Ich bin im Training absolut motiviert, nach 2 Verletzungspausen, gehe ich immer absolut heiß zum Training. Die Mannschaft ist auch super, und ich fühle mich eigentlich ziemlich wohl.
Ich bin im Training absolut motiviert, nach 2 Verletzungspausen, gehe ich immer absolut heiß zum Training. Die Mannschaft ist auch super, und ich fühle mich eigentlich ziemlich wohl.
Hi,
kann es sein, dass du dich etwas zu sehr unter Druck setzt?
Vielleicht auch unbewusst.
Für mich hört es sich so an, als wolltest du allen zeigen, was du kannst. Dadurch setzt du dich so sehr unter Druck, dass du die Anspannung, die durch aus vor dem Spiel da sein sollte, nicht mehr hast.
Oder hast du Probleme ausserhalb des Platzes, Familie, Freunde, Schule, Ausbildung, Freundin oder was auch immer?
Auch so etwas kann und wird sich auf dein TW Spiel auswirken.
In stillem Gedenken an Spideratze und Robert Enke.
Lasst uns rausgehen und Bälle fangen, Spiele gewinnen und was noch viel wichtiger ist:
Lasst uns jede Sekunde des Lebens leben und geniessen - nichts ist für immer ! ! !
Also so ungewöhnlich ist dein Problem gar nicht, besonders für jemanden der gerade aus der Jugend zu den Herren gewechselt hat; auch nach einem Vereinswechsel zu einer höherklassigen Mannschaft taucht dieses Phänomen öfters auf, als einem lieb ist.
Was passiert da? Wieso ist man am Spiel emotional unbeteiligt und innerlich kalt? Im Prinzip handelt es sich um eine Art inneren Schutzreflex, der dafür sorgt, dass wir keine Angst empfinden können, indem wir eine innere (emotionale) Distanz zu dem aufbauen, was wir tun. Wenn wir an dem, was wir tun, gefühlsmässig nicht beteiligt sind, machen uns auch Fehler nichts mehr aus, da wir den inneren Bezug zu unserer Handlung verloren haben.
Landläufig wird Angst vor Fehlern oft mit Schwäche oder Feigheit gleichgesetzt, was aber aus psychologischer Sicht völlig falsch ist. Angst tritt immer und bei jedem auf, der vor einer (neuen) Situation steht und ist letztendlich der Hauptantrieb für menschliches Handeln. In den allermeisten Fällen wird uns dies gar nicht erst bewusst, da wir im Laufe unserer persönlichen Entwicklung Automatismen entwickeln, die unmittelbar, die erforderlichen Handlungen auslösen. Aber manchmal, gerade in neuen Situationen (z.B. neuer Arbeitsplatz oder eben neue Mannschaft), haben wir keinen automatischen Denk- und Handlungsablauf bereit liegen. Dieses Fehlen kann sich nun auf verschiedene Arten bemerkbar machen. Im günstigsten Fall bemerken wir die Angst und setzen uns rational mit ihr auseinander; bei anderen wird die Angst in Form von starker Nervosität (bis hin zur körperlichen und gedanklichen Blockade) spürbar. Oder aber, die Angst wird so stark verdrängt, dass sie gar nicht bemerkt wird, aber eben, genau wie in diesem Fall, zu einer emotionalen Blockade führt. Jeder von uns hat da sein persönliches Muster und dieses Muster sagt nichts über die Stärke oder Schwäche der jeweiligen Person aus.
Damit ist geklärt, wie diese innerliche Distanz entsteht und wo sie herkommt. In dieser Entstehungsgeschichte liegt aber auch die Antwort für die Lösung dieses Problems. Wir müssen uns mit unseren Gefühlen auseinandersetzen, die durch die neue Situation, da sind. Nicht abschalten und verdrängen, sondern zulassen und uns bewusst damit auseinandersetzen. Haben wir vielleicht Bedenken, den Sprung leistungstechnisch nicht zu schaffen, haben wir Angst als schlechter Torwart zu gelten, haben wir Angst im neuen Team kritisiert zu werden, haben wir Angst unseren guten Ruf zu verlieren, haben wir Angst uns zu blamieren, haben wir Angst Erwartungserhaltungen anderer nicht zu erfüllen......Den Begriff Angst, könnt ihr durchaus mit "sind wir uns sicher, dass..." bzw. "sind wir uns nicht sicher, dass..." oder "habe ich Bedenken, dass..." ersetzen. Kommt dabei irgendwo ein "Ja" als Antwort raus, solltet ihr euch überlegen, ob davon wirklich eine Gefahr für euch ausgeht, die eure ganze Person und damit euer ganzes Leben in Bedrängnis bringt. Dies ist mit Sicherheit nicht der Fall, da eure Persönlichkeit und euer Leben (hoffentlich) mehr beinhaltet, als nur das "Torwartsein". Wir alle sind zuallererst Menschen und dann Torwart (trifft sogar auf Olli Kahn zu).
Vor diesem Hintergrund ist es relativ einfach, die Bedenken (Angst) zu akzeptieren und emotional zuzulassen. Ist dieser Schritt vollzogen, kann man dieses Gefühl für sich nutzen und die Angst wird der Antrieb zu einer höheren Konzentration auf die Erledigung der anstehenden Aufgabe sein. Letztendlich wird so die Angst zur Motivation, um die Herausforderung anzunehmen und zu
bewältigen.
sorry, ist mal wieder ein ziemlich langer Post geworden...aber so ist er halt....der strigletti
Stell dir vor, du gehst in dich - und keiner ist da
Wer glaubt es reicht, wenn man bis zum Umfallen kämpft irrt sich...kämpfe darum Aufzustehen!!!
