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Thema: Herberger forderte schon früher...

Hybrid-Darstellung

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  1. #1
    torwart.de-Team Avatar von Steffen
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    Hallo Strigletti,
    ich muß für meinen Teil zugeben, ich könnte das nicht mal vermitteln... Auch das ist eine längere Geschichte, denn letztendlich bin auch ich jemand, der darunter zu leiden hatte, kein TW-Training bekommen zu haben.
    So war für mich immer Bahnenlaufen angesagt, dann kam Zupassen und Annehmen und letztendlich alles andere dann beim torschuß, wo ich im Tor zu stehen hatte, denn Torschuß war mein Training. Das ist nun über 20 Jahre her.... ich bin also eigentlich ebenso versauert wie Paulinaer oder andere, nur mit dem Unterschied, daß man damals nicht mal darauf geachtet hat, ob man Fußballerisch was drauf hatte oder nicht.
    Später, als ich wechselte, kam dann das TW Training und ich konnte mich rasch verbessern. Vielleicht nicht so, wie das gewesen wäre, wenn ich seit der D-Jugend trainiert worden wäre, aber immerhin, es reichte....
    Doch leider war Fußballerisch das immer noch nicht so dolle, denn Zeit meines Lebens war und bin ich im Tor gestanden, und mußte mich nicht mit den Tricks und Kniffen so beschäftigen, wie die anderen. Ich mußte und sollte was halten.... wie egal, hauptsache kein Tor.
    Das kam dan auch erst später, doch da waren die Lernerfolge natürlich auch eher mittelmäßig, denn was man über ein halbes Jahrzehnt versauern läßt, kann man nicht in Monate aufholen, zumal sich die anderen auch weiter entwickeln. Ich bin also fußballerisch ein Krüppel und muß daher mich mit Übungen befassen, die ich selbst noch ausführen muß, um es zu lernen. Das macht die Sache nicht besser.

    Daher habe ich es bisher so gehalten, daß nicht ich solche Sachen mit meinen Torleuten übe, sondern dies gemeinsam mit der Mannschaft gemacht wird. So sind Abstöße Trainingspunkte, die ich mache, auch ein Seitenwechsel und Passspiel, aber die anderne Dinge, wie Kurzpass, Ballannahme oder auch mal ein 'Törtchen'... all das wird zusammen mit der Mannschaft gemacht, und findet bei uns im Warmmachprogramm statt, was ich als sehr positiv empfinde.
    Bahnenlaufen empfinde ich für die Grundausdauer auch mies, bei uns wird dann in der Niddaau gelaufen, was nicht mit Wald zu vergleichen ist, aber es ist auch nett.
    Und schnelle Ballkontrolle und möglichst gutes rasches Zuspiel auch unter gegnerischer Einwirkung... was ist da besser wie 4 gegen 1 oder 5 gegen 2 im "Eckchen"???
    Lassen wir das, war nie eine Leuchte...

  2. #2
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    Geändert von th.jack (07.08.2008 um 22:44 Uhr)

  3. #3
    Internationale Klasse Avatar von strigletti
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    Zitat Zitat von Steffen
    Und schnelle Ballkontrolle und möglichst gutes rasches Zuspiel auch unter gegnerischer Einwirkung... was ist da besser wie 4 gegen 1 oder 5 gegen 2 im "Eckchen"???
    Das 4 gegen 1 ist zweifellos ein gutes Mittel, um Grundlagen der Ballkontrolle zu vermitteln. Ich halte aber aus zwei Gründen, dieses Vorgehen nicht ideal für einen Torwart, da mir der realitätsbezug fehlt. Ein Torwart ist im Regelfall nicht von Gegenspielern umzingelt und zweitens, muss der Torwart den Ball über eine grössere Distanz zum Mitspieler bringen, als dies bei dieser Übungsform gemeinhin der Fall ist.

