Sollte ich mich jetzt freuen, dass ich im Weidenfellder-Fred auf die widerwärtigen Entwicklungen hingewiesen habe, die es seitens der FIFA bis runter zu den Kreisverbänden zu bekämpfen gilt und dann der Palop (wie irgendwie alle Spieler von Sevilla) mir durch sein Verhalten so was von Recht gibt? Ob Dortmunder Fan oder nicht, war das Verhalten der Spieler und die Hilflosigkeit des Schiris nur ein Zeichen, wie schlimm es schon jetzt steht um den Fußball. Und in ein paar Wochen, wenn die Saison wieder los geht, fühlen sich selbst auf Kreisligaplätzen einige Herren bemüßigt, Unfairness und Respektlosigkeit, die eh schon aberwitzige Ausmaße angenommen hat, noch mal zu toppen. Wir brauchen endlich Maßnahmen, die das ganze regulieren.
1. Ist ein Spieler seiner Meinung nach behandlungsbedürftig, darf er das Spielfeld nach dem Verlassen für drei Minuten nicht wieder betreten. Nur so bekommt man es hin, dass ein Spieler nicht wie einige von Sevilla sich lustig am Boden wälzen, um danach wieder weiterzusprinten.
2. Das gilt auch dann, wenn er nicht behandelt werden will, aber länger als 30 Sekunden verstreichen, bis das Spiel fortgesetzt werden kann. Man muss schließlich den Spieler schützen, nicht verletzt wieder ins Spiel einzugreifen.
3. Restriktive Anwendung des Regelwerkes hinsichtlich der Forderung, dass Einwürfe, Abstöße, Freistöße so zügig wie möglich ausgeführt werden müssen. Da muss es gelbe Karten wegen Zeitspiels hageln plus einer obligatorischen Verlängerung der Nachspielzeit um eine Minute für jede Verwarnung.
4. Die Nachspielzeit selbst verlängert sich ebenfalls, wenn eine Mannschaft nicht dazu beiträgt, dass das Spiel reibungslos bis zum Ende durchgeführt wird. Jede Spielunterbrechung muss so kurz wie möglich gehalten werden. Braucht eine Mannschaft länger als eine halbe Minute, um einen Freistoß o.ä. auszuführen, verlängert sich die Nachspielzeit automatisch um eine halbe Minute.
5. Wir brauchen ferner eine Regelung wie beim Basketball, dass der Ball nach dem Pfiff an Ort und Stelle liegen gelassen werden muss. Jede weitere Berührung, Wegkicken, Ball mitnehmen etc. ist sofort eine gelbe Karte. Erwischt es mal den Falschen, weil der Spieler den Pfiff nicht gehört hat/haben will, dann ist das halt ein Kollateralschaden, den sich die Spieler durch das jahrelange Steigern der Unfairness selbst zuzuschreiben haben.
6. Nach abgelaufener regulärer Spielzeit darf in der Nachspielzeit nicht mehr gewechselt werden.
7. Schwalben führen zwingend zur roten Karte.
Am Ende muss eine Mannschaft, die ein Ergebnis verwalten will, dazu gezwungen werden, dass das Spiel möglichst mit geringen Unterbrechungen abläuft, um nicht zu riskieren, dass eine Nachspielzeit von zehn Minuten und mehr zu absolvieren ist. Anders bekommt man solche perversen Szenarien wie in Sevilla nicht in den Griff. Wenn man die Spieler nicht in der bisherigen Form dazu bringen kann, sich fair zu verhalten, muss man sie halt dazu bringen, dass einzig in fairem Verhalten ein taktischer Vorteil liegt. Professionelles Verhalten besteht dann nicht mehr in der taktischen Unfairness, sondern in der taktischen Fairness. Nur so und nicht anders bekommt man Fehlentwicklungen in den Griff und sorgt dafür, dass nicht schon zehnjährige Knirpse derart negativen Beispielen nacheifern.




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