@Pascal R.
Sehr gut beschrieben! Denn ein Torwart ist letzendlich von einer Reihe von Dingen abhängig, die er nicht alles entscheiden kann oder deren Entwicklung er nicht abschätzen kann.
Denn seien wir mal ehrlich! Würde Ullreich`s-Leistungsbewertung so gut sein, wenn Ancelotti noch Trainer bei den Bayern wäre oder hat er von den taktischen Umstellungen zu einer sicheren Abwehr durch Jupp Heynckes profitiert?
Adler uns seine Kollegen müssen sich jedoch in teilweise sehr kurzen Zeitabständen an neue Trainer beim HSV gewöhnen. Aber nicht nur, dass man sich hierbei Abfuhren unter den potenziell infrage kommenden Trainern holt. Nein, man ruft eine "Palastrevolution" aus, will die sportliche Leitung austauschen mit einem Mann, dessen Ansichten alleinfalls ins Fussball-Dinosaurier-Museum gehört.
Mit jedem Trainer wird der Arbeitsplatz unsicher! Das zehrt am Nervenkostüm und macht den Kopf nicht frei für höchste Ansprüche, die gewünscht und benötigt werden. Eigentlich sollte es in Mainz alles besser werden. Doch nun steht auch dieser Verein mit dem Rücken zur Wand.
Eigentlich geht der Bock im Pokalspiel in der 17. Minute auf Adlers Kappe?
Jedoch haben wir uns an anderer Stelle ausgiebig über geänderte Profilanforderungen unterhalten und u.a. festgestellt, dass ein Keeper am Ball alles das können muß, was seine Kollege auf dem Spielfeld kann. In diesem Fall eine technisch saubere Ballmitnahme und einen präzisen Paß zum Mitspieler in Höchstgeschwindigkeit. Fehlt es an Technik, an Antritts- und Sprintvermögen, am taktischen Verständnis, dann kann einer dieser Defizite sich bereits Nachteil der Mannschaft auswirken. Denn im Gegensatz zu seinen Feldspielerkollegen bedeutet ein Torwartfehler fast immer ein Gegentor.
Aber müssen wir uns als TW-Trainer dann nicht auch die Frage, ob unser Training den heutigen Ansprüchen in allen Teilen entspricht? Schon vor Jahren wurde wissenschaftlich festgestellt, dass es große Unterschiede zwischen den Trainingsinhalten und den jeweils dazu passenden Wettbewerbsanteilen gibt. Als Beispiel für die tw. eklatanten Unterschiede möchte ich die Zielverteidigung nennen. Während statistisch lediglich 9 % der TW-Aktionen im Spiel festgestellt wurden, ergaben sich ca. 49 % der Trainingsinhalte dazu. Also 40 % davon könnte man auf das Konto "Torwartbeschäftigung" buchen. Was ist seitdem passiert?
Weil aber Trainingszeit eine sehr wertvolle Zeit ist, sollte man sie nach meiner Meinung spielnah planen. Wie das geht, wurde schon an anderer Stelle erläutert. Parallel sehe ich deine Notwendigkeit darin, dass sich TW-Trainer entsprechend fortbilden, um für sich weitere Fähigkeiten zu erwerben.
Statisches TW-Training mit Utensilien, die Mitspieler nicht ersetzen können, sollte man nur noch im Grundlagenbereich einsetzen. Vermutlich könnte man eine ganze Woche damit verbringen, wo es überall Obtimierungsmöglichkeiten gibt.
Es tröstet, wenn man sich nach einem "fast perfekten Torwart" sehnt und doch hin und wieder mit seinen Wünschen kräftig auf die Nase fällt.
Also Pascal: hinfallen kann jeder mal! Es kommt nur darauf an, dass man schnellstmöglich wieder hoch kommt und sich neuen Herausforderungen stellt. Bei den Keepern, bei denen jahrelang alles glatt gegangen ist, ist die Gefahr weitaus größer, nach einem Rückschlag nicht wieder auf die Beine zu kommen. Aber klar, man fragt sich dann erstmal: warum ich?




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