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Thema: Schulter ausgekugelt

  1. #51
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    Stehe kurz vor einer 2. Operation an der Schulter. Wollte nach der postoperativen Reha suchen, da wurde mir das hier vorgeschlagen also hol ich das Thema mal wieder hoch und erkläre mal mein "Problem". Mit anderen Torhütern darüber zu reden ist immer ganz gut.

    Mittlerweile ist mir die Schulter das 5. mal ausgekugelt. Nach dem 1. mal war es so, dass wir es konservativ behandelt haben, sie war schon ziemlich schlimm draussen. Gelenk lag bei den Rippen, alles drumherum hat ziemlich was abbekommen. Aber der Arzt meinte nach dem ersten Mal muss man noch nicht unbedingt operieren. Ging dann auch knapp 15 Monate gut, bis sie mir erneut ausgekugelt ist. Es war eine OP erforderlich ... bin dafür extra in die VfB Reha Klinik, dem Winghofer Medicum gefahren, wo mich der Herr Frölich, seines Zeichens Mannschaftsarzt bei der TSG aus Hoffenheim, operiert hat. Hat da irgendwelche Fäden um meine Schulterpfanne gezogen um das ganze einzuengen. Es begann eine anstrengende Reha, vor allem die Zeit in der Schlinge geht mir auf den Sack und da grauts mir jetzt schon wieder vor. Nun war es so, dass knapp 3 Monate nach der OP die neue Saison begann. Sprich die Vorbereitung ... leider muss ich eingestehen, dass ich neben der Physiotherapie nicht viel gemacht habe. Etwas was ich mir die letzten Wochen ziemlich vorgeworfen habe, auch wenn sich herausgestellt hat, dass es nicht daran lag aber das erklär ich gleich. Ich habe also "auskuriert" und auf den Moment gewartet an dem mir der erste Hausarzt gesagt hat ich darf so langsam wieder in die Hütte. 3 Monate nach der OP ... natürlich gleich wieder Vollgas. Keine halben Sachen.

    Am Anfang fühlte ich mich gut, ich hatte das Gefühl die Schulter will auskugeln, kann aber nicht. Wie sich herausstellte ist das aber nicht unbedingt ein gutes Zeichen, sondern einfach ein Beweis für eine immernoch erhalten Instabilität. Ich habe die Schulter bei starker Belastung immer gespürt. Es ging so weit, dass ich Bälle nur ganz selten mit meinem linken gehalten habe und so gut wie immer beide Arme für Bälle auf diese Seite genommen habe. Habe ich den Ball nur mit dem Arm gehalten, zog es gleich in meine Schulter. Naja, sie ist mir dann wieder ausgekugelt. Und wieder, und wieder. Beim letzten Mal kugelte sie sich aus, als ich einen Abwurf machte. Deutliches Zeichen, so geht es nicht weiter.

    Wieder zum Arzt und wie sich herausgestellt hat, hat meine Schulter an 2 Stellen Brüche und fehlende Knochenstücke. An der Pfanne und am Gelenk. Immer wenn die beiden Stellen aufeinander treffen und Drück ausgeübt wird, fliegt die Schulter. Die Frage die im Raum steht ist, ob es schon vor meiner ersten OP so war, denn dann war diese ziemlich sinnlos. Die Methode die damals angewendet wurde, hilft nämlich nicht wenn diese Bruchstellen vorhanden sind. Nun stehe ich also erneut vor einer OP. In dieser wird mir vorm Schulterfortzsatz ein wenig Knochen abgesägt und an das Schultergelenk geschraubt. Sogenannte "Latarjet" OP. Ich habe ziemlichen Bammel vor dem ganzen. Habe ziemliche Angst vor allem was danach passiert ... und vor allem will ich wieder ins Tor, weiß aber nicht wie schlau das ist. Ich habe dieses mal 6 Monate striktes Verbot ... was zeitlich besser passt da ich die Saison dann einfach abhake. Mittendrin einzusteigen nach so langer Pause würde kein Sinn machen, also lasse ich die Saison ausklingen. Auch wenn wir gerade auf Meisterkurs sind und ich nur 7 Spiele machen konnte.

    Aber die Frage ist halt ... nochmal ins Tor und wann? Ich war immer auch ein anständiger Feldspieler, hab einen Torriecher und könnte mir vorstellen wieder aufs Feld zu gehen. Aber die Gier nach dem Platz zwischen den Pfosten ist halt riesig. Kugelt sie mir aber nochmal aus nach der OP, könnte meine Schulter komplett hinüber sein und durch künstliches ersetzt werden. Genauso hat mir die Verletzung jedes mal den Boden unter den Füßen weggerissen. Beruflich und privat folgte darauf immer eine unfassbar schwierige Zeit und auch jetzt fällt mir schon wieder die Decke auf den Kopf bei lauter Zwangsurlaub.

