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Thema: Ernährung

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  1. #1
    Welttorhüter
    Newcomerin des Jahres 2009
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    Das ist eigentlich nur eine Frage des Trainings und Investierens.
    "Bangerang"

    Krieger des Lichts
    06.11.09 † 10.11.09

  2. #2
    Welttorhüter
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    Wie hier schon einigen bekannt ist, habe ich mich im Sport auch vor allem dem Thema Ernährung verschrieben. Ich bin von der unterstützenden Wirkung einer ausgewogenen und bedachten Ernährung überzeugt, was im heutigen Sport keine Seltenheit mehr ist. Somit ist mein Bücherregal in den letzten ein bis zwei Jahren angewachsen und beherrbergt nun einen Neuling:

    "Müsli, Steilpass, Tor." heißt der Gute und entsprang der Gedankenwelt von Roy Kieferle, der schon dem "Magische Dreieck" beim VfB Stuttgart und den Profis der Werkself kulinarische Freuden bereitete.

    Die Erwartungen waren von Anfang an klar bestimmt und so auch schon auf dem Buchrücken ausgelegt: Dieses Buch hat sich weniger der theoretischen Lehre, sondern viel mehr viel mehr dem Praktizieren und Erleben der Ernährungswelt verschrieben. Somit war nicht weiter verwunderlich, dass beim ersten Durchfliegen die Rezepte in diesem Buch Überhand gewinnen. Sie sind nach Themen geordnet (Erst: Frühstück, Zwischengerichte, Nachtisch; Dann die einzelnen Kategorien: Trinken, Suppen, Fisch und Fleisch, Wollwerternährung, Vitame & Co, Komplexe Kohlenhydrate, Sport & Säure-Basen-Haushalt, Kleine Getreidekunde). In diesem theoretischen Bereich sind klar die beiden letzten Kategorien hervorzuheben, da über den Säure-Basen-Haushalt durch einen Arzt informiert wird, der dies auch kompetent mit Lösungsvorschlägen umsetzt. Außerdem ist die "Kleine Getreidekunde" ein "Schmankerl" für jeden Getreideliebhaber, in der auch vermeintlich vergessene aber auch gerade "moderne" Körner eine Einschätzung erfahren. Meine Schwester, die sich ganz offen - wie auch Roy Kieferle - dem Dinkel verschrieben hat, liebte das Kapitel.
    Die anderen theoretischen Themen sind kurz und aufschlussreich entschlüsselt und enthalten vor allem viele praktische Hinweise für die Zubereitung und den Gebrauch, allgemeine Kleinigkeiten, auf die man achten sollte. Für jemanden, der sich ein weitreichenderes theoretisches Wissen in diesen Bereichen aneignen will, sind wohl diese Ausführungen zu kurz geraten, allerdings war, wie schon in den Erwartungen heraus zu lesen ist, nichts anderes zu erwarten, da dieses Buch es von vornherein auf etwas anderes angelegt hatte.

    Kommen wir nun zum eigentlichen Herzstück dieses Buches: Der Rezeptesammlung.
    Gerade auf die Müsli-Vorschläge war ich sehr gespannt und stieß gleich im ersten Kapitel auf das Ersehnte. Zwei Frühstücksvorschläge über zwei Seiten beschäftigen sich mit dem perfekten Start in den Tag für einen normalen Trainingstag auf der einen und den Wettkampftag auf der anderen Seite. Desweiteren sind noch Zwischenmahlzeiten für den weiteren Tagesverlauf angegeben. Die sieben Müslivorschläge auf den weiteren Seiten erfordern natürlich in der Umsetzung Geduld und Eigeninitiative vom Sportler, da die Zutaten natürlich frisch verarbeitet werden müssen, dafür macht der erste Praxistest den Geschmacksknospen eine Freude im Gegensatz zum herkömmlichen Tüten-Müsli. Die Müslis sind auch in einem kurzen Kommentar bewertet und in "Einsatzbereiche" eingeteilt wie z.B. das "Regenerations-Müsli für das Frühstück nach dem Spiel", was dem Sportler in der Frage, ob er sich die Mühe der Zubereitung machen soll, vielleicht noch eine Zusatzmotivation verleiht.
    Es folgen zwei weitere Rezepte für "Frühstückssuppen", die jeweils herzhaft und süß mit Hafer angerührt werden.

    Die Augen meiner Schwester, der Dinkel-Liebhaberin, glitzerten natürlich bei dem folgenden Rezept für die Zubereitung des eigenen Dinkel-Brotes auf, versucht sie sich doch seit einiger Zeit an Dinkel-Brötchen. Aber mir hat es das Fitnessbrot angetan, dessen Praxistest sicherlich nicht in weiter Zukunft liegt. Mit Dinkel, Hafer, Karotten, Haselnüssen und Honig ist das rein von den Zutaten erstmal eine gute Sache, die vielversprechend klingt. Es finden sich darauf weitere Rezepte für Walnußbrot und Frühstücksbrötchen verschiedener Art.

    Ein Kapitel, was ich auch in die Betrachtung einschließen möchte, nenne ich mal das "Pizza-Kapitel", das sich - etwas seltsam - in dem der Zwischenmahlzeiten verbirgt. Hier wird die Herstellung eines eigenen Pizzateiges geschildert und im Anschluss finden sich drei Vorschläge für einen schmackhaften Belag, dessen Variationen (vom Foto daneben) anscheinend schon Krassimir Balakov zum Zubeißen verleitet haben. Gerade das Kapitel ist für den einen oder anderen hier sicherlich eine Entdeckung wert.

    Ein Thema, dem sich Roy Kieferle auch mit dem Herz genähert hat, sind die seiner Meinung nach "zu tiefst missverstandenen" Süppchen. Mit Vorurteilen auf- und so manche Gefahr (Tütensuppe) einräumend, versucht er den Leser von der Wichtigkeit der Suppe im Speiseplan zu überzeugen und geht dabei vor allem auf ihre Vorteile in der Flüssigkeitsversorgung ein. Auch viele der darauffolgenden Rezepte für Suppen und Säfte (Kapitel Vitamine & Co) klingen sehr schmackhaft und sind definitiv eine Probe wert.

    Fazit

    Roy Kieferle hat ein ansprechendes Buch zusammen gestellt, das es - im Gegensatz zu so manchem Vertreter dieses Gebietes - versteht, den Leser nicht vor seinem erforderlichem Engagement "zurückschrecken" zu lassen. Ein paar der Artikel und Kapitel, die mir unter die Augen gekommen sind, hatten eine doch recht anspruchsvolle Haltung an den verantwortungsbewussten Menschen und Sportler - das vollkommen zu recht wie ich finde. Damit baute der Leser so eine respektvolle Distanz zu der geforderten Initiative auf, wenn er nicht gerade mit vollem Einsatz an das Thema heranging, sondern sich im Stiele des Indianers langsam herantasten wollte.
    Wenn man mit einer positiven Grundeinstellung zum Thema dieses Buch vornimmt, findet man jedoch viele bunte Rezepte, die die Vorfreude anregen und Spannung auf die Umsetzung aufbauen. Die Inszenierung auf den Bildern mag so manchem Leser spartanisch oder weniger ansprechend im Vergleich zum heute gängigen Standard, allerdings finde ich sie gerade passend, weil sie nicht im Stile der Style-Food-Fotos in den Kochbüchern falsche Erwartungen hervorruft und man sich allen ernstes nach einem gelungen Resultat davor stellen und behaupten kann: "Hey, das sieht ja genauso aus, wie auf dem Bild". Wer kennt denn schon diesen Ausspruch bei den heutigen Kochbüchern?

    Eine Skala möchte ich jetzt nicht zur Bewertung nutzen, da ich noch keine fundierte Buchbewertung gepostet und ihr somit kein Vergleichsobjekt habt.

    Noch eine kurze Bemerkung zur allgemeinen Einstellung zu "sportangepasster Ernährung" (wenn man sie so nennen will):

