Zitat Zitat von Sina
@Schnapper82: Warum sollte ich als Frau, die in einer Frauenmannschaft trainiert und spielt, Männern beweisen wollen, das ich es auch kann? Da is doch weit und breit kein Kerl.. sry, aber so hab ich das grad verstanden...

@strigletti: Erstmal danke. Und dann: Ich weiß nicht, wie das bei der Mannschaft war, die du begleitet hast, aber: Viele Frauen fangen ja relativ spät und müssen sich dann auf den Trainer verlassen... es gibt ja auch immer einen Unterschied zwischen Aufgeben, weil man nicht mehr kann oder nicht mehr will. Die Grenze zwischen beidem liegt doch teilweise relativ nah beieinander und dann sag ich mir persönlich: Also ich merke schon, wenn es keinen Sinn mehr hat, aber wenn jetzt zB bei einer Übung noch 3 Schützen dran sind - warum sollte ich die nicht auch noch schießen lassen, wenns ne Übung für die is?
Sina, ich möchte das mit dem "den Männern etwas beweisen, etwas anderst ausdrücken. Ersetze das Wort "beweisen" durch "orientieren", und das ganze beginnt Sinn zu machen. Du selbst gibst zum Beispiel nicht Silke Rottenberg, sondern Robert Enke als sportliches Vorbild an. Fakt ist, dass ein Sportler sich im Regelfall an den Besten orientiert, um sich selbst zu verbessern. In den meisten Sportarten haben dadurch Männer diese Vorbildfunktion und werden so zum Leitbild und die eigene Leistung wird mit dem Vorbild verglichen. Aus diesem Leistungsvergleich ergibt sich aber auch ein Problem, dass geschlechtsunabhängig existiert. Die grosse Differenz zwischen dem eigenen Können und dem des Vorbildes, treibt viele dazu diese Lücke mit Gewalt schliessen zu wollen; aber genau das funktioniert nicht. Die Annäherung an die Leistung des Idoles kann nur schrittweise erfolgen, wobei die Ausgangsposition immer der aktuelle Leistungsstand ist. Bei Frauen, die sich einen Mann zum Vorbild nehmen, wird diese Annäherung durch die geschlechtsspezifischen Unterschiede erschwert, da eine Frau in diesem Fall ihre Vorteile, die sie eben auch hat, nicht in die Waagschale werfen kann.

Zum anderen Teil deines zitierten Posts: Wenn die drei Schützen noch schiessen sollen, weil es für sie gut ist, dann hat das nichts mit Torwarttraining zu tun, sondern du bist in einer Helferrolle für die Feldspieler, die dir zwar nicht wirklich was bringt, aber im Sinne der Mannschaft wichtig ist. Als Torhüter(-in), muss man diese Unterscheidung stets im Auge haben und darf dies unter keinen Umständen miteinander verwechseln, da sich sonst die Trainingsinhalte schnell zum Nachteil entwickeln.

Die Grenze zwischen nicht mehr wollen und nicht mehr können, ist leider nicht immer ganz so einfach zu ziehen, wie du es machst. Nimm mal deine Lieblingsübung aus dem Training und die, die du am wenigsten magst. Für deine Lieblingsübung wirst du noch genug Kraft und Kozentration finden, wenn bei deiner ungeliebten Übung, schon lange nichts mehr geht, oder?