Strigletti,
das sind tolle Postings... aber:

Ich glaube kaum, daß Sportler wirklich pro Tag bestimmte Pillen und Tabletten einnehmen. Hier wird man sicherlich eher darauf achten und dem Sportler über den Mannschaftsarzt klar machen, was er wie und wo zu essen hat.
Sprich, der geht zu 'Striglettis' und der Mannschaftsarzt hat dafür gesorgt, daß nun hier auch im Essen drinnen ist, was bei der letzten Untersuchung auffällig war....
Alles andere wäre Mumpitz!
Vergleichen wir den Sportler, gerade jetzt im Radsport, mit einem Formel 1 Wagen, stellen wir fest, daß viele sportler illegalerweise Turbolader verbaut hatten, um die kleineren Motoren künstlich mit mehr Leistung und Energie auszurüsten, um eben vorn dabei zu sein.
Im Motorsport meckert man um jedes Stück Additiv im Benzin, um die kleinste Menge Zusatz im Öl, beäugt kritisch Kühlflüssigkeiten, Bordelektronik und Technik, schaut und kontrolliert sogar die Reifen.
Nimmt man nun ein Komplett Produkt von A bis Z, ist das im Vergleich zum Motorsport so, als würde man beim Rennauto mal eben einen Liter Öl nachschütten (könnte sein, daß was fehlt), Bremsflüssigkeit nachfüllen (besser als zu wenig!), Schraubt den Zylinderkopf nochmals fester (nicht das Kompression verloren geht = weniger Leistung), Gibt der Kühlflüssigkeit etwas mehr Alkohol hinzu (macht diese leistungsfähiger!), Gibt der Bordelektronik ein wenig mehr Spannung (falls der Lichtmaschinenregler schlapp macht, reicht es dann immer noch!) und tunt die AntiSchlupfRegelung nach (Mehr Gripp, auch wenn es nass ist!), das man dabei noch die komplette Flügelverstellung beeinflußt und gleichzeitig das Fahrwerk links etwas härter macht als rechts (man hat mehr rechts Kurven, laut Statistik!), wird so am Rande erwähnt....

Glaubst du, ein Formel 1 Team würde so arbeiten?

Aber just so arbeiten diese komplett Produkte, sind sind an vielen Stellen einfach zuviel des Guten, und an machen Stellen völliger Humbug!
Obiger Vergleich mit einem Formel 1 Auto ist durchaus gerecht und keinesfalls überzogen. Viele Vitaminpräparate stehen nicht auf dem Index der Dopingmittel im Radsport, aber man guggt schon ein wenig argwöhnisch.
Somit nimmt man besser keine 'Eine für alles Pille' sondenr besser ist es daher, nach einer medizinischen Untersuchung kontrolliert einen Mineralstoff / Vitamin in den Körper einzuschleusen.
Dabei muß man berücksichtigen, daß nicht alle Menschen den gleichen Spiegel haben. Bei einem sorgen 75 mg Vitamin C am Tag für die ausreicehnde Versorgung, beim anderne sind 60 mg genug und ein anderer kann 200 mg einnehmen, ohne den Spiegel zu erreichen.
Hier muß also auch der Mediziner sehen, daß er nicht ein Maß an alle anlegt, sondern seinen Patienten kennen lernt und für diesen angepasst seinen ganz persönlichen Spiegel erstellt.
Ich z.B. gehe regelmäßig zum Blutspenden. Ich habe nun ein Jahr ausgesetzt. Ich weiß, daß mein Eisenwert (Hb für Hämoglobin) so zwischen 14 und 16 schwankt, über 16 bin ich nun selbst nach einer 2 jährigen Pause nicht gekommen. Andere haben Werte von über 17... mein letzter WErt, lag trotz einer eigentlich ausreichenden Erbnährung mit rotem Fleisch über das Jahr verteilt bei nur 14,2 mg/l, also an der unteren Grenze für mich.
Man kann daher vielleicht vermuten, daß ich eine Resorptionsschwäche habe, und das muß man dann mal untersuchen. Da sich aber mein Wert in Grenzen verhält, die in natürlichen Vorkommnissen sich bewegen, sieht men Arzt erst einmal keinen Grund zur Panik, rät aber, die Sache dringend im Auge zu behalten.
Glaube ich nun jedoch bestimmten Tabellen, müßte ich dringend Eisenpräparate zu mir nehmen, denn einige Tabellen behaupten, daß man 18 g/dl Eisen nachweisen müßte...

