Reign Over Me

Hatte mir vor einigen Wochen die DVD gekauft, weil ich den Film schon mindestens seit über einem Jahr sehen wollte. Nun bin ich dazu gekommen und bin im Nachhinein ein kleines bisschen enttäuscht, auch wenn das Werk keinesfalls schlecht ist.

Alan Johnson (Don Cheadle) ist erfolgreicher Zahnarzt, verheiratet, hat zwei Töchter und ist schrecklich unzufrieden, denn trotz dieser anscheinenden Bilderbuchidylle hat Alan weder Freunde noch Hobbys oder sonstige Interessen. Doch dann trifft er zufällig auf seinen ehemaligen College-Zimmergenossen Charlie Fineman (Adam Sandler), einen traumatisierten Einzelgänger der seine Familie bei den Anschlägen des 11. Septembers verloren hat. Charlie lebt vom Geld das ihm die Fluggesellschaft als Schmerzensgeld monatlich zahlt und fährt ständig mit einem Motor Scooter durch das nächtliche New York um seinen Schmerz durch Verdrängung zu betäuben.

Reign Over Me ist in vielen Ansätzen ein gut gelungenes Drama, was auf der anderen Seite mit nettem Humor aufwartet. Der Grund warum der Film im Ganzen nicht gut ist, ist der fließende Übergang der beiden Genres. Beispielhaft ist dafür eine Szene wo Charlie einen emotionalen Wutausbruch hat, daran jedoch im gleichen Raum, mit den gleichen Teilnehmern, ein amüsanter Moment gekoppelt ist. Vielleicht wollte der Regisseur so die verwirrte Psyche von Charlie besser darstellen, mich allerdings verwirrt das selber ein wenig. Gut gezeichnet ist dafür die Freundschaft der Protagonisten, die nie klischeehaft, sondern ehrlich und ergreifend porträtiert wird. Ausschlaggebend dafür sind die klar definierten Parallelen. Denn so unterschiedlich die beiden sein mögen, einsam sind beide.

Die Randfiguren sind trotz prominenter Besetzung (Liv Tyler, Jada Pinkett Smith) nicht erwähnenswert, weil langweilig und austauschbar. Lediglich die leicht labile Patientin Donna, gespielt von der hübschen Saffron Burrows überzeugt als Teil des Subplots durch ihre Natürlichkeit.

Im Großen und Ganzen ist Reign Over Me eine reife Geschichte über Freundschaft, Toleranz und der Konfrontation mit der eigenen Vergangenheit, der leider eine dementsprechende Inszenierung fehlt, die durch die guten Schauspieler aber doch ein einigermaßen zufriedenstellendes Endergebnis erlangt.

6/10