Zitat Zitat von Manuel Beitrag anzeigen
Ich hätte jetzt eher gesagt, dass es erst auf das Können ankommt, wenn man durch "Glück" die richtige Ecke gewählt hat.

Wenn der TW die Chance hat den Ball zu halten, weil er in Reichweite ist, dann kommt es auf das Können an. Denn nur weil ich mir die richtige Ecke ausgesucht habe, und der Ball nicht "unhaltbar" in den Winkel fliegt, heisst das ja nicht, dass man den Ball automatisch abwehrt.
Zitat Zitat von Lancelot Beitrag anzeigen
Allerdings wissen wir auch alle, dass bei der WM 2006 auf Lehmanns Zettel zwar die Schussgewohnheiten von Ayala aufgelistet waren, Cambiasso dagegen jedoch mit keiner Silbe erwähnt wurde.
Trotzdem hat Lehmann auch dessen Elfer pariert, so dass ich da mit Lukes Ausführungen übereinstimme, dass das Halten solcher Schüsse neben dem nötigen Quäntchen Glück auch sehr viel mit Antizipation zu tun hat.

Ich bitte um Entschuldigung, dass ich jetzt ein wenig vom eigentlichen Thema abschweife, aber im CL-Spiel 2006 Villarreal gegen Arsenal gab Thierry Henry an Lehmann den dringenden Rat, dass dieser beim zu erwartenden Elfmeter von Riquelme unbedingt in der Mitte stehen bleiben solle.
Lehmann hat -wie er später sagte- Riquelme jedoch aufgrund von dessen Körperhaltung und noch einigen anderen Faktoren ganz anders wahr genommen, so dass er sich schließlich doch konkret für eine Seite entschied und er mit dieser Entscheidung den Schuss von Riquelme dann auch abwehren konnte.
Ich stimme hier mit Lancelot überein - irgendwie gibt es schon einen "Faktor X" beim Elfmeterschießen, der Elfer-Killer einfach ausmacht. Natürlich spielt hier der Zufall (also für den Keeper "das Glück") eine größere Rolle als bei den meisten anderen Situationen. Wir wissen alle, dass es kein Standard-Rezept für den Torhüter beim Elfmeter gibt (sei es im Spiel oder bei einem Elfmeterschießen), denn dann würden das alle machen. Zahlreiche Forendiskussionen belegen das Gegenteil.
Warum gibt es denn aber dann Keeper wie Jens Lehmann oder auch Tim Wiese, die nicht nur viele Elfer parieren, sondern bei den nicht parierten auch noch oft in die richtige Ecke springen? Es scheint hier die ein oder andere "Begabung" zu geben, die es einem ermöglicht, die Ecke zu ahnen.
Um sowas zu klären, wäre mal eine Statistik (ausnahmsweise ) hilfreich. Ich weiß aber nicht, ob es eine Statistik gibt, die aufzählt, in wie vielen Fällen etwa Lehmann die richtige Ecke ausgeguckt hat. Wir würden hier beim 08/15-Keeper grob 50% erwarten (Schüsse in die Mitte mal ausgenommen), vielleicht etwas mehr wenn man berücksichtigt dass man manchmal das ein oder andere Zeichen im Blick oder in der Körperhaltung "lesen" kann. Wenn ein Lehmann oder ein Wiese tatsächlich signifikant öfter in die richtige Ecke springen würden als andere, wäre ein "Elfmeter-Killer-Faktor" statistisch belegt. Dann könnte man auch schauen, ob Adler oder Neuer signifikant schlechter "raten" als Wiese, d.h. ob es statistisch überhaupt Sinn machen würde, Wiese für Elfmeter ins Tor zu stellen (ob man das selbst im positiven Fall wollen oder können würde ist natürlich eine andere Frage).