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Thema: 1 gegen 1

Hybrid-Darstellung

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  1. #1
    torwart.de-Team Avatar von Steffen
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    Zitat Zitat von Icewolf
    @Steffen: Das ist eine sehr anspruchsvolle Technik, würde ich denken. Wollte erst schreiben "Das ist viel verlangt", aber ich meine eher: Wenn man das gut drauf hat, ist man wohl kein schlechter.
    Hallo Eiswolf,
    klar ist man dann kein schlechter, und keiner von Euch ist schlecht. Das was Euch fehlt, ist schlicht Training und Übung. Man muß etwas erlernen, benutzt man es nicht, verlernt man es wieder und es bleibt holprig.
    Ich hatte es hier schon mal mit dem Beispiel des Laufens bei einer anderen Technik erläutert, und mag mich nicht selbst zitieren.
    Aber auch diese Technik muß man erlernen und durch Übung, Übung, Übung perfektionieren und dann ist diese Technik eine der schnellsten zum Ball.
    Und dafür muß man nicht "gut" sein, sondern nur eben ein bestimmtes Technisches Repertoire haben, denn gut definiere ich nicht, über die Techniken, denn das ist erlernbar... Gut ist, wenn man die Techniken in der Praxis anwenden und sinnvoll und ohne nachdenken kombinieren kann...

    [QUOTE=übergreifer]
    Und trotzdem bleibt die Fußabwehr in bestimmten Situationen die bessere Lösung, man kann sie noch so verteufeln.
    Ich verteufele nur die Sätze, daß man damit (mit dem Fuß) generell schneller ist und man mit anderen Mittel nicht zum Ball kommt..
    Denn das stimmt so nicht.

    Steffen geht es aber eher um diese übertrieben exzessive Benutzung dieser Technik.
    Genau! Anstelle den Ball zu sicherm grätschen heute viele Torleute und das sogar lieber, als mit den Händen sicher und bestimmt zum Ball zu gehen.
    Bei einigen Torleuten, wie Petr Cech kann ich das noch verstehen (auch wen ich Petr für einen tollen Torwart halte, drückt er für mich nur sehr selten aus, was einen Torwart heute auszeichnet, und dazu gehören eben nicht nur tolle Reaktionen), aber wir sollten einfach nicht vergessen: Selbstschutz in Ordnung, aber unser Sport verlangt Mut, verlangt Sicherheit und auch eine gewisse Risikobereitschaft. Und dazu gehört dann auch, daß man sich selbstbewußt mal in die Mitte der Löwen wirft und einen Ball für sich sichert.
    Nur viele Torleute scheuen sich, doch das Wort Angst will keiner in den Mund nehmen, dann lieber eine andere Begründung.
    Mir als Trainer ist es lieber, ein Torwart sagt, daß er Angst davor hat, und es deshalb nicht tut.... doch die Torleute von heute finden lieber 20 tolle Ausreden, warum etwas besser oder so gemacht werden sollte, als wie ich finde, ehrlich zu sein.

