Ja hat er.
Der Vorwurf
Und am Ende durfte sich das plattfüßige "weiße Ballett", durften sich Ronaldo, Beckham, Zidane und Co. als Sieger fühlen. Ein 0:0 reicht den "Königlichen" zum Einzug ins Viertelfinale der Champions League im Rückspiel am 10. März.
"Keiner macht Oliver Kahn einen Vorwurf. Er hat uns alles gewonnen und ich bin mir sicher, er gewinnt uns auch das Spiel in Madrid", sagte Bayern-Vorstand Karl-Heinz Rummenigge.
So ein Dünnsinn, was kann der sich noch alles erlauben??? Bei jedem anderen Verein müsste er auf die Bank
Doch Rummenigges Einschätzung erwieß sich als falsch. Zumindest wagte Bayern-Präsident Franz Beckenbauer Kritik am Torwart-Titan.
"Wir haben den Sieg schon vor Augen gehabt und das auch vollkommen verdient. Und dann passiert dieser Fehler. Ich kann nur hoffen, dass Oliver Kahn in Madrid so gut hält, dass er das wieder gut macht", sagte der "Kaiser" in "Premiere".
Der vorwurfsvolle Unterton war nicht zu überhören.
Konsequenzen?
"Wenn dieses Tor zum Ausscheiden führt, übernehme ich die volle Verantwortung", sagte Kahn am Mittwoch. Er will seinen Fehlgriff im Rückspiel mit aller Macht wieder gutmachen. "Das Spiel in Madrid muss ich alleine gewinnen", erklärte er.
Kahn wirkte angeschlagen, als er vor die Mikrophone trat, und sprach von sich oft in der dritten Person. "Es gibt Phasen, da fehlt irgendwas und das nennt man auch das Quäntchen Glück, das man einfach braucht in diesem Job", sagte er.
Der Bayern-Torwart, der zuletzt auch beim 0:1 gegen Bochum patzte, hat nie mit Kritik an seinen Mitspielern gespart, wenn es mal nicht so lief. Jetzt wird er sich einiges anhören müssen. Zumindest intern.
"Es entspricht nicht meinem Charakter", erklärte er auf die Frage, warum er mit 15 Spritzen im Rücken aufgelaufen ist. Ein Kahn kneift nicht, "nur dann, wenn es wirklich nicht geht". Und das sei am Dienstag nicht der Fall gewesen.
Das habe nichts damit zu tun, dass man seinem Konkurrenten den Einsatz nicht gönne. Dieser Vorwurf "ist totaler Schwachsinn".
Völler steht zu Kahn
In seinen sportlichen Ambitionen, Kahn zu überflügeln, dürfte sich indes Jens Lehmann bestätigt fühlen. Zuletzt war Lehmann mit unsachlicher Kritik an Kahns Privatleben aufgefallen.
Kahns Dauer-Konkurrent im Kampf um den Platz in der deutschen Nationalmannschaft blieb beim 3:2 von Arsenal London gegen Celta Vigo fehlerlos.
Rudi Völler, am Dienstag Gast beim 1:1 in München, ließ eine erneute Diskussion aber erst gar nicht aufkommen. Kahn bleibt seine klare Nummer eins.
"Oliver Kahn hat dem FC Bayern große Spiele gewonnen", sagte der DFB-Teamchef in "Premiere", "da darf er auch mal eins verlieren. Er wird sich selbst die größten Vorwürfe machen."
Das kann ich nicht verstehen, wenn ich in meiner Arbeit einen Fehler mache und einer draufgeht, sagt mein Chef auch nicht "Du hast immer gute Arbeit gemacht und streichelt meinen Kopf"
"Das Glück zurückzwingen"
Klar, dass Kahns Patzer auch Erinnerungen an seinen Aussetzer beim 0:2 im WM-Finale 2002 weckte, das die deutsche Nationalelf ohne Oliver Kahn nie erreicht hätte.
Am 30. Juni 2002 verharrte Kahn minutenlang nach Abpfiff am Pfosten sitzend im Kasten.
Am Dienstagabend verließ er den Ort seiner Schmach so schnell als möglich. Das Glück will er jetzt "zurückzwingen". Kahn: "Da muss man halt noch härter arbeiten, noch härter trainieren. Nur, dann komme ich ja überhaupt nicht mehr heim."
Vielleicht müsse er auch lockerer werden. "Das sind all die Fragen, die ich mir stellen muss."
Vielleicht sollte er mal weniger Trainieren, oder zu einem Psychologen gehen.
Nachricht bearbeitet (02-25-04 15:17)




Zitieren