Kompliment an Dein Gedächtnis, das wäre mir nicht mehr eingefallen, aber jetzt wo Du es sagst, kann ich mich wieder daran erinnern.
Eike Immel galt seinerzeit als ein riesengroßes Torwarttalent, sein erstes Spiel für Bor. Dortmund absolvierte er gegen den FC Bayern in der Saison 1978 / 79 und war plötzlich mit 19 Jahren Stammkeeper. Er löste seinerzeit Horst Bertram ab, dem Nachfolger des "legendären" 0:12-Keepers Peter Endrulat. 1986 wechselte er zum VfB Stuttgart, wurde dort Deutscher Meister und stand im UEFA-Cup-Finale.
Mit ihm und der Nationalmannschaft, für die er immerhin 19 Einsätze hatte, lief es nicht optimal. Als damalige Nummer 2 sollte er Toni Schumacher, der nach Veröffentlichung seines Buches nicht mehr nominiert wurde, beerben. Teamchef Beckenbauer zauberte aber sehr schnell Bodo Illgner als Nummer 2 in den Kader, der wiederum Schumacher beim 1.FC Köln ablöste.
Nach der 1:2-Halbfinalniederlage bei der EM 88 im eigenen Land gegen den späteren Titelträger Niederlande, bei dem ihm so mancher Kritiker nicht nur das entscheidende Gegentor (89. Minute van Basten) ankreidete, erklärte er seinen Rücktriit, wohl auch deshalb weil er merkte, dass der Kaiser auf Bodo setzte. Das hatte damals auf viele den eindruck, als sei er beleidigt und ziehe sich schmollend zurück.
1995 wechselte er dann, nachdem er in Stuttgart gegen Marc Ziegler keine Chance mehr bekommen sollte, mit fast 35 Jahren zu Manchester City, kam dort aber in der zweiten Saison kaum mehr zum Einsatz und beendete, so mein Kenntnisstand, dort seine aktive Karriere.
1998 wurde er Trainer beim VfR Heilbronn. Mein letzter Kenntnisstand ist, dass er seit dieser Saison bei Fehnerbace Istanbul ein Traineramt bekleidet.
Soweit ich mich erinnern kann gab es um Eike Immel niemals irgendwelche Skandale oder Gerüchte. Er war ein Keeper, der meist Ruhe und Souveränität ausstrahlte und wenig Wert auf übertieben spektakuläre Aktionen legte.
Gruß aus München




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