Ich habe daher mal gefragt, und der Doc beim DRK meinte daraufhin lachen:
Zitat Zitat von Zitat des Artztes Blutspendezentrum DRK Frankfurt
WEnn Sie über 18 g/dl im Blut haben, dürfen Sie nach Hause gehen. Denn dann stimmt mit Ihnen etwas nicht!
Sie werden nicht zugelassen, also nehmen Sie nur dann Eisen, wenn wirklich etwas nicht in Ordnung ist, und es sicher gestellt ist.
Daher geben wir auch keine Präparate mehr aus, so wie früher! Wir überweisen Sie zu Ihrem Hausarzt, der kennt Sie besser und kann das für Sie bestimmen!
Ist daher den Tabellen zu glauben? Scheinbar nicht

Desweiteren: Stopfe ich mir die Sachen grußlos in dne Kopf, und gehe wie oben beim Formel 1 Wagen vor, denn die Stoffe sind ja nach einer statsistischen Tabelle zusammen ins Produkt gekommen, geht es mir vielleicht wie dem Auto: Ich erfahren an vielen Stellen zuviel des Guten, was dann ebenfalls nachteilig sein kann. Die Auswirkungen sind so vielfälltig, daß ich mal gar nicht darauf eingehen möchte.. Das reicht von Nieren und Gallensteinen bis hin zu Störungen der Eiweißsynthese, von einem erhöhten Krebsrisiko bis eben zu einer Herzrhythmusströrung.
Alles nur, weil ich mit einem Präparate es gut meine, dabei aber zu viele Schrauben im Körper auf einmal verdrehe, und ds ohne medizinisch belegte Notwenigkeit, noch ohne medizinische Kontrolle.

Somit sind solche Empfehlungne oben schön, aber auch nicht ubedingt Repräsentativ und kleinesfalls für uns direkt anwendbar.
Zumal: Wer kontrolliert eigentlich, ob ich obige Mengen über die Nahrung aufnehme? Wenn nicht, sollte ich besser meine Essgewohnheit umstellen, oder Pillen fressen? Und wenn ich mit der Nahrung genug aufnehme, woher weiß ich das, und wie kann ich mir sicher sein?
Gerade letztes ist, was uns suggeriert wird: Unsere Nahrung sei schlecht, daher müßten wir die Pillen nehmen, als Sportler umso dringlicher.
Das hinterfragt auch keiner. Scheinbar ist es wurscht, ob ich mich bewußt oder völlig falsch ernähre, ob ich Obst esse und auch gerne, oder nur Tiefkühlpizza und McBurger in mich rein stopfe: Ich bekomme in jedem Fall zu wenig Nährstoffe und muß daher diese Pillen fressen.
Früher, so ist die Folge davon, nahm man Vitamin C über Sauerkraut, Zitrusfrüchte, anderes Obst und Gemüse ausreichend auf, doch heutiges Gemüse scheint nur noch aus Treibhäusern zu kommen und nichts mehr zu enthalten, daher fresse ich eine Pille.
Keiner fragt ob das wirklich so ist... denn der Groll, den man sich seitens vieler Obst und Gemüsebauern, insbesondere sogar vieler Tiefkühlgemüsehersteller (ja, auch die mit dem Blubb sind gemeint!) auf sich ziehen würde, wäre phänomenal!
Wir glauben es also, die Studien dazu, daß viele Tiefkühlprodukte besser sind als derem Ruf und oft besser als manche Büchse, daß will keiner hören und keiner wissen.
Wir leben in Mythen.

Zum Thema Mythen habe ich auch etwas gefunden:

Zitat Zitat von Auszug aus einer Information des Europäischen Instituts
für Lebensmittel- und Ernährungswissenschaften, Jutta Muth und Udo Pollmer

Eisen: Alte Liebe rostet nicht


Gesundheit gilt als höchstes Gut. Was tun wir nicht alles, um sie zu erhalten: Wir steigen auf hohe Berge, joggen um immer die gleichen Häuserblocks oder besuchen regelmäßig die Sauna. Beim Essen achten wir auf reichlich Gemüse, meiden „rotes Fleisch” und trinken pflichtbewusst ein Gläschen Roten zu den Knoblauch-Spaghetti. Besonders Eifrige, denen der Schoppen als Schutz vor Herzinfarkt nicht reicht, greifen auf Anraten ihres Arztes vorsorglich zum Aspirin.