    Sie erfordert vom Sportler immer die Eigeninitiative und ein gewisses Interesse für das Thema. Wir sind hier nun einmal keine Profis, die sich auf einen Ernährungsplaner oder die Profiköche in der Küche des Clubzentrums verlassen können und sich deshalb weniger Gedanken darum machen müssen - einmal verallgemeinert gesagt, denn es gibt auch unter den Profis Sportler, die sich zusätzlich eigenverantwortlich mit dem Thema beschäftigen. Es hat im Profisport schon lange Einzug gehalten, was es im Breitensport immer noch teilweise vermissen lässt.
    Diese Entscheidung muss jeder für sich alleine fällen - die Vorteile liegen auf der Hand und die Schwelle ist natürlich die eigene "Überwindung" zum Aktiv-Werden. Es ist nicht ohne sich am Spieltag morgens in die Küche zu stellen und ein frisches Müsli vorzubereiten. Allerdings kann man auch diese Zeit für sich sogar täglich als ruhige Vorbereitung auf den Tag nutzen. Mir - kann ich nach einiger Probiererei sagen - hilft diese bewusste Vorbereitungszeit auch, um mich noch einmal auf das Spiel zu besinnen und eine positive Stimmung aufzubauen. Das muss jeder für sich entscheiden.
    Ich wollte nur davor warnen ein solches Buch vorzunehmen und dann aus der Erwartungshaltung heraus, das Gericht möge fertig aus dem Buch hüpfen, enttäuscht zu sein.
    Es gehört eben die Motivation und das Erkennen der eigenen Verantwortung für den Körper dazu. Ebenso wie ihr diese Eigenverantwortung für eure Leistung jedesmal übernehmt, wenn ihr den Platz betretet, solltet ihr mal drüber nachdenken, ob ihr sie zu Hause nicht einfach so abstreift, sondern da weitermacht, wo ihr auf dem Platz aufgehört habt.
    Geändert von Believer (05.01.2010 um 22:17 Uhr)
    "Bangerang"

    Krieger des Lichts
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  3. #3
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    Also da überlege ich doch echt mir das Buch zuzulegen.

    Wie viele Rezepte sind in etwa drin? Und lassen diese sich auch einigermaßen leicht umsetzen ohne jetzt 2 Stunden in der Küche zu stehen?

  4. #4
    Welttorhüter
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    Da sind in etwa 70 Rezepte drin.
    Die Rezepte sind - im Gegensatz zu manchen in Fitness à la Carte zum Beispiel - relativ einfach umzusetzen. Du stehst sicherlich nicht 2 Std. in der Küche, aber du brauchst schon eine "normale" Zubereitungszeit von 30 Minuten bis 1 Std., natürlich abhängig von dem Umfang des Gerichtes.
    "Bangerang"

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  5. #5
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    Nun auch einmal Zeit gefunden, mir deine Rezension durchzulesen. Believer, sehr gut !
    Ich habe mir zwar gesagt, dass ich mir keine Ernährungsbücher anschaffen möchte, eifnach deshalb, weil mir das zuviel Arbeit wäre, penibel auf meine Ernährung zu achten, doch dieses Buch hört sich interessant an.

    Wäre es denn möglich, mal ein Rezept für ein Frühstück oder eben etwas, was man vor einem Spiel zu sich nehmen soll, zu posten?

    Würde mich interessieren....

  6. #6
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    Ich werde mal ein Frühstücksbeispiel und ein Müsli posten. Ich denke nicht, dass es erstens nicht dem Geist des Buches widerspricht und zweitens ist es bereits aus dem freien Handel heraus nicht mehr erhältlich. Somit ist damit auch kein direkter Profitverlust für den Herausgeber und Author zu verzeichnen. Also kann ich das besten Wissens und Gewissens mal tun - ich hoffe, dass unsere Mods das dann auch so als begründet hinnehmen.

    Frühstücksempfehlung für den Trainingstag
    Wichtig: Zeit nehmen für das Frühstück. Zwischen Frühstücksende und Trainingsbeginn sollten mindestens 1 1/2 Stunden liegen, denn mit vollem Magen trainieren lässt es sich schlecht
    (Anmerkung meinerseits: Und langsam essen!

    Vorschlag 1
    Frisches Müsli nach Wahl dazu einen aromatischen Kräutertee.
    Frisch gepresster Orangensaft von 3 Orangen.
    Dinkel-Vollkornbrot, dünner Butteraufstrich mit 10%igem Quark und Tomatenscheiben oder Quark und nicht zu süße Marmelade oder Honig nach Wahl.

    Vorschlag 2
    Kleines Müsli oder Hafersuppe
    Orangen und Grapefruitsaft gemischt
    Dinkel-Vollkornbrot dünn mit Butter bestrichen.
    Darauf Tomatenscheiben mit Rüherei und Schnittlauch.
    Als Abschluss eine Tasse Kaffee.

    Als Zwischenmahlzeit: Vollmichjoghurt mit Bananenpüree oder frischer Saftcocktail.

