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Thema: Videos: Torwarttraining

Hybrid-Darstellung

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  1. #1
    torwart.de-Team Avatar von Schnapper82
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    Die Übung, wo der Ball gegen die Wand geworfen wird, ähnelt, wie Believer schon sagte, einer Übung aus Core Performance. Dort wird die Übung allerdings am Kabelzug durchgeführt.
    Mir gefällt das Video, denn es zeigt, was man in der Halle machen kann, mit ziemlich geringem Aufwand. Die Übungen mit dem Physioball gefallen mir sehr gut und ich könnte wetten, dass dort bereits viele scheitern würden.

    Was mir nicht gefällt, ist die Übung ab 4:05, wo der Keeper auf dem Sprungbrett liegt und die Bauchmuskulatur stärken soll. Ich denke, dass diese Ausführung nicht sehr gesund für den Rücken ist. Bin mir hier aber nicht sicher, da ich kein Profi bin, was das angeht.

    Bei den Technik Übungen hätte ich auf die Matte verzichtet. Ich denke, dass man das ruhig machen kann. Der Hallenboden machte einen recht weichen Eindruck.

    Wie gesagt, ansonsten nen feines Video.
    In stillem Gedenken an Spideratze und Robert Enke.
    Lasst uns rausgehen und Bälle fangen, Spiele gewinnen und was noch viel wichtiger ist:
    Lasst uns jede Sekunde des Lebens leben und geniessen - nichts ist für immer ! ! !

  2. #2
    torwart.de-Team Avatar von Steffen
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    GuMo,
    also die Übung mit dem Ball ist eindeutig eine Übung zur Kräftigung der Rumpfmuskulatur, ebenso die Übung mit dem grünen Gewicht, wo der Torwart im Schreitknien voran geht.
    Die Übungen über die Hürden und an den Hartschaumquadern entstammen dann der Plyometrie.
    Die Übung auf dem Physioball ist eine Balanceübung und hat weniger mit der Koordination Auge/Hand zu tun, als mit der Stabilisierung des Rumpfes und der Balance. Dabei ist diese Übung nicht unbedingt einfach, weil der arme Knopf zudem die LEiste recht beansprucht, sonst könnte er vom Ball abgleiten.
    Daher beginnt man wie im Video zu erkennen im Sitzen auf dem Ball, dann stellt sich der Torhüter auf den recht platten Physioball. Je weniger Auflagefläche für Füsse und Boden da ist, also je mehr der Ball aufgepumpt wird, desto schwerer ist diese Übung.
    Zum Schluss kann sich der Torhüter auch auf den Physioball knien, fand ich persönlich schwieriger wie das stehen.

    Für alle, die keinen Physioball haben: Man braucht nur eine stabile Bodenfliese aus dem Baumarkt und einen Physiokreisel und kann egal wo die gleichen Übungen machen.
    Balancekreisel gibt es öfters mal für rund 10 Euro in diversen Shops, auch Tchibo oder so. Teure Balancekreisel aus dem Sanitätshaus müssen daher nicht immer sein.
    Mit diesen Geräten kann man die Übungen mit dem Physioball auch machen, in nahezu gleicher Form. Man sollte z.B. nicht enttäuscht sein, wenn man es z.B. mit F-/E-Jugendlichen macht: Die sind da sehr fix und haben schnell den Dreh raus. Solche Übungen muss man mit B- und A-Jugend, sowie aktiven Herren/Damen Torhütern machen, wo die Balacefähigkeit ausgeprägt ist und der Körper keinen "Bedarf" mehr darin erkennt, diesen Sinn zu schärfen. Wir müssen uns aber daran gewöhnen, die aktiv zu tun, weil der Sinn sonst abstumpft und durch mangelhaftes Training einfach "erblindet".
    Daher halte ich die Arbeit mit dem Balancekreisel für jeden Torwart zu Hause eine ideale Lösung.

