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Thema: Verbotene Übungen

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  1. #1
    Nationale Klasse
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    Ich kenne diese Problematik selbst auch.
    Als ich in der letzten Saison die Mannschaft übernommen habe und einen Kraftkreis aufgebaut hab (denke jeder sollte wissen was da dabei ist) war mir an einigen Stationen heiß und kalt.
    So wollten machen in 30 sek. 70 Liegestütze machen, und bei den Stittups würden die Ellenbogen an die Knie geklatscht und sich mit gerkreuzten Fingern im Nacken festgehalten.
    Es war so schlimm, dass ich abbrechen mußte und die Übungen in der richtigen Ausführung vormachen mußte.
    Meines erachtens liegt dies aber an der schlechten Ausbildung der Trainer.
    Sie sind zum Großteil sehr auf das bedacht, was sie selbst früher gemacht haben.

    Ich kenne da noch eine sehr schöne Übung, da wirft man einen Medizienball in die Luft, setzt sich hin, steht auf und muß den Med.Ball wieder fangen.
    Durch die schnelle Bewegung verdreht man sich dabei so ungünstig den Rücken, dass es schon zu schönen Verletzungen kommen kenn.
    Vielleicht sollte man bei den Verbänden überlegen, nicht nur bei A Lizenz und dem Fußballlehrschein auf eine fundierte Fachausbildung zu achten, sondern auch bei den kleineren "Trainerscheinen"
    Von unten sieht Können sehr oft wie Arroganz aus.
    Das stört die oben aber wenig.

  2. #2
    Nationale Klasse Avatar von das Tier im Tor
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    Nachdem jetzt schon mehrmals die Problematik "Klappmesser" angebracht wurde: man muss sich überlegen, was man mit einer Übung erreichen will. Das Klappmesser wird immer noch gerne als Bauchmuskelübung verkauft. Was ist aber die Funktion des geraden Bauchmuskels? Er nähert Rippenbogen und Schambein einander an und erzielt so eine Beugung in der Lendenwirbelsäule. Beim Klappmesser erfolgt allerdings hauptsächlich eine Beugung in der Hüfte, die Lendenwirbelsäule bleibt bestenfalls gerade, meist fällt der Proband aber massiv ins Hohlkreuz. Das liegt daran, dass beim Klappmesser der gerade Bauchmuskel lediglich zum Stabilisieren auftritt, die Hüftbeugung wird durch eine andere Muskelgruppe vollzogen. Das ist zum einen der zweigelenkige Anteil des geraden Schenkelstreckers, also der Teil des Oberschenkelmuskels, der über die Hüfte zieht, zum anderen der sogenannte Hüftbeuger. Drum heisst er ja auch so. Dieser Hüftbeuger hat einen Teil seines Ursprungs an den unteren Lendenwirbeln und läuft von dort schräg nach aussen an den Oberschenkelknochen. Beim Fussballer spielt er beim Schuss die Hauptrolle, ist deshalb in der Regel sehr stark ausgeprägt und neigt zur Verkürzung (also zu einer mangelnden Elastizität). Wenn dieser Muskel verkürzt, "zieht" er natürlich jetzt die Lendenwirbelsäule nach vorne in Richtung Hohlkreuz. Wenn ich jetzt zusätzlich noch eine Übung mache, die diesen Muskel mehr oder weniger unkontrolliert in Aktion setzt, sind die Rückenprobleme irgendwann mal vorprogrammiert. Daher ist es sinnvoll, ein vernünftiges Bauchmuskeltraining durchzuführen, indem die Hüfte möglichst nicht noch weiter gebeugt wird. Am einfachsten versucht man, die Lendenwirbelsäule auf dem Boden zu lassen und Kopf und Schulterblätter abzuheben. Wenn die Bauchmuskulatur sich mal in einem gut austrainierten Zustand befindet, kann ich eine leichtes Kombitraining machen. Es gibt ein paar schöne Übungen, bei denen Bauchmuskeln und Hüftbeuger in einem sinnvollen Verhältnis vernünftig miteinander trainiert werden. Aber bevor mich hier jemand danach fragt: die würde ich am Anfang nur unter "Laborbedingugen" durchführen, sprich unter Aufsicht von Fitnesstrainer oder Physio, die einen dabei korrigieren können. Falsch durchgeführt wird der Bauch praktisch ausgeschaltet, der Hüftbeuger überstrapaziert und somit der Rücken extrem belastet. Womit wir wieder beim Klappmesseser wären...
    Hoffnung ist nicht die Überzeugung, dass etwas gut ausgeht,
    sondern die Gewissheit,
    dass etwas Sinn hat, egal wie es ausgeht (Vaclav Havel)

