Da kann ich Icewolf nur zustimmen. Man könnte meinen, hier hätte keiner schon mal selbst im Tor gestanden, wenn man sich diese "Analysen" ansieht. Im nachhinein zu erkennen, dass es anders vielleicht besser geklappt hätte, ist immer einfach, aber in dem Moment kann ist das nicht zu erkennen, weil immer mehrere Varianten möglich sind. Das einfach nur lächerlich. Noch lächerlicher ist es zu behaupten, es wäre nichts passiert, wenn Lehmann drin geblieben wäre. Erstens hat Torres Lahm komplett ausgestochen, zweitens kann nur jemand, der den Mann in der PL nicht regelmäßig hat spielen sehen so einen Blödsinn von wegen, er hätte den Ball dann nicht ins Tor bekommen runterleiern. Lehmann kennt den aus der PL und weiß, dass man schon verlohren hat, wenn er 1 gegen 1 vor dem Tor auftaucht. Hier gibt es mehrere Schuldige. Das schlechte Mittelfeld, dass die Spanier einfach wie die letzten Anfänger durchpassen lässt, die Abwehr, die das gleiche tut und mal wieder Lahm und Lehmann komplett im Stich lässt und Lahm, der seine Form vom Türkei-Spiel wiederholt und offensichtlich meint, wenn Lehmann rauskommt, was eine ordentliche Strecke war, dann könne er sich ruhig von einem kleinen Genie wie Torres ausstechen lassen.
Lehmann in diesem Spiel mit Cechs Riesenbock zu vergleichen finde ich übrigens absolut unverschämt.
Tatsache ist, er war vielleicht neben Jansen der einzige auf dem Platz, der gekämpft hat und den Titel wirklich wollte. Was der Rest da verloren hatte mit der Einstellung und dem Willen, ist mir ein Rätsel. Einfach erbärmlich. Wenn man schon nicht für sich selbst kämpfen will, dann wenigstens für den Kapitän, der auf Grund seiner Verletzung wohl kaum 100% bringen konnte und für den Torhüter, den man wie so oft im Stich gelassen hat, als wenns einem komplett am Arsch vorbei ginge. Wie hätten dieses Spiel ohne Lehmanns Leistung gerne 2-0 oder 3-0 verlieren können und ein Ergebnis wie bei der WM 2002 wäre wohl realistischer gewesen.
Bei diesem Finale hat er das beste rausgeholt, was mit dieser Mannschaft zu machen war und das war nicht viel. Immerhin muss er sich im Gegensatz zu Kahn hier als Allerletzer irgendeine Schuld zuschreiben, auch wenn es natürlich sehr traurig für ihn ist, dass er seine Karriere nicht mit einem Titel beenden kann.
Und was erwartet ihre bitte von ihm? Dass er jetzt inmitten der Trauer und Enttäuschung noch mal schnell seinen Rücktritt bekannt gibt? Gehts noch? Gibt es hier noch ein bisschen Menschlichkeit? Er wird ja wohl noch nach dem Spiel einfach mal selbst damit klar kommen dürfen und das Interview, dass er gegeben hat fand ich absolut erstklassig. Andere hätten das gar nicht mehr zustande gebracht vor Enttäuschung. Was den Rest angeht, die dürfen höchstens beschämt, nicht aber enttäuscht sein.




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