@Shay Given: Es ist ja nicht so, als würden die moderneren Keeper auf der Linie nichts mehr können. Gerade bei Neuer sieht man z.B. immer mal wieder eine extreme Körperstreckung, um die ihn andere Keeper auf diesem Niveau beneiden dürften. Man darf nicht den Fehler machen, Neuer oder andere moderne Keeper auf die moderne Komponente zu reduzieren. Genauso darf man Weidenfeller nicht auf die Linie reduzieren. Dieser Fehler wurde schon oft gemacht hier im Forum und führt dann eben zu Fragen wie der von Steffen, warum man keinen effektiven Unterschied sieht oder warum denn auch Weidenfeller mal einen langen Ball abläuft bzw. Neuer einen Fehlpass spielt.
Die Unterschiede sind letztlich, über den gesamten Torwart gesehen, marginal. So gering, dass man in einer Saison (wohlgemerkt unter unterschiedlichen Voraussetzungen) kaum Unterschiede in der Effektivität ausmachen dürfte, gerade wenn einer der beiden Keeper kaum gefordert ist. Sehen würde man vermutlich erst etwas, wenn die beiden Keeper jedes 2. Spiel ihre Plätze untereinander tauschen würden...
Beide Keeper sind für das, was sie gerade machen, exzellent geeignet. Weidenfeller wird in Dortmund, die ehrlich gesagt relativ viele Abschlüsse zulassen in dieser Saison (selbst, wenn er in Madrid bärenstark gehalten hat: Eigentlich muss es schon nach 10 Minuten 2:0 für Real stehen), gefordert und macht seine Sachen im Großchancenverhindern dann auch gut. Neuer ist weniger gefordert auf der Linie, aber in wichtigen Momenten entscheidend da (z.B. Pirlo-Freistoß, Frankfurt-Spiel oder auch einige durchgesteckte Barca-Bälle (meist Abseits gepfiffen)) und eine wichtige Komponente im bayrischen Defensivverbund.

Die Frage, welcher Torwart besser ist, lässt sich nicht beantworten, wenn man nicht die Zeit zurückdreht und beide Keeper die Saison im jeweils anderen Tor spielen lässt. Dann allerdings würde ich behaupten, dass sich Neuer im Dortmund-Tor auch relativ gut machen würde. Das er sowas kann, hat er in den Jahren auf Schalke bewiesen. Im Umkehrschluss würde ich behaupten, dass sich Weidenfeller in München schwerer tun würde in der Situation weniger Auszeichnungsmöglichkeiten und einem vergleichsweise hohen "Mitspiel-Anteil". Aber natürlich ist so etwas nicht zu beweisen und daher eher ein begründetes "Raten".