Hallo strigletti,
hört sich alles ziemlich einleuchtend an. Ich kann einige von den Fragen die du gestellt hast ganz klar mit "Ja" beantworten(Bspw. Leistungsdruck). Aber kann dies alles nun wirklich dazu führen, dass ich teilweise absolut Geistesabwesend auf dem Platz stehe? Ich meine wie kann sowas nur sein? Ich versteh es nicht, ich versuche ja schon im Spiel dagegen anzukämpfen, versuche alle möglichen Dinge meine Konzentration wieder auf die höhe zu bringen, oder auch meine Gefühlskaltheit abzuwehren, aber diese will einfach nicht weg.
Kennst Du oder irgendwer anderes irgendwelche Tipps wie man diese Blockade wegkriegt? Oder gibt es nur die eine Lösung von dir "Herausforderung annehmen und die Blockade ausschalten!"?
Ein langsam verzweifelnder r4v3n
Dieses Problem hatte ich auch eine Zeit lang.Zitat von r4v3n
Mitte letzter Saison als es für uns um nichts mehr ging.
Den Aufstieg hatten wir shcon aus dne Augen velroren und mit dem Abstieg sowieso nichts zu tun.
Dann hatte ich für 5-6 Spiele so ein Gefühl wie du es beschreibst.
Ich dachte jedoch eher, dass das bei mir daher kommt, dass es eh um 'nichts' mehr ging.
DIeses Gefühl ging dann nach einigen Spielen von alleine Weg.
Ich habe mich zwar geärgert und vor allem gewundert wie ich nun so gefühlskalt, wie du es nennst, im Tor stehen kann aber ich habe nichts weiter dagegen unternommen.
Schließlich ist dieses Problem von alleine weg gegangen.
O. K. versuchen wir mal weiterzugehen:
Absolut ja.Ich kann einige von den Fragen die du gestellt hast ganz klar mit "Ja" beantworten(Bspw. Leistungsdruck). Aber kann dies alles nun wirklich dazu führen, dass ich teilweise absolut Geistesabwesend auf dem Platz stehe?
Dagegen anzukämpfen...Gefühlskaltheit abzwehren, das funktioniert nicht. Was meinst du, warum dies im Laufe des spiels oft besser wird? Einfach deshalb, weil du im Laufe des Spiels das notwendige innere Vertrauen wiederfindest und die emotionale Balance sich dadurch wiedereinstellt.Ich versteh es nicht, ich versuche ja schon im Spiel dagegen anzukämpfen, versuche alle möglichen Dinge meine Konzentration wieder auf die höhe zu bringen, oder auch meine Gefühlskaltheit abzuwehren, aber diese will einfach nicht weg.
Wenn dir klar ist, woher diese Blockade kommt, dann zieh den Faden mal weiter. Hinter der Angst oder dem Leistungsdruck steht doch noch etwas; nämlich das fehlende Vertrauen in die eigene Leistung. Frag dich, wie gut bist du als Torwart. Versuch mal ganz nüchtern hinzuschauen, wo du in Sachen Leistung stehst. Wie sieht deine Leistung im Training aus? Wo stehst du im Verhältnis zum Konkurrenten oder anderen Torhütern in deiner Spielklasse? Wahrscheinlich wirst du feststellen, dass du in einigen Punkten des Torwartsspiels den gestellten Anforderungen genügst, in einigen Punkten aber, wie jeder andere Torwart auch, Defizite hast. Kurz, analysiere deine Stärken und Schwächen. Denke daran, du würdest bei diesem Verein nicht spielen, wenn dort jemand an verantwortlicher Stelle nicht glauben würde, dass du alles zusammengenommen gut genug bist. Konzentriere dich auf deine Stärken, mache sie dir bewusst und arbeite im Training an deinen Schwächen. Dann kannst du dir auch sicher sein, die an dich gestellten Aufgabe zu erfüllen und bist auch emotional wieder bereit für dein Spiel....irgendwelche Tipps wie man diese Blockade wegkriegt? Oder gibt es nur die eine Lösung von dir "Herausforderung annehmen und die Blockade ausschalten!"?
Und vergiss eines bitte nicht: Fehler können immer und jedem passieren, nur sollten sie die Ausnahme bleiben.
Du kannst aber auch einfach so wie bisher "dein Zeug" machen und mit hoher Wahrscheinlichkeit wird sich das Problem von selbst erledigen, da du im Laufe der Zeit wieder deine alte innere Sicherheit wiederfindest.
Geändert von strigletti (03.08.2007 um 13:49 Uhr)
Stell dir vor, du gehst in dich - und keiner ist da
Wer glaubt es reicht, wenn man bis zum Umfallen kämpft irrt sich...kämpfe darum Aufzustehen!!!
hey sascha, tritt dieses problem nur in testspielen auf? weil du geschrieben hast das du dir den ball im testspiel ins tor geboxt hast. vllt bist du nicht motiviert genug..... so im unterbewusstsein
Danke, das hört sich doch schonmal gut an, heute werde ich wohl 1 Hz. bei uns in der 1. Mannschaft spielen, mal sehen wie es läuft. Ich versuch mir vor dem Spiel nochmal genau klar zu werden was ich kann, und wer und warum auf mich setzt.Zitat von strigletti
Mal sehen ob es funktioniert.
Nein es war auch in der letzten Saison schon bei Meisterschaftsspielen.Zitat von JSG Titan
*daumen drück* hab das gleiche auch seit ner Weile, denke es leigt an den beiden langen Verletzungspausen und daran, wie ich bin. Ich bin halt so, dass ich mal n unhaltbaren halt aber auhc mal für n Patzer gut bin. Das raubt mir glaub ich ein bisschen die Sicherheit aber das wird schon wieder ==> Das nehzu allheilmittel Spielpraxis muss nur Anwendung findenZitat von r4v3n
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