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Thema: Torwarttraining bei Profivereinen

Hybrid-Darstellung

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  1. #1
    Amateurtorwart
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    da würde ich sagen, die haben dich super aufgebaut und integriert. das sieht man eigentlich nicht oft bei uns in der region. meistens werden junge talente einfach nur als 2. oder 3. torwart geholt, weil sie sowieso keinen stress machen wenn sie aus der jugend kommen und nicht spielen. aber wenn sie dann mehr beachtung forden heißts dann tschüss kannst dir einen neuen verein suchen. sogut wie immer dann eine liga tiefer oder noch schlimmer.

  2. #2
    Internationale Klasse Avatar von strigletti
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    Tja, wenn das mit dem integrieren immer so einfach wäre. Zum Integrieren braucht man nämlich sowohl eine Mannschaft, die dazu bereit ist, einen jungen Torwart zu integrieren und einen Torwart, der bereit ist, sich zu integrieren.

    Im Regelfall ist es doch so, dass alle ersten Mannschaften einen Stammkeeper haben, hinter dem eine Nummer 2, auf seine Chance wartet. Je höher die Mannschaft spielt, umso stärker ist sie auch auf der Torwartposition besetzt; die Aufstellung der Mannschaft erfolgt rein leistungsbezogen. Im Gegenzug sind bei niederklassigen Vereinen oft persönliche Beziehungen wichtiger als die rein sportliche Leistung und somit entscheidend für die Mannschaftsaufstellung. In beiden Fällen ist aber ein Punkt wesentlicher Bestandteil der Entscheidung, wer spielt und wer nicht spielt. Dieser Punkt heisst Vertrauen; sei es Vertrauen in die sportliche Leistung oder Vertrauen auf zwischenmenschlicher Ebene. Dieses Vertrauen gilt es, sich zu erarbeiten. Und genau da, beginnt das Problem des Integration eines Spielers, denn letztendlich bedeutet Integration nichts anderes als der Aufbau des gegenseitigen Vertrauens.

    Der junge Torwart kann nur dann Vertrauen gewinnen, wenn sportliche Leistung und Selbstdarstellung gegenüber der Mannschaft übereinstimmen. Für viele ein Problem, da sie aus der Jugend kommen und sich ihr Selbstverständnis gemeinsam mit dem der Mannschaftskollegen entwickelt hat. Jahrelang haben sie in der Jugend eine bestimmte Art der Aussendarstellung entwickelt, die auf der Wechselwirkung zwischen ihnen und der Mannschaft beruhte. In der Herrenmannschaft funktioniert diese gewohnte Wechselwirkung aber plötzlich nicht mehr, da ältere Spieler andere Wertvorstellungen haben und von daher ganz andere Faktoren bei der Einschätzung eines Charakters zugrunde legen. Dieser Konflikt endet häufig in der Einschatzung "grosse Klappe, nichts dahinter" und das erforderliche Vertrauen geht den Bach runter.

    Es ist kaum möglich diesen Vertrauensverlust, durch sportliche Leistung wettzumachen, denn dies würde fast "übermenschliche" Torwartfähigkeiten verlangen. Stellt dieser Spieler dann auch noch Ansprüche, ist es kein Wunder, wenn er abgeschoben wird, da er als Störenfried angesehen wird, der das Mannschaftsklima vergiftet.

    Dieser Konflikt kann nur vermieden werden, wenn beide Seiten das gegenseitige Verständnis mitbringen, wobei Voraussetzung ist, dass der junge Torwart über die entsprechenden sportlichen Voraussetzungen verfügt, auf die man aufbauen kann. Bei diesem gegenseitigen Verständnis ist ein Punkt besonders wichtig. Der junge Torwart war die Nummer 1 in der Jugend, mit allem was es für einen Torwart bedeutet diese Nummer 1 zu sein. Plötzlich ist dieser Status weg und er wird vom Gejagten wieder zum Jäger. Eine Rolle, die ganz andere menschliche Fähigkeiten verlangt, die dieser Spieler vielleicht nie zuvor benötigt hat. Dies muss allen Beteiligten klar sein, damit der Torwart diese neue Rolle im Interesse der Mannschaft wahrnehmen kann. Dabei ist besonders der Trainer(-stab) gefordert, da er diesem Torwart helfen muss, seine neue Rolle zu akzeptieren und ihn bei der Jagd auf die Nummer 1 motivieren und unterstützen muss, ohne dabei die bestehende Nummer 1 zu demotivieren.

