Wir weichen vom Thema ein bisschen ab, doch da müssen offensichtlich ein paar Dinge gerade gerückt werden:
- Zunächst ist der S04 hinter dem FC Bayern, mindestens aber gleichauf mit Werder Bremen der erfolgreichste Verein der letzten 10 Jahre. Wer das als mittelmäßig umschreibt, bei dem setzt die Mittelmäßigkeit auf recht hohem Niveau ein.
- Die Schuldenmacherei der Herren Assauer, Müller und Magath (hinter denen zweifelsohne auch immer der "Pate" Tönnies stand, ist ein Desaster, das den Verein noch heute verfolgt und noch lange verfolgen wird. Relativ zum Aufwand kann man kritisch bemerken, dass weder Sytematik erkennbar war, noch die Qualität des Kaders jemals dem Gehaltsgefüge und den Ablösesummen gerecht wurde. Man kann aber auch sagen, dass der zweithöchste Lizenzspieleretat dazu geführt hat, der zweiterfolgreichste Verein zu sein. So gesehen war es immerhin in der Konkurrenz zu den anderen Vereinen relativ den Ausgaben entsprechend. Außerdem ist es offensichtlich so, dass der Verein abseits solcher Harakiri-Aktionen wie z.B. unter Magath so viel Überschuss generieren kann, dass er die Verbindlichkeiten damit zurückführt. Das sollte er auch tunlichst, weil der Verein sonst pleite ist. Aber der S04 ist wohl nach Bayern der einzige Verein, der überhaupt die wirtschaftliche Potenz hat, solch eine Entschuldung in diesem Ausmaß durchzuführen. Man mag über den Schuldenverein herziehen können und das auch durchaus zu Recht. Man sollte aber auch wissen, dass jeder Schritt in die richtige Richtung einen Wettbewerbsvorteil generiert, der bei konsequenter Nutzung Schalke zur klaren Nr. 2 in Deutschland macht. Wollen wir hoffen, dass der eingeschlagene Weg nicht nur ein kurzes Strohfeuer der Vernunft ist, sondern auch durch entsprechende Maßnahmen zementiert wird.
- Es gibt einiges, was man bei Schalke bemängeln kann und da liefen vor der Saison z.B. einige Gespräche mit Vorstand und Aufsichtsrat, um eine neue Strategie zu implementieren. Ich sage es mal so: Ich weiß so gut darüber Bescheid, als wäre ich dabei gewesenLeider wird immer noch nicht erkannt, dass man diesen emotionalen Verein nicht ohne eine umfassende Neupositionierung unter Bezug auf die traditionellen Imagedimensionen eine wirklich langfristige Perspektive geben kann, die die Potenziale auch wirklich nutzt. Das Ziel "Deutsche Meisterschaft" war z.B. für einen Verein, der so ein Projekt wie die Arena fast allein stemmen muss, eine sogenannte "High hanging fruit". Eine durchgängige Spielphilosophie, ein idealtypisches Scouting-System, der Umbau der Mannschaft hin zu einer Mannschaft mit Siegermentalität, ein Verhaltenskodex der Vereinsvertreter, eine Selbstverpflichtung zu kaufmännisch seriösem Verhalten sowie die die Definition und Implemtierung einer klaren Vereinsphilosophie - all das wären "Low hanging fruits" gewesen, die man zunächst hätte zum Ziel erklären müssen. Drei Schritte vor dem ersten zu machen führt eben oft dazu, auf die Nase zu fallen.
- Alles in allem kann man Neuer rein sportlich verstehen, dass er zu Bayern gegangen ist, um dort ad hoc auf dem höchsten Niveau zu spielen. Die Perspektive von Schalke ist aber so gut, dass er auch hier mittelfristig um Titel hätte spielen können. Die Entwicklungen in Europa samt "Financial Fair Play"-Abkommen werden die Bundesligavereine aufgrund des Lizensierungsverfahrens in fünf Jahren gegenüber der Konkurrenz in anderen Ländern stark bevorteilen - auch wenn man abwarten muss, wie der Ostblock-Wahnsinn weitergeht. Selbst Vereine wie Real Madrid oder Barcelona werden nicht darum herumkommen, irgendwann mal ihre Schulden zurückzuzahlen. Zeitgleich wird Schalke ab 2016 (vielleich auch schon 2015) Schalke das Stadion abbezahlt haben, was allein etwa 20 Mio. € Einsparung bedeutet. Also, Bayern hat die größere Perspektive auf Titel, wird sie auch auf nicht absehbare Zeit haben, aber Neuer hätte sich zur Ikone machen können, indem er seinen Teil dazu beigetragen hätte, das immense Potenzial des FC Schalke zu nutzen. So schlecht wäre das nicht gewesen...




Leider wird immer noch nicht erkannt, dass man diesen emotionalen Verein nicht ohne eine umfassende Neupositionierung unter Bezug auf die traditionellen Imagedimensionen eine wirklich langfristige Perspektive geben kann, die die Potenziale auch wirklich nutzt. Das Ziel "Deutsche Meisterschaft" war z.B. für einen Verein, der so ein Projekt wie die Arena fast allein stemmen muss, eine sogenannte "High hanging fruit". Eine durchgängige Spielphilosophie, ein idealtypisches Scouting-System, der Umbau der Mannschaft hin zu einer Mannschaft mit Siegermentalität, ein Verhaltenskodex der Vereinsvertreter, eine Selbstverpflichtung zu kaufmännisch seriösem Verhalten sowie die die Definition und Implemtierung einer klaren Vereinsphilosophie - all das wären "Low hanging fruits" gewesen, die man zunächst hätte zum Ziel erklären müssen. Drei Schritte vor dem ersten zu machen führt eben oft dazu, auf die Nase zu fallen.
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