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Thema: Blockade! Kriege den Kopf nicht frei

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  1. #1
    Sina
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    Also ich höre auf der Hinfahrt im Auto Musik und wenn ich mich so extrem abschotte, mit nem MP3-Player, macht mich das nur noch nervöser (bzw. das mit der Musik funzt nur in der Halle).
    Also wenn ich zum Treffpunkt fahre ist Musik an und ansonsten nix weiter. Ich bin meist ruhig und konzentriert, ab dem Zeitpunkt, wenn wir in der Kabine zum Umziehen sind. Da wissen die meisten Spieler auch: Ok, erstmal in Ruhe lassen, Gespräche suche ich dann nur noch von mir aus.
    Spielsituationen durchgehen hilft allerhöchstens, meine Nervosität noch zu steigern, die ich 2 Stunden vor dem Anpfiff habe...

    Also menschlich fühle ich mich doch recht wohl, nur denke ich, das die Einstellungen bei einigen doch zu sehr im Kontrast zu meiner steht. Und das widerstrebt mir einfach total.
    Der nächste Punkt, der da mitspielt, is wohl die berühmte "Torschlußpanik". Ich werde nächstes Jahr 21 und wenn ich noch höher will, muss ich mich da auch langsam mal hinorientieren - wie doch so schön ein Trainer mal meinte: "Also mit 20 sollte man schon BOL gespielt haben - sonst kannste dein Talent auch gleich inne Tonne treten."
    Da spiele ich jetzt, jedoch glaube ich nicht, das die Mannschaft gefestigt genug ist, um den Abstieg zu verhindern. Dennoch scheue ich mich im gleichen Atemzug, den direkten Sprung ein oder zwei Ligen höher zu machen (bzw. habe ihn gescheut), da ich mir das nicht so zutraue 8dazu kommt dann halt, das ich kaum hilfreiches Feedback zu meiner Leistung erhalte). Sind halt einige Faktoren, die da reinspielen und die mich beschäftigen, wobei ich eigentlich gesagt hatte, das ich mich damit bis zur Winterpaue nicht befassen möchte, um den kopf frei zu behalten...

  2. #2
    Internationale Klasse Avatar von strigletti
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    Tja Sina, du bist mitten in das Loch gefallen, das entsteht, wenn Wunsch und Wirklichkeit nicht zusammenpassen. Du willst "Karriere" im Tor machen, hast aber Angst, dass sich diese Karriere im derzeitigen Verein nicht umsetzen lässt. Du denkst, dass aufgrund der Einstellung einiger Mitspielerinnen, ihr Gefahr läuft abzusteigen, du somit nicht mehr BOL spielst und somit deine Karriere ins Aus geht. Auch wenn, dies nicht zwangsweise so geschehen muss, genügt es doch um dich zutiefst zu verunsichern.

    Dann kommt dazu, dass du in eine höhere Spielklasse hättest wechseln können, dies aber nicht getan hast und du der "verpassten Chance" hinterherdenkst.

    Das nächste was deine "Karriere" gefährden könnte, wäre eine Verletzung; gerade jetzt, wo du dich erst leicht verletzt hast, kommt die Frage, was wäre wenn ich mich richtig verletze auf.

    Alles in allem sind das drei Faktoren, die dazu führen, dass du verunsichert bist. Diese Verunsicherung führt dazu, dass du eben den Kopf nicht frei hast, für das aktuelle Spiel in dem du gerade stehst.

    Mach dir bewusst, und zwar nicht 5 Minuten vor dem Spiel, sondern generell, was du im Fusssball erreichen willst. Überprüfe dein tatsächliches Leistungsvermögen und vergleiche das mit deinen Zielen. Wenn du diese beiden Faktoren zusammenbringst, hast du eine feste Basis unter deinen Füssen und kannst dementsprechend handeln.

    Vor dem Spiel, mach dir klar, warum du auf dem Platz stehst, was dich dorthin gebracht hat, wo du jetzt stehst. Nicht ablenken, sondern den Focus richtig setzen und zwar einzig und allein auf den nächsten Ball. Denke nicht an das ganze Spiel, an das was da passieren kann (Niederlage, Verletzung, Fehler usw.) sondern einzig und allein der nächste Ball und der wird dir gehören.
    Stell dir vor, du gehst in dich - und keiner ist da

    Wer glaubt es reicht, wenn man bis zum Umfallen kämpft irrt sich...kämpfe darum Aufzustehen!!!