    Dieser Rollenwechsel lässt sich für alle Beteiligten am Besten vollziehen, wenn man den jungen Torwart langsam heranführt, so dass er noch die Nummer 1, bei der Jugend ist, gleichzeitig aber bereits im Training zumindest phasenweise an die Rolle des Jägers herangeführt wird. Auf diesem Weg lassen sich viele Konflikte vermeiden und Torwart und Mannschaft können sich ohne Leistungsdruck aneinander gewöhnen und das notwendige Vertrauen entwickeln.
    Stell dir vor, du gehst in dich - und keiner ist da

    Wer glaubt es reicht, wenn man bis zum Umfallen kämpft irrt sich...kämpfe darum Aufzustehen!!!

  3. #3
    torwart.de-Team Avatar von Schnapper82
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    Zitat Zitat von strigletti
    Dieser Konflikt kann nur vermieden werden, wenn beide Seiten das gegenseitige Verständnis mitbringen, wobei Voraussetzung ist, dass der junge Torwart über die entsprechenden sportlichen Voraussetzungen verfügt, auf die man aufbauen kann. Bei diesem gegenseitigen Verständnis ist ein Punkt besonders wichtig. Der junge Torwart war die Nummer 1 in der Jugend, mit allem was es für einen Torwart bedeutet diese Nummer 1 zu sein. Plötzlich ist dieser Status weg und er wird vom Gejagten wieder zum Jäger. Eine Rolle, die ganz andere menschliche Fähigkeiten verlangt, die dieser Spieler vielleicht nie zuvor benötigt hat. Dies muss allen Beteiligten klar sein, damit der Torwart diese neue Rolle im Interesse der Mannschaft wahrnehmen kann. Dabei ist besonders der Trainer(-stab) gefordert, da er diesem Torwart helfen muss, seine neue Rolle zu akzeptieren und ihn bei der Jagd auf die Nummer 1 motivieren und unterstützen muss, ohne dabei die bestehende Nummer 1 zu demotivieren.

    Dieser Rollenwechsel lässt sich für alle Beteiligten am Besten vollziehen, wenn man den jungen Torwart langsam heranführt, so dass er noch die Nummer 1, bei der Jugend ist, gleichzeitig aber bereits im Training zumindest phasenweise an die Rolle des Jägers herangeführt wird. Auf diesem Weg lassen sich viele Konflikte vermeiden und Torwart und Mannschaft können sich ohne Leistungsdruck aneinander gewöhnen und das notwendige Vertrauen entwickeln.
    so lief es bei mir...
    In stillem Gedenken an Spideratze und Robert Enke.
    Lasst uns rausgehen und Bälle fangen, Spiele gewinnen und was noch viel wichtiger ist:
    Lasst uns jede Sekunde des Lebens leben und geniessen - nichts ist für immer ! ! !

  4. #4
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    Zitat Zitat von strigletti

    Dieser Rollenwechsel lässt sich für alle Beteiligten am Besten vollziehen, wenn man den jungen Torwart langsam heranführt, so dass er noch die Nummer 1, bei der Jugend ist, gleichzeitig aber bereits im Training zumindest phasenweise an die Rolle des Jägers herangeführt wird. Auf diesem Weg lassen sich viele Konflikte vermeiden und Torwart und Mannschaft können sich ohne Leistungsdruck aneinander gewöhnen und das notwendige Vertrauen entwickeln.
    In den höheren Spielklassen wird die in den meisten Fällen so durchgeführt. Su steht die Nummer eins der A- Jugend bei uns immer als Nummer drei im Kader der 1. Männer. Er trainiert mit den Männern und wird auch langsam und vereinzelt bei Freundschaftsspielen eingesetzt.
    Eigendlich ist das der einzige und richtige Weg. Leider ist das aber nicht bei allen Vereinen und auch längst nicht bei allen Spielern möglich.
    Es ist etwas natürliches, dass ein 30 Jahre alter Verteidiger sich nicht ohne Leistungsnachweis was von einem 18 oder 19 Jahre alten Jungen was Sagen läßt. Der Keeper muß in der Lage sein sich unterzuordnen.
    Leider habe ich auch in den letzten Jahren immer mehr bemerkt, dass die Generation "Tokio Hotel" dazu nicht in der Lage ist. Ich will nicht alle über einen Kamm scheren, aber die meisten haben schon mehr als Selbstbewußtsein nur weil sie in der jugend in der Verbandsliga oder noch eine Klasse höher gespielt haben.