    Frühstücksempfehlung für den Spieltag:
    Viele Profis sind schon am Morgen des Spieltags nervös. Es kommt auch schon mal vor, dass sie schlecht geschlafen haben. Der Appetit hält sich deswegen in Grenzen. Aber auch bedingt durch einen niedrigen Blutdruck, lässt das Hungergefühl auf sich warten. Deshalb sollte man dem Kreislauf etwas Zeit geben, bis man sich an den Frühstückstisch setzt.
    Vielleicht kann man für die Motorik schonmal eine Tasse Kaffee trinken.


    Vorschlag 1
    Für das Opening wäre eine leichte Hafersuppe optimal.
    Danach ein Hafermüsli mit vielen Früchten.
    Dazu ein Kräutertee.

    Vorschlag 2
    Wer richtig Appetit hat und Kraftreserven braucht, sollte auf die "dicke" Hafersuppe nicht verzichten. Danach Dinkelvollkornbrot mit Butter und Schweizer Käsescheiben. Dazu ein feingeriebener Apfel oder zwei Tomaten. Dazu ein Kräutertee nach Wahl.

    Zwei Stunden nach dem Frühstück: Ca. 1/4 Liter frischer Saftcocktail.


    Damit ihr wisst, welche Müslis in dieses Programm involviert werden können und was es mit der "Hafersuppe" auf sich hat, hier ein kleiner Vorgeschmack:

    Powermüsli - Vorbereitungsverpflegung für das kommende Spiel

    50 g grobe Haferflocken
    1 reife Banane, 1 Apfel
    1 EL ungeschwefelte Rosinen
    6 ganze Haselnüsse
    6 ganze süße Mandeln
    ca 150g Vollmilch-Naturjoghurt
    nach Bedarf Blütenhonig
    1 Kiwi zum Garnieren

    Zubereitung:
    Nicht zu kleine Schüssel für das Müsli nehmen. Banane in Scheiben schneiden, Äpfelfein raspeln, Datteln in kleine Stücke schneiden, damit sie ihre Süße besser verteilen. Rosinen dazu und mit dem Joghurt verrühren. Inzwischen Haferflocken und Nüsse in einer Pfanne ohne Fett leicht anrösten (Flocken sollten nicht dunkel, sondern nur leicht dextrieren), Kiwi schälen und in Scheiben schneiden. Haferflocken und Nüsse in die Schüssel zum Obst geben und unter der Zugabe von etwas Honig das Ganze vermengen. Auf einem Teller oder in einer Schale anrichten, Kiwischeiben dazu garnieren.

    Die Frühstückssuppe - würzig oder süß

    Würzig: 300 ml Wasser
    50 g frisch geschroteter Hafer mittelfein
    1 Prise Salz,
    Heferflocken oder Pflanzenwürze (Instant Gemüsebrühe)

    Zubereitung:
    Hafer mittelfein mahlen (gibt es aber auch zu kaufen, macht euch da keine Sorgen) und in das erhitzte Wasser einrühren, würzen, mit dem Schneebesen gründlich verrühren, aufkochen lassen und bei milder Hitze bei ca. 5 Min ausquellen lassen. Wer mag kann mit etwas Sahne verfeinern.

    Süß: 3-4 EL Apfelmus oder anderes frisches Kompott wie z.B. Aprikose, Krischen etc.
    Blütenhonig nach Bedarf
    Etwas süße Sahne nach Bedarf
    60-70g Hafer
    350 ml Wasser
    1 Prise Salz

    Zubereitung:
    Hafer etwas grober mahlen, in das erhitzte Wasser mit dem Schneebesen einrühren, aufkochen lassen und zugedeckt nach Zugabe der Prise Salz, ca. 8-10 min. bei milder Hitze quellen lassen. Anrichten (Teller), Sahne und Honig darüber verteilen und zusammen mit dem Kompott noch warm verzehren.

    Bemerkung:
    Sehr gut geeignet für Sportler mit nervösem Magen. Besonders vor und am Spieltag. Seine hohe Nährstoffdichte und die gute Verträglichkeit des Hafers machen ihn zur idealen Vorbereitungsmahlzeit für den Profisportler.
    "Bangerang"

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  7. #7
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    Super, danke dir!

    Dann werde ich das alles mal ausprobieren, und wenn das nicht klappt, bleib ich bei meinen Instant Flocken

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