Hat Neuer etwa die Krise?

GELSENKIRCHEN. Die Fans hatten längst das Weite gesucht, als Fabian Ernst das Fazit eines frustrierenden Europapokalabends zog. „Der entscheidende Biss und ein bisschen Herz haben gefehlt“, stellte der Schalker Mittelfeldspieler nach dem 0:1-Fehlstart in die Champions League gegen Valencia fest: „Wir müssen uns fehlende Cleverness vorwerfen lassen.“
Der am Dienstag gesperrte Trainer Mirko Slomka äußerte sich gestern schon wieder kämpferisch. „Es war schon vorher klar, dass wir beide Spiele gegen Trondheim gewinnen müssen. Das ist nun umso mehr der Fall“, meinte der Coach: „Wenn wir jetzt schon aufgeben würden, hätten wir in der Champions League nichts verloren.“
Doch auch im dritten Anlauf hatte der Vizemeister seinen Auftakt in der Königsklasse verpatzt, war wieder ohne Tor und ohne Punkt geblieben – und hat entgegen allen Beteuerungen aus dem Scheitern in der Vergangenheit nichts gelernt. Schon 2001 und 2005 hatten die Schalker in den Auftaktspielen geschwächelt und anschließend den Rückstand nicht mehr aufholen können.
Vier hochkarätige Torchancen erspielten sich die Schalker – mehr bekommt man in der Beletage des europäischen Fußballs gegen eine Spitzenmannschaft nicht. Spaniens Nationalstürmer David Villa dagegen brauchte nur eine einzige Schalker Unaufmerksamkeit, einen Fehler von Torwart Manuel Neuer, um das Spiel zu entscheiden. Der junge Schlussmann, zuletzt von Bundestrainer Joachim Löw schon zum Leistungstest der Nationalmannschaft eingeladen, hatte bereits beim 2:2 in Stuttgart und beim 1:1 in Wolfsburg Gegentore verschuldet.

Quelle: Neue Presse, 20. September 2007