    Wie sieht die Situation in der Realität aus. Ein Ball wird irgendwie auf den freistehenden Torwart, der den letzten Mann darstellt, gespielt. Ein oder zwei Gegner rennen dann Richtung Torwart, um den Ball vor ihm zu erreichen oder ihn unter Druck zu setzen.
    Ich setze dafür folgende Übung im Training ein (mind. 3 Beteiligte): Ein Torwart steht im Tor auf der Linie, die anderen zwei stehen ca. 25 Meter vor dem Tor. Ausserdem werden 5 Hütchentore verteilt auf dem Platz aufgebaut (die Breite hängt von den Fähigkeite der Torleute ab); die Torentfernung liegt bei 20 - 40 Meter (2 Tore an jeder Aussenlinie, eins zentral) Die Hütchentore werden mit Nummern bezeichnet.

    Nun spielt einer der beiden Spieler vor dem Tor, den Ball Richtung Torwart, worauf der andere Spieler dem Ball sofort hinterhergeht um den Torwart unter Druck zu setzen, der natürlich dem Ball entgegengeht. Währenddessen ruft der Trainer die Nummer des Hütchentores durch das der Torwart den Ball nach der Annahme spielen soll. Sowohl der Rückpassgeber als auch der "Angreifer" wechseln in Verlauf der Übung ihre Postion. So kann der Rückpass beispielsweise auch mal von der linken Seite kommen und der "Angreifer" von halbrechts, sucht man dann das richtige Hütchentor als Ziel aus, kann man den Torwart ganz schön unter Druck setzen.

    Für das Retten von Situation nach dem Motto "Hauptsache Ball weg" verwende ich folgende Übung: Der Ball wird aus 5 -10 Meter Entfernung dem Torwart zugespielt oder zugeworfen, wobei der Ballgeber sofort dem Ball hinterhergeht. Besonders "beliebte" Würfe sind Aufsetzer und halbhohe bis hohe Bälle seitlich vom Torwart. Besonderen Kick, im doppelten Sinne, erzeugt die Aufstellung einer Mauer, unmittelbar hinter dem Ballgeber, da diese den Torwart realitätsnah dazu zwingt den Ball entweder hoch nach vorne oder seitlich wegzuspielen.
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  4. #4
    Internationale Klasse Avatar von strigletti
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    Zitat Zitat von th.jack
    ich denk, wenn ein torwart kicken kann, wirkt sich das auf sein gesamtes torwartspiel aus. den er ist selbstbewusster und sicherer weil er weiß, dass er fussball spielen kann. viele trainer verlangen das ja von ihren torhüter, bilden sie dannach aber nicht aus.
    Irgendwie habe ich immer ein Problem mit der Aussage, dass ein Torwart Fussball spielen können muss. Die Frage nämlich ist, was bedeutet "Fussball spielen können". Jeder Spieler einer Mannschaft hat spezifische Aufgaben, auch der Torwart. Nur eine Mannschaft kann "Fussball spielen", ein Spieler, egal welcher, nämlich nicht. Die Frage ist eigentlich, welcher Teil aller, im Rahmen der Mannschaft erforderlichen fussballerischen Fähigkeiten werden, auf welcher Postion verlangt. Auch das Übergreifen eines Torwarts ist eine fussballerische Fähigkeit, da sie ein Torwart im Rahmen seiner Mannschaftspostion benötigt. Es ist sicher jedem klar, dass ich dieses fussballerische Können, nicht von einem Mitelstürmer erwarte, da er diese schlicht und einfach nicht braucht.

    Deswegen ist es in meinen Augen völlig unlogisch, den Begriff "Fussball spielen können" zu verwenden.
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  5. #5
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    Geändert von th.jack (07.08.2008 um 22:44 Uhr)

  6. #6
    Internationale Klasse Avatar von strigletti
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    Zitat Zitat von th.jack
    für mich muss ein torwart in der lage sein, den ball mit seinen beiden beine zu bearbeiten. und dazu zählt nicht, den ball einfach wegzuhauen. sondern diesen so zu spielen, dass er in den eigenen reihen bleibt und die mannschaft z.b. einen neu aufbauen machen kann oder einen konter einleitet. und das mit beiden füssen. wann bekommt man als torwart meist den ball und wie? und dazu kommen noch die zum teil schlechten boderverhältnise. da muss der torwart für mich in der lage den ball schnellst möglich zu verarbeiten. das verstehe ich unter "fussball spielen". um das als schnellstens zu machen, finde ich eine 4:1 oder 5:2 sehr hilfreich, den hier hast du einen erhöhten zeit und somit gegnerdruck, also trainierst du in diesem moment "handlungsschelligkeit". es reicht ja nicht, den ball nur mit den füssen verareiten, nein, du musst mental genauso gut drauf sein.
    das man das nicht 100% vergleichen kann mit den anforderungen eines mittelstürmers, ist denke ich klar. aber parallelen sind für mich da, technisch wie taktisch.
    Ich halte das 4:1 oder 5:2 Spiel für sinnvoll um die Grundlagen von Ballannahme und Ballverarbeitung zu trainieren. Trotzdem ist es für einen Torwart nicht ausreichend, da er in der Lage sein muss, auch unter Druck den Ball zu einem Mitspieler zu bringen der 30 oder 40 Meter entfernt ist. Diese Fähigkeit kann er im Rahmen eines 4:1 nicht erlernen. Aus diesem Grund habe ich die obige Übung beschrieben. Wer einen Ball durch ein 40 Meter entferntes Hütchentor spielen kann, das vielleicht gerademal 2 Meter breit ist, während er unter Druck gesetzt wird, der ist auch im Spiel in der Lage über einen Aussenspieler einen Konter in Gang zu setzen.

    Ich denke du gibst mir recht, dass es für einen Torwart Situationen gibt, wo er eben nicht mehr kontrolliert einen Spielzug einleiten kann, sondern einfach nur schauen muss, dass er den Ball wegbekommt. Situation vom letzten Samstag: Gegner mit 5 Mann zwischen Fünfer und Elfer, wir mit 6 oder 7 Mann. Dann haarsträubender Rückpass auf unseren Torwart von halbrechter Strafraumkante kommend, ungefähr 1 Meter über dem Boden Richung lange Ecke. Zwei Gegner unterwegs Richtung Ball. Unser Torwart: Scherenschlag mit seinem schwächeren linken Fuss; Ball aus der Gefahrenzone - durchatmen. Das meine ich mit "Ball weg Situationen", die ich eben auch trainieren lasse.
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  7. #7
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    Geändert von th.jack (07.08.2008 um 22:43 Uhr)

  8. #8
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    wie viel Stunden trainieren denn die meisten pro Woche speziell mit einem TW-Trainer? Ich denke das Zeitmangel das größte Problem ist.

  9. #9
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    Zitat Zitat von th.jack
    und wenn gar nicht geht: weg damit!
    Genau da beginnt aber das Problem vieler Torhüter und damit auch des Trainings. Denn eins ist klar, je besser die Ballverarbeitung des Torhüters ist, umso seltender tritt diese "nichts-geht-mehr-Situation" ein.

    Zitat Zitat von th.jack
    der torwart ist der erst aufbauspieler bei einem spielaufbau. und das muss trainiert werden, indem man verschiedene situation nachstellt. oder so wie du, mit hüttchentore.
    doch wie sieht der trainingsalltag aus. die aller wenigsten trainer trainieren doch das mit ihren torhütern. und wenn der dann den ball weg haut im spiel, anstatt ein zuspiel zu machen, weil er es nie anders trainiert hat, ist es auch nicht recht.
    Wieviele Trainer unterbrechen ihre Trainingsspiele immer wieder, um ihren Spielern, die gerade vorliegende Spielsituation zu erklären und das taktische Verständnis zu erhöhen? Sicher viele (hoffe ich doch), aber wer unterbricht das Spiel, wenn der Torwart nach einem Rückpass im Ballbesitz ist? Leider kaum einer. Es gibt da häufig noch ein Problem auf das der Torhüter kaum Einfluss hat. Man spielt ihm den Ball zu und das war es dann aus Feldspielersicht. Sich anbieten - Fehlanzeige; ihm helfen - Fehlanzeige; Torwart hat den Ball = Feldspielerpause; solange dieses Verhalten gang und gebe ist, braucht man sich nicht wundern, wenn Torhüter den Ball sinnlos wegdonnern obwohl es der ein oder andere besser könnte.
    Auch hier sind wir als Torwarttrainer gefordert und müssen versuchen auf die Trainer dahingehend Einfluss zu nehmen, dass ein mitspielender Torwart auch mitspielende Feldspieler benötigt.
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