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Thema: Übermotivation

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  1. #1
    Amateurtorwart
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    Hi !
    Wichtig ist das du dich nur auf das Wesentliche konzentrierst ! Die Schule, Freunde und musst du vergessen, abschalten !

    Konzentrier dich beim Warmmachen nur auf den Ball ! Wenn du einen Ball gehalten hast, geh dir im Kopf nochmal schnell durch: Wie habe ich das gemacht ? Was kann ich besser machen ?

    Wenn ich am nächten Tag ein Spiel hab, leg ich mich abends im Bett und geh mir verschiedene Spielsituiationen durch den Kopf und gucke, wie ich sie am Besten löse ...

    Die Frage ist: Warum bist du übermotiviert ? MUSST du gute Leistung bringen ? Weißt du, dass dein Trainer nicht zufrieden mit dir ist und ihr einen 2 Torwart auf der Bank sitzen habt ?

  2. #2
    torwart.de-Team
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    Avatar von Stetti
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    Zitat Zitat von VisioN
    Hi !
    Wichtig ist das du dich nur auf das Wesentliche konzentrierst ! Die Schule, Freunde und musst du vergessen, abschalten !
    Hi,
    genau das tue ich. Ich konzentriere mich nur auf das Spiel, es zählt für mich nur das Spiel in dem Moment und genau da beginnt schon die Übermotivation. In dem Moment will ich nur gut spielen, nur gewinnen.

    Zitat Zitat von VisioN
    Konzentrier dich beim Warmmachen nur auf den Ball ! Wenn du einen Ball gehalten hast, geh dir im Kopf nochmal schnell durch: Wie habe ich das gemacht ? Was kann ich besser machen ?
    Und genau das darf ich nicht machen. Ich würde mir zuviele Fehler anrechnen, die ich gar nicht gemacht habe. Zu große Selbstkritik ist mein 2. größeres Problem, welches ich aber immer besser in den Griff bekomme. Abhaken - fertig!

    Zitat Zitat von VisioN
    Wenn ich am nächten Tag ein Spiel hab, leg ich mich abends im Bett und geh mir verschiedene Spielsituiationen durch den Kopf und gucke, wie ich sie am Besten löse ...
    Daraus folgt bei mir auch Übermotivation. Ich liege im Bett, sehe mich durch den Strafraum fliegen und den Ball aus dem Winkel holen. am nächsten Tag möchte ich alles genauso perfekt machen, es allen beweisen und vor allem mir selber beweisen. Die Folge ist, dass ich verkrampfe und nicht gut spiele.

    Zitat Zitat von VisioN
    Die Frage ist: Warum bist du übermotiviert ? MUSST du gute Leistung bringen ? Weißt du, dass dein Trainer nicht zufrieden mit dir ist und ihr einen 2 Torwart auf der Bank sitzen habt ?
    Wir haben einen 2. Keeper, der nicht so stark ist, wie ich, da muss ich mir keine Sorgen machen. Er spielt wenn ich verletzt bin oder in dem einen oder anderen Freundschaftsspiel. Ansonsten spielt er im Feld.
    Da mache ich mir keine Sorgen, ich bin sehr froh über mein sehr gutes Standing in der Mannschaft, ich habe mit keinem spieler ein Problem, mit der Trainerin auch nicht und bin zudem Kapitän.

    Warum ich übermotiviert bin?
    Ich selbst lege mir den Druck so unheimlich hoch. Da liegt die Verbindung zur Selbstkritik, die ich momentan aber schaffe quasi einfach abzuschalten, sie zu verdrängen. Vermutlich weil ich den Erfolg erzwingen will. Ich will gewinnen, ich will gut spielen. Ich MUSS gut spielen, weil ich es mir selber als Ziel setze.

    Natürlich habe ich versucht etwas dagegen zu tun, mich nicht so unter Druck zu setzen, mir nicht jedes Gegentor anzurechnen. Mir nicht fir Schuld für alles zu geben was auf dem Platz falsch läuft.

    Aber es geht nicht, ich tue es trotzdem. Die völlig überzogene Selbstkritik ist trotzdem da. Nur kann ich sie momentan einfach verdrängen, nicht mehr daran denken. Die Wurzel des Problems habe ich aber noch nicht gepackt und dass ist der unheimliche Druck den ich mir auflege.