    Das Video ist insgesamt gut, wobei ich das Hechten auch auf Matten machen würde, denn so wie der Torwart fällt, würde er auf dem Rutschhemmenden Boden eine Parade nur einmal machen können - deutlich sieht man auch hier: Die Finnen spielen scheinbar ebenfalls sehr wenig auf Ascheplätzen. Denn fällt der Torwart so auf einem Ascheplatz, ist die Pelle an der Hüfte und Oberschenkel runter. Sorry, wenn ich es sage: Man sieht es bei vielen Torleuten, daß diese auf Asche sich mit der "italienischen" Form der Hecht- und Fallschule häufiger weh tun, als mit z.B. der jugoslawischen/ungarischen Fallschule, die lange als "Standard" angesehen wurde.
    Man sieht es bei vielen Nachwuchstorleuten, auch Rene Adler und Manuel Neuer: Der runde Bewegungsablauf fehlt. Okay, die Jungs spielen nicht mehr auf Asche, doch man sieht deutlich, daß deren Vergangenheit eine andere Fallschule kaum notwenig gemacht haben.
    Da ist Tim Wiese ein anderes Kaliber: Der könnte, dank der alten und damit aschetauglichen Fallschule von Gerry Ehrmann auch auf Asphalt trainieren...

    Daher ist hier die Matte deutlich und wichtig, die Übungen im Video sind aber nicht unbedingt besonders oder speziell...
    Lassen wir das, war nie eine Leuchte...

  3. #3
    torwart.de-Team Avatar von Schnapper82
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    Zitat Zitat von Steffen Beitrag anzeigen
    Daher ist hier die Matte deutlich und wichtig, die Übungen im Video sind aber nicht unbedingt besonders oder speziell...
    Klar, für die beiden ist die Matte okay.
    Ich würde für meine Torhüter aber darauf achten, dass es ohne Matte geht.
    Ein Aschekind halt...
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  4. #4
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    Zitat Zitat von Schnapper82 Beitrag anzeigen
    Klar, für die beiden ist die Matte okay.
    Ich würde für meine Torhüter aber darauf achten, dass es ohne Matte geht.
    Ein Aschekind halt...
    (loses Mundwer ein)
    Echt. Nimm die olle Matte da weg... Ich spiele inzwischen auf Kunstrasen und habe hab das gefühl da auch oben ohne spielen zu können...
    (loses Mundwerk aus)

    nicht ernst gemeint
    Torhüter sind wie Hausfrauen: Wenn Sie einen guten Job machen redet keiner drüber. Wenn Sie einen Fehler machen ist das Geschrei groß.

  5. #5
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    @stetti

    ich finde das was du als Show betitelst, als ganz normale Koordinationsübung mit Ball halten.
    Bewegungsablauf - Richtungsänderung - Ball halten

    Eigentlich ein gelungenes Video, viel für die Rumpmuskulatur mit drin - Koordination etc.

    Sprungbrett bin ich mir auch unsicher, müsste man mal nachmachen

  6. #6
    torwart.de-Team Avatar von Steffen
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    Zu der Sache mit dem Sprungbrett: Ich wüsste Übungen, die für Rücken und Bauch für mich persönlich besser geeignet erscheinen, als die Übungen die man im Video sieht.

    Die Wege und Ausführungen erscheinen mir aber bei diesen Übungen sehr kurz, so daß ich denke, daß hier im Bereich Schnellkraft gearbeitet wird, wobei dann sicherlich diese Übungen nicht so sonderlich schädlich sein dürften, aufgrund der kurzen Wege.
    Ich allerdings würde persönlich in diesem Bereich nicht arbeiten, der Nutzen erschließt sich mir nicht.
    Lassen wir das, war nie eine Leuchte...

  7. #7
    Nationale Klasse Avatar von zero
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    Ich hab hier noch zwei Videos, die in eine ähnliche Richtung gehen und vielleicht dem einen oder anderen auch als Anregung dienen, was man so neben dem normalen Training selbstständig machen kann.

