Zitat Zitat von verwunderterBeobachter Beitrag anzeigen
Das sehe ich nicht so. Offensives Torwartspiel ist nicht 'modern', sondern eine Konsequenz der großen Überlegenheit einzelner Mannschaften - sprich Mannschaften wie Barcelona, Bayern etc. brauchen zwangsläufig einen Torwart der gut mitspielt, rasche Angriffe einleitet. Gerät eine Mannschaft aber häufig in die Defensive, steht sehr tief, sind diese Qualitäten weniger wichtig - dann geht es im Bereich des Mitspielens eher darum, Bälle klar, präzise klären zu können und schnell Konter einzuleiten (was der 'offensive' Torwart natürlich auch können sollte bzw. zwangsläufig kann).
Ohne weiter in Detail zu gehen wegen des Gegentores gestern, weil ich es mir erst noch ein paar Mal ansehen will und bislang noch keine Zeit dazu hatte: Eine Mannschaft, die ständig hinten drin steht, ist doch gerade auf einen Torwart angewiesen, der mitspielen kann. Sei es bei der Strafraumbeherrschung oder um immer die bestmögliche Distanz zum Spielgeschehen zu haben und auf Pässe in die Schnittstellen der Kette vorbereitet zu sein oder einen langen Ball abzufangen, wenn die Mannschaft doch mal höher steht - immer muss der Keeper vervorragend mitspielen können. So weit zum defensiven Ansatz. Offensiv ist eine schlechtere Mannschaft ebenfalls auf einen solchen Torwart angewiesen, denn die Qualität der Mitspieler ist geringer und folglich müssen die Anspiele noch besser sitzen. Außerdem: Je tiefer man steht, desto größer die Möglichkeit zum Konter nach Ballgewinn durch den Torwart. Auch hier gilt: Je besser er mitspielt, je besser er abwerfen und abschlagen kann, desto besser. Letztlich ist auch beim langen Ball noch weitaus wichtiger, dem schlechteren Fußballer den Ball noch exakter zuzuspielen.

Das sehe ich also vollkommen anders! Der mitspielende Torwart ist m.E. Folge der modernen Strategie.