@KauLee:
Weder Kahn noch irgendjemand, auch nicht Lehmann hätte ein Abschiedsspiel bekommen. Es ging um einen Einsatz, vielleicht 45 Minuten wenn überhaupt, um sich verabschieden zu können. Ich erinnere mich nicht daran, wann ein Torhüter das letzte Mal mit so einem negativen Erlebnis wie einem verlorenen Finale aufhören musste. Das war die Idee des DFBs und das auf Lehmann abzuwälzen ist schon reichlich unfair.
Tja, was halt Lehmann für den deutschen Fussball geleistet? Er ist mit Schalke aufgestiegen und hat mit ihnen den Uefa Cup geholt, seit dem ist Schalke fest in der Buli. Er hat in den beiden einzigen Clubs neben dem FC Bayern gespielt, die international überhaupt noch was auf die Reihe bekommen haben. Uefa Cup mit Schalke, CL Spiele mit dem BVB und ein Uefa Cup Finale ebenfalls mit dem BVB. Seit Lehmann da weg ist, hat der BVB nichts mehr gerissen und es sieht auch nicht so aus, also würde das so schnell wieder was.
Zu Milan: Ja, fünf Spiele oder so hat er gemacht, andere Spieler brauchen ein Jahre, um sich einzuleben. Ich sag jetzt besser nichts dazu, dass deutsche Torhüter generell etweder nie den Mumm hatten, sich mal in einer der ganz starken Ligen zu beweisen und die wenigen, die es versucht haben sind alle gescheitert. Mit Ausnahme von Illgner und Lehmann. Zu sagen bei Arsenal wäre er gescheitert ist absurd. Er hat in England Fussballgeschichte geschrieben mit einer der besten Mannschaften, die es je gab, wurde ungeschlagen Meister, wird immer eine Arsenal-Legende bleiben. Dass Arsenal dann 2005 noch mal den FA Cup gewonnen hat, da können sie sich bei Lehmann bedanken. Und in das CL Finale haben sie es auch nur wegen ihm geschafft. Arsenal ist international ein kleines Licht, hat in 100 Jahren Vereinesgeschichte einmal den Uefa Cup gewonnen. Wenn man ihm das Finale ankreiden möchte, dann bitte Kahn auch das WM-Finale. Wobei Kahns Patzer schlimmer war. Nun, dann hat Lehmann eben in den letzte Jahren den englischen Fussball mitgeprägt. Noch lange kein Grund, sich abfällig darüber zu äußern. Man könnte meinen, in Deutschland leide man im Bezug auf Lehmanns Erfolge bei Arsenal an kollektivem Blackout.
Zur Nationalmannschaft. Nun, er hat neben Maier, Kahn und Schumacher die meisten Spiele gemacht und das alles auf das Spiel gegen Argentinien zu reduzieren ist schon etwas kindisch. Nebenbei hat er mehr als die Hälfte seiner Spiele zu Null gehalten. So zum Vergleich, Kahn nur 34%. Die Gegentorquote ist auch verdammt niedrig, wenn man bedenkt, dass Lehmann entgegen dem kollektiven Gedächtnisverlust auch im Vergleich zu Kahn öfter mal einen Gegner aus den Top 3 der Weltrangliste vor sich hatte. Ansonsten hatte er zwei Turniere, einmal WM 3., einmal EM 2. Das hat ein Kahn in 8 Jahren auch nicht hinbekommen. Diese Werte hat Lehmann irgendwie auch hinter der gleichen Abwehr wie Kahn geschafft. Seltsam. Auch so, zwei zu Null Rekorde, der letze stammte aus den 30er-Jahren. Aber ja, weder Kahn noch Lehmann haben etwas mit der Nationalmannschaft gewonnen.
Was das Torwartspiel angeht. Ja, heute spielen viele auch so. U.a. wegen Lehmann und vdS. Nur sieht man in der Buli tagtäglich, dass es viele auch gar nicht umsetzten und diejenigen, die es versuchen immer wieder massive Schwierigkeiten damit haben.
Mögen musst du ihn ja nicht, aber er hat einiges geleistet, hat den Deutschen Fussball, später auch den englischen durchaus mit geprägt. Der FCB hätte auch ohne Kahn ständig was gewonnen. Kahn musste sich nicht aus der 2. Liga rauskämpfen oder hat mit Außenseiter-Vereinen Titel gewommen. Also gerne etwas auf dem Teppich bleiben. Wer war schon der letzte deutsche Spieler, der in England was gerissen hat? Selbst Ballack muss da noch etwas dran arbeiten. Vielleicht klappt es ja diese Saison.




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