    Oft hat das etwas mit Körperhaltung zu tun. Wer zu aufrecht und nach hinten gelehnt steht, benutzt diese öfters, weil der Körperschwerpunkt ein völlig falscher ist. Viele Keeper stehen aus meiner Sicht viel zu hoch mit dem Oberkörper und können daher gar nicht so schnell runter kommen.
    Dabei ist der Oberkörper nicht mal entscheidend! Denn schaut man sich die Bewegungsergonomie an, ist es eigentlich fast unmöglich, schneller mit dem Oberkörper zu Boden zu kommen, als mit den Füssen.
    Denn der Körperschwerpunkt ist und bleibt in der der Hüfte gelagert und möchte ich den Oberkörper zu Boden bekommen, müßte ich den Schwerpunkt umdrehen, was immens Kraft und Zeit kostet, oder aber ich muß den Schwerpunkt einfach normal nach unten verlagern, wobei die Füsse wohin müssen.
    Und dasi st schon das Problem, weil viele dann doch dazu tendieren, wenn der Füsse wohin müssen, warum nicht zum Ball?
    Dabei ist das wichtigste, die Füsse einfach weg zu sortieren, damit der Schwerpunkt, als die Hüfte rascher zu Boden gelangt und dann, dann der Oberkörper so schnell wie die Füsse. Denn der Schwerpunkt muß im Fall der Fußabwehr zu Boden, als auch bei der Technik des Tauchens als agressiven Ballangriffs.
    Stehe ich nun sehr aufrecht, hat mein Schwerpunkt zudem einen langen Weg, hinzu kommt, daß viele auch nicht das Training haben, denn nicht allein die Schwerkraft darf mich zu Boden ziehen, sondern auch die Muskulatur muß mich beschleunigen. Das ist ungewohnt, denn beschleudigtes Fallen ist etwas, was vielen einfach wider der Natur geht und es lange braucht, bis es drinne ist.
    Dann kommt, daß eine steife Haltung einfach jegliche schnelle Muskelaktion fast im Keim erstickt, daher ist die Aufgang, ja Erwartungshaltung, des Torwart eine wichtige Grundlage, denn hier habe ich Vorspannungen der Muskulatur und bin daher in der Lage zu reagieren, zu agieren, ich bin bereit für Bewegung.
    Daher gehört auch die richtige Körperhaltung einfach dazu....

    Und wenn dann so eine 1:1 Situation kommt, dann wirst du fast vor deiner Nase umkurvt, du schaffst es nicht mehr den Ball vor den Füssen zu greifen.
    Wenn ich hoch stehe sicherlich nicht, denn ich bin für Bewegung nicht bereit.

    Daher sollte man tiefer stehen und zum richtigen Zeitpunkt rauskommen. Und wenn dann geschossen wird und nicht umgekurvt, merkt man wie schnell man unten sein kann, und zwar mit der Hand.
    Nicht nur beim schuß, auch beim Ansatz umkurvt zu werden kann der Torwart mit der schnellen Bewegung sich so in die Position bringen, der er die Laufrichtung blockiert und so den Stürmer dazu nötigt, einfach anders, als mit einem knappen Haken vorbei zu gelangen, was einen Zeitvorteil erbringt und der Torwart den Ball erreichen und sichern kann.
    Gerade in Italien und Spanien sieht man viele Torleute, die hier recht aggressiv und mit den Händen in solche Situationen gehen und erfolgreich sind, auch wenn es oft eher haarig ist und sicherlich Glück dabei ist.
    Trotzdem sollte man das Repertoire steigern und auch den Einsatz dieser Technik forcieren, um einfach diese Technik auch wirklich einzuprägen und anwendungssicher zu machen...
    Leider sind in den heutigen Bundesliga-Spielen die klassischen, bei uns eher zu findenden 1gg1 Situationen weniger geworden...
    Aber man kann es trainieren...

    Man sieht aber auch gegenteilige Beispiele, dass Keeper die Fußabwehr nicht benutzen, obwohl sie die bessere Alternative ist.
    Unbestritten, wobei diese aber dann doch eher selten sind...
    Lassen wir das, war nie eine Leuchte...

  2. #2
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    Ich war vorhin im SoccerPark mit ein paar Jungs und Mädels aus der Uni und dort ist mir aufgefallen, dass ich beim schnellen Spiel auf kleinem Feld im 1 gegen 1 meistens sehr schlecht aussehe. Ich verhalte mich im 1 gegen 1 ungefähr so wie Robert Enke, bleibe lange stehen und probiere den Weg zum Tor zu zu machen. Auf dem großen Feld klappt das meistens auch sehr gut, sodass ich den Stürmer abdrängen kann oder ihm dazu bringe mich anzuschießen, in der Halle habe ich damit jedoch nur selten Erfolg, werde ausgeguckt oder sogar getunnelt.

