Unabhängig von der Nationalität sind Polizisten zum Schutz der Bürger da und dürfen sich nur dann wehren, sofern sie selber angegriffen werden (Ausnahmen bestehen zwar, erstrecken sich aber nicht auf Länderspiele). Von daher haben diese Ereignisse auch politische Bedeutung und sind für einen Beitritt der Türkei in die EU alles andere als hilfreich, auch wenn es sich "nur" um ein Fußballspiel gehandelt hat.

Sanktionen und Strafen sind deshalb nur gerechtfertigt, wären sie übrigens auch, wenn ähnliches in Deutschland, Frankreich oder auf den Faröer Inseln geschehen würde. Persönlich muss ich sagen, würde ich der Schadenfreude freien Lauf lassen, wenn die Türkei in den Play-Offs zur Euro in Portugal schietern würde. Das wäre eine Strafe, die das ganze Land betreffen würde, und auch wenn es sich um ein paar Polizisten gehandelt hat, die durchgedreht haben, so vertreten genau diese Menschen ihr Land und ihren Staat und können so nicht mit Gästen umgehen. Dabei spielt es keine Rolle, ob in deren Land wiederum über 2 Millionen ihrer Landsleute eine Heimat gefunden haben, aber es verstärkt den ganzen Skandal.

Gruß aus München