    Nummer 1 zeigt, wie der Titel sagt, Übungen für den Kinder- und Jugendbereich:
    http://www.youtube.com/watch?v=2TA_xLJ_R2k

    Nummer 2 zeigt, was man dann in Steigerung mit Erwachsenen machen kann. Sind zwar Eishockeyspieler im zweiten Video, aber die meisten Übungen (bis auf die wenigen spezifischen) sind auch ideal für Fußballtorhüter.
    http://www.youtube.com/watch?v=clI81-LoFqE

    So als Disclaimer: Wir arbeiten seit 2 Jahren in der Jugendarbeit mit dem gezeigten Center zusammen. Die Zusammenarbeit sieht vor, dass die Jungs (auf freiwilliger Basis!) einmal die Woche zusätzlich zum normalen Training dort eine Einheit absolvieren und wir im normalen Training ebenfalls Elemente vor allem aus dem koordinativen Bereich übernehmen. Wirkt, wenn ich das mal so sagen darf, vor allem bei größer gewachsenen Jungs im U12 - U14 Bereich, Wunder hinsichtlich der Balance, Koordination und Auftaktschnelligkeit. Das schöne an den meisten Übungen ist aber, dass man sie mit kleinem Aufwand auch zu Hause im Garten, Keller oder im Park um die Ecke machen kann. Oder eben im Hallentraining

  8. #8
    Nationale Klasse Avatar von nik1904
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    Die Übungen mit dem großen Ball finde ich extrem gut. Dabei geht es um effektive Ausgleichbewegungen zur Gleichgewichtskorrdination und Kräftigung der Bein- und Rumpfmuskulatur. Insbesondere der zeitgleiche Einsatz von Rücken- und Bauchmuskulatur ist gut, da er dazu beiträgt, dass die Muskelgruppen im gleichen Maß aufgebaut werden. So weit ist das vorbildlich und könnte glatt als Reha-Maßnahme nach Knie- oder Rückenverletzungen durchgehen. Es gibt viele Möglichkeiten, Rücken und Bauch zu trainieren, doch diese Methode halte ich für sehr gut - in Kombination mit anderen, versteht sich!

    Steffen, Du bist ja auch Jugendtrainer. Ans sich wäre der Einsatz des Balles doch genau für Jungendliche und Kinder geeignet, die im Wachstum sind und bei denen man mit anderen Kräftigungsübungen (vor allem Bauch) eine Menge falsch machen kann. Was meinst Du?

    Das Sprungbrett ist in meinen Augen wirkungslos, sowohl in Hinsicht auf Kraft, Koordination und Technik.

    Ansonsten muss man die Übungen wohl auch vor dem Hintergrund sehen, dass in Finnland logischerweise ein bisschen Kreativität gefragt ist, um im längeren Winter torwartspezifisch trainieren zu können. Der Junge im Video brächte allerdings ganz offensichtlich eher einen Grundkurs in Grundtechniken, denn komplizierte Abläufe, an deren Ende er auf eine Matte fliegt. Wie er da aufkommt, könnte ihm selbst auf Rasen den ein oder anderen blauen Flecken einbringen... Auch seine Hände bilden kaum mal einen perfekten Korb.

    Noch kurz zu den Übungen, die in zeros Videos dabei sind: man muss mal kritisch hinterfragen, was davon für das Torwarttraining eines "normalen" Vereins umsetzbar ist. Doch viele Sachen sind mit einfachen Mitteln durchführbar und sinnvolle Varianten des Torwarttrainings. Frei nach dem Motto: über den Tellerrand hinaus gucken!
    Geändert von nik1904 (30.03.2010 um 09:40 Uhr)

  9. #9
    torwart.de-Team Avatar von Steffen
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    Die Übungen mit dem großen Ball finde ich extrem gut. Insbesondere der zeitgleiche Einsatz von Rücken- und Bauchmuskulatur ist gut, da er dazu beiträgt, dass die Muskelgruppen im gleichen Maß aufgebaut werden.
    Sorry... mach die Übung mal. Bauch und Rücken ist da oft weniger das Problem, wie die Muskelgruppen des Unterschenkels und des Oberschenkels...
    Rücken und Bauch macht man besser mit anderen Übungen, wenn das Ziel sein soll.

