirklich Freude auf. Und als ich gemeint hab, er möge ihn doch bitte wieder einrenken, da sagt er doch glatt "sowas hab ich aber noch nie gemacht!"
    Wisst Ihr was ich meine? Ich hab fast jeden Tag mit den Opfern solcher Luschen zu tun. Es ist unglaublich. Da werden Muskelfaserrisse gnadenlos eingegipst, Sehnenrisse und Knochenbrüche(!) Monatelang nicht erkannt, lieber werden gleich mal irgendwelche chemischen Hämmer gespritzt (Cortison ist da sehr beliebt, scheint man wohl recht hoch abrechnen zu können) und was weiss ich was alles. Oft ist es mit einem vernünftigen Training, manchmal sogar nur ein paar einfachen Bewegungsüben, schon getan. Aber dafür müsste man als Orthopäde ja den Patienten anfassen und nicht nur wissen wie man Muskel schreibt. Und dass man mit Schonung und Ruhigstellung oft noch mehr kaputtmacht, hat sich scheinbar auch noch nicht rumgesprochen.
    Ich hör jetzt lieber auf, sonst werd ich noch echt boshaft.

    Das Fazit ist eigentlich ganz einfach: Es ist wichtig, dass man schaut wo man hingeht, wenn man verletzt ist. Denn soviel ist klar: ein paar wirklich gute gibt es auch, die Ahnung haben, sich Zeit nehmen, lieber einmal mehr hinschauen und die richtige Behandlung empfehlen. Man muss es nur wissen.
    Hoffnung ist nicht die Überzeugung, dass etwas gut ausgeht,
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    in memoriam Robert Enke

  4. #4
    torwart.de-Team Avatar von Steffen
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    dTiT,
    was soll ich nur sagen?
    Du sprichst mir aus der Seele.
    Es wäre oft gut, wenn Patienten Ihren Arzt bewerten könnten und auch Krankenkassen einfach die Behandlung besser überwachen würden.

    Weißte, wenn ich so glotze, es gibt gerade im Bereich der Orthopädie viele, die sind Chirurgen und antelle wirklich gut zu sein, sind es oft bessere Metzger. So den Mythos von Göttern in Weiß den kann man gleich abhaken.
    Es ist daher wichtig, sich einen Arzt zu suchen und zu finden, wo man einfach das Gefühl und die Sicherheit hat, gut aufgehoben zu sein.
    Das beginnt beim Allgemeinmediziner. Für mich immer ein Alarmzeichen, den der rasch zu Antibiotikas greift oder verschreibt, anstelle andere Lösungen zu suchen. Auch sollte ein Arzt zur Not immer versuchen einen Fachmann zu Rate zu ziehen, also anstelle auf ein selbst gemachtes Röntgenbild zu vertrauen.
    Letzteres möchte ich mal untermauern: Viele Arzthelferinnen wissen zwar wie man ein Röntgenerät bedient, nur wenige haben aber dafür auch eine Schulung an einer Ausbildungsstätte bekommen, um zu wissen, wie und für was man das Gerät einstellen muß. Ein solcher "Röntgenschein" ist kein Witz, den gibt es wirklich und ist für die Leute in den Röntgenzentren der meisten Radiologen und auch Kliniken vorgeschrieben. Die Arzthelferin wird damit zur MTRA, der medizinisch technischen Röntgenassistentin.
    Und das sieht ein guter Arzt dann auch auf den Bildern. Sprich auf einem gutem Röntgenbild sieht man mehr, als bloß auf einer 'Aufnahme'...
    Und so kann ein 'selbstgemachtes' Bild oft schlechter sein und weniger zeigen, als das des Radiologen. Zumal der Radiologe auch einem weniger spektakulären Bild vielleicht etwas erkennt und dann ggf. eine spezielle Aufnahme macht und darauf dann klare Dinge erkennen kann.
    Somit tut ein Arzt oft gut daran, einen Fachmann zu Rate zu ziehen, um seine Diagnose zu fördern und zu stützen, oder die Gründe zu klären und damit wirklich auch, selbst wenn es etwas länger dauert, eine klare Diagnose zu ziehen.

    Es steht mir zwar nicht zu, zu urteilen, aber ich habe ähnliches erlebt und daher, es wäre schön, wenn man hier eine Art Qualitätskontrolle und ein Bewertungssystem hätte.

    Doch das ist off-Topic.

    Und für uns kommt es darauf an, einfach einen Arzt zu finden dem wir vertrauen. Das ist dann der Arzt und damit stellen sich immer weniger Fragen....
    Lassen wir das, war nie eine Leuchte...

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