Es ist wirklich so, dass der Ursprung des hier im Thread diskutieren Problems immer darin liegt, dass man sich selbst (auch unbewusst) zu sehr unter Druck setzt.
Ich habe genau das selbe Problem, wie schon bekannt sein sollte. In den letzten Wochen war ich jedoch wieder an einem Punkt, an dem es wirklich gut lief. Ich machte mir wenig Gedanken und fand auch wieder Spaß am Fußballspielen.
Doch seit knapp zwei Wochen hat mich dieser Teufelskreis wieder gefangen. Ich mache mir wieder zu viele Gedanken und viele davon sind unnötig. Ich sage mir zum Beispiel, dass ich es nie in eine höhere Liga schaffen werde, wenn ich nicht im Training besonders herausstechen kann. Genauso ist es in den Spielen. Ich nehme mir vor alle Leute zu beeindrucken. Und genau das klappt nicht...
Am letzten Donnerstag ging ich mal wieder mit der Einstellung ins Training, allen zu zeigen was ich kann. Zu meiner Überraschung gab mein Trainer mir und meinem Kollegen sogar zehn Minuten Zeit, damit wir uns aufwärmen können - ein ungewohnter Luxus. Danach haben wir ein 45-minütiges Trainingsspiel gemacht und ich war total heiß. Doch dann passierte ein blöder Fehler, über den ich mich total aufregte, gegen den Pfosten trat und einfach sauer war. Sauer auf mich selbst und die Gesamtsituation. Natürlich bewirkte dieses Verhalten, dass ich mich nicht mehr konzentrieren konnte und immer schlechter wurde. Jeder Fehler stachelte mich weiter auf, sodass ich am Ende des Trainings ein Häufchen Elend war. Sauer, enttäuscht und fertig.
Gestern sah die Trainingsgestaltung dann mal wieder wie folgt aus: Warmlaufen (10 Minuten) und dann ein Trainingsspiel (45 Minuten). Genauso sehen 80% unserer Trainingseinheiten aus...
Mir kamen wieder diese Gedanken in den Kopf:
- "Wie schaffst du es jemals dich weiterzuentwickeln, wenn du im Training nicht richtig gefordert wirst und immer nur Trainingsspiele gemacht werden?"
- "Was passiert, wenn ich gleich einen Fehler mache? Immerhin habe ich noch keinen Ball auf das Tor bekommen heute?!"
- "Werde ich es heute endlich mal schaffen fehlerfrei zu halten und zufrieden zu sein?"
- "Schaffe ich es heute im Training so zu halten, dass mir die Leute den Sprung in eine höhere Liga zutrauen?"
Ich weiß selbst, dass solche Gedanken total dämlich sind und ich es so garantiert nicht schaffe, gute Leistungen zu zeigen.
Ich war mir auch beim Training darüber bewusst und habe probiert die Gedanken einfach nicht zu beachten. Ich habe probiert einfach mein Ding zu machen und gar nicht daran zu denken was bei einem Fehler passieren würde.
Das klappte soweit auch ganz gut. Ich hielt zwar nicht besonders gut, aber immerhin auch nicht schlecht. Ich hatte einige gute Aktionen und war recht zufrieden mit meiner Leistung. Doch dann kam der Knackpunkt: Ich stand auf der Linie und kriege einen Rückpass quer durch den Fünfer gespielt. Genau solche Situationen sind meine größte Schwäche; ich muss den Ball auf sehr kleinem Raum annehmen verarbeiten. Doch ich habe in diesem Moment nicht daran gedacht und mich nur auf den Ball konzentriert. Bei der Annahme verspringt mir der Ball und geht fast ins Tor. Sofort werde ich von einem Gegenspieler bedrängt und ich versuche den Ball rauszuschlagen. Dabei rutscht mir der Ball über den Spann und ich schieße ihn mir selbst ins Tor.
Muss das dämlich ausgesehen haben!
Dennoch wollte ich daran keinen Gedanken verschwenden und sofort weiterspielen. Wären da nicht die Kommentare einiger Mitspieler gewesen... Diese Kommentare (fast alle haben gelacht und genau das kann ich nicht ab, wenn ich besonders gut halten will) haben mich dann dazu gebracht doch wieder an mir selbst zu zweifeln. Und das bis dahin so gute Training wurde für mich wieder eine Farce. Es folgten ein paar weitere Fehler, sodass ich am Ende des Trainings wieder unzufrieden war und mich - wie so oft in letzter Zeit - fragte, ob ich aufgrund meines anscheinend fehlenden Talents die Handschuhe doch lieber an den Nagel hängen solle.
Lange Geschichte, aber sie zeigt, was ein paar falsche Gedanken verursachen können. Wenn man ohnehin schon verunsichert und unzufrieden ist, gibt einem so etwas den Rest.
Natürlich probiere ich Woche für Woche Spaß am Training zu haben, aber es gelingt mir nicht.




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In stillem Gedenken an Spideratze und Robert Enke.
Und Kirschen fressen (Gurkentore einfangen) usw.