    Zitat Zitat von nik1904 Beitrag anzeigen
    Steffen, Du bist ja auch Jugendtrainer. Ans sich wäre der Einsatz des Balles doch genau für Jungendliche und Kinder geeignet, die im Wachstum sind und bei denen man mit anderen Kräftigungsübungen (vor allem Bauch) eine Menge falsch machen kann. Was meinst Du?
    Jaein. Der Ball ist nett, aber er ist empfindlich. Also etwas was man aufpumpen muss, was man pflegen muss.
    Ein Kunststoff-Balancekreisel für ein paar Euro ist stabiler und läßt sich in der Halle, der Kabine und auf dem Platz einsetzen. Zudem ist er weniger empfindlich und zumeist nicht mal halb so teuer wie der Physio Ball.
    Hat man im Winter eine gute Halle, mit entsprechender Ausstattung, kann man auch auf dem Physio Ball trainieren... doch oft sind die Hallen, die ein Verein zur Verfügung gestellt bekommt, eher mangelhaft ausgestattet. Ich war im Winter schon in Hallen, da waren die Tore bloß mit Klebeband auf die Wand markiert, es gab weder Sprossenwände noch Seile und an Material gab es nur eine wackelige Holzkiste, einen gammeligen Weichboden und eine Pappkiste mit Schaumstoffbällen... Sorry, was willste da in so einer Halle machen?
    Da sind dann Balancekreisel, die die Eltern für kleines Geld anschaffen können und jedes Kind seinen eigenen hat, neben ein paar PhysioGummibändern, Goldwert, um nun zu trainieren...

    Noch kurz zu den Übungen, die in zeros Videos dabei sind: man muss mal kritisch hinterfragen, was davon für das Torwarttraining eines "normalen" Vereins umsetzbar ist.
    Diese Kritische Frage habe ich unten untermauert.
    Kaum etwas davon können viele Vereine umsetzen. Entweder sind die Trainer dafür nicht genügend geschult, oder es mangelt an Material, oder einfach auf an der Mitmachfreude und dem Mitmachverständnis der Beteiligten.
    In einem Verein, wo ich Torwarttrainer war, haben wir regelmäßig versucht, mit der F-Jugend im Winter in der Halle durch Turnübungen, Klettertraining, Balance und Koordinationstraining just diese Fertigkeiten auszubilden und zu verbessern. Die Eltern der "großen Talente" haben beim dritten Mal gefragt, was so ein Training mit Fussball zu tun habe und wollten nicht verstehen, wie man die wertvolle Hallenzeit ohne Fussballtraining verstreichen lassen könnte.
    Da wir im Freien auf dem Platz ebenfalls solche Übungen immer wieder spielerisch haben einfließen lassen, viel auf, daß diese Kinder zum Teil geschickt von den Eltern instruiert wurden, diese Übungen als Unsinnig und Unnötig aufzufassen, und damit sich selbst Erfolge solcher Übungen verwehrt haben.
    Der Nachfolge-Trainer trainierte daher ausschließlich die Kinder Becken-abwärts, denn mehr braucht der Fussballer nicht. Also Fussball spielt man mit Beinen und Füssen, der Oberkörper ist nur nutzloses Gegengewicht für die agierenden Beine und braucht daher wenig bis keine Beachtung.
    Das sind dann die "Grundlagen" von mach gelobten "Leistungstrainern", gerade im Jugendbereich

