Ergebnis 1 bis 11 von 11

Thema: Leistenschmerzen

Hybrid-Darstellung

Vorheriger Beitrag Vorheriger Beitrag   Nächster Beitrag Nächster Beitrag
  1. #1
    torwart.de-Team Avatar von Steffen
    Registriert seit
    05.02.2006
    Ort
    Frankfurt am Main
    Beiträge
    9.598
    Blog-Einträge
    167

    Standard

    Hallo,
    viele Leute schieben die Schmerzen der Muskeln und Bänder auf den Kunstrasen.
    Fakt ist, daß man definitiv eine Auswirkung des Bodens nicht immer ausschließen kann, meistens aber andere Faktoren mehr Einfluß haben. (siehe Posting von dTiT)
    Sprich in den USA spielt man seit Jahrzehnten erfolgreich auf Kunstrasen und ich finde Fottball nicht weniger den Körper belastend als Fußball hier.
    Sprich: Die Spieler dort kommen mit dem Kunstrasen bestens zurecht.
    Bei uns ist der Kunstrasen, aufgrund seiner teuren Unterhaltung und Erstellung erst langsam auf dem Vormarsch.

    Folgende Faktoren scheinen die Bänderschmerzen zu beeinflussen: Der Kunstrasen schwingt mehr nach, als ein Hartplatz oder trockner Rasenplatz, er ist daher mit einem höheren, feuchten Rasen eher vergleichbar, als mit den 'Standardplätzen'. diese Schwingungen kennt man auch, wenn man z.B. mal im Handball auf einer Halle mit Schwingboden spielt. Es ist ein komisches Gefühl, doch die Schwingungen führen dazu, daß eben Muskeln und Bänder auch bei Bewegungen diese Schwingungen mitbekommen und daher etwas mehr belastet werden.
    Daher ist die Empfehlung gerade für Kunstrasen ein sauberes, langsam steigendes Warmmachen, und ein sauberes Streching nach dem Erwärmen, kein Dehnen.
    Nach dem Training/Spiel, also der Hauptbelastung sollte man Auslaufen und dne Muskeln die Chance geben, 'runter zu kommen' und dann zum Schluß gut ausdehnen.
    Diese Prozedur ist für alle schwingenden und weichen Untergründe, also auch bei einem recht nassen, tiefen Rasen, oder bei hohem, feuchten Rasen, sehr zu empfehlen.

    Regelmäßiges gezieltes Training der überbelasteten Muskelgruppen hilft zusätzlich, die Gewöhnung an solche Schwingenden Böden zu beschleunigen. Also Du solltest deine Beckenbodenmuskulatur und Leistenmuskeln gezielt zusätzlich trainieren (nicht übertreiben!) und darauf achten, daß Du dich gründlich und sicher erwärmst.

    Sprich auf einem Kunstrasen ist das übliche Kreisklasse C-Niveau von Spielern, die mit dem Ball rausgehen, an den 16 traben und dann 3-4-5 Bälle vollgas auf die Hütte rohren, völliger Schwachsinn. Das ist es zwar sowieso, aber auf dem Kunstrasen ist das wirklich Gift....
    Auch schnelle Bewegungen sollten vermieden werden.....

    So haben viele Spieler allein beim 'Eckchen' auf dem Kunstrasen aufgrund der raschen Belastungswechsel schon Probleme, daher soltle man es auch dort dann ruhiger angehen lassen, und lieber einmal mehr in die Mitte gehen und ruhiger bleiben.. Also die ersten Minuten wirklich Tempo raus... bis eben die Muskulatur langsam Betiebstemperatur erreich hat.
    Irgendwann hat sich der Muskel aber komplett an die Bedingung Kunstrasen gewöhnt und die Probleme verschwinden....
    Lassen wir das, war nie eine Leuchte...

  2. #2
    Internationale Klasse Avatar von strigletti
    Registriert seit
    02.04.2007
    Ort
    Oberpfalz
    Beiträge
    1.416

    Standard

    Muss Steffen mal wieder zustimmen.

    Trotzdem denke ich, dass der Threadersteller erstmal beim Arzt vorbeischauen sollte, um sicher zu gehen, dass keine Verletzung vorliegt. Im Leistenbereich gibt es eine Menge relativ leichter Verletzungen, die aber dauerhaft zu immerwieder aufkommenden Schmerzen führen können.

    Von daher, erstmal ausschliessen und dann ruhig auch mal den Weg zum Physio nehmen, wie das unser Tier im Tor vorgeschlagen hat, die sind gerade in Sachen Muskelproblemen oft besser drauf wie viele Ärzte.

    Ansonsten sollte sich jeder, der nur selten mit Kunstrasen zu tun hat oder sich auf Kunstrasen umstellen muss, Steffens Ratschläge genauer ansehen und auch entsprechend umsetzen.
    Stell dir vor, du gehst in dich - und keiner ist da

    Wer glaubt es reicht, wenn man bis zum Umfallen kämpft irrt sich...kämpfe darum Aufzustehen!!!

  3. #3
    Nationale Klasse Avatar von das Tier im Tor
    Registriert seit
    05.02.2006
    Ort
    Oberbayern
    Beiträge
    955

    Standard

    Das grösste Problem am Kunstrasen ist ähnlich dem, barfuss in relativ flaches Wasser zu springen. Die Oberfläche ist weich, die körpereigenen Rezeptoren (für die Vorspannung der Muskeln zuständig) stellen sich darauf ein, die Spannung im Muskel sinkt, und in dem Moment schlägt man unten auf. Ohne viel Muskelspannung. Bumm. Und das staucht einen mal richtig zusammen und geht voll auf die Gelenke, von den Zehen bis zum Schädel. Beim normalen Rasen hat man den Effekt nicht, der dämpft den Aufprall eher.
    So richtig übel sind aber die alten Schwingböden in unseren Turnhallen. Die geben erst mal nach, und wenn sich dann der Körper mal drauf eingestellt hat, kommt von unten der Gegenstoss. Das merkt man kaum, aber fragt mal die alten Recken von Sportlehrern über 50, Aerobiclehrer aus den 80ern und dergleichen. Die sind alle völlig fertig. Die Folgen machen sich halt leider nicht immer gleich bemerkbar.
    Als Folgeschaden von Kunstrasen sehr "beliebt" ist übrigens der sog. Turf-Toe im American Football, eine äusserst schmerzhafte Überbelastung im Grosszehen-Grundgelenk. Also wer die Möglichkeit hat, auf Rasen zu spielen und zu trainieren, der freue sich bitte daran, auch wenns manchmal holprig ist oder bazig, aber Euer Körper wird es Euch danken!
    Hoffnung ist nicht die Überzeugung, dass etwas gut ausgeht,
    sondern die Gewissheit,
    dass etwas Sinn hat, egal wie es ausgeht (Vaclav Havel)

    in memoriam Robert Enke

Aktive Benutzer

Aktive Benutzer

Aktive Benutzer in diesem Thema: 1 (Registrierte Benutzer: 0, Gäste: 1)

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •