Hatten gestern unser 2. Meisterschaftsspiel.
Der Gegner hatte am ersten Spieltag 1:6 verloren und stand somit ganz schön unter Zugzwang. Für einen "anständiges" Fussball hatten sie im Vorfeld alles getan: So hatten sie den Platz extra fein gemäht, allerdings sehr uneben und das zurückgebliebene Gras war freundlicherweise auch nicht eingesammelt worden.
Alles solche Kleinigkeiten, um einer technisch starken Mannschaft wie uns das Spielen schwer zu machen.
Also entwickelte sich ein echtes Kampfspiel mit vielen Nickeligkeiten und einem Schiedsrichter, der meiner Mannschaft wie ich hörte traditionell gern "mal einen reinlegt".
Haben insgesamt gegen einen Gegner, der aus seinen Tugenden (Kampf & Wille) das Maximum heraus holte, aber kein Spielsystem besaß, nur schwer ins Spiel gefunden.
Nach einem etwas zu kurzen Rückpass kam ich grade noch knapp vor dem nahenden Stürmer an den Ball. Er pflügte mich trotzdem mit beiden Beinen gestreckt um, was vom Schiedsrichter ungestraft blieb.
Habe dann das Ganze Spiel mit Schmerzen in der Wade gespielt, dürfte wohl eine starke Prellung sein, die ich davon getragen habe.
Da merkt man mal wieder, dass du als Torwart wie Jens Lehmann es mal sagte in einigen Situationen "Freiwild" bist.
Nachdem unser Stürmer dann auch noch kaputt getreten wurde, waren wir in der ersten Halbzeit nicht mehr so recht auf der Höhe. Das Spiel spielte sich im Mittelfeld ab, ich musste nicht großartig eingreifen.
In der zweiten Halbzeit kamen wir besser ins Spiel, hatten endlich die eine oder andere Chance. Der Gegner war nur nach einer Ecke gefährlich. Da konnte ich einen Kopfball ganz gut parieren. Ansonsten übten sie sich weiterhin an ihrer teilweise rüden Art des Fussball "spielens", was vom Schiri aber weitgehend toleriert wurde. Zudem bekamen sie in ihrer Hilflosigkeit mehr und mehr die Fallsucht bei schon minimalsten Berührungen, was durch ihre Zuschauer natürlich noch zusätzlich gepusht wurde.
Entscheidend für den Ausgang des Spiels war, dass meine Vordermänner sich von der allgemeinen Hektik und Unruhe anstecken ließen und selbst einfachste Pässe nicht zum Mann brachten. So war mir klar, dass vorne heute nur mit viel Glück, vllt. aus einer Standardsituation was gehen könnte.
Da der Gegner auch nicht allzu gefährlich war, war es eigentlich ein typisches 0:0 Spiel.
Bis zur 88. Minute. Unsere Abwehr steht weit aufgerückt, ein langer Ball auf den gegnerischen Stürmer. Ich bin sicher, dass ich ihn bekomme und gehe raus. Will mit dem Kopf zum Ball, der aber durch eine Unebenheit im Rasen fast liegenbleibt. Also muss ich mit dem Fuß hin, komme zu spät und hole ihn von den Beinen. Notbremse! Rot!
Wenn ich drüber nachdenke und es sachlich sehe, dann ist die Entscheidung korrekt. Ich war einfach zu spät, auch wenn ich noch zurückziehe und der Stürmer sogar vom Tor weg geht.
Aber so ist nun mal das Regelwerk, auch wenn die Regelauslegung in meinen Augen für einen Keeper da grundsätzlich nachteilig ist.
Unser Alt Herrenkeeper, eigentlich als Zuschauer da, ging ins Tor. Aus dem Freistoß nach meinem Foul fiel dann auch noch das 0:1.
Da wäre ich am liebsten im Erdboden versunken und wusste garnicht wie mir geschah. Lag einfach hinter der Bande am Boden.
ABER mein Team kam zurück, in der Nachspielzeit machen wir nach einem Freistoß das 1:1.
Eine tolle Moral der Mannschaft. Auch wenn wir gegen einen ganz schwachen Gegner nicht gut gespielt haben, war der Punkt das Mindeste, was wir verdient hatten und aufgrund der Umstände zuvor war es wohl sogar ein Punktgewinn.
Meine Emotionen gingen da natürlich total hoch, habe gejubelt wie ein Verrückter. Vor Wut mich an einer Werbebande ausgelassen... Frei nach einem Ex-Profi: "Es ist verrückt, was der Fussball aus mir macht".
Aufgrund dessen wurde ich Schlusspfiff vom Gegner und den Zuschauern heftig angegangen und aufs übelste beschimpft. Wer natürlich nicht dabei war: Der Schiri!
Sein Kommentar dazu: "Das gehört dazu!"
Am Tag danach bin ich einfach total enttäuscht, dass ich jetzt erstmal gesperrt werde. Unsere Alt-Herrenkeeper werden das zwar schon regeln, aber trotzdem wird es schwer, draußen zu sitzen und nicht helfen zu können. Zudem war ich in einer sehr guten Form und hoffe, nicht den Rhythmus zu verlieren...




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