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Geändert von th.jack (07.08.2008 um 22:43 Uhr)
wie viel Stunden trainieren denn die meisten pro Woche speziell mit einem TW-Trainer? Ich denke das Zeitmangel das größte Problem ist.
Das ist sicher ein Problem, aber das grössere ist die Kompetenz des Torwarttrainers. Ein wirklich guter Torhüter zu werden ist ein jahrelanger Prozess und keine Frage von Wochen oder Monaten. Die erforderlichen Fähigkeiten müssen Schritt für Schritt entwickelt, ausgebaut und verinnerlicht werden und das geht Jahre. Deswegen ist die Kompetenz eines Torwarttrainers so wichtig. Er muss entscheiden was für das jetzt und heute zwingend notwendig ist und gleichzeitig die langfristige Weiterentwicklung des Torhüters verfolgen. Diese Entscheidung muss er für jeden Torhüter treffen, den er trainiert und gleichzeitig jede Trainingseinheit, an der ja mehrere Torhüter beteiligt sind so gestalten, dass für den einzelnen Torhüter das optimale herauskommt.Zitat von Keepa
Stell dir vor, du gehst in dich - und keiner ist da
Wer glaubt es reicht, wenn man bis zum Umfallen kämpft irrt sich...kämpfe darum Aufzustehen!!!
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Geändert von th.jack (07.08.2008 um 22:42 Uhr)
Genau da beginnt aber das Problem vieler Torhüter und damit auch des Trainings. Denn eins ist klar, je besser die Ballverarbeitung des Torhüters ist, umso seltender tritt diese "nichts-geht-mehr-Situation" ein.Zitat von th.jack
Wieviele Trainer unterbrechen ihre Trainingsspiele immer wieder, um ihren Spielern, die gerade vorliegende Spielsituation zu erklären und das taktische Verständnis zu erhöhen? Sicher viele (hoffe ich doch), aber wer unterbricht das Spiel, wenn der Torwart nach einem Rückpass im Ballbesitz ist? Leider kaum einer. Es gibt da häufig noch ein Problem auf das der Torhüter kaum Einfluss hat. Man spielt ihm den Ball zu und das war es dann aus Feldspielersicht. Sich anbieten - Fehlanzeige; ihm helfen - Fehlanzeige; Torwart hat den Ball = Feldspielerpause; solange dieses Verhalten gang und gebe ist, braucht man sich nicht wundern, wenn Torhüter den Ball sinnlos wegdonnern obwohl es der ein oder andere besser könnte.Zitat von th.jack
Auch hier sind wir als Torwarttrainer gefordert und müssen versuchen auf die Trainer dahingehend Einfluss zu nehmen, dass ein mitspielender Torwart auch mitspielende Feldspieler benötigt.
Stell dir vor, du gehst in dich - und keiner ist da
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Zuerst einmal: 4:1 und 5:2 ist kein Allheilmittel, lehrt aber auch kürzeste Distanz unter maximalem Druck den Ball zu spielen, zwar alles Kurzpass, doch wenn es flott geht, dann muß man da schon gut sein.
Lange und mittlere Distanz traniert man anders, und hier bieten sich Freistellspiele an, denn auch hier muß der torwart nicht nur einen ruhenden Ball treffen, sondenr in der Bewegung einen Ball annehmen, kontrollieren, den freien Mann erkennen und diesen anspielen.
Sein Job unterscheidet sich hierbei nicht vom Feldspieler, ins keinster Weise, übernimmt er doch hinter der4er Kette oft die Aufgaben des veralteten und damit entfallenen Libero, oder im Spielaufbau oft auch die eines offensiveren Vorstoppers, der denn Ball wie der zentrale Mittelfeldmann verteilen muß.
Es lohnt daher, den Torwart bei solchen Übungen in die Mannschaft einzugliedern und mitspielen zu lassen, als auch zur Sicherheit eigene Übungen hier zu machen, insbesondere um den Seitenwechsel vor dem Tor, und verschiedene Passspiele zu simulieren und zu verinnerlichen.
Doch im Endeffekt bn ich der Meinung, daß im obigen Freistellspiel der Torwart oft gerade diese wichtigen Techniken besser verinnerlichen und anwenden kann, als im stumpfen Training an sich.
Denn hier sind Druck, Stellung zum Ball, Anspielpartner und so weiter immer unterschiedlich, so daß die ganze Bandbreite der Techniken abgerufen und beobachtet werden kann, als auch der torwart selbst Auge und Gefühl entwickeln und vertiefen kann.
Denn mit einer Ballannahme, wobei die Augen auf den Ball gerichtet sind und dann einem suchenden Blick ist es nicht mehr getan.
Das muß ablaufen wie eine Technik, z.B. die des Werfens oder Hechtens...
Torwart sieht den Ball auf sich zu kommen, hebt nun den Blick, wobei er schon on Position läuft, taxiert einen Mitspieler, nimmt den Ball an und führt ggf. eine Ballführung aus (dabei muß er ggf. nochmals den Blick heben und die anspielstation neu finden und sich darauf einstellen), dann spielt er den Pass....
Das st nicht alles... oft kommt der Rückpass, wen die Spieler alle schon zu sind und der Gegner mit aggressivem Forechecking spielt und dann en oder zwei Leute auf den Torwart zuschieben.... Mit schneller Ballannahme und dann auch Verteilung ist kaum was zu machen. Es steht erstens keiner frei und zweitens spielte man den Ball zurück, weil man selbst in Bedrängnis kam und den Ball nicht weg bekommen hat.Zitat von strigletti
Das man dann mit einem Rückpass die Situation oft nur verschärft, anstelle zu entschärfen, sieht auch so mancher Trainer nicht ein.