    Ein anderer Torhüter der heute dabei war - der eigentlich in meinen Augen kein wirklich guter Torwart ist - konnte hingegen viele Bälle im 1 gegen 1 parieren. Er ging ähnlich wie Tim Wiese in die Bälle, d.h. die Beine voraus und in einer Grätschstellung. Bisher war ich immer der Meinung, dass diese Technik wenig erfolgsversprechend ist, da man sofort auf dem Hintern liegt und dann erstmal nicht mehr reagieren kann. Er schaffte es jedoch fast immer die Bälle wegzuspitzeln und erntete dafür viel Lob.

    Nun bin ich echt am Überlegen ob es nicht wirklich sinnvoller ist direkt und ohne Rücksicht auf den Ball zu gehen anstatt stehen zu bleiben und zu warten was der Stürmer macht.
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  3. #3
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    Zitat Zitat von Paulianer
    Ich war vorhin im SoccerPark mit ein paar Jungs und Mädels aus der Uni und dort ist mir aufgefallen, dass ich beim schnellen Spiel auf kleinem Feld im 1 gegen 1 meistens sehr schlecht aussehe. Ich verhalte mich im 1 gegen 1 ungefähr so wie Robert Enke, bleibe lange stehen und probiere den Weg zum Tor zu zu machen. Auf dem großen Feld klappt das meistens auch sehr gut, sodass ich den Stürmer abdrängen kann oder ihm dazu bringe mich anzuschießen, in der Halle habe ich damit jedoch nur selten Erfolg, werde ausgeguckt oder sogar getunnelt.

    Ein anderer Torhüter der heute dabei war - der eigentlich in meinen Augen kein wirklich guter Torwart ist - konnte hingegen viele Bälle im 1 gegen 1 parieren. Er ging ähnlich wie Tim Wiese in die Bälle, d.h. die Beine voraus und in einer Grätschstellung. Bisher war ich immer der Meinung, dass diese Technik wenig erfolgsversprechend ist, da man sofort auf dem Hintern liegt und dann erstmal nicht mehr reagieren kann. Er schaffte es jedoch fast immer die Bälle wegzuspitzeln und erntete dafür viel Lob.

    Nun bin ich echt am Überlegen ob es nicht wirklich sinnvoller ist direkt und ohne Rücksicht auf den Ball zu gehen anstatt stehen zu bleiben und zu warten was der Stürmer macht.
    In der Halle oder auf einem kleinen Feld ist mir das auch schon oft aufgefallen. Als Torwart kann man auf diesem kleinen Raum nicht viel warten und stehen bleiben, da der Platz einfach zu klein ist dafür und die Entfernung zum Tor meistens geringer ist. Man kann entweder das so machen, wie von dir angesprochen oder einfach spekulieren.
    Allerdings spielen wohl die meisten von uns mehr auf dem "normalen" Platz und dort gilt, desto länger man stehen bleibt, je besser ist die Chance den Ball zu halten.
    "Das ganze Stadion wird gegen uns sein. Ganz Deutschland wird gegen uns sein. Etwas Schöneres gibt es gar nicht."
    Oliver Kahn

  4. #4
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    Ist natürlich die Frage, was man will. Entweder, man möchte auf dem großen Platz ein guter Torhüter sein, oder in der Halle.


  5. #5
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    Avatar von übergreifer
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    Zitat Zitat von Mirco_1848
    Ist natürlich die Frage, was man will. Entweder, man möchte auf dem großen Platz ein guter Torhüter sein, oder in der Halle.
    Warum nicht beides? Ein guter Torwart ist auch in der Halle schwer zu bezwingen. Wenn er da Probleme mit der kurzen Distanz hat, dann beherrscht er die Techniken nicht. Die Halle offenbart lediglich schonungslos seine Schwächen in 1:1 Situationen oder in Reaktionsfähigkeit. Diese Probleme kommen auf dem großen Platz nur nicht so oft zum Vorschein, weil es weniger solcher Situationen gibt, das ist alles. Wenn man in der Halle zu viele Treffer kassiert, soll man es nicht als unwichtig abtun.

