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Thema: Ernährung

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  1. #1
    torwart.de-Team Avatar von Steffen
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    Believer,
    schau, was ist dem an dem Ganzen Vollkorn Gewäsch drann?
    Es geht um Ballaststoffe, die wir angeblich so dringend brauchen, es geht umMineralstoffe, die sooo gesund sind.
    Mehl ist eigentlich reine Getreidestärke, also theoretisch kann man Brot auch aus Kartoffeln machen, schmeckt nur nicht so lecker.
    Je höher die Mehltype, desto mehr der Schalenanteile, Asche sagt der Müller dazu, enthält das Mehl. Also bei Type 405 sind es 405 Gramm pro 100 Kilogramm Mehl. Asche deshalb, weil die Stärke verbrennt und was zurück bleibt, ist Asche. Und die wiegt man um die Mehltype zu bestimmen.
    Nun überlege mal: Ein Vollkornbrötchen mit Mehltype 1500 gebacken enthält 1,5 Kilo Asche auf 100 Kilogramm Mehl, ein Sack sind 25 Kilo, also bleibt von so einem Mehlsack nur rund 375 Gramm Asche übrig, wenn der verbrannt wird... Mords Anteil an gesunden Mineralstoffen, oder?
    Bei Mehltype 405, also feinem weißen Backmehl ist der Ascheanteil geringer, bei einem Sack Mehl sind es also nur rund 101 Gramm Mineralstoffe und sonstige Anteile.
    Solche Mehle gelten als Standard der Müllerei, denn die Asche ist zum Großteil für uns Menschen völlig unverdaulich, ja enthält sogar Stoffe, die den Darm reizen können, was zu Fatulenzen und beschleunigtem Verdauungstraktentleerungsprozess führen kann.

    Sei ehrlich: Was denkt Du ist also in einem Vollkorn Brötchen drinne, was sooo gesund und wichtig sein soll?

    Viel wichtiger ist es, beim Essen ausreichend zu trinken, denn das dehnt die Magenwand, es kommt zum Sättigungsgefühl. Enzyme lösen den Nahrungsbrei schneller auf und so werden auch die Rezeptoren schneller aktiv und leiten auch hier mehr Reaktion ans das Zentrum im Hirnstamm weiter, die Folge: Man ist schneller satt.

    Also: Weizenweißbrot gegen Vollkornbrötchen... der angepriesene Mineralstoffmehranteil im Vollkornbrötchen ist eher lächerlich und auch an Ballaststoffen ist nicht so viel enthalten.
    Ballaststoffe sind zudem umstritten, denn es ist unklar ob wir diese wirklich brauchen und wenn ja, wie viele. Da wir aber mit der Nahrung genügend Ballaststoffe aufnehmen, wie Pflanzenfasern aber auch bestimmte unverdauliche Fette und andere Eiweißbausteine, ist auch hier das Plus an Ballaststoffen im Vollkornbrötchen lächerlich, im Vergleich zum "leeren" Weizenbrötchen.
    Mineralstoffe nehmen wir ausreichend mit der Nahrung auf. Wurst, Käse, Milchprodukte, Gemüse und Obst sind 100 mal kräftige Mineralstofflieferanten, als das Vollkornbrötchen, welches in der Kategorie sicherlich als "light" Produkt angesehen werden kann. Auch Fruchtsäfte und Trinkwasser sind eine Mineralstoffquelle, so daß wir keinesfalls auf die mageren Mineralstoffanteile im Vollkornbrötchen angewiesen sind....

    Das ist nun mal einfach so, von nichts kommt nichts und im Getreide ist nun mal nicht so viel drinne, als das es so ins Gewicht fallen würde, und damit dem Mehl oder endgültigen Backprodukt daher oft auch nicht gerade einen Schub verleiht.

    Warum dann Vollkornprodukte?

    Naja, eigentlich war in der Mühle früher das dunkle Zeug billiger. Der Müller hatte weniger aufwand, solch ein Produkt herzustellen, es enthielt mehr des minderwertigen Produktes mit dem dunklen Schalenanteil. Für ein teures, weißes Mehl völlig unbrauchbar. Man nahm also diese Sachen und diese wurden voll-ausgemahlen, eben bis das ganze Korn zu einem Staubfeinen Mehl vermahlen war... dieses war, anstelle des feinen Auszugs, der reinweiß und hochrein war, eben dunkel und nicht so beliebt, also wurde es billig verkloppt. Mit dem sichtbaren Schalenanteil war kein Gewinn zu machen, denn man sah ja deutlich das hier der Müller mehr Getreideschalen als Getreidekorn vermahlen hatte....
    Heute?
    Heute gilt genau das als schick... und nun rat mal warum. Das weiße Mehl, pfui-spinne, daß kann ja keiner essen. Das ist ja Kohlenhydrat pur und muss damit schädlich sein...
    Ich lache darüber, denn im Gegensatz zu vielen Leuten habe ich schon einige Mühlen von innen gesehen und auch viel über Mehl lernen dürfen.

    Sicherlich stelle ich das hier auch ein wenig überspitzt am Ende dar, aber im Korn, da ist die Wahrheit zu suchen.

    Für mich: Im Endeffekt ist es egal, hauptsache es schmeckt Dir...
    Lassen wir das, war nie eine Leuchte...

  2. #2
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    Also jetzt bin ich geplättet. Wieder einmal: Chapeau für deine Fachkenntnisse.