    in memoriam Robert Enke

  3. #3
    Internationale Klasse Avatar von strigletti
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    Zitat Zitat von Fliegenfänger01
    Vielleicht sollte man bei den Verbänden überlegen, nicht nur bei A Lizenz und dem Fußballlehrschein auf eine fundierte Fachausbildung zu achten, sondern auch bei den kleineren "Trainerscheinen"
    Vielleicht sollten sich da einige Entscheider mal die Trainerausbildung in England ansehen. Dort wird sehr grossen Wert auf solche Fragen gelegt. Bei der untersten Lizenz noch nicht unbedingt, aber zur Verlängerung der Lizenz gibt es Speziallehrgänge im Bereich Verletzungen, Psychologie usw.

    Wer dort den "................................. Coaching Award Level 1 oder Level 2" oder gar die "................................. Coaching B License" macht, darf sich sehr ausführlich mit dem Thema Verletzungen und deren Vorbeugung beschäftigen. Hinzu kommt, dass man in England für die Torwarttrainerlizenz im Regelfall auch die entsprechende Mannschaftstrainer-Lizenz des gleichen Levels benötigt.
    Stell dir vor, du gehst in dich - und keiner ist da

    Wer glaubt es reicht, wenn man bis zum Umfallen kämpft irrt sich...kämpfe darum Aufzustehen!!!

  4. #4
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    Geändert von th.jack (07.08.2008 um 22:47 Uhr)

  5. #5
    Internationale Klasse Avatar von strigletti
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    Zitat Zitat von th.jack
    da kann ich nur sagen, dass ich das bei meiner b-lizenz (jetzt c-lizenz)gelernt habe. außerdem liegt es an jeden trainer selbst sich fortzubilden! ich finde, wenn man mit kinder und jugendliche arbeiten bzw. trainiert, steht man in der pflicht sich für sie fortzubilden. es gibt genügend möglichkeiten wie und wo man das machen kann. wenn man will, findet man auch was.
    Muss ich dir leider teilweise widersprechen. Ich habe die deutsche Trainerausbildung teilweise selbst erlebt, kenne aber auch teilweise die englische Trainerausbildung aus eigener Erfahrung. Die Gewichtungen liegen deutlich anderst.
    Dem Rest deines Post stimme ich aber 100% zu.
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  6. #6
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    Geändert von th.jack (07.08.2008 um 22:46 Uhr)

  7. #7
    Internationale Klasse Avatar von strigletti
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    Zitat Zitat von th.jack
    ich denke es kommt auch darauf an, bei welchem landsverband man diese ausbildung macht. ich kann nur sagen, als ich meine gemacht habe, hieße es, unsere sei genauso, wie anders wo die a-lizenz. und das sagt wohl schon alles!
    Vielleicht wäre es im Sinne der Sache ganz sinnvoll, wenn nicht jeder Verband, seine Ausbildung für die beste hielte, sondern lieber schauen würde, was er von einem anderen Landesverband lernen könnte...und was auf nationaler Ebene gilt, wäre sicherlich auch international kein Fehler.
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  8. #8
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    Geändert von th.jack (07.08.2008 um 22:46 Uhr)

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