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Thema: Lehmann, Jens (Karriereende)

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  1. #1
    Amateurtorwart
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    Naja, ich freue mich zwar, dass Lehmann seine Form gefunden hat, aber meiner Meinung nach wird das "moderne Torwartspiel" von einigen überbewertet.

    Im Profibereich sind Trainingsmethoden und taktische Schulung so weit perfektioniert, dass prinzipiell jeder Spieler "alles" lernen könnte. Jedoch wird oftmals vergessen, dass jeder Mensch andere Anlagen und Talente hat. Und absolut jeder Torwart ist theoretisch dazu in der Lage, zu jeder Flanke zu gehen.
    Genauso wie jeder Feldspieler prinzipiell beidfüßig schießen könnte. Jedoch sind Spieler letzlich durch ihr Talent limitiert. Ich glaube wenn Kahn in der Lage gewesen wäre, "modern" zu spielen, hätte er es getan. Andereseits wäre Lehmann auch nach 100 Jahren Training nicht so stark auf der Linie wie Kahn oder Buffon. Manche Dinge sind nur bis zu einem bestimmten Grad trainierbar.

    Daher sehe ich das "moderne Torwartspiel" weniger als eine zwingende Voraussetzung für Torhüter sondern als EINE Möglichkeit, diese Position zu interpretieren. Man darf ja nicht vergessen, dass auch Linientorhüter exzellent mit Verteidigern harmonieren (siehe Bayern letztes Jahr). Zudem ist doch diese grobe Einteilung in "veraltete Reflexkeeper" und "moderne Keeper" viel zu plakativ.
    Ich erinnere mich zu Beispiel, dass Kahn früher sehrwohl versucht hat, Angriffe abzufangen. Vielleicht kennen einige noch die Aktion gegen Bochum, wo er einen Pass 40m vorm Tor abgegrätscht hat wie ein bekloppter
    Es war ja 2006 auch so, dass sich viele einig waren, dass es im Prinzip egal ist, ob wir Kahn oder Lehmann spielen lassen. Beide waren auf einem Level, obwohl ihre Stile so unterschiedlich sind.
    Von daher sollte man diesen Spielansatz nicht überbewerten, obwohl ich ihn prinzipiell gut finde. Zu sagen, Enke und Adler hätten auf jeden Fall schlechter gespielt, ist schon sehr gewagt.
    Lehmanns Spielitelligenz wird hier manchmal so hochgejubelt, dass sein Stil einer Revolution gleichkommen würde. Das finde ich übertrieben.

    Trotzdem schön, dass er jetzt gut spielt
    Geändert von kezman (22.06.2008 um 08:24 Uhr)

  2. #2
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    Standard

    Find die Diskussion mittlerweile doch etwas seltsam.
    Ich wage mal die Prognose: Es werden auch in 20 Jahren noch Leute im Tor stehen, die auf der Linie stärker sind als in der Strafraumbeherrschung.

    Wie mein Vorredner schon sagte: Es gibt einfach Veranlagung und Trainingsmethoden, die sich unterscheiden. Der eine ist von klein auf richtig gut darin Angriffe zu antizipieren und abzufangen, der andere holt dafür im 5er alles was kommt und ist auf der Linie unschlagbar.

    Ihr sagt ja selber, dass Adler und Enke ein Mittelding sind. Die fangen vielleicht nicht die Flanke an der 16er-Grenze aber haben halt im direkten Umkreis ums Tor fast alles was brennt.

    Also würde ich eher sagen, dass die Anforderungen an nen Goalie insgesamt gestiegen sind, er muss jetzt halt auch Fussball spielen können und Flanken in ner höheren Quote holen als vorher. Aber auch die Anforderungen für Innenverteidiger sind gestiegen und trotzdem gibts auch bei dieser EM wieder Spieler die hervorstechen, obwohl sich nicht wie Per Mertesacker anzizipieren und Fussball spielen können, sondern eher wie Arne Friedrich einfach Gegenspieler bekämpfen und nach vorne limitiert sind.

    Lehmann ist ein Extrem des Torwartspiels, der Torwart der Angriffe schon im Keim erstickt und dabei hohes Risiko geht. Das andere Extrem ist dann wohl ein Tim Wiese, der im 16er sehr wenig aktiv ist aber auf der Linie gleich mal so gut, dass er das kompensieren kann und wohl in vielen Nationalteams dieser Welt Nummer 1 und respektiert wäre, auch wenn ich das nicht gut fände

    Zusammenfassend: Die ganze Diskussion ist eigentlich unnötig. Die Grenze zu ziehen ist eh schwer (wo liegt die zwischen Adler, Neuer, Enke, Hildebrandt, Lehmann, Casillas, Buffon, Cech?), vielleicht einigt man sich darauf, dass es einfach bestimmte Talente gibt und die Leute dementsprechend ihre Stärken auf völlig anderen Gebieten haben?
    Denn wenn das alles so modern ist, dann werden bald ja ne Menge Torhüter im Profibereich ihren Job verlieren, weil stattdessen irgendwelche jungen Zweitligagoalies zwischen die Pfosten kommen, die viel besser mitspielen und jede Flanke die irgendwo im 16er runterkommt abfangen.

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