    Was würdet ihr machen? Dieses mal werde ich auf jeden Fall Stammgast im Fitnessstudio sein um mir den Vorwurf nicht mehr zu machen. Habe dann knapp eine komplette Saison nicht gespielt und weiß nicht wie ich im Sommer denke.
    Ich erkläre das, weil ich vielleicht deutlich machen will, dass jeder Ehrgeiz schnell wieder zu spielen bei einer solchen Verletzung falsch ist. Vor allem im Amateurbereich, wo Berufe daran hängen. Wenn ihr sowas habt, macht penibelst Pause und überhastet nicht.

    Ich frage jetzt aber mal in die Runde, ob schon jemand diese "Latarjet" OP hatte und wie sein postoperativer Verlauf war? Ich will mich einfach informieren um mich bestmöglich vorzubereiten, um dann eine optimale Reha zu haben. Um zumindest schonmal ganz schnell wieder voll Alltagstauglich zu sein.




  2. #52
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    Zitat Zitat von Pascal R. Beitrag anzeigen
    Stehe kurz vor einer 2. Operation an der Schulter. Wollte nach der postoperativen Reha suchen, da wurde mir das hier vorgeschlagen also hol ich das Thema mal wieder hoch und erkläre mal mein "Problem". Mit anderen Torhütern darüber zu reden ist immer ganz gut. [...]

    Was würdet ihr machen? Dieses mal werde ich auf jeden Fall Stammgast im Fitnessstudio sein um mir den Vorwurf nicht mehr zu machen. Habe dann knapp eine komplette Saison nicht gespielt und weiß nicht wie ich im Sommer denke.
    Ich erkläre das, weil ich vielleicht deutlich machen will, dass jeder Ehrgeiz schnell wieder zu spielen bei einer solchen Verletzung falsch ist. Vor allem im Amateurbereich, wo Berufe daran hängen. Wenn ihr sowas habt, macht penibelst Pause und überhastet nicht.

    Ich frage jetzt aber mal in die Runde, ob schon jemand diese "Latarjet" OP hatte und wie sein postoperativer Verlauf war? Ich will mich einfach informieren um mich bestmöglich vorzubereiten, um dann eine optimale Reha zu haben. Um zumindest schonmal ganz schnell wieder voll Alltagstauglich zu sein.
    Schön, dass du es endlich, aber für meine Begriffe zu spät, eingesehen hast. Der Körper ist dein heiligstes Gut und du hast deine Gesundheit rücksichtslos und unverantwortlich aufs Spiel gesetzt. Hier hat ganz klar deine Unvernunft so schnell wie möglich wieder zu spielen vor der Vernunft komplett gesund zu werden gesiegt. Ich hatte so eine OP noch nicht und hoffe auch, dass ich sie nie brauchen werde. Ich wollte dir nur alles Gute und eine schnelle Genesung wünschen, ich kann mir vorstellen wie schwer das ist. Ich war selbst 9 Monate verletzt in diesem Jahr, daher kann ich ein Lied davon singen. Darf ich fragen wie Alt du bist? Ich gehe jetzt einfach mal davon aus, dass du noch lange nicht an der 30 kratzt. Mein Gefühl sagt mir, dass es für dich schlauer wäre die Handschuhe an den Nagel zu hängen. So schwer es auch sein wird für dich, aber deine Gesundheit geht vor und bei dem Aspekt hast du es imho eh schon übertrieben und ausgereizt.
    Wie auch immer, ich will dir jetzt nicht den Mut für ein Comeback im Tor nehmen, sondern dir nur einen Rat geben, was mein Gefühl als Keeper sagt.
    Kopf hoch Junge!
    “Mach' das Beste aus dir selbst, denn das ist alles, was du hast.”



  3. #53
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    Klar, darfst du fragen. Ich bin jetzt 25 und daher im Normalfall noch lange nicht am Ende, aber auch nicht mehr am Anfang meiner Laufbahn. Eigentlich genau in dem perfekten Alter, was ich auch an meinem Spiel merke. Aber das tut ja nichts zur Sache. Ich gebe dir absolut Recht, sich das einzugestehen war auch irgendwie das leichteste seit meiner neuesten Verletzung, aber auch das schwierigste. Wenn ihr versteht was ich meine.

    Ich wusste sofort, junge. Das war zu schnell, da hast du Bockmist gebaut. Absoluten Bockmist. Aber ich habe lange gebraucht um es mir wirklich einzugestehen und habe nach Ausreden gesucht woran es gelegen haben könnte. Ziemlich dumm. Das Problem an der Sache ist, vor meiner ersten Luxation, ich meine 2014, war ich wirklich in meiner Blütezeit. Ich habe in einer ziemlich hohen Mannschaft trainieren dürfen, war topfit und hab mir Fehler eingestanden weil ich wusste, dass ich prinzipiell "gut" bin. Hat lange gebraucht, weil der Torwart natürlich immer der Buh-Mann ist. Ich wage zu behaupten, dass ich keiner diese neu-arroganten Jugendspieler war. Ich habe aufgesehen zu den Torhütern über mir, habe ihre Ratschläge aufgesogen und jede Einheit mit ihnen genossen und Dinge im Spiel umgesetzt, die dann auch mal daneben gehen. Dafür habe ich sie dann umso besser gemacht. Nach der ersten Luxation hats im Kopf gehapert. Also bin ich Schritte zurückgegangen, in Ligen in denen ich andere Bereiche deutlich besser ausspielen kann. Wollte aber unbedingt, ganz schnell wieder zurück.

