STEGERSBACH. Heute biegt Österreichs Fußball-Nationalteam mit dem Einzug ins Teamquartier in Stegersbach in die Zielgerade der EURO-Vorbereitung ein. Aber wer wird unser Team im Tor anführen? Im OÖN-Vergleich blieb Jürgen Macho knapp vor Alex Manninger.
Zimmerkollegen werden die Torhüter Jürgen Macho und Alex Manninger in diesem Leben sicher nicht mehr. Der Kampf um die Nummer eins ist fair und ohne Gehässigkeiten. Doch wer wird ihn gewinnen?
1:0 – Ruhe & Ausstrahlung: Dieser Punkt ist Auslegungssache. Was verlangt man von einem Torhüter? Den ruhigeren Eindruck macht Macho. Manninger ist lauter, gestikuliert stärker. Oft hat man den Eindruck, dass es die Mitspieler aber unruhiger macht.
1:1 – die Leistungen im Klub: Manninger spielte ein Traum-Frühjahr bei Siena und hatte großen Anteil daran, dass der Klub den Klassenerhalt in der Serie A schaffte. Nach dem späten Wechsel zu AEK Athen war Macho auch in Griechenland zuletzt immer wieder nur auf der Ersatzbank zu finden.
2:1 – die Konstanz: Macho lässt sich kaum überraschen. Nicht nur, weil er ein gebürtiger Wiener ist, sind ihm „Steirertore“ seit Jahren fremd. Er ist nervenstark. Manninger greift öfter daneben.
2:2 – die „Wunderbälle“: Manninger traut man eher zu, einen scheinbar unhaltbaren Kracher aus dem Kreuzeck zu fischen.
3:2 – hohe Bälle: Macho lernte bei Sunderland und Chelsea in der englischen Premier League, sich bei Flanken im Strafraum zu behaupten. Manninger ist bei hohen Bällen nicht so sicher.
3:3 – auf der Linie: Manninger hat die besseren Reflexe und ist agiler.
4:3 – Status im Team: Macho ist in der Hierarchie des Kaders weit oben. Er sitzt im Mannschaftsrat und war bei den Verhandlungen über die EURO-Prämien dabei. Manninger gilt eher als Einzelgänger.
4:4 – Erfahrung: Mit 16 Jahren gab Manninger sein Profidebüt bei Vorwärts Steyr, mit 18 Jahren spielte er mit dem GAK gegen Inter Mailand. Er stand für Arsenal London in der Premier League im Tor, erarbeitete sich in Italien einen guten Namen und hat doppelt so viele Länderspiele wie Macho, der mit Kaiserslautern aus der deutschen Bundesliga und mit Sunderland aus der Premier League abstieg.
5:4 – die Leistungen im Nationalteam: Vielleicht der wichtigste und entscheidende Punkt: Während Manninger vor allem bei den Partien gegen Trinidad und Deutschland patzte, konnte man Macho im Team nie echte Patzer vorwerfen. Und auch wenn Manningers Fehler bereits weit zurückliegen: Ob sie Teamchef Josef Hickersberger bereits vergessen hat?
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