Ich denke, dass das eine gute Zusammenfassung der Problematik ist.

Rensing und Kraft sin sehr starke Linientorhüter sind, die offensichtliche Schwächen in der Spieleröffnung und im Strafraum haben. Sie sind so gesehen bis zu einem gewissen Punkt Abziehbilder von Kahn (und hier sehe ich durchaus eine Schwäche in der Torwartausbildung des FCB). So sehr man Kahns fußballerische Qualität und seine Strafraumbeherrschung bemängeln muss, so extrem stark war er auf der Linie und im 1gegen1 sowie in seiner Ausstrahlung. Das überwog alles andere. Wie sollen nun junge Torhüter diese Lücke schließen können, die gerade in der Ausstrahlung noch nicht so weit sein können? Richtig, sie schaffen das nicht.

Und da sie gerade fußballerisch und im Mitspielen sowie im Strafraum keine eigenen Akzente setzen können, die ihnen eine eigene Charakterisik geben, fallen ihre Defizite noch deutlicher ins Gewicht. Schade für die Jungs, aber das Beispiel Rensing zeigt immerhin, dass er das Potenzial hatte, ein richtig guter Bundesligakeeper zu werden. Kraft hat sich m.E. noch nicht vollkommen emanzipiert - und zwar weder von seiner jüngeren Vergangenheit bei den Bayern, noch von seinen wechselhaften Leistungen. Letzteres ist normal in dem Alter. Aber was ist schon normal, wenn man mal als Kahnerbe hingestellt wurde. Wessels, Rensing, Kraft - all das hat was von den Vergleichen mit Pele und Maradona, denen jedes brasilianische bzw. argentinische Offensiv-Talent ausgeliefert ist.