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Thema: Blockade! Kriege den Kopf nicht frei

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  1. #1
    Sina
    Gast

    Standard

    Okay, ne Blockade ist es nicht, aber ich denke, hier ist meine Frage schon ganz gut aufgehoben.
    Folgendes: Wir haben bisher erst zwei Spiele gemacht, Pokal- und ein Punktspiel, beide verloren. Das als Aufsteiger, jedoch gegen Mitaufsteiger. D.h., das wir in etwa gleichstark sind. Was mir jedoch in beiden Spielen passiert ist: Ich hab den Kopp nich frei.
    Ich denke über zig Sachen nach, bin gedanklich nicht auf dem Platz, denke bspw. daran, was passieren würde, wenn ich jetzt wieder doof auf den Daumen fallen würde (kuriere grad ne kleine Verletzung aus), etc. Das ging sogar soweit, das ich nach einem 0:2 Rückstand darüber nachdachte, wohin man denn so wechseln könnte. - Hintergrund ist der, das ich erneut wieder Angebote hatte, die ich aber aus (evtl. falscher?) Loyalität zu meiner Mannschaft ausgeschlagen habe.
    Je mehr ich dann versuche am Spiel teilzunehmen, desto weniger sehe ich mich als ein Teil der Mannschaft, sondern urteile als "Außenstehender" über die Leistungen und das Spiel.

    Kennt jemand das gefühl und/oder kann mir Tipps geben, wie ich meine Konzentration wieder aufs Spiel focusieren kann?

  2. #2
    Amateurtorwart
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    Standard

    Zitat Zitat von Sina
    Okay, ne Blockade ist es nicht, aber ich denke, hier ist meine Frage schon ganz gut aufgehoben.
    Folgendes: Wir haben bisher erst zwei Spiele gemacht, Pokal- und ein Punktspiel, beide verloren. Das als Aufsteiger, jedoch gegen Mitaufsteiger. D.h., das wir in etwa gleichstark sind. Was mir jedoch in beiden Spielen passiert ist: Ich hab den Kopp nich frei.
    Ich denke über zig Sachen nach, bin gedanklich nicht auf dem Platz, denke bspw. daran, was passieren würde, wenn ich jetzt wieder doof auf den Daumen fallen würde (kuriere grad ne kleine Verletzung aus), etc. Das ging sogar soweit, das ich nach einem 0:2 Rückstand darüber nachdachte, wohin man denn so wechseln könnte. - Hintergrund ist der, das ich erneut wieder Angebote hatte, die ich aber aus (evtl. falscher?) Loyalität zu meiner Mannschaft ausgeschlagen habe.
    Je mehr ich dann versuche am Spiel teilzunehmen, desto weniger sehe ich mich als ein Teil der Mannschaft, sondern urteile als "Außenstehender" über die Leistungen und das Spiel.

    Kennt jemand das gefühl und/oder kann mir Tipps geben, wie ich meine Konzentration wieder aufs Spiel focusieren kann?
    Hui .. das hört sich ziemlich schwierig an ...
    Hörst du vor den Spielen Musik ? Wenn nicht solltest du das unbedingt mal versuchen ...
    Konzentrier dich schon beim warmmachen und versuch alles zu vergessen, was um dir herum passiert oder passieren könnte .. du bist torwart und hast eine wichtige aufgabe, die du bewältigen musst ..!
    Mein Problem ist, dass ich ZU konzentriert bin .. ich weiß, es hört sich ein bisschen bescheuert an .. aber ich merke, dass ich schon 10 Minuten nach Anpfiff ziemlich viel Energie verloren habe und ich schon anfing "müde" zu werden ... Zum Glück ist mir das noch nie zum Verhängnis geworden, sprich "vergessen" habe rauszulaufen etc. , da ich immer, wenn es drauf an kommt, voll da bin ...

    Ich bereite mich schon am Abend davor auf das anstehende spiel vor ... Was muss ich besser machen, wo liegen meine Stärken ...
    Oft gehe ich dann paar Spielsituationen, die entstehen könnte, durch den Kopf und versuche sie im Gedanken zu meistern ...
    Versuch es einfach mal - es hilft !

