Hallo,
es ist ja eine Menge geschrieben worden, nur um aber mal klar zu machen:
Was ist eigentlich die Gelenkkapsel, und warum ist eine Kapselverletzung kritisch etwas von Dr. Scherer, Orthopäde:
Ein Bild der Gelenkkapsel. Dr. Scherer hält eine Kapselverletzung für eine sehr kritische Verletzung, die eine unbedingte Schonung des Gelenks bedingt.
Warum wir dank des Bildes klar.
Im Inneren des Gelenks sitzt auf dem Gelenkkopf und der Gelenkpfanne eine Knorpelschicht. Diese nimmt während des Erwärmens Flüssigkeit auf und schwillt an, eine zunahe der Knorpeldicke um ein Viertel bis zu einem Drittel ist hir schon gemessen worden. Zugleich wird vermehrt Gelenkflüssigkeit gebildet. Diese sorgt wie eine Ölschicht dafür, daß die Knorpelflächen nicht direkt in Berührung kommen und daher auf dem Flüssigkeitspolster im Gelenkspalt gleiten können.
Umschlossen wird das Gelenk dann von Häuten, die die Gelenkkapsel bilden und damit den Austritt der Gelenkflüssigkeit verhindern.
Was passiert nun bei einer Kapselprellung?
Eines der Häutchen wird stark überbeansprucht und es bildet sich eine lokale, entzündliche Reaktion der feinen Schicht, das Gelenk ist daher nicht mehr so in der Lage, das mehr an Flüssigkeit unter Belastung zu ertragen, denn durch eine leichte Schwellen unter vermehrter Flüssigkeitsabsonderung durch das Erwärmen wird die Kapselhaut gereizt und Schmerzen sind die Folge.
Was passiert bei einer Kapselverletzung?
Meist ist es ein Riss der feinen Häutchen. Es ergiest sich Gelenkflüssigkeit in die umliegenden Gewebeschichten. Der trennende und tragende Flüssigkeitsfilm zwischen den Knorpelschichten bricht zusammen, die Knorpelschichten reiben nun direkt aufeinander. Die Folge ist, daß sich durch die Erhöhte Reibung, verminderte Trennung sehr rasch Knorpelschäden und Arthrose bilden können.
Daher ist bei einem Kapselriss jegliche starke Belastung völlig fehl am Platz, da dies die Knorpelschichten, die nicht dafür gedacht sind, meist in direkten Kontakt bringt, und dieser Zustand für eine Alltagsbelastung gerade so erträglich ist, also eine Art Notlaufeigenschaft besteht, aber für Hoch und Höchstbelastungen wie im Wettkampf absolut nicht tragbar ist.
Man kann sich das so vorstellen:
Das Pleulager eines Kolbens im Auto dreht sich unten in einem Ölbad. Kleine Metallnasen nehmen immer etwas Öl mit, so daß Öl aus dem Ölbad bei der Umdrehung an die Lagerflächen geschleudert wird, wobei unten dieses Lager bestenfalls ins Ölbad eintaucht und damit geschmiert wird.
Dabei wird auch eine leichte Überlastung des Lagers, die sich in Erwärmung zeigt, an das Öl abgegeben, sprich das Öl kühlt dieses Lager auch, weshalb viele Hochleistungssportwagen einen Ölkühler haben.
Dabei bildet sich nun zwischen der Lagerfläche, also zwischen der Fläche an der Kurbelwelle und der Lagerschale des Pleulkopfs ein feiner, dünner Ölfilm. Dieser trennt nun beide Flächen zueinandner und läßt diese wunderbar und leicht aufeinander gleiten.
Was nun, wenn der Ölstand zu niedrig ist?
Im Normalfall passiert nichts, weil immer noch genügend Öl an die Lagerstellen kommt, aber die Lagerflächen werden nicht mehr sauber gekühlt, es kann daher zu einer Erwärmung kommen und langfristig zu einem Schaden an dem Gleitlagermaterial aufgrund von Verformungen.
Was nun in ungünstigen Situationen?
Dann reist der Ölfilm zwischen beiden Lagerflächen, das Lager reibt aufeinander und die Lagerfläche erwärmt sich sehr stark. Das Lagermaterial bricht aus, oder verflüssigt sich, daß Lager wird schwer beschädigt.
Damit man weiß, wie so etwas aussieht, hier mal ein Bild.
Es zeigt das Treibstangen, also Pleulkopf-, Lager einer Dampflokomotive. Aufgrund eines Fehlers ist es auch hier zu einem Ölmangel gekommen, daß Lager ist heiß gelaufen und das Lagermaterial ist ausgelaufen, sprich hat sich verflüssigt und ist über die spalten im Gelenk ausgelaufen.
Man sieht nun an der Lagerschale schön die Notlaufleisten aus einem weichen Material, die die Notlaufeigenschaften ausmachen. Werden diese beschädigt, ist die Lagerschale richtig defekt, daher darf, wenn so ein Schaden passiert ist, die Lokomotive, ebenso wie das Auto, nur noch unter geringst möglichen Belastungen aus eigener Kraft bewegt werden, besser wäre, man schleppt in eine Werkstatt.
Bei einem Kapselschaden ist es auch so, also man benutzt die Notlaufeigenschaften des Gelenks, und wird dieses überbeansprucht, dann nimmt diese Notlaufeigenenschaft einen Schaden.
Da sich bei uns leider die Lagerschale nicht austauschen läßt, ist ein solcher Schaden kaum wirklich zu beheben.
Oberiger Schaden war rasch behoben, die Lagerschale wurde neu ausgegossen, ausgebohrt und dann ein Ölkeil eingeschabt, Lager montiert, Ölgefüllt, Öl gespült und dann geht es weiter.
Das geht alles bei Eurem Knie nicht! Denkt also daran!
Schont Euch bei Kapselverletzungen! Und mit Schonen ist gemeint: Keine Belastung, aber wirklich keine!






Zitieren