    Dadurch bin ich übermotiviert und kann eigentlich nur verlieren, weil ich mir meine Ziele einfach viel zu hoch setze. Ich suche die Perfektion, ich strebe sie an, obwohl ich weiß, dass es sie nicht gibt. Trotzdem mache ich mir vor dem Spiel die Hoffnung, sie zu finden und bin nachher enttäuscht, wütend, sauer wenn ich sie nicht gefunden habe. Mittlerweile kann ich das eben besser verarbeiten. Kurz geärgert, dann ist es okay, aber das was vor dem Spiel abläuft, kann ich noch nicht so gut kontrollieren.

    Deshalb habe ich den Thread eröffnet. Wenn jemand das Problem kennt oder irgendwelche Tipps hat, nur her damit!

  3. #3
    Amateurtorwart
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    Zitat Zitat von Stetti
    Deshalb habe ich den Thread eröffnet. Wenn jemand das Problem kennt oder irgendwelche Tipps hat, nur her damit!
    Das Problem kenn' ich .. Ich kann dir nur leider genau so wenig helfen.. Bei mir haben nämlich die Mitspieler das Problem gelöst, indem sie immer beruhigend auf mich eingeredet haben und ich wusste das ich ruhig mal Tore kassieren kann, gerade wenn man als Torhüter nix dafür kann. Dann war ich ihnen dankbar und hab mich meist mit keinem Gegentreffer bedankt.
    Das Problem, so eine Mannschaft kann man nicht erzwingen.
    Ein guter Torwart kriegt nie einen rein , und wenn doch dann war die Abwehr schuld !

  4. #4
    Nationale Klasse
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    Naja, ein Rezept kann man dir da wohl nicht geben, aber ich kann dir sagen, wie ich es früher gemacht habe.

    Wir haben uns immer 75 Minuten vorm Spiel getroffen. Ab dieser Zeit war ich so zusagen allein. Ich habe die Besprechung mitgemacht und jeder wußte, den brauch man nicht ansprechen. Ich bin einfach mein eigenes Torwartspiel durchgegangen. Ganz einfache Grundtechniken ablaufen lassen.
    An andere Spiele habe ich nie gedacht und auch nicht an Training oder ähnliches.

    Zum Aufwärmen bin ich erst alleine gelaufen und wurde dann von meinem Trainer warm gemacht. Wenn ich das hinter mir hatte, habe ich begonnen mit meinen Mitspielern zu reden. Einfach ungezwungen die Jungs noch mal an einige Absprachen erinnert. Dadurch, dass ich mich dann nicht mehr auf mich sondern auf die anderen Konzentriert habe, konnte ich entspannt ins Spiel gehen.

    Was deinen Druck auf dich selber angeht. Du mußt im Tor niemanden etwas beweisen und schon gar nicht dir selber.
    Spiele dein Programm runter. Gerade gegen stärkere Gegner ist es schwer für einen Keeper über sich hinaus zuwachsen. In den Meisten fällen, klappt das nur, wenn man selber eigendlich von der Niederlage überzeugt ist. Dann spielt man unbeschwert und frei und bekommt auch riesen Bälle raus.
    Von unten sieht Können sehr oft wie Arroganz aus.
    Das stört die oben aber wenig.

  5. #5
    Sina
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    Ich war meine erste Saison aufs große Tor übelst nervös, konnte keine 3 Schritte machen, ohne zu stolpern (mal übertrieben dargestellt). Was mir geholfen hat: Wir sind total ungezwungen in die Spiele gegangen, fing schon beim warmmachen an - Spaß haben, gut spielen, wenns geht, die Spiele gewinnen. Mehr nicht. Ich denke, wenn das deine Motivation ist, dann musst du dir selbst auch keinen Druck auferlegen. Ich bin der Meinung, in diesen Druck "wächst" du irgendwann rein. Nur ihn dir jetzt schon zu machen: Warum? Es ist Saisonanfang, es geht um nichts. Einfach Spaß haben.
    Klar bin ich immer noch tierisch nervös vor jedem Spiel, gehört für mich inzwischen auch dazu. Aber unangemessene Erwartungen; Fehlanzeige. Ich weiß, was ich kann, weiß aber auch, das außer mir noch andere auf dem Platz stehen und ich nicht alles alleine lösen kann. Und ich denke, da musst du noch dran arbeiten: Denk dran, das Fußball ein Mannschaftssport ist und versuch, solide deine Leistung runterzuspielen, ohne große Show oder Geschnörkele.