    Ich weiß nicht ob es hilft, da dein Problem doch extrem schwierig zu sein scheint .. vorallem das mit dem "wohin könnte ich wechseln ..."
    Fühlst du dich in der Mannschaft nicht mehr wohl ?

  3. #3
    Sina
    Gast

    Standard

    Also ich höre auf der Hinfahrt im Auto Musik und wenn ich mich so extrem abschotte, mit nem MP3-Player, macht mich das nur noch nervöser (bzw. das mit der Musik funzt nur in der Halle).
    Also wenn ich zum Treffpunkt fahre ist Musik an und ansonsten nix weiter. Ich bin meist ruhig und konzentriert, ab dem Zeitpunkt, wenn wir in der Kabine zum Umziehen sind. Da wissen die meisten Spieler auch: Ok, erstmal in Ruhe lassen, Gespräche suche ich dann nur noch von mir aus.
    Spielsituationen durchgehen hilft allerhöchstens, meine Nervosität noch zu steigern, die ich 2 Stunden vor dem Anpfiff habe...

    Also menschlich fühle ich mich doch recht wohl, nur denke ich, das die Einstellungen bei einigen doch zu sehr im Kontrast zu meiner steht. Und das widerstrebt mir einfach total.
    Der nächste Punkt, der da mitspielt, is wohl die berühmte "Torschlußpanik". Ich werde nächstes Jahr 21 und wenn ich noch höher will, muss ich mich da auch langsam mal hinorientieren - wie doch so schön ein Trainer mal meinte: "Also mit 20 sollte man schon BOL gespielt haben - sonst kannste dein Talent auch gleich inne Tonne treten."
    Da spiele ich jetzt, jedoch glaube ich nicht, das die Mannschaft gefestigt genug ist, um den Abstieg zu verhindern. Dennoch scheue ich mich im gleichen Atemzug, den direkten Sprung ein oder zwei Ligen höher zu machen (bzw. habe ihn gescheut), da ich mir das nicht so zutraue 8dazu kommt dann halt, das ich kaum hilfreiches Feedback zu meiner Leistung erhalte). Sind halt einige Faktoren, die da reinspielen und die mich beschäftigen, wobei ich eigentlich gesagt hatte, das ich mich damit bis zur Winterpaue nicht befassen möchte, um den kopf frei zu behalten...

  4. #4
    Internationale Klasse Avatar von strigletti
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    Tja Sina, du bist mitten in das Loch gefallen, das entsteht, wenn Wunsch und Wirklichkeit nicht zusammenpassen. Du willst "Karriere" im Tor machen, hast aber Angst, dass sich diese Karriere im derzeitigen Verein nicht umsetzen lässt. Du denkst, dass aufgrund der Einstellung einiger Mitspielerinnen, ihr Gefahr läuft abzusteigen, du somit nicht mehr BOL spielst und somit deine Karriere ins Aus geht. Auch wenn, dies nicht zwangsweise so geschehen muss, genügt es doch um dich zutiefst zu verunsichern.

    Dann kommt dazu, dass du in eine höhere Spielklasse hättest wechseln können, dies aber nicht getan hast und du der "verpassten Chance" hinterherdenkst.

    Das nächste was deine "Karriere" gefährden könnte, wäre eine Verletzung; gerade jetzt, wo du dich erst leicht verletzt hast, kommt die Frage, was wäre wenn ich mich richtig verletze auf.

    Alles in allem sind das drei Faktoren, die dazu führen, dass du verunsichert bist. Diese Verunsicherung führt dazu, dass du eben den Kopf nicht frei hast, für das aktuelle Spiel in dem du gerade stehst.

    Mach dir bewusst, und zwar nicht 5 Minuten vor dem Spiel, sondern generell, was du im Fusssball erreichen willst. Überprüfe dein tatsächliches Leistungsvermögen und vergleiche das mit deinen Zielen. Wenn du diese beiden Faktoren zusammenbringst, hast du eine feste Basis unter deinen Füssen und kannst dementsprechend handeln.

