Die "Expertin" hatte sie ja freigesprochen..![]()
Die "Expertin" hatte sie ja freigesprochen..![]()
Jeder der das Spiel bei mir gesehen hatte meinte den Ball hätte man als Torhüter erlaufen können. Der ist so lange unterwegs und wenn man nur etwas ein Spiel lesen kann, dann hat man den Ball. Der Adler ist dafür immer ein perfektes Beispiel manchmal denke ich der weiß vor dem Mittelfeld Spieler das er den langen Pass spielen wird.
Das war der erste Fehler und dann auch noch zu spekulieren war natürlich auch nicht das beste was man machen konnte. Das Sie Ihren Fehler eingestanden hat, kam bei mir nicht an. Sie sagte "Oh da sah ich nicht gut aus ........ Egal!". Bei diesem letzten Wort wenn das ein Torhüter / Torhüterin denkt dann sollte man die Schuhe an den Nagel hängen. Wenn einem die eigenen Fehler nicht mehr stören dann kann man keine gute Leistung mehr erbringen (meine Meinung).
Aber jetzt alles an Angerer fest zu machen und der einen Aktion in gut 110min finde ich auch nicht fair (ist leider aber auch bei vielen Amateurmannschaften der Fall). Man schaut nur wer hätte als letztes den Gegentreffer verhindern können und da kommt als Ergebnis immer der Torhüter. Das im Mittelfeld und Sturm aber katastrophaler Fußball gespielt wurde, gut 20 Standardsituationen meisterhaft umgesetzt wurden, dass sieht keiner mehr. Wie kann ich bei einem Riesen wie Garefrekesund 20 Ecken / Freistößen gegen Japan ! kein Kopfball Tor erzielen?
Denke nicht, dass das ihre dezidierte Meinung zu diesem Thema ist. Angerer ist gerade bei einer WM ausgeschieden, womit sie nicht gerechnet hätte. Da setz ich mich auch nich gutgelaunt ins Studio und rede meine Fehler breit. Ich denke eher das war nach dem Motto: "Da mach ich mir Gedanken drum, wenn ich Zeit hab."
Stresssituationen werden medial schon von mit diesem Geschäft weitaus vertrauteren männlichen Profis haarstreubend schlecht gelöst. Da muss man von Angerer keine PR-mäßige Glanzvorstellung erwarten, wenn sie in einem solchen Spiel einen wirklich verheerenden Bock gebaut hat. Es wäre sogar ungerecht.
Ich denke, dass Erwartungshaltung und medialer Hype generell eine sehr negative Auswirkung auf das Leistungsvermögen der Spielerinnen gehabt hat. Schade, aber man stelle sich mal vor, in der Bonner Kreisliga würde plötzlich vom WDR alles bis ins kleinste Detail mit bewegten Bildern auseinandergenommen und der "Express" nagelt mich als Torhüter nach zwei Fehlern an die Wand. Könnte ich damit sofort umgehen? Nein! Könnte ich unter diesen Umständen Top-Leistungen bringen? Das weiß mit einiger Sicherheit niemand von uns.
Ansprechend fand ich die Diskussion oben. Sie zeigt, wie verkrampft wir mit dem Thema Frauenfußball, und/oder lesbischen Spielerinnen umgehen. Ich wohne in Köln und habe ein schwules Paar als Nachbarn. Vor der Geburt meiner ersten Tochter wohnten wir in einem der schwulen Epizentren der Stadt. Und: Unheimlich wohl gefühlt und mit allen Vorurteilen aufgeräumt, die ich noch hatte. Aber einen schwulen Mitspieler ohne weiteres und vollkommen zu akzeptieren... Da müsste auch ich an mir arbeiten. Schlimm, dass man sich so etwas eingestehen muss.
In der Kombination Frauen / Homophobie / Fußball kommen viele Männer (wenn nciht die meisten) an die Grenze ihrer Toleranz - oder darüber hinaus. Warum? Weil diesem Sport schon immer und zunehmend zugesprochen wird, so etwas wie der Gladiatorenkampf der Neuzeit zu sein. Da müssen die Steroide mit bloßem Auge zu sehen sein. Wer nun als Frau diesen Sport ausübt, muss beinahe schon "anders" sein als die "normale" Frau, die nicht Fußball spielt. Ein Vorurteil, das scheinbar bestätigt wird, weil im Frauenfußball die Hemmschwelle des "Outens" bei weitem nicht so hoch liegt wie bei den Männern. Im Prinzip gibt es überhaupt keine Outings bei den Männern, weil es selbst in der Kreisligae einem gesellschaftlichen Todesurteil gleichkäme, wenn sich ein Spieler zu einer anderen sexuellen Ausrichtung bekennen würde. Dass wir schwule Mitspieler in vielen Mannschaften haben, ist schon eine Frage der statistischen Logik. Dieser Logik verschließen wir (fußballspielenden Männer) uns allerdings mit einer beinahe trotzigen Aggressivität.
Wahr ist, dass athletische Unterschiede bestehen. Wahr ist auch, dass durch die Tradition des Sports in Deutschland eine Evolution in Ausbildung etc. hinter uns liegt, die der Frauenfußball einfach noch nicht aufgeholt hat. Das ist statistisch zu belegen durch Passquoten, Dauer und Anzahl der Ballkontakte etc. Daraus zu schließen, dass Frauenfußball per se keine Attraktivität hätte, ist ein Vorwand, um die "Reinheit" des Fußballs als männliche Dömäne zu schützen.
Dabei sollte sich jeder der Machos fragen, wo der Unterschied liegt zwischen dem Stolz auf eine Steffi Graf als deutsche Vorzeigeathletin und einer Fußballmannschaft, die zwei Mal in Folge Weltmeister geworden ist. Graf sagte mal, sie hätte wohl gegen die besten 10.000 männlichen Tennisspieler der Welt nicht den Hauch einer Chance. Hätten dann nicht alle männlichen Graf-Anhänger sagen müssen: "Ja, wenn das so ist, dann ist nur das Herrentennis eine tolerierbare Form, den Sport auszuüben." Die heilige Kuh Fußball lässt solche Sympathien und nachhaltige Hypes noch nicht zu. Und das gilt für Rugby oder Football als typisch "maskuline" Sportarten genauso. Noch schleißen sich Spitzensport und Frauen in diesen Disziplinen aus. Immerhin ist bemerkenswert, dass dort, wo Fußball keine solche Tradition besitzt (USA, Australien) die Akzeptanz weitaus größer ist. Mal abwarten, wohin sich der Frauenfußball entwickelt. Wenn immer mehr Mädchen und Frauen Fußball spielen, wird sich das langfristig und sukzessive ändern.
Der Fußball fördert in dieser maskulinen Überhöhung auch einen generellen verkrampften Umgang der Geschlechter. Bei Spielern, bei denen der Migrationshintergrund eine stark patriarchalische Gesellschafts- und Familienform beinhaltet, ist es das noch stärker/schlimmer. Weitaus unkomplizierter stellt sich die Sache bei anderen Sportarten dar. Der Trainer der Volleyballmannschaft meiner Frau duscht nach jedem Training gemeinsam mit den Spielerinnen. Da gehen Mixed-Mannschaften in gleiche Kabinen etc. Käme eine Frau nackt in eine Fußballkabine... Selbst viele aufgeklärte Geister, die daheim die Emanzipation leben, würden sich kaum dem Gedanken entziehen können, dass das nicht zusammengeht - und sich verhalten wie ein pubertierender Jüngling.
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