  6. #6
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    Ich kenn das Problem mit der Übermotivation auch. Letzte Saison als unser 1. Keeper sich verletzt hatte und ich kurz vor Schluss ins Tor musste, war ich auch so übermotiviert das ich 2 Fehler machte. Ich habe versucht 2 Bälle festzuhalten, die man eigentlich nur zur Seite abwehren kann. Ich wollte einfach allen beweisen, das ich auch ein guter Keeper bin, obwohl ich das gar nicht brauche.
    "Das ganze Stadion wird gegen uns sein. Ganz Deutschland wird gegen uns sein. Etwas Schöneres gibt es gar nicht."
    Oliver Kahn

  7. #7
    Torwarttalent Avatar von reinke93
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    bei mir ist eher das problem das ich mich vorm spiel total down machen... früher hatte ich vor spielen immer angst einen fehler zu machen und hatte kaum noch spaß am fußball, doch jetzt fühl ich mich in meinem neuen verein richtig wohl!!

    Zwar gegangen, aber für immer in unseren Herzen...

  8. #8
    Internationale Klasse Avatar von strigletti
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    Wer von Übermotivation spricht, muss sich erst mal klar sein was Motivation ist. Motivation ist ein Bündel, das sich aus mehreren Faktoren zusammensetzt.
    Die erste und wichtigste Teil davon ist unser Motiv, warum wir überhaupt im Tor spielen.
    Der zweite wesentliche Faktor ist unser Ziel. Dieser Teil besitzt eine kurzfristige Komponente und eine langfristige. Der langfristige Aspekt sind unsere sportlichen Ziele im Sinne unserer Karriere und stellen unseren Antrieb dar (was will ich erreichen?), der kurzfristige betrifft unser Handeln in der jeweiligen Situation, um unsere langfristigen Ziele zu erreichen (also der nächste Ball, den wir halten wollen).
    Der dritte Faktor ist unsere Gefühlslage, dazu gehören gute und schlechte Erinnerungen an den Platz, den Gegner, den Ball, das Wetter (Negativbeispiel: Der Gegner gegen den ihr letztes mal 5:0 verloren habt, spielt jetzt auch noch mit dem Ball den du gar nicht magst,Platz und Wetter sind sowieso sch****e, und der Schiri gab im letzten Spiel vor 4 Wochen zwei unberechtigte Elfmeter gegen euch).
    Als Viertes kommt die persönliche Gefühlslage dazu, die wir zum Sportplatz mitbringen (glücklich, traurig, aufgeweckt, schläfrig, genervt, entspannt usw.)

    Aus all diesen Faktoren setzt sich unsere Motivation für das jeweilige Spiel zusammen. Dabei kann es allerdings zu Störungen kommen. Übermotivation ist nur eine Möglichkeit davon und sie tritt ein, wenn die persönliche Zielsetzung zu hoch liegt, weil es entweder an den sportlichen Voraussetzungen fehlt oder die Gefühlslage nicht zu ihr passt. An dieser Stelle kommt ein entscheidender Punkt hinzu. Wir müssen zwischen Eigenmotivation und Fremdmotivation unterscheiden. Soll heissen, decken sich unsere Zielvorstellungen mit denen die von aussen an uns heran getragen werden. Was erwarte ich von mir und was erwarten andere von mir? Aber auch, wird das was von anderen von mir erwartet wird, wirklich erwartet oder glaube ich das nur? Spätestens jetzt sind wir wieder beim Thema "Perfektion", mit all seinen Problemen angelangt (hab ich an anderer Stelle schon was dazu geschrieben).

    Die Folgen von Übermotivation, sind Konzentrationsprobleme und ein Anstieg des Laktatlevels, der unsere muskuläre Leistungsfähigkeit, drastisch reduzieren kann. Ausserdem kommt es aufgrund des überhöhten Adrenalinspiegels zu einer "Werteverschiebung", was aus einem ruhigen, vernünftigen Spieler oftmals plötzlich einen überagressiven "Brutalo" macht.

    Die Lösung des Problems liegt nahe, wenn man sich die Faktoren, die das Motivationsbündel ergeben, näher ansieht. Es ist unabdingbar, dass Zielsetzung und die persönlichen Leistungsmerkmale zusammenpassen und ich mir im klaren bin, warum ich eigentlich auf dem Platz stehe. Hinzu kommt, dass wir mit unseren Motiven klar kommen, indem wir lernen unseren Focus auf die kurzfristige Zielsetzung zu richten und nicht auf unsere Karriereziele. Alles was für uns im Spiel wichtig ist, ist die nächste Parade und nicht unsere langfristigen Ambitionen. Nur so ist es möglich, mit dem richtigen Mass an Motivation, dem optimalen Aktivierungsniveau, für die notwendigen körperlichen und geistigen Prozesse ins Spiel zu gehen.
    Stell dir vor, du gehst in dich - und keiner ist da

    Wer glaubt es reicht, wenn man bis zum Umfallen kämpft irrt sich...kämpfe darum Aufzustehen!!!

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