da hier sicher keiner meine lebensgeschichte kennenlernen will, nur so viel an die jüngeren hier mit eventuellen ambitionen ins profigeschäft:

ich finde es extrem gefährlich, den fussball über alles zu stellen. klar, kann er der wichtigste lebensinhalt sein. aber was macht ihr, wenn ihr wegen einer verletzung mal nicht mehr weitermachen könnt?und woraus bezieht ihr abseits des fussball eure lebensfreude oder euer selbstbewusstsein?

so viele jugendspieler aus profiteams scheitern genau an diesen punkten: wenns sportlich mal nicht so läuft zerbricht ihre welt, weil sie ihre komplette jugend hindurch so auf fussball fixiert waren, dass sie alles andere vernachlässigt haben und ihr selbstvewusstsein sich rein auf ihre gehobene stellung gegenüber anderen jugenspielern beschränkte...und dann kommt man in den wunderschönen teufelskreis aus selbtszweifeln, schwindendem selbstbewusstsein und daraus resultierenden schwachen leistungen. das über nen längeren zeitraum und schon ist er weg der platz im hochleistungsnachwuchsteam. und wer dann nicht die kurve kriegt steht am ende ganz blöd da. passiert jedes jahr in deutschland hunderten jugendlichen in allen altersklassen, ich kenn selber ein paar...


und für die in etwas entspannterer lage:
fussball ist mir enorm wichtig, aber noch wichtiger sind mir freunde, verwandte und meine freundin. eine an sich wunderbare beziehung ist wegen meiner damaligen fussballverrücktheit kaputt gegangen und mittlerweile weiss ich was das bedeutet. den gleichen fehler würde ich nie wieder machen, vor allem nicht wenn man bedenkt dass es nur um bezirksoberligafussball ging, also eigentlich nix...

und weil ich zum studium in eine andere stadt gezogen bin, habe ich die chance genutzt das auch komplett umzusetzen, mir einen klassenniedrigeren verein gesucht und mein studium an die erste stelle gesetzt. mittlerweile hab ich hier auch eine freundin und neue freunde und die kommen immer zu erst. damit fühl ich mich besser als je zuvor und siehe da: ich halte meiner meinung auch besser als in den letzten zwei jahren.

und weggehen vor spielen: das gehört zur verantwortung meinem verein gegenüber. vor einem spiel nur eingeschränkt, also nicht lang und nicht exzessiv. an den anderen tagen natürlich schon, wir sind ja keine profis. da pass ich beim weggehen sicher nicht auf den fussball auf sondern eher auf meine leistungen an der uni