    Doch viele Sachen sind mit einfachen Mitteln durchführbar und sinnvolle Varianten des Torwarttrainings. Frei nach dem Motto: über den Tellerrand hinaus gucken!
    DAS allerdings ist das A und O des Torwarttrainings. Schaue ich aber just hier, wie viele das machen.
    Wer bitteschön war während des Winters, als er nichts draussen machen konnte nun wirklich z.B. regelmäßig mal im Karate, im Judo, war beim Leistungsschwimmen oder ist regelmäßig zum Klettern gegangen?
    Das ist in der Regel fast so teuer wie das Fitness-Studio, nur der natürliche Weg, der meist nachhaltiger und sicherer ist, weil man hieraus einen nachhaltigen Nutzeffekt zieht: Sprich, wenn ich das mal wieder mache, weiß ich worauf ich mich einlasse und muss nicht zwingend dauerhaft überwacht werden, da ich mich allein auf meine körperlichen Fertigkeiten und Fähigkeiten beschränke.
    Und ich stelle mit Erschrecken fest, wie viele hier auf Pump und Muckies aus sind, anstelle mal eine richtige Rauferei vorzuziehen, einfach um in Erfahrung zu bringen, daß 1 Stunde Judo-Bodenrnadori ein effektiveres Kraft, Koordiantions, Beweglichkeits und Ausdauertraining ist, als 3 Stunden Studioarbeit.
    Viele stellen mit erschrecken fest, wie schwer Zanshin, also die Karate Konzentrationarbeit ist und wie man mit ein wenig Kumite die Reaktion unter Stressbedingungen effektiv trainieren kann, und wie schlimm es ist, wenn man 30 Minuten solche Anspannung aushalten soll.
    Viele merken schon nach 1 Stunde, wie unterentwickelt der eigene Rücken und die Schultern sind, obwohl diese doch nur mit etwas Anspruch und unter gelegentlicher Korrektur des Trainers Brustschwimmen fabriziert haben und wie mangelhaft die Ausdauer ist, weil die Atmungs-Bewegungskoordination mal gar nicht passt.
    Andere können nach 1 Stunde Klettern die Schultern nicht mehr stabil halten oder bekommen einen Händedruck hin, weil die Unterarme ein einziger Schmerz sind. Sie merken schon nach 5 Minuten an der Wand, wie mangelhaft die 4 Gliedmaßenkoordination, Kraftausdauer, Greifkraft und Stabilität der Gliedmaßen sind... nur weil diese ein wenig Klettern sind.

    Also Studio... ich sag es immer wieder: Man braucht es nicht.
    Das ist was für Leute, die bewußt und gezielt es einfach haben möchten.
    die Hardliner, die haben einen, wenn nicht zwei Ausgleichssportmöglichkeiten...

    Zitat Zitat von zero Beitrag anzeigen
    Wirkt, wenn ich das mal so sagen darf, vor allem bei größer gewachsenen Jungs im U12 - U14 Bereich, Wunder hinsichtlich der Balance, Koordination und Auftaktschnelligkeit.
    Das steht völlig ausser Frage. Stünde dies in Frage, müßte man es nicht machen, oder es würde keine signifikanten Änderungen bringen.
    Es bringt aber durchaus etwas...
    Und Wunder würde ich nicht sagen, es bewegt sich im Rahmen der natürlichen Entwicklungsmöglichkeiten.
    Logisch sind vielleicht zwischen Leuten, die es machen und Leuten die es nicht machen sehr deutliche Unterschiede zu erkennen, aber Wunder ist einfach übertrieben.

    Zitat Zitat von zero Beitrag anzeigen
    ...dass die Jungs (auf freiwilliger Basis!) einmal die Woche zusätzlich zum normalen Training dort eine Einheit absolvieren und wir im normalen Training ebenfalls Elemente vor allem aus dem koordinativen Bereich übernehmen.
    Das ist allerdings nun der Knackpunkt: Welcher Verein kann sich so etwas leisten, welcher Verein hat solche Möglichkeiten, gerade in diesem Bereich und welcher Verein hat Spieler und Talente, die sich bereits in diesem Alter so manisch dem Training hingeben und geben können?
    Wir dürfen nicht vergessen: Die Eltern müssen meist dabei sein, sei es nur als Fahrdienst... Da ist oft ein kleiner Kreisliga Klub aussen vor, der hat einfach nicht die Möglichkeiten.