Denn im Endeffekt spiele ich den Ball dem Torwat zurück, um einen Seitenwechsel zu erreichen, oder die verschobenen Spieler rasch zur Aufgabe und Neuorientierung zu zwingen und einem Mittelfeldspieler die Möglichkeit zu geben, sich anzubieten und einen Flugball zu empfangen....
Aber nein, der Ball wird zurück gespielt, weil man hofft, der TW kann es besser und am Ballverlust in der Abwehr ist dann zumal noch der Torwart schuld...
Es ist also so, daß die Spieler einfach den Torwart (noch) nicht als Mitspieler erkennen und anspielen.
Zudem herrscht bei vielen noch der Gedanke im Kopf vor, alle Torleute sind am Ball schlecht und ein Risiko des Anspiels. Das mag auf Leute wie mich zutreffen, doch selten auf die jüngere Geeration, oder auf viele andere gute Torleute, die sehr wohl mit dem Ball mehr anzufangen wissen, als annehmen und Kurzpass spielen...
Hier müssen auch die Mitspieler umdenken und vertrauen bringen...
Die Zusammenarbeit Trainer/Torwarttrainer ist so eine Sache... ganz anders Thema.Auch hier sind wir als Torwarttrainer gefordert und müssen versuchen auf die Trainer dahingehend Einfluss zu nehmen, dass ein mitspielender Torwart auch mitspielende Feldspieler benötigt.
Lassen wir das, war nie eine Leuchte...
@ Steffen, stimme dir 100% zu!!!
Will aber dann doch noch anfügen, dass es leider viele Dinge gibt, die wir unseren Torhütern oftmals beibringen müssen, ohne Feldspieler dafür verwenden zu können. Der Torwart muss seine technischen Fähigkeiten oft traineren ohne dass eine reale Spielsituation vorliegt. Das Erlernen von technischen Fähigkeiten in Verbindung mit der jeweiligen taktischen Spielsituation und ihrer entsprechenden Anwendung, wäre ein Idealzustand, der bei vielen Vereinen kaum anzutreffen ist. Deswegen müssen wir Tw-Trainer behelfsmäsige Lösungen finden und das taktische Verhalten in oder nach (Trainings-)spielen besprechen.
Stell dir vor, du gehst in dich - und keiner ist da
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Daher halte ich es für sehr (!!!!!) wichtig, dass die Jugendtorhüter nicht nur im Tor stehen. Bis zur D-Jugend ist es absolut sinnvoll zu rotieren. Und wenn ich von einem Jugendtrainer einen Torhüter bekomme, dann trichter ich dem (Trainer) auch ein, dass sein Keeper auch bitte genügend Feldspielzeit bekommt. Bei uns im Verein klappt das eigentlich ganz gut. Somit ist für die Zukunft schon viel gewonnen.
So, ich geh jetzt zum Training *freu*
Hoffnung ist nicht die Überzeugung, dass etwas gut ausgeht,
sondern die Gewissheit,
dass etwas Sinn hat, egal wie es ausgeht (Vaclav Havel)
in memoriam Robert Enke
Bei uns gehören technische Dinge immer mit zum Programm und bei warmmachspielchen spielen wir Torhüter auch meist im Feld mit.
Ich denke, dass ich ganz gute technische Fähigkeiten habe und das meine Mitspieler mich beruhigt anspielen.
Aber es ist wirklich wichtig...die Generation der Torhüter, die nur auf der Linie kleben stirbt wohl langsam aus.
Ich sehe mich als Feldspieler, der die Hände benutzen darf...klingt vielleicht bescheuert, aber es trifft die Sache ganz gut, finde ich
In stillem Gedenken an Spideratze und Robert Enke.
Lasst uns rausgehen und Bälle fangen, Spiele gewinnen und was noch viel wichtiger ist:
Lasst uns jede Sekunde des Lebens leben und geniessen - nichts ist für immer ! ! !
Ich gehöre ja nun auch nicht mehr ganz zum Nachwuchs und in meiner Jugend wurde von mir nicht verlangt Ballfertigkeiten zu entwickeln. Mein technisches Können, geht da sicher gegen Null und beim ersten Übersteiger würde ich mir wohl die Beine selber brechen. Trotzdem bin ich in der Lage einen Ball anzunehmen und ihn mit dem Fuss dahinzubringen wo er hin soll und zwar egal mit welchem Fuss. Allerdings war dies ein sehr mühsamer Prozess, der sicher einfacher gewesen wäre, wenn ich in der Jugend technisch ausgebildet worden wäre; zu meiner Jugendzeit durfte man eben auch einen Rückpass noch in die Hände nehmen, deswegen hat es niemand interessiert, mir den Umgang mit dem Ball per Fuss beizubringen. Als dann die Regeländerung kam, musste ich sehen, wie ich damit klar kam und habe mich auf das wesentliche eingeschränkt: Ballannahme und Zuspiel.
Ich kann jedem jungen Torwart nur empfehlen, seine balltechnischen Fähigkeiten frühzeitg zu schulen, indem er auch mal am Training der Feldspiel teilnimmt oder gar von Zeit zu Zeit mal im Feld spielt.
Stell dir vor, du gehst in dich - und keiner ist da
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