Moderner Torwart.
Naja...das sollte eigentlich auch mal das Unwort des Jahres werden.
Wie definiere ich einen modernen Torwart und wann ist dieser moderne Torwart auch noch gut. Oder wann ist ein altmodischer Torwart gut oder doch schlecht.
Ich finde das man das so nicht sagen kann.
Jeder Mensch ist halt anders und vorallem jeder lernt es anders und bringt andere Grundlagen mit.
Fakt ist das bei einer Mannschaft wie zum Beispiel Werder Bremen ein Tim Wiese (altmodischer Torwart) eigentlich die falsche Besetzung im Tor ist.
Bremen spielt so aggressiv nach vorne, das die gesamte Mannschaft weit aufrückt. Also benötige ich einen Keeper, der kicken kann und ein enorm gutes Spielverständnis hat.
Bei Mannschaften die eh viel hinten drin stehen wird es für einen Keeper, der eigentlich ein moderner Keeper ist, natürlich schwer. Wie soll er mitspielen, wenn eh die halbe Mannschaft am eigenen 16er steht?
Jeder sollte sich auf seine stärken besinnen. Das heisst natürlich nicht, dass man nicht auch die Schwächen sehen sollte oder diese versuchen sollte abzustellen.
Vergleiche von verschiedenen Keepern halte ich sowieso für Quatsch. Alle sind Menschen und alle sind verschieden. Das schlimmste was man machen kann ist zu versuchen einen anderen zu kopieren, der man gar nicht ist/sein kann.
Man muss seinen eigenen Style entwickeln und diesen durchziehen. Nur dadurch entstehen die von Kahn gerne angesprochenen Automatismen.
Klar ist, dass viele Teams offensiven Fussball spielen. Egal ob Profi oder Amateur. Dadurch muss ein Keeper auch mal einen Ball annehmen können und einen Pass über 5 Meter spielen können. Aber ist er deswegen direkt ein moderner Torwart?
Torhüter bleibt Torhüter. Die Aufgabe ist es das Tor zu hüten. Wie ich es mache ist dann im Endeffekt egal. Ob ich zu Null spiele und dabei im Spiel 2 Flanken abfange, zwei Steilpässe abfange oder aber ob ich einfach vier Bälle die aufs Tor geschossen werden, weil ich die Flanke nicht bekommen habe, halte. Das Endergebnis zählt.
Ich habe das Tor hüten so gelernt, dass ich mitspielen muss, dass ich fussballerisch nicht viel schlechter sein darf als meine Kollegen, die im Feld spielen. Wenn man dieses schon im jungen Alter so lernt und auch Training für Training und Spiel für Spiel umsetzt, dann geht es einem in Fleisch und Blut über. Trotzdem wird aber noch sehr viel Wert auf das "alte Torwartspiel" gelegt. Siedesteps auf der Linie und sichere Techniken um den Ball auf der Linie zu halte etc.
Im Prinzip kommt es wohl darauf an welche Möglichkeiten einem geboten werden im Training und welche Voraussetzungen man mitbringt.




In stillem Gedenken an Spideratze und Robert Enke.
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