Diese auf den ersten Blick sehr unterschiedlichen Maßnahmen haben, so Dr. Felix Kieffer aus Bern, Spezialist für Spurenelemente, etwas gemeinsam: Sie sorgen dafür, dass in unserem Körper weniger Eisen zirkuliert. Bei Sauna und Sport verlieren wir Eisen über den Schweiß, im Gebirge werden die Depots aufgebraucht, weil wegen des niedrigen Sauerstoffdrucks vermehrt rote Blutkörperchen gebildet werden. „Rotes” Fleisch enthält reichlich Eisen, vegetarische Ernährung bedeutet hingegen eine knappe Versorgung mit dem Metall. Die Polyphenole von Wein und Tee binden ebenso Eisen wie die Schwefelverbindungen des Knoblauchs. Ja, sogar die schwefelhaltigen Quellen mancher Thermalbäder könnten über diesen Mechanismus wirken. Und auch Aspirin, empfohlen zur Sekundärprophylaxe des Herzinfarkts, fischt freies Eisen aus dem Blut.

Ein Fest für Keime

Auch wenn man Kieffers Deutung nicht in jedem Punkt folgen mag, so hat seine These, dass eine reichliche Eisenversorgung auch unerwünscht sein könnte, etwas Frappierendes. Eisen ist nicht nur für den menschlichen Körper lebenswichtig, sondern genauso für pathogene Mikroorganismen. Es ist der limitierende Faktor für das Wachstum fast aller Krankheitserreger. Deshalb schützt sich der Mensch in Gebieten mit hohem Parasitendruck und geringer Hygiene - vor allem in der Dritten Welt - durch einen möglichst niedrigen Eisenspiegel.

Wenn ein „Mangel” also nicht mit Eisengaben zu therapieren ist, kann dies auch als Hinweis auf das Vorhandensein eines latenten Infektionsherdes gewertet werden. Dann mobilisiert der Körper seine homöostatischen Mechanismen, um einen Damm gegen die den Erregern dienlichen Eisenionen zu bauen. Dieser Zusammenhang ist wohl auch der therapeutische Hintergrund des Aderlasses, der sich im Mittelalter und noch lange danach großer Beliebtheit erfreute.

Bügel-Eisen

Natürlich passt diese Auffassung überhaupt nicht zu unserem Bild vom Eisen als Garant eines vor Vitalität strotzenden Lebens. Gilt doch Eisenmangel als das häufigste Mineralstoffdefizit. In der Tat sind schwere Anämien durch Eisenmangel lebensbedrohlich, weil dann keine roten Blutkörperchen gebildet werden können. Da zu den ersten Symptomen Müdigkeit und Leistungsschwäche zählen, haben Ernährungsberater, Gesundheitsdoktoren im TV und Pharmafirmen ein leichtes Spiel, bei jedem Mitglied unserer Industriegesellschaft, das sich ein wenig schlapp fühlt, einen latenten Mangel zu diagnostizieren. Welcher niedergelassene Arzt kennt nicht Patienten, die Eisen verschrieben haben wollen, nur weil sie vor dem übervollen Schreibtisch Lethargie befällt oder weil sie wachsende Lustlosigkeit angesichts des Stapels Bügelwäsche empfinden.

Nun steigt aber gerade bei jenen Menschen, die an einer erblich bedingten Eisenüberladung (z.B. Hämochromatose) leiden, das Risiko an Herzinfarkt, Diabetes und den verschiedensten Tumoren zu erkranken. Offenbar ist Eisen doch ein janusköpfiges Element, auf das der Körper nur in engen Grenzen angewiesen ist, das aber mit steigender Konzentration auch Schaden anrichten kann.

Primum nil nocere

Die Ernährungsmedizin meidet dieses Thema, so gut sie kann. Wenn epidemiologische Studien die Eisenzufuhr kalkulieren, dann in der Regel nur unter dem Aspekt eines Mangels, so gut wie nie jedoch als Risikofaktor. Das ist mehr als merkwürdig. Denn die Fachzeitschriften sind voll von Warnungen vor „freien Radikalen“, die unsere Gesundheit bedrohten und den maximalen Einsatz von antioxidativen Vitaminen forderten. Haben sie etwa alle vergessen, dass es im Körper (neben einer Überdosis Antioxidantien) eigentlich nur einen Stoff gibt, der wirklich ein gefährlicher Radikalbildner ist - das Eisen? Könnte es sein, dass manch ein niedriger Eisenstatus seine Ursache darin findet, dass sich der Körper so am effektivsten vor „freien Radikalen“ schützt?

Primum nil nocere, zuvörderst nicht schaden, lautet ein klassischer Leitspruch der Medizin - hier, beim Eisenstoffwechsel, zeigt sich, wie schnell man mit seinem Latein am Ende sein kann, wenn man nur den Mangel im Auge hat.

Der EU.L.E.n-Spiegel - Homepages des Europäischen Instituts
für Lebensmittel- und Ernährungswissenschaften
wie man sieht: Alles andere als einfach und durchsichtig.... und immer wichtiger für einen LEistungssportler wird der Koch, Physiotherpeut und Arzt... aber vor letztem haben wir große Angst....