Darf ich mal ketzerisch sein?
Ich kenne einen Spieler, der bereits B-Lizenz hat. Der besticht immer durch sehr viel theoretisches "Wissen". Aber ich kenne andererseits eine Menge Leute, die mit puren Erfahrungswerten und vor allem Verstand eine qualitativ und quantitativ größere Kompetenz haben, als so ein Lehrgang bei einigen Teilnehmern hervorgebracht hat.
Um klar zu stellen: ich überlege auch, einen Lehrgang zu machen!
Nur habe ich das Gefühl, dass maximal 20 % der Teilnehmer wirklich in der Lage sind, das vermittelte Wissen sinnvoll zu reproduzieren und als Transferleistung für die Trainingsarbeit produktiv anzuwenden. Aus einem dummen Hänschen Müller, der stilecht am Spielfeldrand schon die Knirpse runtermacht, auf dem Platz, vor dem Fernseher oder im Stadion nachhaltig demonstriert, dass er das Spiel hinsichtlich technischer, taktischer, strategischer, psychologischer oder athletischer Gesichtspunkte schlicht nicht versteht und nun von seinem Verein einen Lehrgang bezahlt bekommt, wird dadurch kein ultra-kompetenter Trainer werden. Durch keinen Kurs der Welt!
Das betrifft neben den fachlichen nicht zuletzt auch die (sport-) psychologischen Inhalte und die Problematik der Pädagogik.
Doch generell gilt natürlich, dass die verstärkte Teilnahme an diesen Lehrgängen bereits erheblich das Niveau der Jugendarbeit und der Trainerarbeit selbst in unteren LIgen positiv beeinflusst hat. Ich sehe das z.B am gehobenen durchschnittlichen taktischen und spielerischen Niveau der jungen Spieler, die als A-Jugendliche zu uns hoch kommen.




Zitieren