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Thema: Geschichte: Jan B. - Der Traum vom Fliegen

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  1. #1
    Newcomer des Jahres 2007 Avatar von -P-S-P-
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    Coole Geschichte ich will mehr!

  2. #2
    Torwarttalent Avatar von DieKatz#5.EF
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    so, hier die Fortsetzung mit Kapitel 2

    Kapitel 2

    Mit dem Ball in der Hand joggte Jan weiter zum Tor. Aus den Augenwinkeln beobachtete er Stefan, der jetzt am Ballnetz stand und ihren Luftdruck prüfte. Jan prellte den Ball auf den Boden und fing ihn wieder auf.
    Stefan kam mit dem kompletten Ballnetz zu ihm herüber. „Hier, die werden wir gleich brauchen,“ sagte er und legte das Netz neben den Pfosten des Tores ab. Jetzt, wo Stefan neben ihm stand, fiel ihm auf, um wieviel Stefan wirklich größer war als er. „Der kann locker als zwei Jahre älter als ich durchgehen,“ dachte Jan.
    Stefan legte derweil die Bälle in einer Reihe circa zehn bis fünfzehn Meter von Tor entfernt nieder. „Den ersten Tag hier und schon übernimmt der hier die Organisation des Trainings, oder wie?“ brummte Jan. „Naja, vielleicht probieren wir ja ein paar Übungen aus, die die so beim SV Günzelburg machen.“
    „Ok, es kann losgehen,“ rief Stefan herüber. „Ich würde sagen wir machen uns vorher noch mit ein paar Sprints und Dehnungsübungen locker.“ Er drehte sich um, lief locker, um dann plötzlich anzutreten und ein paar Meter zu sprinten. Jan verdrehte die Augen. „Ist er jetzt mein Trainer oder ein Mannschaftskamerad?“ Widerwillig tat er es Stefan nach.
    Nachdem sie einige Zeit mit dehnen und einlaufen verbracht hatten, wies Stefan Jan an, ins Tor zu gehen. „Ein paar lockere Schüsse, um reinzukommen.“
    „Aha, jetzt wird’s interessant,“ dachte sich Jan, „dann wollen wir mal gucken was er so drauf hat.“
    Stefan ging rüber zu den Bällen, lupfte den ersten mit einem Fuß hoch, ließ ihn auf dem Oberschenkel hüpfen und zog ab. Jan stand wie ein begossener Pudel immer noch in der Mitte vom Tor. Links oben ins Eck hatte der Ball mit einer ganz schönen Wucht eingeschlagen.
    Schon nahm Stefan den nächsten Ball in die Hand, drückte ihn zwischen beiden Händen zusammen und legte ihn sich auf den Fuß. Jan versuchte sich so lang wie möglich zu machen, um ja an den Ball zu kommen. Mit der rechten Hand lenkte er den flach geschossenen Ball ins Toraus ab.
    „Nicht schlecht,“ rief Stefan ihm zu, „gleich nochmal.“ Wieder ein gut plazierter Schuss, Jan musste alle seine Kraft ins Sprungbein legen, um ihn abzulenken.
    Nachdem er die Reihe verschossen hatte, sammelten sie zusammen die Bälle ein und Jan begab sich auf die Schützenposition.
    „Verdammt, ich kann nie so gut schießen, schon gar nicht aufs Tor.“ Jan zog ab, der Ball flog Richtung Tor, aber... Stefan hatte ihn geschickt aus der Luft gepflückt. „Sch****“, grummelte Jan und versuchte den nächsten zu versenken – wieder nichts. So ging es bis hin zum letzten Ball. Jan war frustriert.
    Die restliche Zeit verbrachten die beiden mit einigen Übungen für Reaktion und Sprungkraft, Sachen die Jan bisher nicht kennengelernt hatte. Die einzigen Torwartübungen, die er regelmäßig beim Training bekam, waren die Torschussübungen der Mannschaft.
    Zusammen gesellten sie sich wieder zurück zum Rest der Mannschaft, die inzwischen auch mit ihren Übungen fertig waren.
    Jan ging rüber zu Thorben. „Spielt sich ganz schön auf, wenn du mich fragst. Ist doch nur ein Probetraining.“
    „Ja, vor allem diese anderen beiden, die gingen richtig rein! Das ist doch nur ein verdammtes Training! Aber die habens echt drauf, kann man nicht anders sagen.“ „Und ob, dieser Stefan ist verflucht stark. Was denkst du, wie alt die sind?“ „Nun ja, die sehen schon älter aus als wir – vielleicht ein bis zwei Jahre? „Könnte gut hinkommen.“
    „Jetzt Ruhe da hinten bitte,“ rief Holger. „Gleich machen wir noch ein Spielchen. Jürgen, Tobias, ihr wählt.“
    Jan wurde von Tobias gewählt und zog sich ein signalgelbes Leibchen über, dass seine Mannschaft tragen musste. Stefan stand für Jürgen im Tor. Letzer Blick auf die Handschuhe, hier ein wenig nachziehen, Stutzen richten... und ab ins Tor. Anstoss. Beide Mannschaften kämpften um den Ball. Als erstes bekam Jans Gruppe eine große Torchance, die von Stefan großartig pariert wurde. Abschlag, und schon näherte sich das Spiel dem anderen Strafraum. Dominik, ein Stürmer, nahm den Ball geschickt mit der Brust an, zog nach rechts vor einem Gegenspieler weg und machte sich auf. Tobias versuchte, ihn den Ball abzunehmen, aber Dominik nahm Tempo auf und zog an ihm vorbei, nebenbei ließ er auch den letzten Verteidiger vor Jans Tor stehen. Jan fühlte die Anspannung im jeden Teil seines Körpers. Dieses Gefühl liebte er. Er konzentrierte sich voll auf den Ball an dem Fuß des Spielers. Jetzt konnte er es seinem Gegenüber gleichtun, oder jämmerlich versagen. Eins gegen eins, Jans Lieblingssituation. Langsam aber bestimmt versuchte er, den Winkel durch herauskommen zu verkürzen. Dominik führte den Ball immer noch sicher am Fuß, dann lehnte er sich über den Ball und schoss mit Vollspann auf Jans Tor. Wie ein Film spulte sich diese Szene in Jans Kopf ab. Instinktiv ließ er sich nach rechts fallen... und kam einen Ticken zu spät auf. Der Ball hing im Netz. Jan lag da und hörte einige enttäuschte Stöhner von seinen Kameraden.