    Da wundert man sich nur um eins: Warum, zum Teufel, empfiehlt dann jedes (99 % wahrscheinlich) Buch, ob nun Diät- oder Ernährungsbuch, Vollkornprodukte zu essen, mit der Begründung, dass sie mehr sättigen. Auch mit deiner Begründung, Steffen, erschließt sich mir das nicht so ganz. Ist wirklich Kapital die Antwort? Aber was hat ein 0-8-15 Buchautor davon? Fragen über Fragen, es tut mir leid
    "Bangerang"

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  3. #3
    Internationale Klasse Avatar von Spideratze
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    Ich habe an mir festgestellt: Es ist völlig egal, ob Vollkorn oder nicht. Ich bemerke keinerlei Unterscheide in puncto Sättigung. Auch den gefürchteten Heisshungerattacken, die ja angeblich nach dem Genuss von Vollkornprodukten ausbleuben sollen, ist es egal, ob ich Vollkorn oder Weißmehl genossen habe.
    Es gibt nur zwei Männer denen ich vertraue. Der eine bin ich. Und der andere sind nicht Sie!

  4. #4
    Welttorhüter
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    Nun ja. Meist trifft es bei solchen Sachen der wohl wahre Satz: "Einbildung ist auch eine Bildung". Zumindest war das bei mir sehr gut fest zu stellen.
    "Bangerang"

    Krieger des Lichts
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  5. #5
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    Ich esse, wann und was ich möchte. Meine Ernährung ist ausgewogen, achte darauf aber überhaupt nicht. Habe einfach nur Glück, das Mutter gut kocken kann.

    LG
    Du warst so jung, du starbst so früh, wer dich gekannt, vergisst dich nie.



    † 28.08.09


    Ich danke dir für alles, Thomas. Ohne dich hätte ich es nicht geschafft.

  6. #6
    torwart.de-Team Avatar von Steffen
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    Believer,
    das mit der Mehl-Type ist doch kein Geheimnis. Das weiß sogar jeder Bäcker!
    Wenn man nun mal wirklich den Vergleich zieht:
    Vollkornmehl mit rund 400 Gramm Mineral und Ballaststoffen auf 25 Kilo zu 100 Gramm auf 25 Kilo... Schau, nehmen wir an 500 Gramm Mehl ergeben 10 Brötchen, dann sind in einem Brötchen mit Vollkorn nun 0,8 Gramm Mineralstoff und Ballaststoffe enthalten. Also 800 Miligramm.
    Logisch, beim Weißmehlbrötchen sind es nur rund 0,1 Gramm an Mineral und Ballaststoffen, also doch deutlich weniger...

    Jetzt überleg: 50 Gramm wiegt unser Brötchen, ein Spitzengewicht für ein schönes, leckeres Vollkornbrötchen ohne Schrotanteile. Viele Brötchen wiegen nur die Hälfte
    Also nicht mal ein Gramm, also nicht mal ein Fünfzigstes des Gewichtes sind Mineralstoffe und Ballaststoffe...
    Seih Ehrlich, ein Fünfzigstel... soll das wirklich so wichtig sein?

    Eine Banane zum Vergleich...
    Sie enthält bei 50 Gramm über den Daumen, ganz grob rund bös gerundet 300 Miligramm Mineralstoffe und rund 1000 Miligramm an Ballaststoffen.
    Sei ehrlich: Denkst Du immer noch, daß ein Brötchen als Vollkorn so wichtig ist, wenn man sich ausgewogen ernährt und täglich ein wenig Obst und Gemüse futtert?

    Bei Gemüse ist das noch schlimmer, da wir Pflanzenfasern so gut wie nicht verdauen sind diese Sache für uns zum Großteil unverdaulich und damit ist das Gemüse nahezu vollständig Ballaststoff....

    Also, was scheren mich Ballaststoffe im Brötchen?

    Und Believer,
    sag jetzt ehrlich: Warum schreibt jeder Autor, jeder Ernährungsberater, daß wir Vollkornbrötchen essen sollen, und verweißt auf den hohen Mineralstoff und Ballaststoffanteil. Im Vergleich zum Weißmehlbrötchen mag das sein, er ist rund 8 Mal so hoch... Doch im Vergleich zu einer Banane... Believer, warum schreiben Sie das, obwohl die Mehltype klar und deutlich den ganzen Rückschluss zuläßt?
    Warum wird Weißmehl verteufelt und dunkles Mehl so gelobt?
    Believer, mach Dir Gedanken....
    Lassen wir das, war nie eine Leuchte...

  7. #7
    Welttorhüter
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    Nun ja. Also erstmal sieht dunkles Brot "gesünder aus". Das kann aber auch schon mit der jahrelangen Entwicklung diesbezüglich zu tun haben, so dass uns das Weizenbrot jetzt automatisch "ungesund" erscheint. Außerdem hält das Weizenbrot auch in diversen Fast Food Ketten Einzug und widerlegt damit nicht gerade das Image, das ihm die Ernährungs- & Diätbrache aufzwingt.
    Weitere Vorschläge? Gut, für die Bäcker und Müller ist es natürlich billiger Vollkornbrot abzusetzen. Aber davon haben ja Herr und Frau Glyx nichts.
    Ich werde mir mal weiter Gedanken machen. Bis 16:00 Uhr habe ich ja noch Zeit.
    "Bangerang"

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