    Vor dem Spiel, mach dir klar, warum du auf dem Platz stehst, was dich dorthin gebracht hat, wo du jetzt stehst. Nicht ablenken, sondern den Focus richtig setzen und zwar einzig und allein auf den nächsten Ball. Denke nicht an das ganze Spiel, an das was da passieren kann (Niederlage, Verletzung, Fehler usw.) sondern einzig und allein der nächste Ball und der wird dir gehören.
    Stell dir vor, du gehst in dich - und keiner ist da

    Wer glaubt es reicht, wenn man bis zum Umfallen kämpft irrt sich...kämpfe darum Aufzustehen!!!

  5. #5
    torwart.de-Team Avatar von Steffen
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    Zitat Zitat von strigletti
    Überprüfe dein tatsächliches Leistungsvermögen und vergleiche das mit deinen Zielen. Wenn du diese beiden Faktoren zusammenbringst, hast du eine feste Basis unter deinen Füssen und kannst dementsprechend handeln.
    Das ist wohl die wichtigste Ursache, die Torschlußpanik.
    Es ist wie mit einem Mäfdchen, welches um sich herum feststellt: Alle sind verheiratet und haben Kinder und dann das Gefühl haben, Ihnen läuft die Zeit davon.
    Sie werfen sich in die Arme des nächst Besten, heiraten, werden schwanger und sitzen plötzlich Alleinerziehend da.... Die Welt verändert sich damit um mehr als 180°... Vorher war man zwar allein, aber ohne Verantwortung, ohne ein Muß oder einen Zwang.
    Dann ist man Alleinerziehend, und muß jetzt für Kind und Nachwuchs da sein.
    Kein Wunder, daß viele Mütter zusammen brechen, wenn so ein Halt auf einmal fehlt und man im Endeffekt sich selbst als Fehler erkennt.

    Im Fußball ist es ähnlich. Der Sport steht im Focus, die Karriere auch.
    Plötzlich erreicht man ein 'magisches' Alter und stellt fest, daß einem die Felle davon schwimmen....jedenfalsl meint man das. Und weil man der Meinung ist, daß die anderen Schuld sind und man selbst auch einen dummen Fehler gemacht hat, versucht man dies gegen jede Vernunft zu korrigieren, anstelle besonnen zu planen und zu handeln.
    Die größten Fehler die Mensch macht, sind die Fehler die daraus entstehen, einen begangenen Fehler zu versuchen, wieder gut zu machen!

    Sina, was bringt die Torschlußpanik? Mit dieser Panik machst du alles eher schlimmer als Besser! Nur mit Leistung macht man im Sport Karriere. Entweder man unterwirft sich dem gnadenlosen Druck, hält diesen aus und steigert sich rein, und erreicht damit höchste Ziele, oder man fällt auf dem Weg dorthin mächtig auf die Schnauze. Letzteres ist das gnadenlose Karriere Aus, für immer!
    somit ist der Zwang Karriere zu machen sicherlich nicht die beste Eigenschaft, der man nachgegen odr nach streben sollte.

    Wie kann man dies umgehen?

    Zunächst sollte man sich klar sein, daß der Weg nach oben nur einer Auswahl möglich ist und selbst wenn man in so einer auswahl ist, kommt oft sogar noch Beziehung dazu, daß es der Auswahl noch schwerer macht, so daß auch Leistung nicht immer allein zählt, leider....
    Nun ist es für einen Torwart noch schwerer, denn unter 11 Leuten ist er der einzige Spezialist und so sucht man natürlich sich von 100 Spezialisten den einzig besten aus. Eben der, der am Besten passt. Bei 100 Fußballern kann man 10 Stück nehmen, eine wesentlich höhere Quote, denn jemand der Sturm gespielt hat, aber defensiv für einen Auswahltrainer bessere Qualitäten zu haben scheint, der wird dann 'umerzogen', daß geht beim torwart nicht. Entweder man ist es, oder man ist es nicht!
    Wie funktioniert die Auswahl?
    Zum einen natürlich über die Spielklasse... Doch schau dich um, in deiner Spielklasse sind vielleicht 20 Mannschaften, 20 Mannschaften mit je 2 Torleuten. Das sind 40 Möglichkeiten für eine Auswahl. Wer von diesne 40 wird genommen? Wenn man einen oder zwei sucht?
    Es ist also trotz der höheren Spielklasse schwierig.
    Was passiert noch?
    Die Auswahltrainer schicken Späher aus, sogenannte Sichtungleute. Diese sehen sich in Spielklassen um, und sprechen gezielt Leute an, von denen diese meinen, daß diese in die Auswahl passen.
    Oder eben jemand kennt so einen Späher, spricht diesen an und gibt Ihm eine Empfehlung. Diese Empfehlungen ermöglichen oft schechteren Spielern ein schnelleres weiterkommen, als Spielern mit besserer Leitungs, ein bekanntes Problem.