  3. #3
    torwart.de-Team Avatar von Steffen
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    Zitat Zitat von strigletti
    Überprüfe dein tatsächliches Leistungsvermögen und vergleiche das mit deinen Zielen. Wenn du diese beiden Faktoren zusammenbringst, hast du eine feste Basis unter deinen Füssen und kannst dementsprechend handeln.
    Das ist wohl die wichtigste Ursache, die Torschlußpanik.
    Es ist wie mit einem Mäfdchen, welches um sich herum feststellt: Alle sind verheiratet und haben Kinder und dann das Gefühl haben, Ihnen läuft die Zeit davon.
    Sie werfen sich in die Arme des nächst Besten, heiraten, werden schwanger und sitzen plötzlich Alleinerziehend da.... Die Welt verändert sich damit um mehr als 180°... Vorher war man zwar allein, aber ohne Verantwortung, ohne ein Muß oder einen Zwang.
    Dann ist man Alleinerziehend, und muß jetzt für Kind und Nachwuchs da sein.
    Kein Wunder, daß viele Mütter zusammen brechen, wenn so ein Halt auf einmal fehlt und man im Endeffekt sich selbst als Fehler erkennt.

    Im Fußball ist es ähnlich. Der Sport steht im Focus, die Karriere auch.
    Plötzlich erreicht man ein 'magisches' Alter und stellt fest, daß einem die Felle davon schwimmen....jedenfalsl meint man das. Und weil man der Meinung ist, daß die anderen Schuld sind und man selbst auch einen dummen Fehler gemacht hat, versucht man dies gegen jede Vernunft zu korrigieren, anstelle besonnen zu planen und zu handeln.
    Die größten Fehler die Mensch macht, sind die Fehler die daraus entstehen, einen begangenen Fehler zu versuchen, wieder gut zu machen!

    Sina, was bringt die Torschlußpanik? Mit dieser Panik machst du alles eher schlimmer als Besser! Nur mit Leistung macht man im Sport Karriere. Entweder man unterwirft sich dem gnadenlosen Druck, hält diesen aus und steigert sich rein, und erreicht damit höchste Ziele, oder man fällt auf dem Weg dorthin mächtig auf die Schnauze. Letzteres ist das gnadenlose Karriere Aus, für immer!
    somit ist der Zwang Karriere zu machen sicherlich nicht die beste Eigenschaft, der man nachgegen odr nach streben sollte.

    Wie kann man dies umgehen?

    Zunächst sollte man sich klar sein, daß der Weg nach oben nur einer Auswahl möglich ist und selbst wenn man in so einer auswahl ist, kommt oft sogar noch Beziehung dazu, daß es der Auswahl noch schwerer macht, so daß auch Leistung nicht immer allein zählt, leider....
    Nun ist es für einen Torwart noch schwerer, denn unter 11 Leuten ist er der einzige Spezialist und so sucht man natürlich sich von 100 Spezialisten den einzig besten aus. Eben der, der am Besten passt. Bei 100 Fußballern kann man 10 Stück nehmen, eine wesentlich höhere Quote, denn jemand der Sturm gespielt hat, aber defensiv für einen Auswahltrainer bessere Qualitäten zu haben scheint, der wird dann 'umerzogen', daß geht beim torwart nicht. Entweder man ist es, oder man ist es nicht!
    Wie funktioniert die Auswahl?
    Zum einen natürlich über die Spielklasse... Doch schau dich um, in deiner Spielklasse sind vielleicht 20 Mannschaften, 20 Mannschaften mit je 2 Torleuten. Das sind 40 Möglichkeiten für eine Auswahl. Wer von diesne 40 wird genommen? Wenn man einen oder zwei sucht?
    Es ist also trotz der höheren Spielklasse schwierig.
    Was passiert noch?
    Die Auswahltrainer schicken Späher aus, sogenannte Sichtungleute. Diese sehen sich in Spielklassen um, und sprechen gezielt Leute an, von denen diese meinen, daß diese in die Auswahl passen.
    Oder eben jemand kennt so einen Späher, spricht diesen an und gibt Ihm eine Empfehlung. Diese Empfehlungen ermöglichen oft schechteren Spielern ein schnelleres weiterkommen, als Spielern mit besserer Leitungs, ein bekanntes Problem.

    Bist Du schon mal angesprochen worden? Wenn ja, dann melde Dich doch nochmals und schau, ob noch interesse besteht, falls nicht, dann hänge der Sache, dem Fehler nicht mehr nach.
    Du kannst für Dich sehen, wo Du stehst, indem Du mal ein Probetraining Spielklassen höher besuchst, und dann im Gespräch heraus findest, ob man bei Dir Potential erkennt und sieht... ist das nicht der Fall, dann sollte man auch hier nicht meinen, die Welt geht unter oder bricht zusammen.
    Fußball muß Spaß machen, sollte aber nicht zwingend und selbstgezwungen zum vollständigen Lebensinhalt und Ziel werden....