  3. #3
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    nett nett ... ich mag solche geschichten .. vorallem, wenn man sich selber da wiederspiegelt
    Jeder Ball ist haltbar !

  4. #4
    Blickfeld Avatar von S/E/B 1
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    Finde die Geschichte auch schön. Ich hoffe sie geht noch weiter ?!?
    Wer zu hoch hinaus will, der kann auch sehr tief fallen...


  5. #5
    Amateurtorwart Avatar von Timmey1106
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    Echt stark!!! bin auch schon scharf auf die Fortsetzung.

  6. #6
    Torwarttalent Avatar von DieKatz#5.EF
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    Freut mich, wenn es euch gefällt. Es macht auch ne Menge Spaß, es zu schreiben
    So, hier mal ein wenig mehr


    Kapitel 3

    „Na, das Training war ja mal völlig daneben,“ schnaubte Jan, als er zusammen mit Tobias vom Platz ging. Trotz das er völlig verdreckt, verschwitzt und langsam am Ende seiner Kräfte war, hatten sie in diesem Trainingsspiel 6:1 verloren. Eigentlich war es etwas ganz normales, etwas auf das Jan sonst nicht viel gab. Es war halt „nur“ Training. Aber dieses Mal wurmte es ihn doch schon. Stefan hatte heute eine sehr gute Leistung gezeigt und war damit sicherlich hoch in der Gunst von Holger gestiegen.
    In der Umkleide und in der Dusche mied er den Blick von seinem neuen Konkurrenten. Zwar stand noch gar nicht fest, ob dieser überhaupt nach Neustädt wechseln würde, aber Jan hatte trotzdem ein ganz mieses Gefühl bei dieser Sache. Bis jetzt genoss er einen Platz, der von niemanden bedroht schien. In seinem Jahrgang war Jan der einzige, den es ins Tor zog.

