Meine Situation ist in dieser Hinsicht eine komplett eigenartige, vielleicht sogar seltener in der Realität anzutreffen. Mein Trainer unterhält sich mit mir über Spielsituationen und bevorzugt meine Spielweise, während mein Torwarttrainer ein wahrer Abklatschen- und Fausten-Fetischist ist. Mein Trainer verlangt beispielsweise von mir alle Bälle beim Training und sogar im Spiel im Zweifelsfall zu fangen (weil Ballbesitz), während mein persönlicher Trainer bei jeder Flanke, die ich weit vor dem Tor und im Gewühl mit Gegenspielern abfange einen Herzstillstand kriegt und mir regelrecht mit seinen blöden Sprüchen "Geh´ lieber auf Nummer sicher, fauste doch lieber weg, irgendwann geht das schief" auf den Sack geht.

Er hat null Ahnung davon, dass Fangen und anschließender schneller und weiter Abwurf während der Gegner immer noch im Angriff ist und dementsprechend nicht auf Gegenangriff sortiert ist, eine sehr adäquate Spieleröffnung ist. Eine Faustabwehr bei Bogenlampen-Flanken die 12-13 Meter mittig vor dem Tor kommen, ist auch eine riskante Angelegenheit, da man die Bälle die mit null Tempo ankommen schwer am höchsten Punkt weit fausten kann. Das ist womöglich noch riskanter. Das habe ich ihm versucht zu erklären und auch noch dass ich mit meinen 90 Kilos und jede Menge Erfahrung (bin selbst über 30) ganz anders zu solchen Situation hingehe als die Jugendtorhüter, die er jahrelang trainierte. Das Risiko ist daher nicht so extrem, wie er es sieht. Während ich mit meinem Trainer super über Fussball reden kann, gibt es mit dem TT wesentlich mehr Differenzen. Ich bin selbst ein wenig Torwart der alten Schule, aber soviel auf Sicherheit und auf die Linie beschränkt kann ich nicht sein. Das würde meiner Mannschaft nicht weiter helfen.

Zu dem Thread selbst: Ich würde die Variante 3 bevorzugen, aber dabei etwas weiter vor dem Tor stehen, vielleicht auch deswegen, weil ich selbst nicht der Typ bin, der zu weit vor dem Tor steht und mir das aufs Schnelle anzugewöhnen würde eh nicht klappen. Außerdem kann man eine 1:1 Situation außerhalb des 16-er (da keine Hände zur Verfügung) schwerer für sich entscheiden. Man muss aber bedenken, dass der Torwart mal aus dem 16-er rauskommen kann, um die Angriffe zu klären. Wenn aber das gesamte Spiel darauf hinausläuft, dann gibt es irgendwo Fehler im Abwehrsystem. Torwart als letzter Mann oder als erster Angriffsspieler: JA, aber als Mädchen für alles: NIE IM LEBEN. Angriffe auf der eigenen Hälfte müssen von der Abwehr erledigt werden und die Gegner außerhalb des 16-er sind von denen zu stellen. Wenn der Torwart wie ein Irrwisch nur auf der eigenen Hälfte rumgrätscht, dann stimmt in der Mannschaft eigentlich überhaupt nichts.