    Ich finde es daher viel, viel Besser, hier Übungen und Ideen anzubieten, die eben nicht ein solches HighTec Studio benötigen, sondern ggf. bei Unbespielbarkeit des Platzes sicher und einfach z.B. in der Kabine ausgeführt werden können, die in einer Turnhalle gemacht werden können, auf einem Stück Kunstrasen oder einer allgemeinen Sportfläche, wie die roten Tartan oder Tennenräume hinten den Toren zwischen Spielfeld und Laufbahn.
    Daher muss man Ideen anbieten und nicht vielleicht damit kommen, was ein tolles Studio alles kann.
    Man muss eher mal zeigen: Wie trainiert man den Agilität (Beweglichkeit) sportbezogen auf dem Platz? Wie trainiert man Reaktion mit einfachen Mitteln auf dem Fussballplatz? Wie trainiert man Hand/Auge Koordination für Torhüter speziell? Wie kann ich Sprungkraft und Körperkraft ohne Einsatz von Maschinen und Gewichten effektiv steigern?
    Wie kann man die Stütz- und Haltemuskulatur effektiv und für jedermann trainieren?
    Denn wenn ich ehrlich bin: Mit Studio und dem Fachpersonal dazu, ist es locker und easy going. Für mich persönlich nehme ich aber Null mit.
    Ich muss Übungen gezeigt bekommen, die ich zu Hause machen kann und die mir was bringen und da sind viele der Übungen in den Videos leider zu Spezifisch auf die Gegengenheiten des Sportcenters abgestimmt...
    Denn es gilt immer: Wenn ich etwas mache, reicht das machen nicht aus, ich muss es richtig machen!!!

    Zitat Zitat von Stetti Beitrag anzeigen
    Aber wann laufe ich denn im Spiel 5-6m, um dann nochmal in die gleiche Richtung zu springen, um den Ball zu halten? Da sind andere Übungen viel praxisnaher und meiner Meinung nach daher auch deutlich besser.
    Nee, Stetti.
    Diese Übungei st schon sinnvoll, weil man in die eine Richtugn geht, den schnellen Richtungswechsel macht und dann kraftvoll aus der Bewegung raus muss.
    Das ist in der Form nicht spielnahe, aber vom Trainingseffekt her prima:

    1. Training des schnellen Antritts (Schnellkraft)
    2. Training des raschen Richtungswechsels (Beweglichkeit)
    3. Training des abruppten Abstoppens (Gleichgewicht)
    4. Training des Absprungs aus der Bewegung (Sprungkraft)


    Diese Übung findet man extrem oft im Torwarttraining, so auch hier:

    TW Training - Übung zum Hechten
    Geändert von Steffen (30.03.2010 um 12:52 Uhr)
    Lassen wir das, war nie eine Leuchte...

  10. #10
    Nationale Klasse Avatar von zero
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    Völlig richtig, umsetzbar ist das sicher nicht für jeden Verein/Spieler.

    Ich wollte es trotzdem der Vollständigkeit halber posten, denn das Video aus Finnland war im Grunde ja nichts anderes.
    Wir als Trainerteam im Leistungsbereich (so abartig dass bei 10 bis 14 Jährigen klingt) kämpfen hier leider mit der Realität und die sieht so aus, dass die meisten Kinder neben Schule und Training kaum noch Zeit für oder Lust auf eine andere Sportart haben.

    Wir vertreten im Team alle die Meinung, dass die Jungs von einer entsprechenden Zweitsportart wesentlich mehr profitieren würden, als von einem Training in besagtem Studio. Ich selber weise unsere Keeper laufend darauf hin, dass es sinnvoller wäre sich eine interessante Kampfsportart zu suchen (habe selber eine Zeit lang Taekwondo ausgeübt) als mit dem Papa dann an den extra frei gehaltenen Tagen auch noch auf den Platz zu gehen und die selben Übungen zu machen, wie wir sie schon im Torwarttraining machen. Oder sie sollen schwimmen gehen, klettern, was immer ihnen Spaß macht. Von mir aus Ballett, das hilft ebenfalls weiter. Leider stößt man da auf Taube Ohren, vor allem bei den Eltern.

    Nur was kann man da jetzt machen? Zwingen geht nicht, also muss man schauen wie man die im Schulsport nicht mehr statt findende körperliche Ausbildung wieder reinholen kann. Und eine Einrichtung wie das besagte Studio wird dann von den Eltern angenommen, obwohl es aufs Jahr gesehen sicher mehr kostet (der Verein bezahlt hier keinen Cent) als eine Mitgliedschaft in einem Zweitsportverein.

    Ich habe selber zwei Jahre als Co in einem kleinen Verein mit einem engangierten Trainer gearbeitet. Der wusste damals um die Wichtigkeit von Koordination und Körpergefühl und hat die Eltern so lange bequatscht, bis man die nötigen Gelder für eine entsprechende Grundausstattung an Minihürden, Gymnastikbällen, Stangen, etc. beisammen hatte und damit wurde dann gearbeitet. Möglich ist es also schon, sowas auch im Kleinen umzusetzen. Allerdings ist richtig, dass man dafür ein geeignetes Umfeld braucht. Er hat es damals geschaffen, heute arbeitet die gesamte Nachwuchsabteilung damit und das mit sehr großem Erfolg.

    edit: Weil du es angesprochen hast Steffen: Wie wäre es mit einem komplett neuen Thread hier im Unterforum zum Thema Koordination, Stabilität, etc.? Wo man eben weiter über besagte Probleme und Lösungen diskutieren kann und weitere Übungen und Videos dazu finden kann, die vielleicht dann auch denjenigen helfen, die nicht besagte Möglichkeiten haben und so simpel wie möglich trainieren wollen.
    Geändert von zero (30.03.2010 um 13:37 Uhr)

  11. #11
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    Zitat Zitat von zero Beitrag anzeigen
    edit: Weil du es angesprochen hast Steffen: Wie wäre es mit einem komplett neuen Thread hier im Unterforum zum Thema Koordination, Stabilität, etc.? Wo man eben weiter über besagte Probleme und Lösungen diskutieren kann und weitere Übungen und Videos dazu finden kann, die vielleicht dann auch denjenigen helfen, die nicht besagte Möglichkeiten haben und so simpel wie möglich trainieren wollen.

    DAS ist eine super Idee, denn vielleicht würden so Leute, wie ich, auch auf das Studio verzichten, wenn hier wirklich gezeigt wird, wie und wo man auch "einfacher" und vorallem günstiger trainieren kann.
    Denn solche Videos demonstrieren wirklich eindrucksvoll, was alles möglich ist.

    Gerne mehr davon !

  12. #12
    Nationale Klasse Avatar von nik1904
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    Zitat Zitat von Steffen Beitrag anzeigen
    Sorry... mach die Übung mal. Bauch und Rücken ist da oft weniger das Problem, wie die Muskelgruppen des Unterschenkels und des Oberschenkels...
    Rücken und Bauch macht man besser mit anderen Übungen, wenn das Ziel sein soll.