    Bist Du schon mal angesprochen worden? Wenn ja, dann melde Dich doch nochmals und schau, ob noch interesse besteht, falls nicht, dann hänge der Sache, dem Fehler nicht mehr nach.
    Du kannst für Dich sehen, wo Du stehst, indem Du mal ein Probetraining Spielklassen höher besuchst, und dann im Gespräch heraus findest, ob man bei Dir Potential erkennt und sieht... ist das nicht der Fall, dann sollte man auch hier nicht meinen, die Welt geht unter oder bricht zusammen.
    Fußball muß Spaß machen, sollte aber nicht zwingend und selbstgezwungen zum vollständigen Lebensinhalt und Ziel werden....

    Löse dich also dringend vom Karriere Gedanken und dem Gedanken, daß dein Spielen und die Spielklasse allein bewirken, daß Du nach oben gehst. Da sind zuviele Faktoren, die Du meist selbst nur wenig beeinflussen kannst, die das bestimmen....
    Lassen wir das, war nie eine Leuchte...

  6. #6
    Internationale Klasse Avatar von strigletti
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    Zitat Zitat von Steffen
    Das ist wohl die wichtigste Ursache, die Torschlußpanik.
    Es ist wie mit einem Mäfdchen, welches um sich herum feststellt: Alle sind verheiratet und haben Kinder und dann das Gefühl haben, Ihnen läuft die Zeit davon.
    Sie werfen sich in die Arme des nächst Besten, heiraten, werden schwanger und sitzen plötzlich Alleinerziehend da.... Die Welt verändert sich damit um mehr als 180°... Vorher war man zwar allein, aber ohne Verantwortung, ohne ein Muß oder einen Zwang.
    Dann ist man Alleinerziehend, und muß jetzt für Kind und Nachwuchs da sein.
    Kein Wunder, daß viele Mütter zusammen brechen, wenn so ein Halt auf einmal fehlt und man im Endeffekt sich selbst als Fehler erkennt.

    Im Fußball ist es ähnlich. Der Sport steht im Focus, die Karriere auch.
    .....

    Fußball muß Spaß machen, sollte aber nicht zwingend und selbstgezwungen zum vollständigen Lebensinhalt und Ziel werden....

    Löse dich also dringend vom Karriere Gedanken und dem Gedanken, daß dein Spielen und die Spielklasse allein bewirken, daß Du nach oben gehst. Da sind zuviele Faktoren, die Du meist selbst nur wenig beeinflussen kannst, die das bestimmen....
    Super ausgeführt , Steffen...

    Aber, ob es ums Heiraten, Kinder bekommen oders Fussballspielen geht, letztendlich führt uns dein Beitrag auf die grundlegende Frage: "Warum tun wir etwas?" oder um beim eigentlichen Thema zu bleiben: "Warum spiele ich Fussball?"

    Diese Frage sollte sich jeder stellen und die Antwort ist auch länger als "weil es mir Spass macht".
    Stell dir vor, du gehst in dich - und keiner ist da

    Wer glaubt es reicht, wenn man bis zum Umfallen kämpft irrt sich...kämpfe darum Aufzustehen!!!

  7. #7
    torwart.de-Team Avatar von Steffen
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    Zitat Zitat von strigletti
    ....und die Antwort ist auch länger als "weil es mir Spass macht".
    Und just hier beginnen die Probleme und man weiß, warum darüber reden oft wichtiger ist, als alles tun
    Lassen wir das, war nie eine Leuchte...

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