    Zuhause war er noch genauso niedergeschlagen. Erschöpft nahm er das Abendessen zu sich und wünschte allen eine gute Nacht. Vor allem sich selbst.

    Der nächste Tag verging ziemlich schnell. In der Schule hatte er eine „Befriedigend“ im Chemietest wiederbekommen, was seine Laune ein wenig hob. „Hätte nicht gedacht dass das noch ne drei gibt,“ grinste er breit zu Thorben herüber. „Ich hab das mit den Massengleichungen zu Hause beim Üben überhaupt nicht kapiert.“
    Der Schulweg führte einmal mehr an seinem neuen Traum vorbei: den strahlenden Handschuhen in der Auslage des Sportgeschäftes.
    „Vielleicht sollte ich Vater drauf ansprechen, bei Mum hab ich eh keine Chance...“
    Als er heimkam, saß sein Vater mit seinem Kollegen Rüdiger bei einem Bierchen hinten im Garten.
    Beide waren in eine heftige Diskussion vertieft, in der es um die diesjährige Bezirksmeisterschaft ging.
    Rolf hielt natürlich eisern an einem Sieg des FC RW fest, einTraum, dass sich seit circa fünfzehn Jahren nicht mehr erfüllt hatte. Rüdiger war der festen Überzeugung, die zweite Mannschaft von Günzelburg würde ihrer Favoritenrolle gerecht.
    Mitten in diesen Glaubenskampf stürzte sich Jan. „Hi Rüdiger. Papa? Ich wollt etwas fragen.“ Rolf unterbrach sich und sah mit roten Kopf zu seinem Sohn. „Ah, Jan. Schon aus der Schule? Was gibt’s?“ „Nun ja, es geht um meine Handschuhe, und zwar sind die jetzt schon ziemlich abgewetzt und...“ „Ha, euer kleiner Verein kann es sich nicht leisten, seinen Mitgliedern vernünftige Ausrüstung zu stellen, hab ich Recht? Tja Rolf, so wird das auch nichts mit der Meisterschaft!“ „Ach ja? Wir erreichen auch ohne einen dicken Geldbeutel...“ „Jaja, Team ist das wichtigste, bla, ich weiß!“ „Papa? Könnten wir die Sache hier eben zuende führen? Danke.“ „Oh, sicher mein Sohn. Also was war nochmal.. Ah ja, deine Handschuhe. Brauchst du neue?“ „Genau. Um ehrlich zu sein, hab ich da auch schon etwas ins Auge gefasst...“

    „Ich kann es immer noch nicht fassen, dass dein Vater das so einfach hat durchgehen lassen!“ sagte Thorben zu Jan. Die beiden waren diesen Donnerstag wieder einmal auf den Weg zum Training. „Du hättest sehen sollen, wie er beim Preis zusammengezuckt ist,“ lachte Jan. „Aber weil Rüdiger da war, hat er sich nichts anmerken lassen und „Ja“ gesagt. Es kommt halt auf den richtigen Moment an.“
    Vor dem Training wollte er unbedingt die neuen Handschuhe abholen. Zusammen gingen sie in das Geschäft, und ein vertrauter Geruch, ähnlich dem von Plastik, stieg ihnen in die Nase.
    Jan schritt entschlossen zum Handschuhregal. Da lagen sie, in eine Verpackung erster Klasse eingeschweißt, unter sich das Preisschild: „119.95,-“.
    Sie bezahlten und gingen weiter ihren Weg Richtung Platz. „Nun mach schon auf,“ drängte Thorben. Jan empfand sie in ihrer Verpackung, jetzt, wo er sie besaß, als viel zu schön, um sie auszupacken und mit ihnen auf dem harten Platz zu trainieren.
    Schließlich öffnete er die Packung doch und streifte sich den ersten Handschuh über. Er passte perfekt, fühlte sich an wie eine zweite Hand. „Super,“ dachte sich Jan, „damit hol ich heute die Dinger raus.“

  7. #7
    Amateurtorwart
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    richtig gute Geschichte bin gespannt auf mehr


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