    Jaein. Der Ball ist nett, aber er ist empfindlich. Also etwas was man aufpumpen muss, was man pflegen muss.
    Ein Kunststoff-Balancekreisel für ein paar Euro ist stabiler und läßt sich in der Halle, der Kabine und auf dem Platz einsetzen. Zudem ist er weniger empfindlich und zumeist nicht mal halb so teuer wie der Physio Ball.
    Hat man im Winter eine gute Halle, mit entsprechender Ausstattung, kann man auch auf dem Physio Ball trainieren... doch oft sind die Hallen, die ein Verein zur Verfügung gestellt bekommt, eher mangelhaft ausgestattet. Ich war im Winter schon in Hallen, da waren die Tore bloß mit Klebeband auf die Wand markiert, es gab weder Sprossenwände noch Seile und an Material gab es nur eine wackelige Holzkiste, einen gammeligen Weichboden und eine Pappkiste mit Schaumstoffbällen... Sorry, was willste da in so einer Halle machen?
    Da sind dann Balancekreisel, die die Eltern für kleines Geld anschaffen können und jedes Kind seinen eigenen hat, neben ein paar PhysioGummibändern, Goldwert, um nun zu trainieren...
    Gute Argumente und Dank für die Ausführungen. Ich gebe Dir in allem Recht, außer hinsichtlich der Geschichte mit den Bauch-/Rückenmuskeln. Natürlich kann und darf das nicht alleiniger Bestandteil des Aufbaus dieser Muskelgruppen sein. Es ist ein extrem unspektakuläres Trainieren der geannten Bereiche. Doch es ist schon ein sehr positiver Effekt da! Man sieht ja deutlich in dem Video oder wenn man so was vor dem Spiegel macht, wie der Oberkörper die Ausgleichsbewegungen mitmachen muss. Natürlich haben wir es hier mit einem geringeren Effekt zu tun, als wenn man - wie ich als Rückengeschädigter - zwei, drei Stunden am Tag darauf sitzt. Denn bei vorliegendem Beispiel nehmen die Beine viel von dem weg, was der Oberkörper im Sitzen auffangen muss. Allerdings: das Gesäß ist so wichtig für die Stabilität wie Rücken- und Bauch. Und das wird im Stehen noch stark genug belastet.

    Viel Lob für die Einlassungen zu den Fitnessstudios. Ich musste das wegen des Rückens machen - oder dachte es zumindest. Das Problem ist, dass viel zu viel in reinen Muskelaufbau ohne Sinn und Verstand investiert wird. Ich beobachte mit Schrecken, wie unsere 19-oder 20jährigen in der Mannschaft von Woche zu Woche mehr zu Luftpumpen und Posern werden und dabei ihre Flexibilität immer weiter reduziert wird. Laufende Schränke! Ich habe mir - ich fühle mich auch persönlich unwohl in dem Ambiente - einen Gymnastikball, eine hochwertige Matte, vier Kurzhanteln zu 3 bzw. 15 Kilo, ein Terraband, ein Deuserband und eine Stange, die man in den Türrahmen einbaut gekauft.Mit dieser Investition lag ich bei ca. 230 €. Das gibt man sonst in spätestens einem Jahr im Studio aus und hat sich bei mir schon zweifach rentiert. Es gibt keine Muskelgruppe, die ich nicht mit diesen Dingen zu Hause tainieren kann. Und durch den Wegfall der ganz großen Gewichte, die mein Körper nciht selber darstellen kann, bleibt auch alles im Rahmen, um nicht in gleichem Maß Muskelmasse aufzubauen, wie ich an Beweglichkeit verliere. Vor dem Training zehn Minuten um den Block laufen sowie vor und nach dem Training noch ein ausgeprägtes Stretching - das war´s! Das dauert eine bis maximal 1 1/4 Stunde und zwei bis maximal drei Einheiten pro Woche sind vollkommen ausreichend. Wichtig: solange Ihr im Wachstum seid, sind alle Gewichte über 5 Kilo verboten!!! Damit kann man extrem viel falsch machen!

    Wir haben im Winter Fitness-Aerobic bei der Freundin eines Mitspielers gemacht. Auch das war klasse!

    Und für die Jüngeren hier: mit dem aus solchem und Torwartrtaining entstehenden Oberkörper fallt Ihr in der Disko genau so vielen Mädchen auf wie mit dem muskelbepackten aus der Muckibude. Allerdings den hübscheren Mädchen - so weit es darauf ankommt
    Geändert von nik1904 (30.03.2010 um 14:16 Uhr)

  13. #13
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    Zitat Zitat von der_Verbannte Beitrag anzeigen
    @stetti

    ich finde das was du als Show betitelst, als ganz normale Koordinationsübung mit Ball halten.
    Bewegungsablauf - Richtungsänderung - Ball halten
    Aber wann laufe ich denn im Spiel 5-6m, um dann nochmal in die gleiche Richtung zu springen, um den Ball zu halten? Da sind andere Übungen viel praxisnaher und meiner Meinung nach daher auch deutlich besser.

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