  6. #6
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    Zitat Zitat von übergreifer
    Warum nicht beides? Ein guter Torwart ist auch in der Halle schwer zu bezwingen. Wenn er da Probleme mit der kurzen Distanz hat, dann beherrscht er die Techniken nicht. Die Halle offenbart lediglich schonungslos seine Schwächen in 1:1 Situationen oder in Reaktionsfähigkeit. Diese Probleme kommen auf dem großen Platz nur nicht so oft zum Vorschein, weil es weniger solcher Situationen gibt, das ist alles. Wenn man in der Halle zu viele Treffer kassiert, soll man es nicht als unwichtig abtun.
    Richtig. Trotzdem ist ein Torhüter, der in der Halle super ist, noch lange kein guter Torhüter draußen.


  7. #7
    Freizeitkeeper Avatar von Schildkröt
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    Heute im Training hatte ich ungewöhnlich viele 1 gegen 1 Situationen, vermutlich weil die Verteidigung mal wieder minütlich gepennt hat
    Komischerweise habe ich bei diesen Situationen nicht einen Treffer reinbekommen, obwohl ich sonst bei 1gg1 grottenschlecht bin.
    Dabei ist mir auch aufgefallen, dass ich oftmals mit dem Fuß abwehre. Zum Beispiel einmal kam der Ball flach und hart genau auf mich, und ich konnte einen Tunnler nur noch damit verhindern, dass ich schnell die Beine zusammen gestellt habe. Ich glaube solche Bälle könnte ich nie mit der Hand sichern, weil der Gegenspieler doch relativ nah vor mir stand, ich mag mich aber auch irren Jetzt wo ich so darüber nachdenke; ich werde es am Freitag einfach direkt mal ausprobieren.

  8. #8
    Blickfeld Avatar von BvB19_09
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    Also ich habe mir mal angeguckt wie Robert Enke das macht. Er bleibt lange stehen, legt aber öfters kleine 'Sprints' zwischendurch hin, damit er 1-2 m näher an den Schützen kommt (Video kann ich ggf. reinstellen, falls Kamera aus Werkstatt kommt). Danach bleibt er wieder stehen und beobachtet Ball und Schützen. Ich kann morgen mal meinen TwT fragen, was er davon hält. Aber ich denke das diese Technik Effektiv ist, da man lange stehen bleibt, aber sich trotzdem auf den Ball werfen kann, falls die Gelegenheit gegeben ist.

  9. #9
    torwart.de-Team Avatar von Steffen
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    Zitat Zitat von Meister
    Allerdings spielen wohl die meisten von uns mehr auf dem "normalen" Platz und dort gilt, desto länger man stehen bleibt, je besser ist die Chance den Ball zu halten.
    Würde ich so nicht unterschreiben (wollen)...
    Denn diese Form des aggressiven Ballangrifs ist je nach Situation erfolgsversprechend. Tim Wiese ist sicherlich eine Ausnahme, aber ich halte auch nicht von der "Torwartgrätsche", da diese eine Seite völlig bewegungsunfähig macht, die andere hingegen bevorzugt. Sie ist nicht gesund für die Knie und Hüftgelenke, für meinen Geschmack und nach meiner Persönlichen Meinung.
    Nun Sport ist nicht immer gesund...

    Aber ich denke, je nach Situation muß man differenzieren und wenn ich ehrlich bin, ist die Technik des schnellen Tauchens aus dem Laufen heraus ebenso möglich, wie die Grätsche, bei der Grätsche bleibt man nur mit dem Oberkörper aufrechter und verdeckt so vielleicht mehr Torfläche, aber der aktive Ballangriff ist schlechter.

    Somit ist ausserhalb des Kleinfeldes diese Technik, also des aktiven Ball-in-besitz-nehmens ebenso berechtigt und sollte geübt werden, als auch die andere Form des langen, geduldigen Wartens mit der Möglichkeit den Gegner einfach den direkten Weg zum Tor zu versperren.....

    somit haben beide Techniken Bestand und sollten vom Torwart beherrscht werden.
    Lassen wir das, war nie eine Leuchte...

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