    Löse dich also dringend vom Karriere Gedanken und dem Gedanken, daß dein Spielen und die Spielklasse allein bewirken, daß Du nach oben gehst. Da sind zuviele Faktoren, die Du meist selbst nur wenig beeinflussen kannst, die das bestimmen....
    Lassen wir das, war nie eine Leuchte...

  4. #4
    Internationale Klasse Avatar von strigletti
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    Zitat Zitat von Steffen
    Das ist wohl die wichtigste Ursache, die Torschlußpanik.
    Es ist wie mit einem Mäfdchen, welches um sich herum feststellt: Alle sind verheiratet und haben Kinder und dann das Gefühl haben, Ihnen läuft die Zeit davon.
    Sie werfen sich in die Arme des nächst Besten, heiraten, werden schwanger und sitzen plötzlich Alleinerziehend da.... Die Welt verändert sich damit um mehr als 180°... Vorher war man zwar allein, aber ohne Verantwortung, ohne ein Muß oder einen Zwang.
    Dann ist man Alleinerziehend, und muß jetzt für Kind und Nachwuchs da sein.
    Kein Wunder, daß viele Mütter zusammen brechen, wenn so ein Halt auf einmal fehlt und man im Endeffekt sich selbst als Fehler erkennt.

    Im Fußball ist es ähnlich. Der Sport steht im Focus, die Karriere auch.
    .....

    Fußball muß Spaß machen, sollte aber nicht zwingend und selbstgezwungen zum vollständigen Lebensinhalt und Ziel werden....

    Löse dich also dringend vom Karriere Gedanken und dem Gedanken, daß dein Spielen und die Spielklasse allein bewirken, daß Du nach oben gehst. Da sind zuviele Faktoren, die Du meist selbst nur wenig beeinflussen kannst, die das bestimmen....
    Super ausgeführt , Steffen...

    Aber, ob es ums Heiraten, Kinder bekommen oders Fussballspielen geht, letztendlich führt uns dein Beitrag auf die grundlegende Frage: "Warum tun wir etwas?" oder um beim eigentlichen Thema zu bleiben: "Warum spiele ich Fussball?"

    Diese Frage sollte sich jeder stellen und die Antwort ist auch länger als "weil es mir Spass macht".
    Stell dir vor, du gehst in dich - und keiner ist da

    Wer glaubt es reicht, wenn man bis zum Umfallen kämpft irrt sich...kämpfe darum Aufzustehen!!!

  5. #5
    torwart.de-Team Avatar von Steffen
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    Zitat Zitat von strigletti
    ....und die Antwort ist auch länger als "weil es mir Spass macht".
    Und just hier beginnen die Probleme und man weiß, warum darüber reden oft wichtiger ist, als alles tun
    Lassen wir das, war nie eine Leuchte...

  6. #6
    Sina
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    Sogenannte Karriere ist bei den Frauen auch nicht möglich; dessen bin ich mir durchaus bewusst.
    Bei der Auswahl mache ich mir keine Hoffnungen, gerade im Frauenbereich hat man da sehr wenig Chancen, wenn man nicht um zig Ecken irgendwen kennt. Angebote von anderen Vereinen habe ich, die noch gelten und auch diese Saison steht mir eine weitere Tür offen.
    Steffen, du hast gesagt: Nur mit Leistung macht man Karriere. Wie aber kann ich Leistungen abrufen, wenn meine Mitspielerinnen (ob gewollt oder nicht) nicht vernünftig spielen? Ich bin der Teil einer Mannschaft, kann zwar einige Dinger verhindern, doch gerade weil es ein Mannschaftssport ist, bin ich abhängig von den anderen.
    Strigletti, ich soll mein "wahres" Leistungsvermögen mit meinen Zielen vergleichen. Wie aber soll ich das tun, wenn ich kein vernünftiges Feedback bekomme? Ich weiß von einigen Leuten, dass sie meine Qualitäten als Torfrau schätzen, und ich weiß auch, welches meine Schwächen sind: Jedoch eine wirklich Antwort, eine schonungslose weil ehrliche eben, habe ich bisher noch nicht bekommen.

  7. #7
    torwart.de-Team Avatar von Schnapper82
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    wechsel so hoch wie es geht.
    Dann probierst du dort den Stammplatz zu erobern und dann siehst du weiter.
    Du musst Schritt für Schritt weiterkommen.
    Alles auf einmal geht nicht.
    Und solltest du es nicht schaffen höher spielen zu können, weil deine Kontrahentin besser ist oder du nicht klar kommt, dann kannst du immer noch zurück wechseln...
    In stillem Gedenken an Spideratze und Robert Enke.
    Lasst uns rausgehen und Bälle fangen, Spiele gewinnen und was noch viel wichtiger ist:
    Lasst uns jede Sekunde des Lebens leben und geniessen - nichts ist für immer ! ! !

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