    Ich liebe es taktisch guten Fussball zu spielen, als Torwart nicht nur darauf zu achten die Kiste sauber zu halten, sondern auch zu schauen wie verhält sich mein Team, wie bewegt es sich. Wird umgesetzt was der Trainer sagt? Laufwege, Passwege etc. Das geht in den unteren Ligen m.E einfach nicht. Es hat seinen Charme und macht auch Spaß, ist aber nicht so meins. Ich wollte schnell wieder hoch. Es kam die OP die Besserung versprechen sollte und ich hatte einfach keine Geduld. Ganz schnell wieder zurück. Jetzt bin ich halt am nächsten Punkt.

    Klar macht es irgendwie Sinn die Handschuhe an den Nagel zu hängen. Der Arzt, also mein wirklicher Chirurg und nicht der nächste Hausarzt der sagt was man hören will, meinte dass ich mit genug Auszeit auf jeden Fall wieder ins Tor kann. Das Schultergelenk wird vergrößert, sollte nicht mehr rausfliegen bla, bla. Die Option ist vom Arzt durchaus gegeben, aber klar ist auch, dass ich Angst habe das es mich komplett zerstört. Also warum nicht wieder aus Feld? Weil ich eben genau das verliere, wofür ich wirklich lange gearbeitet habe. Guter Fussball. Das klingt vielleicht arrogant, ist aber nicht so gemeint. Ich kann auf keinen Fall auf guter Ebene auf dem Feld mithalten. Am Anfang zumindest und müsste deutliche Einschnitte machen. Dabei geht es mir nicht darum, aus dem bezahlten Fussball auszuscheiden sondern einzig auch um meinen eigenen Anspruch an mich selber.

    Du nimmst mir keinen Mut oder so, genau solche Diskussionen will ich ja haben. Ich will nicht von jedem gesagt bekommen: Junge, wird schon was du dir wünscht. Ich will ehrliche Antworten und ich weiß, dass man als "entfernte Person" immer sagt: Lass es lieber. Ich kenne einen begnadeten Fussballer, der seinen 3. Kreuzbandriss hat. Wenn ich mit ihm rede sage ich auch: "Junge, lass es lieber." Weiß aber selbst dass das nicht so leicht geht. Es ist schick mit anderen Torhütern reden zu können, das gefällt mir hier. Die Sichtweisen sind nunmal andere als bei Feldspielern.

    Vielleicht kann ich aber auch jedem der sich über die Verletzung informiert und hier landet damit einfach auf dem Weg geben, dass ich den Fehler gemacht habe und dringlichst dazu rate ihn nicht auch zu machen. 3 - 6 Monate mehr Pause als man sich selber vorstellt sind zwar für den Augenblick wirklich, wirklich scheisse. Langfristig aber Gold wert.




  4. #54
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    Schön geschrieben! Du machst auf mich einen erwachsenen und überlegten Eindruck. Ich kenne dich persönlich nicht, kann aber deine Situation sehr gut verstehen, auch das mit dem höherklassigen Fußball. Einmal oben gewesen, will man nicht wieder runter, das kenne ich zu gut - auch wenn ich selbst nach langer Verletzung jetzt in eben diesen sauren Apfel beissen muss. Stell dir vor, letztes Jahr als ich nach meiner Verletzung ins Krankenhaus kam musste ich mir am ersten Abend schon von 2 Schwestern anhören, dass Fußball doch sowieso zu nichts gut ist, man sich nur verletzt und ich doch jetzt aufhören soll nach der Verletzung. Das war zu dem Zeitpunkt super motivierend und war genau das was man hören will wenn man genau weiß, dass man erst in nem guten Jahr wieder einigermaßen fit ist. Das war für mich damals aber gar kein Thema. Wenn man selbst den Mindset hat wieder zurückzukommen, dann kommt man auch zurück. Ich persönlich war zwar mit dem Comeback 4 Wochen später dran, als geplant, aber wer weiß für was das gut war. Lass dich nicht entmutigen, behalt nen positiven Kopf auf und kämpf dich dadurch. Die neutrale und richtige Sichtweise wäre wohl der Rücktritt vom Fußball, aber wie gesagt. Für jemanden mit Leidenschaft, der du zu sein scheinst, ist das überhaupt nicht einfach diesen Schritt zu gehen, eher muss dir jemand den Arm abhacken, bevor du nicht mehr im Tor stehst. Lass dich von den Ärzten gut beraten und behandeln, hol dir auch gern andere Meinungen ein und führ dann gezielt und gewissenhaft deine Reha durch. Das mit dem Kopf gibt sich irgedwann von selbst, wenn man merkt, dass man dem Arm wieder vertrauen kann. Das war bei meiner Achillessehne auch nicht anders. Dass das seine Zeit dauert, ist auch normal. Drück dir die Daumen für eine schnelle Rückkehr, Kollege!
    “Mach' das Beste aus dir selbst, denn das ist alles, was du hast.”



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