Bei uns stehen immer zwei Leute kurz und lang. Wir haben nach Ecken ein paar Gegentore bekommen. Und prompt meinten einige, wir sollten nur einen Mann an den kurzen Pfosten stellen. Dabei ist es nur nachvollziehbar, dass wir schlechter agiert haben, denn unser bester Kopfballspieler war wochenlang nicht dabei.
Diskutiert wurde auch, einen am langen Pfosten à la Schalke zu haben. Nur die Frage nach dem "Warum?" konnte mir keiner beantworten. Das ist so ein typisches "Wenn die in der BuLi das machen, muss es ja richtig sein...". Der Trainer hat gesagt, dass ich das zu bestimmen habe, er aber zur Besetzung beider Pfosten tendiere. Ich will zwei Leute haben und gestern hat es damit super funktioniert, auch wenn besagter Spieler erst nächste Woche wieder spielen kann. Endlich!
Ich bleibe dabei, dass man sich rein logisch keinen Gefallen tut, den ersten Pfosten nicht zu besetzen. Es erschließt sich mir nämlich intellektuell nicht, warum die Wahrscheinlichkeit größer sein sollte, dass ein Ball lang anstatt kurz auf das Tor gebracht wird. Außerdem ist ein Ball zum kurzen Pfosten nach Ecken meist zumindest minimal gegen die Bewegung des Torhüters gespielt und somit schwieriger zu halten. So würde also wenn überhaupt alles dafür sprechen, der ersten Pfosten zu besetzen. Beide Pfosten zu besetzen ist allerdings angesichts der geringen Entfernung, aus der der Abschluss erfolgt und der damit verbundenen geringen Reaktionszeit für den Keeper die sinnvollste Strategie. Als Ausnahme würde ich persönlich höchstens akzeptieren, nur den ersten Pfosten zu besetzen, wenn man nach Platzverweis in Unterzahl ist und im Zentrum dann zu wenig präsent ist bzw. wenn ich bei Rückstand einen Spieler aus dem Zentrum in den freien Raum außerhalb des 16ers stellen will, um ihn bei Ballgewinn sofort einsetzen zu können.
Mich würde wirklich mal interessieren, welchen taktischen Aspekt Neuer oder Magath dazu als Grund vorzubringen haben. Mir fällt keiner ein, zumal wenn ein Keeper wie Neuer obendrein noch dazu tendiert, zum Ball zu gehen.




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