Zitat Zitat von Torbinho Beitrag anzeigen
Ich möchte mal die beiden Aktionen im 1gg1 (21. und 84. Minute) zur Diskussion stellen. Hier klärt er jeweils mit Aktionen, wofür er von manchen hier bei Gegentoren stark kritisiert wird. Die Aktion in der 21. Minute ist eigentlich eine nahezu exakte Kopie der Szene in Basel beim Gegentor. Sprich: Wieder setzt er auf einen nicht flachen Abschluss, diesmal wird er aber belohnt, weil der wirklich kommt. Es kann also auch gut gehen.
Genauso die Aktion in der 84., wo die oft kritisierte Grätsche eingesetzt wird. Bekommt er hier ein Gegentor, wäre wahrscheinlich auch wieder laute Kritik aufgekommen, so zeigt sich, dass es in der Szene möglicherweise die einzige Möglichkeit war, den Ball zu halten.

Ich möchte damit mal aufzeigen, dass es eventuell wenig zielführend ist, Torhüter für unkonventionelle Aktionen in 1gg1-Situationen zu tadeln. Auf der Linie und sonst wo ist das sicherlich angebracht, aber ich glaube, gerade im 1gg1 geht es ohne eine Portion Spekulation gar nicht. Wer in solchen Szenen nicht zumindest etwas spekuliert, braucht schon enorm viel Glück, den Ball zu halten.
Auch vielleicht ein kleiner Denkzettel an diejenigen, die hier sehr harsch die TWT-Position kritisiert haben und spekuliert hatten, ob Tapalovic Neuer im 1gg1 totalen Mist antrainiert. Im Umkehrschluss müsste man ihm jetzt die Füße küssen, weil er mit seinem 1gg1-Training dem FC Bayern das DFB-Pokalfinale beschert hat... Das ist keine Aussage dazu, was ich von Tapalovic halte, denn ehrlich gesagt habe ich noch kein Training von ihm gesehen, aber ich denke, dass geht anderen genauso. Man sollte also nicht allzu schnell seine Schlüsse ziehen, weil mal 2-3 Aktionen nicht optimal verlaufen.
Sehe ich anders: Gegen Basel geht er mit vollem Tempo auf den Mann, ohne eine vernünftige Position zu bekommen. Und weil das in der Tendenz öfter zu sehen war als noch auf Schalke, ist es auch legitim, den TWT mit ins Boot zu nehmen. Hier positioniert sich Neuer in beiden Situationen seht gut und dann hat er eben auch die Zeit und die Voraussetzungen, um auf das Verhalten des Angreifers zu reagieren und bei der Grätsche den Hintern extrem weit runter zu bekommen. Bei der zweiten Aktion kommt hinzu, dass Reuss den Ball im Fallen erreichen muss. Da ist es schon sehr unwahrscheinlich, dass er so flach abschließen kann, dass der Ball unter dem eh schon tiefen Hinterteil durchpasst. Also, da habe ich eine andere Meinung. Ich sage ja immer, dass Position der extremen Distanzverkürzung in der Regel vorzuziehen ist. Hier macht Neuer in beiden Situationen sowohl hinsichtilch Position wie auch schneller Distanzverkürzung alles richtig. Man kann diskutieren, ob er bei dem ersten 1gegen1 womöglich noch länger stehen bleiben kann, aber das ist dann schon in einem Bereich, in dem man losgelöst der Analyse sagen kann: Gehalten, gut gemacht.