    Vor zwei Jahren, unsere A hatte gerade den Aufstieg in die Reg. verpasst und die erste war knapp am Aufstief in die OL gescheitert, hat der Trainer der ersten die Nerfen verloren und die A zu einem Spiel bei der ersten angetreten. Wir hatten Anweisung 110% zu gehen und wir haben es gemacht. nach 90 min stand es 17:1. Das hat zumindest einigen der Jungen gezeigt, wie weit ihr Weg noch ist und aus ein paar echt guten Fußballern sind jetzt auch sehr gute Mannschaftsmitglieder geworden.
    Von unten sieht Können sehr oft wie Arroganz aus.
    Das stört die oben aber wenig.

  5. #5
    Internationale Klasse Avatar von strigletti
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    [QUOTE=Fliegenfänger01] Ich will nicht alle über einen Kamm scheren, aber die meisten haben schon mehr als Selbstbewußtsein nur weil sie in der jugend in der Verbandsliga oder noch eine Klasse höher gespielt haben.
    [QUOTE]

    Selbstbewusstsein ist gut, doch leider handelt es sich häufig um Selbstüberschätzung. Das Problem ist, dass in jungen Jahren, gerade bei guten Spielern diese Entwicklung durch die Trainer unbeabsichtigt gefördert wird und die Jungs dann bei den Herren plötzlich mit der Realität konfrontiert werden.
    Wir riskieren diese Saison ein neues Modell, indem wir nur zwei etatmässige Torhüter bei den Herren haben. Es gibt sowohl in der ersten als auch in der zweiten Mannschaft nur noch jeweils eine Nummer 1, auf der Bank sitzt einer der beiden A-Jugend-Keeper; die A-Jugend-Keeper werden im Notfall durch einen B-Jugend-Torwart bei ihren A-Jugendspielen ersetzt. Ich konnte mich zumindest für die kommende Saison mit diesem Modell durchsetzen, weil ich mich dazu bereit erklärt habe im äussersten Notfall selbst nochmal die Handschuhe anzuziehen, sodass wir auch mehrere Ausfälle kompensieren können.
    Ein derartiges Modell ist allerdings aufgrund der komplizierten Spielberechtigungen extrem schwierig zu realisieren. Manchmal wäre es im Sinne der Jugendförderung besser, wenn dies etwas einfacher zu gestalten wäre.
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  6. #6
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    das haben wir in der letzten Saison selbst auch so gemacht. Naja, wir hatten viel Pech was die Verletzungen angeht und ich bin am Ende noch mal zu 5 Einsätzen in der Landesklasse (2.Männer) gekommen. Naja, lief zwar ganz gut, aber ich bin nun nicht mehr der jüngste und nochmal würde ich es wohl nicht machen. Ist immer so peinlich, wenn man sich von den mitspielern nach ner Parrade aufhelfen lassen muß ;-)
    Von unten sieht Können sehr oft wie Arroganz aus.
    Das stört die oben aber wenig.

  7. #7
    Internationale Klasse Avatar von strigletti
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    Zitat Zitat von Fliegenfänger01
    Ist immer so peinlich, wenn man sich von den mitspielern nach ner Parrade aufhelfen lassen muß ;-)
    Solange dein Spielerpass noch nicht durch den Rentnerausweis ersetzt wurde, braucht dir das nicht peinlich zu sein
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  8. #8
    Sina
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    Zitat Zitat von Fliegenfänger01
    Ist immer so peinlich, wenn man sich von den mitspielern nach ner Parrade aufhelfen lassen muß ;-)
    Sehr schön, wenn man immer noch über sich selbst lachen kann

  9. #9
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    Zitat Zitat von Fliegenfänger01
    ...
    Ist immer so peinlich, wenn man sich von den mitspielern nach ner Parrade aufhelfen lassen muß ;-)
    Solange du den Ball hälst kann es dir egal sein.
    "Das ganze Stadion wird gegen uns sein. Ganz Deutschland wird gegen uns sein. Etwas Schöneres gibt es gar nicht."
    Oliver Kahn

  10. #10
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    erinnere mcih an den spruch von beckmann über den damals schon älteren aber noch top leistung zeigenden claus reitmaier...

    "den schiebense im rollstuhl noch ins tor und er hällt troztdem"
    NUR WER AUFGIBT KANN VERLIEREN

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